Fachgruppe Grundschule

Bilanz unserer Arbeit 2012–2014

Das Jahr 2014 begann mit einem Austausch über die schwarz-grüne Koalition in Hessen und den neuen Kultusminister Lorz. Es wurde erwartet, dass sich die Grundschulen vor allem mit dem „Pakt für den Nachmittag“ beschäftigen werden und die Landesfachgruppe der GEW vornehmlich die Arbeitsbedingungen der Lehrer_innen und Sozialpädagog_innen im Blick behalten muss.

Die letzte – offene – Fachgruppensitzung am 5. Mai 2014 mit dem Thema „Von VERA freigestellt oder nicht?“ machte deutlich, dass zwar im zweiten Jahr die Zahl der Anträge auf Freistellung von VERA zurückgegangen war, die Anträge von rund 50 Schulen jedoch eine intensive und vielschichtige pädagogische Auseinandersetzung in den Kollegien widerspiegelten

Auf diese individuellen Anträge bekamen die Schulen zum Teil respektlose und ihre Arbeit diskreditierende Ablehnungen, überwiegend aus Textbausteinen des Vorjahres erstellt. Das Kultusministerium zeigte – entgegen der scheinbaren Dialogbereitschaft – seine Unfähigkeit der Annahme pädagogischer Überlegungen auch unter der neuen Führung.

Insgesamt herrschte in den Fachgruppentreffen eine offene Atmosphäre für aktuelle Themen und die hartnäckige, kontinuierliche Weiterverfolgung von teilweise seit Jahren bestehenden GEW-Grundschulforderungen. Der Informationsaustausch mit dem Landesvorstand, dem Hauptpersonalrat und der Bundesfachgruppe fand regelmäßig statt und die Veranstaltungen der Landesfachgruppe wurden vom Landesvorstand unterstützt. Es sollte auch weiterhin das Ziel der Landesfachgruppe sein, Grundschulthemen regelmäßig im Landesvorstand vorzutragen, um Grundschulinteressen wahrnehmbar zu machen. Dies sollte auch in Anträgen für die LDV im November 2014 sichtbar werden.

Schon im März 2012 beantragte die Landesfachgruppe bei der Landesvorstandsklausur: „Die GEW schickt mit dem nächsten Schulversand einen Rundbrief zu den Vergleichsarbeiten in den dritten Klassen an die Grundschulen mit dem Tenor über einen Boykott im nächsten Schuljahr nachzudenken. Anfang Mai gibt die GEW eine Pressemitteilung heraus, in der die grundsätzliche Ablehnung der Lernstandserhebungen betont wird und der Widerspruch zu inklusiven Entwicklungen ausgeführt wird. Gleichzeitig bereitet die GEW politische Schritte vor, um den Boykott von VERA auch in der Sekundarstufe vorzubereiten.“

Zum 10-jährigen Vorhandensein der VERA-Tests sollte so deren grundsätzliche Ablehnung durch die GEW im Landesvorstand beschlossen werden und nach dem bestehenden KMK-Beschluss den Schulen auf Antrag eine Aussetzung von VERA ermöglicht werden. Ein Antrag für den Gewerkschaftstag 2013 sollte vorbereitet werden.

Die Landesfachgruppe unterstützte die Proteste gegen die Änderung des KiFöG und die Vorbereitung des Gewerkschaftstages 2013. Ein Fachgruppenmitglied stellte die Otto-Ubbelohde-Schule in Marburg, eine sechsjährige Grundschule vor und die Fachgruppe beriet ergebnisoffen über diese mögliche Schulform.

Die Vorbereitung und Durchführung der Fachtagung „Widerstand statt Anpassung“ am 19.2.2013 mit einem Vortrag von Frau Prof. Dr. Ursula Frost mit anschließender Diskussion,Forderungen und der Vorbereitung der Anträge auf Freistellung von VERA stand zunächst im Mittelpunkt der Arbeit. Die Veranstaltung war gut besucht und mündete in über 100 Anträgen auf Befreiung von den Vergleichsarbeiten für Mai 2013.

Die Anträge wurden zwar abgelehnt, es fand jedoch am 28. August 2013 ein Gespräch im Kultusministerium mit dem damaligen Staatssekretär Prof. Dr. Lorz statt, in dem die GEW-Position vertreten durch Karola Stötzel vom Landesvorstand, Susanne Hoeth und Heike Rickert-Fischer von der Landesfachgruppe und Christoph Baumann vom Referat Schule dem Staatssekretär erläutert und die Widersprüche zur inklusiven Beschulung aufgezeigt wurden. Der Staatssekretär und Vertreter des IQB nahmen die Kritikpunkte auf und sagten die Fortsetzung des Dialogs zu.

