Warnstreik in der hessischen Metallindustrie

Die GEW Hessen unterstützt die Forderungen der IG Metall

Bei der Tarifrunde 2018 in der Metallindustrie geht es um 6 Prozent mehr Geld. Diese Entgeltforderung ist mehr als berechtigt. Den Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie – auch in Hessen –  geht es gut: Sie sind auf Rekordniveau ausgelastet und erwirtschaften hohe Gewinne. Jetzt geht es darum, alle Beschäftigten daran teilhaben zu lassen und nicht nur die Aktionärinnen und Aktionäre.

Die tarifpolitischen Forderungen der IG Metall bezogen auf die Einführung einer selbstbestimmten Arbeitszeit sind innovativ und zukunftsweisend. Die IG Metall greift damit eine wichtige Frage auf, die viele Menschen bewegt, nicht nur, aber gerade auch jüngere.

Die häufigsten Gründe für Beschäftigte, ihre individuelle Arbeitszeit zu reduzieren, sind familiäre Betreuung und Pflege. Fast fünfzig Prozent der Frauen und knapp elf Prozent der Männer in Teilzeit arbeiten aus einem dieser Gründe kürzer. Nach den Forderungen der IG Metall sollen Beschäftigte die Stundenzahl befristet für einen Zeitraum von bis zu zwei Jahren auf 28 Stunden pro Woche reduzieren können. Schichtarbeiterinnen und -arbeiter, Eltern kleiner Kinder sowie Beschäftigte, die zu Hause Angehörige pflegen, sollen ihren Lohn für die reduzierten Stunden zum Teil weiter bekommen. Gerade diese Forderung nach Anerkennung von Familienarbeit hat eine wichtige gesellschaftliche, frauenpolitische Bedeutung. Frauen wählen das Teilzeitmodell – gerade wegen der Kinder – häufig, obwohl sie um die Nachteile wie „Karriereknick“ und Altersarmut wissen. 

Ein weiteres Problem ist, dass Beschäftigte nach einer Reduzierung häufig nicht auf ihre ursprüngliche Arbeitszeit zurück dürfen. Deshalb will die IG Metall eine Wahloption auf eine Reduzierung der Arbeitszeit auf bis zu 28 Stunden für bis zu zwei Jahre mit uneingeschränktem Rückkehrrecht durchsetzen. Das ist gut für die Beschäftigten und sichert den Unternehmen Fachkräfte.

Die GEW Landesvorsitzende Maike Wiedwald nahm am 9. Januar an der Kundgebung der Belegschaft der Firma Jean Müller in Eltville am Rhein und am 10. Januar 2018 an den Streikkundgebungen bei der Firma Federal Mogul in Wiesbaden-Schierstein teil und überbrachte die solidarischen Grüße der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Hessen.