GEW-KV Groß-Gerau und Main-Taunus: Bildungstag

Samstag, 23. September

"Bildung vor der Wahl"

9 bis 16 Uhr | Berufliche Schulen Groß-Gerau, Darmstädter Str.90

Einführender Vortrag: Stephan Hebel, Buchautor und Kolumnist der Frankfurter Rundschau

15 Arbeitsgruppen mit vielfältigen Anregungen für den pädagogischen Alltag

Flyer

Plakat

Anmeldung ausschließlich per E-Mail an den GEW-Kreisvorstand

 freiling.hlz@t-online.de

Bitte geben Sie die gewünschte Arbeitsgruppe und eine Zweitwahl an. Sie erhalten eine Bestätigung. Außerdem werden wir Sie benachrichtigen, wenn die gewünschte Arbeitsgruppe nicht zustande kommt.

 

Tagungsablauf 

  • ab 9 Uhr Beginn mit einem gemeinsamen Frühstück
  • 10 Uhr bis 11.30 Uhr Begrüßung und Vortrag von Stephan Hebel: Bildung vor der Wahl
  • 11.30 bis maximal 15 Uhr Arbeitsgruppen und Workshops mit integrierter Mittagspause 
  • 15 Uhr bis 16 Uhr Erfahrungsaustausch und Gespräche bei Kaffee und Kuchen 

Kinderbetreuung

Ab 9.30 Uhr wird eine Kinderbetreuung angeboten. Wenn Sie diese wünschen, geben Sie dies bitte mit dem Alter des Kindes bei Ihrer Anmeldung an.

Teilnahmegebühr

Die Teilnahmegebühr beträgt 10 Euro bzw. 5 Euro für GEW-Mitglieder. Kaffee sowie Frühstück und Mittagessen sind eingeschlossen. 

Akkreditierung

Der Bildungstag ist durch das Hessische Kultusministerium unter der Angebotsnummer LA 01790009 akkreditiert (1 Fortbildungstag) 

Anfahrt zu den Beruflichen Schulen Groß-Gerau | Eingang: Darmstädter Straße 90  

Öffentliche Verkehrsmittel:

  • Haltestelle Bahnhof Groß-Gerau Dornberg (Fußweg: 3 Minuten)
  • Haltestelle Groß-Gerau Bahnhof (Fußweg: 10 Minuten)

Anfahrt mit dem Pkw

über die A60 (Abfahrt Rüsselsheim-Königstädten), über die A67 (Abfahrt Büttelborn) oder über die B44 nach Groß-Gerau; dort in die Darmstädter Straße einbiegen

Parkmöglichkeiten: Sudetenstraße und am Wasserturm

Bildung vor der Wahl

„Bildung vor der Wahl“ ist der bewusst doppeldeutige Titel des 22.Bildungstags der GEW-Kreisverbände Groß-Gerau und Main-Taunus. Zum einen findet er genau einen Tag „vor der Wahl“ des Bundestags statt. Zum anderen stehen alle Menschen, die in Bildungseinrichtungen tätig sind, täglich „vor der Wahl“, welche Entscheidungen sie treffen, welche Akzente und Prioritäten sie setzen. Haben Sie als Lehrerin oder Lehrer, als Erzieherin oder Erzieher schon einmal darüber nachgedacht, wieviele Entscheidungen Sie in einer einzigen Schulstunde oder an einem Vormittag in der Kita treffen müssen? Die Zahl von bis zu 200 Entscheidungen in einer Unterrichtsstunde ist durch mehrere Studien belegt. Und dabei bleibt nie viel Zeit zum Nachdenken und Abwägen. Für andere Entscheidungen von grundlegender Bedeutung über den Weg einer Schule haben wir mehr Zeit, können die Alternativen mit anderen diskutieren, Konflikte austragen, Rahmenbedingungen klären und Kompromisse ausloten.

Die Arbeitsgruppen beim 22. Bildungstag bilden den Rahmen, schulübergreifende Fragen zu diskutieren, Erfahrungen auszutauschen und neue Wege und Zugänge kennenzulernen und auszuprobieren.

