„Hilflose Suche nach einem Wahlkampfthema“
Kategorie: Pressemitteilungen

 

Vom: 02.03.07

GEW Hessen kritisiert Pläne des Kultusministeriums

2. März 2007

Frankfurt (gew).“Die hessische Landesregierung ist scheinbar bemüht, nach dem Scheitern ihres Ziels, Bildungsland Nr. 1 werden zu wollen – hiervon sind wir weiter entfernt denn je – und nach weiteren Flops wie U-Plus oder der Verkündungsveranstaltung in der Jahrhunderthalle, ein bildungspolitisches Wahlkampfthema zu finden, mit dem man diese Negativbilanz überdecken kann“, kommentiert der hessische GEW-Landesvorsitzende Jochen Nagel, die jetzt bekannt gewordenen Pläne mit dem Etikett „Gemeinschaftsschule“.

“ Wolff setzt sich seit ihrem Amtsantritt 1999 vehement dafür ein, dass die Hauptschule den Ruf der Restschule verliert. Sie hat der Hauptschule ein geschärftes Profil gegeben…“, heißt es noch in einer Pressemitteilung des Kultusministeriums vom Oktober.2004. „Von diesem Einsatz für die Hauptschule“, so der Vorsitzende der GEW Hessen, Jochen Nagel, „ ist offensichtlich nichts geblieben. Inzwischen gibt das Ministerium wenigstens „altbekannte“ Probleme mit der Hauptschule zu, die jetzt aber offenkundig von den Realschulen und Gesamtschulen durch Zusammenlegung gelöst werden sollen, erklärt Nagel weiter.

Das zentrale Problem unseres Bildungswesens ist und bleibt, dass wir in den Schulen nicht die Vielfalt der sozialen Hintergründe und Begabungen unserer Schülerinnen und Schüler als Gewinn für qualifizierte Bildungsprozesse nutzen können. Stattdessen leisten wir uns ein Einsortieren in einfältige Strukturen, die zunehmend zur Ghettobildung führen. „Neue Schnittmengen werden dieses Grundproblem nicht lösen. Hessen wird so auch weiterhin hinter den weitaus besseren Ergebnissen skandinavischer Schulen hinterher hinken“, so Jochen Nagel abschließend.