Die Fachtagung „Vergleichsarbeiten in der Kritik 2“ am 11.12.2013 mit Herrn Prof. Dr. Meyerhöfer zeigte aus mathematischer Sicht Kritikpunkte an den VERA-Test auf, die nochmals deutlich machten, dass VERA kein geeignetes Instrument ist, die Kompetenzen der SuS abzufragen. Nach der anschließenden Diskussion fanden am Nachmittag AGs statt, zum einen zur Arbeit mit dem Index für Inklusion, zum anderen zum Unterrichtsfach Glück.

  1. Die GEW fordert alle Bundesländer auf, die Arbeitsbedingungen der GrundschullehrerInen durch die Senkung der Pflichtstundenzahl und die Anhebung der Besoldung auf A 13 für alle Lehrkräfte deutlich zu verbessern. Gleichzeitig müssen die Lernbedingungen für Grundschulkinder verbessert werden (kleinere Lerngruppen, bessere Ausstattung, Schulsozialarbeit). Dazu muss die Finanzierung der Grundschulen dem OECD Durchschnitt angepasst werden. Dieser Antrag wurde durch die hessischen Diskussion angeregt, die in die Bundesfachgruppe eingebracht wurde.
  2. Der Gewerkschaftstag bekräftigt seine Forderung nach Einführung einer „Grundschule ohne Noten“ auf Grundlage des Beschlusses des Gewerkschaftstages von 2009 und fordert die sofortige Umsetzung in den Bundesländern.
  3. Die GEW lehnt verpflichtende Vergleichsarbeiten (VERA) ab, weil sie einer inklusiven Bildung widersprechen. Dieser Antrag der Fachgruppe Grundschulen wurde im Landesvorstand beschlossen und von der Bundesfachgruppe übernommen und vom BAMA und der Jungen GEW Bund unterstützt.

2012

Nachdem zur LDV 2011 das Vorsitzendenteam der LFG-Grundschule die Arbeit beendet hatte, fand am 24. Januar 2012 eine Neuwahl statt, bei der ein neues Team mit jeweils einer Vertreterin aus Mittelhessen (Karin Hämmelmann), einer Vertreterin aus Frankfurt (Susanne Hoeth) und einer Vertreterin aus Südhessen (Heike Rickert-Fischer) gewählt wurde.

Die Fachgruppensitzungen beschäftigten sich  „Inklusion“ und der zu erwartenden neuen Verordnung zur sonderpädagogischen Förderung.

Von Anfang an war festzustellen, dass die Vorgaben in den verschiedenen Schulamtsbezirken sehr unterschiedlich umgesetzt wurden (Förderschullehrkräfte an BfZs, Modellregionen ohne Modell, an dem sich orientiert wurde, weiter wie bisher mit bereits bestehenden BfZs, Bildung von Schwerpunktschulen, Schließung von Förderschulen). Vergessen wurde dabei weithin die Idee, dass Inklusion auch eine gesellschaftliche Veränderung bedingt.

Am 27. März 2012 fand die landesweite Kundgebung der GEW in Wiesbaden unter dem Titel „Mit Nachdruck für gelingende Inklusion“ statt, an der sich die Grundschulkolleg_innen selbstverständlich beteiligten.

Nach Meinung der Landesfachgruppe ließ sich der inklusive Anspruch des neuen Hessischen Schulgesetzes grundsätzlich nicht mit Ziffernnoten und Vergleichsarbeiten vereinbaren und verlangte nach einer ausreichenden Grundversorgung aller allgemeinen Schulen mit Förderschullehrkräften.

Am 23. April 2012 fand ein Fachgespräch mit der hessischen Landes-SPD unter dem Titel „Inklusion in Hessen – gewollt oder verhindert?“ im Landtag statt, in dem Susanne Hoeth und Karin Hämmelmann die Landesfachgruppe vertraten.

Die Verärgerung über die verbale Beurteilung Deutsch zusätzlich zur Note, nicht anstelle der Note mündete in dem Beschluss: „Wir sind gerne bereit, verbale Beurteilungen zu schreiben, möchten dann aber auch keine Noten mehr geben.“

 

 

Wie gut werden sie bezahlt?

Besoldung im Bundesländervergleich

 

Fachtagung: Grundschullehrer_innen in Hessen

21. Februar 2017

 

Lehrermangel in Grundschulen und Förderschulen

Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Lorz!

Die Profession, ihr Alltag und ihre Zukunft

GEW-Fachtagung: 21. Februar 2017, Frankfurt

GEW weist Kritik von Ingrid Häußler, Vertreterin der Gymnasien im Landeselternbeirat, an der Arbeit der Grundschullehrkräfte zurück 

Pressemitteilung...