Als Referenten konnten wir Stephan Hebel, Buchautor und Kolumnist, gewinnen. Seine engagierten Kommentare und Kolumnen in der Frankfurter Rundschau und seine streitlustigen Buchveröffentlichungen befassen sich mit Philosophie und Ökonomie, mit Politik und Gesellschaft, mit Medien und Sprache. Er hält es für richtig, bei der Suche nach Alternativen nicht aufzugeben und sich auch in unsicheren Zeiten nicht wegzuducken. Am Tag vor der Bundestagswahl wird er die Wahl nicht zum Gegenstand, sehr wohl aber zum Anlass und Ausgangspunkt seiner Einschätzung gesellschaftlicher Entwicklungen in der Bundesrepublik machen. Sein Anliegen als Sprachkritiker und Mitglied der Jury für das "Unwort des Jahres", die "Floskeln der Macht" zu hinterfragen, ist auch für die bildungs- und schulpolitischen Debatten ein wichtiges Unterfangen. Die Manipulation durch politische Phrasen ist auch Gegenstand seiner gemeinsam mit Daniel Bauman verfassten "Gute-Macht-Geschichten" (Westend Verlag Frankfurt 2016). 

Arbeitsgruppen

1 Inklusiver Unterricht: Kooperationsklasse an der Schillerschule Groß-Gerau 

An der Schillerschule Groß-Gerau wurden im letzten Schuljahr in Kooperation mit der Helen-Keller-Schule zwei erste Klassen für den gemeinsamen Unterricht mit Kindern mit dem Förderbedarf Geistige Entwicklung eingerichtet. Christiane Mende, Schulleiterin der Schillerschule, berichtet über die Planung des Projektes, notwendige Voraussetzungen sowie Diskussions- und Entscheidungsprozesse in den Kollegien. Lehrkräfte der inklusiv arbeitenden Kooperationsklassen stellen ihre Arbeit vor. Bei einer Begehung können Raumkonzept und Ausstattung der Schillerschule besichtigt werden.

Leitung: Frau Mende, Frau Hog und Herr Landau, Schillerschule Groß-Gerau und Helen-Keller-Schule Rüsselsheim

2 Ein T-Shirt, viele Hände: Globales Lernen in Kita und Grundschule

Fußball, Schokolade, Orangensaft oder T-Shirts: Viele Produkte aus dem Alltag von Kindern haben eine lange Reise hinter sich, viele wurden in Kinderarbeit produziert. Am Beispiel des T-Shirts zeigen wir, wie ein komplexes Thema mit Kindern im Kita- und Grundschulalter bearbeitet werden kann: mit Informationen über die Herkunftsländer, über die Lebens- und Arbeitsbedingungen und über die Auswirkungen unseres Konsumverhaltens auf die Menschen im globalen Süden. Bei Bedarf können auch die Fußball-, Schokoladen- und Kinderrechtewerkstatt sowie interaktive Ausstellungen zur globalen Bildungsarbeit vorgestellt werden.

Leitung: Petra Schefzyk und Friederike Mühlherr, Weltladen Darmstadt

3 Kompetent mit den alltäglichen Belastungen umgehen

Die Arbeitsbelastungen von Lehrerinnen und Lehrern steigen, Erschöpfungszustände und Krankheiten können die Folge sein. Ziel des Workshops ist, Möglichkeiten zum Stressabbau aufzuzeigen und zu erfahren, was jede/r selbst dafür tun kann, den Beruf noch lange mit Freude ausüben zu können.

Leitung: Thea Sicker, medical airport service GmbH, Mörfelden-Walldorf

4 Herausforderung Islamismus

Schülerinnen und Schüler der Max-Planck-Schule Rüsselsheim haben im Ethikunterricht der E-Phase die Erzählung „Merves Weg“ geschrieben. Sie thematisiert authentisch, wie sich eine Schülerin zunehmend für den IS begeistert und schließlich mit einem Freund nach Syrien ausreist. In der Arbeitsgruppe stellt Judith Junk die Arbeitsweise des Projekts vor und fragt, was auf andere Lerngruppen übertragbar ist. Hayat Mahioui ist eine erfahrene Mitarbeiterin von Violence Prevention Network Frankfurt. Sie berichtet über Islamismus und Neo-Salafismus an Schulen und gibt Hinweise, wie Lehrkräfte angemessen auf Jugendliche eingehen können, bei denen die Gefahr der Radikalisierung besteht.

