Studierende in der GEW Hessen

Veranstaltungen Wintersemester 16/17

Bis heute hält sich hartnäckig die Erzählung von der "Stunde Null", vom Wiederaufbau der zerstörten Bundesrepublik durch Trümmerfrauen, Disziplin und Wirtschaftswunder. Ausgehend davon wundert sich heute kaum mehr jemand groß darüber, dass genau jenes Land, von dem zwei Weltkriege ausgingen, fast ungebrochen als ein entscheidender Global Player auftritt und eine der größten "Volks"wirtschaften weltweit darstellt.

Eher weniger bekannt und vielfach verdrängt ist die ökonomische Basis, auf der dieser Wohlstand mit aufbaute: auf Zwangsarbeit während der NS-Jahre und kaum substantielle Entschädigungen in der Nachfolgezeit. 
Über 12 Millionen Menschen leisteten im Verlauf des Zweiten Weltkriegs für Deutschland Zwangsarbeit. Nur die Zwangsarbeiter_innen hielten landwirtschaftliche Versorgung und Rüstungsproduktion aufrecht.
Die Industrie profitierte von der Ausweitung der Produktion, auch nach 1945. 1948 gab es in Westdeutschland 14% mehr und um ein Drittel jüngere Fabrikationsanlagen als 1935. Noch heute zählen Konzerne wie Bayer, BASF, Siemens, ThyssenKrupp, Rheinmetall, BMW, Volkswagen, ... zu den weltgrößten. Ein nicht unwesentlicher Teil ihres "Startkapitals" dürfte dabei durch Zwangsarbeit während der NS-Zeit erwirtschaftet worden sein.

Bis heute weigern sich viele der betreffenden Akteure aus Wirtschaft und Politik ihre Verantwortung substantiell einzugestehen. Zahlungen in der Vergangenheit wurden stets mit dem Zusatz versehen, dass damit keine Anerkennung von rechtlicher Verantwortung und Schuld verbunden sei -- und waren in der Summe bestenfalls Almosen.

Begleitet wurde und wird dies in der Bevölkerung von einem weit verbreiteten Unwissen sowie einer Schlussstrich-Haltung, zuletzt gar einem neuen Nationalismus des "Aufarbeitungsweltmeisters", was wir als gewerkschaftsaktive Studierende nicht unwidersprochen hinnehmen wollen.

Deshalb fragen wir uns:

  • Was ist damals passiert, wie funktionierte das Zwangsarbeitssystem? 
  • Wie erinnern wir an die Verbrechen, wie gedenken wir der Opfer?
  • Was bedeutet das für (gewerkschafts)politische Praxis heute?

Diesen Fragen wollen wir im Wintersemester 2016/17 nachgehen.

Workshop in Frankfurt

HLZ 1/2 2015: Tarifrunde 2015

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Weniger befristete Arbeitsverträge an hessischen Hochschulen?

HLZ 3/2014: Schwarz-Grün in Hessen

und Lehrenden an Hochschulen und Schulen

Pressemitteilung der GEW Hessen 18. April 2013