Leitung: Judith Junk, Max-Planck-Schule Rüsselsheim, und Hayat Mahioui, Erziehungs- und Islamwissenschaftlerin, VPN Frankfurt

5 Schulrecht – nicht nur für Einsteigerinnen und Einsteiger

Lehrerinnen und Lehrern werden in vielen Fragen des schulischen und pädagogischen Alltags mit unterschiedlichen Rechtsvorschriften konfrontiert. Aber wer kennt schon alle Gesetze, Erlasse und Verordnungen? Der Workshop bietet einen systematischen Überblick und zeigt, wo man suchen und fündig werden kann. Außerdem besteht die Möglichkeit, konkrete Fragen aus der eigenen Praxis einzubringen und gemeinsam nach Antworten zu suchen.

Leitung: Harald Freiling, Rechtsberater des GEW-Kreisverbands Groß-Gerau

6 Kreatives Schreiben

Inne halten, sich besinnen, nachdenken. Sich Zeit lassen. Zum Stift greifen. Etwas notieren. Ein paar Gedanken. Noch ein paar. Ins Schreiben kommen. Endlich mal wieder. Schreiben! Kreatives Schreiben? Na klar, das ist kreativ, was dir gelungen ist. Oder etwa nicht? Im Workshop probieren wir ein paar Schreibübungen aus und überlegen gemeinsam, welche der Ideen wir wie mit unseren Schülerinnen und Schülern erproben könnten.

Leitung: Thomas Adamczak hat vielfältige Erfahrungen in der Lehreraus- und -weiterbildung, vor allem im Bereich Kreatives Schreiben

7 „Tierisch gute Schule“: Grundlagen der hundgestützten Pädagogik

Der Workshop richtet sich an Pädagoginnen und Pädagogen, die in unterschiedlichen Schulformen und Bildungseinrichtungen „mit Hund“ arbeiten wollen. Sylke Schmidt stellt die Grundlagen und Praxisbeispiele der hundgestützten Pädagogik vor,

Leitung: Sylke Schmidt, IGS Obere Aar in Taunusstein, Leiterin des Arbeitskreises Schulhund Rhein-Main.

8 „Neustart“: Mobbing und Mediation. Ein Schülerfilm und sein Nutzen an der Schule

In ihrem Film „Neustart" haben Schülerinnen und Schüler einer hessischen Oberstufe das Thema Mobbing und Mediation aufgegriffen. Im Workshop werden der Film und das hierzu entwickelte Begleitmaterial vorgestellt und im Hinblick auf Möglichkeiten zur Umsetzung im eigenen Unterricht erprobt.

Leitung: Joachim Meißner, Redakteur des Bildungsprogramms im hr-fernsehen

9 Strukturelle Veränderung der Q4?!

Der Workshop richtet sich an Lehrkräfte der Sekundarstufe II, die sich über die Erfahrungen mit der hessischen Variante des letzten Halbjahres der Qualifikationsphase (Q4) austauschen möchten. Bisher finden die Abiturprüfungen im laufenden Halbjahr der Q4 statt, so dass im Zeitraum der schriftlichen Prüfungen weiter Unterricht stattfindet und für den Notendurchschnitt und die Zulassung relevante Klausuren geschrieben werden. Folglich kann den Schülerinnen und Schülern noch nach den schriftlichen Abiturprüfungen die Zulassung zum Abitur entzogen werden. Wir wollen die Praxis anderer Bundesländer (z.B. Rheinland-Pfalz oder Sachsen) vorstellen, in denen der Unterricht vor Beginn der Abiturprüfungen endet, und uns über Probleme, Möglichkeiten und Initiativen für mögliche Veränderungen der Q4 in Hessen austauschen.

Leitung: Anna Heymann und Andrea Krieger, Heinrich-Böll-Schule Hattersheim

10 Illustratives Gestalten mit der Schuldruckerei

Die Druckerei in der Schule ist ein Hort des Schöpferischen. Das Setzen und Vervielfältigen der Texte ist meistens das geringere Problem. Aber wie bekomme ich mein Bild aufs Blatt? Wir beschäftigen uns mit einfachen und komplexen illustrativen Techniken, die von der „gezeichneten“ Druck-Illustration bis zum mehrfarbigen Schnitt in verschiedenen Materialien reichen. Wir probieren unsere eigenen Ansätze selbst aus und drucken unsere Experimente vor Ort an.

Leitung: Bernhard Dorn, Schriftsetzer und Drucker 

11 SIBYLLE - Die Fotografen und der „aktuelle Schnitt“ in den Opelvillen

SYBILLE, Zeitschrift für Mode und Kultur in der DDR, steht exemplarisch für die Entwicklung der Fotografie und künstlerischer Bildsprachen in Ostdeutschland. Jedes Heft der SYBILLE enthielt zudem ein Schnittmuster zum selbst Nachschneidern. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der AG fahren nach dem Plenum des Bildungstags einzeln oder in Fahrgemeinschaften nach Rüsselsheim und erleben eine Führung durch die Ausstellung in den Opelvillen. Danach zeigt die angehende Maßschneiderin Franziska Weil im Workshop die Umsetzung einer Damenbluse nach einem solchen Schnitt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden aktiv in die einzelnen Arbeitsschritte der Umsetzung vom Papierschnitt zum fertigen Kleidungsstück einbezogen und lernen, wie man per Hand ein Knopfloch arbeitet. Die AG richtet sich ausdrücklich auch an männliche Teilnehmer. Eintritt und Führung sind in der Teilnahmegebühr für den Bildungstag enthalten.

Leitung: Museumsteam und Franziska Weil, Opelvillen Rüsselsheim

12 Stimmbildung: Zu hoch, zu tief, zu leise?

Viele Faktoren führen dazu, dass wir im Alltag nicht die Durchsetzungskraft haben, die wir möchten. Das fehlende Bewusstsein für die eigene Stimme, die dadurch auftretenden Blockaden in Stresssituationen und der damit verbundene Verlust von Glaubwürdigkeit führen oft dazu, dass der erwartete Erfolg im Beruf oder im privaten Bereich ausbleibt. STIMMDICH bietet Ihnen ein umfassendes körper- und wahrnehmungsbezogenes Stimmtraining. Stimme, Ausdruck und Präsenz werden zu einer Einheit, die sich individuell und ganzkörperbezogen erfahren lässt.

Leitung: Julia Breckheimer, Lehrbeauftragte an der Hochschule Heidelberg, Studiosprecherin und Stimm-Trainerin

13 Musikalische Warm-Ups & Cool-Downs

Im gemeinsamen Tun erfahren wir die wohltuenden Möglichkeiten von BrainGym und Qi-Gong in Kombination mit Rhythmus, Gesang und tänzerischer Bewegung. Hier wird musikalisch, rhythmisch bewegtes Tun zur ganzheitlichen Lern- und Gesundheitsförderung mit der Möglichkeit zur Übertragung in die eigene Unterrichspraxis.

Leitung: Christian Lunscken, Musikpädagoge, Musiker mit langjähriger Lehrtätigkeit für Klavier, Schlagzeug und Bodypercussion und Referent in der Fortbildung von Lehrkräften und Musikern

14 Lernen mit Medien: Ein Tablet macht noch keine digitale Schule

Mahara, Moodle und Khan, Office365, Prezi und Google sind nur einige digitale Tools für ort- und zeitunabhängiges Lernen. In dem Workshop geht es um Grundsatzfragen des digitalisierten Lernens und strukturelle, technische und räumliche Voraussetzungen neuen Lernens mit digitalen Medien. Der Workshop richtet sich an Lehrkräfte in der Sekundarstufen I und II, insbesondere auch an Beruflichen Schulen. Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die einen Laptop oder ein Tablet mitbringen, können die Möglichkeiten „live“ ausprobieren.

Leitung: Andreas Voigtländer, Heinrich-Emanuel-Merck-Schule Darmstadt, Abteilungsleiter für IT-Berufe

5 Auf den Spuren der jüdischen Geschichte in Groß-Gerau

In Groß-Gerau lebten zu Beginn des 20. Jahrhunderts rund 150 Bürger jüdischen Glaubens. Viele industrielle und gewerbliche Arbeitgeber waren Juden wie die Inhaber der Union-Brauerei Ludwig und Ferdinand Marxsohn, der Betreiber der Likörfabrik Heinrich Hirsch oder die Kaufhausbesitzer Leopold und Julius Kahn. Die Synagoge wurde 1892 eingeweiht und fiel 1938 dem Nazi-Terror zum Opfer. Der Stadtrundgang führt zu Stätten jüdischen Lebens und späteren Leidens und zeigt Möglichkeiten für den Einsatz im Unterricht auf.

Leitung: Jürgen Volkmann, Leiter des Stadtmuseums Groß-Gerau