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		<title>GEW Landesverband Hessen</title>
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		<description>Aktuelles aus dem GEW Landesverband Hessen</description>
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			<title>GEW Landesverband Hessen</title>
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			<description>Aktuelles aus dem GEW Landesverband Hessen</description>
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		<lastBuildDate>Wed, 15 May 2013 11:55:00 +0200</lastBuildDate>
		
		
		<item>
			<title>94,1 Prozent stimmen für Tarifergebnis | GEW Hessen fordert Übertragung des Ergebnisses auf die Beamtin­nen und Beamten sowie die Versorgungs­emp­fän­ger­innen und -empfänger des Landes</title>
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			<description>Bis zum 7. Mai 2013 waren die betroffenen GEW-Mitglieder aufgerufen, ihr Votum zum...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<div><p class="bodytext">Eine sehr deutliche Mehrheit der sich an der Befragung beteiligenden Kolleginnen und Kollegen machte das Kreuz in der „Ja“-Spalte. Insgesamt stimmten 94,1 Prozent&nbsp;für das Tarifergebnis, das unter anderem folgende Regelungen umfasst: </p>
<p class="bodytext">Die Entgelte werden in zwei Schritten linear erhöht:</p></div><div><ul><li>um 2,8 Prozent zum 1. Juli 2013 und</li><li>um weitere 2,8 Prozent zum 1. April 2014.</li></ul><p class="bodytext">Für die Monate Januar bis Juni 2013 erhalten alle Beschäftigten im Juli eine Ausgleichszahlung in Höhe von 450 Euro, Teilzeitbeschäftigte anteilig. Für die Monate Januar bis März 2014 erfolgt im April 2014 eine Ausgleichszahlung in Höhe von 225 Euro.</p>
<p class="bodytext">Die Einkommenstabellen sind frühestens zum 31. Dezember 2014 kündbar.&nbsp;</p>
<p class="bodytext"><span style="font-size:10.5pt; font-family:Arial">Angesichts der Eindeutigkeit des Mitglieder­vo­tums darf allerdings nicht übersehen werden, &nbsp;dass weitere wichtige Ziele der Tarif- und Be­soldungsrunde 2013 bisher nicht erreicht wor­den sind. Die Gewerkschaften fordern die zeit- und wirkungsgleiche Übertragung des aktu­ellen &nbsp;Tarifergebnisses auf die&nbsp;</span><span style="font-family: Arial; font-size: 14px; ">Beamtin­nen und&nbsp;</span><span style="font-family: Arial; font-size: 10.5pt; ">Beamten </span><span style="font-family: Arial; font-size: 10.5pt; ">sowie die Versorgungs­emp­fän­ger­innen und -empfänger des Landes.&nbsp;</span></p>
<p class="bodytext">Im <b>Anhang</b> finden Sie die detaillierte&nbsp;Tarifinformation als PDF.&nbsp;</p></div>]]></content:encoded>
			<category>Top News</category>
			
			
			<pubDate>Wed, 15 May 2013 11:55:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="http://www.gew-hessen.de/uploads/media/2013_05_15_tarifinfo_mai2013.pdf" length ="85375" type="application/pdf" />
		</item>
		
		<item>
			<title>GEW ruft zur Ablehnung des Hessischen Kinderförderungsgesetzes auf | Musterschreiben an Abgeordnete im Hessischen Landtag</title>
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			<description>Seit Wochen mobilisieren Gewerkschaften, Verbände, Elterninitiativen und Kommunen gegen das von der...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext"><span style="font-family: Verdana, Arial, Helvetica, sans-serif; line-height: 16px; text-align: justify; ">Die GEW Hessen bleibt daher bei ihrer Forderung: Das Gesetz&nbsp;darf nicht verabschiedet werden.&nbsp;</span></p>
<p class="bodytext"><span style="font-family: Verdana, Arial, Helvetica, sans-serif; line-height: 16px; text-align: justify; ">Karola Stötzel, Stellvertretende Vorsitzende der GEW Hessen, warnte davor, jetzt aufzugeben. &quot;</span>Unter dem Diktat der Wirtschaftlichkeit werden so Arbeitsbedingungen zu Lasten der Kinder und des Personals verschlechtert, geraten der Bildungsauftrag der Kitas, individuelle Fördermöglichkeiten, die Berücksichtigung besonderer Herausforderungen, insbesondere die Inklusion von Kindern mit Behinderungen und sozialen Benachteiligungen ins Hintertreffen&quot;, heißt es&nbsp;<span style="font-family: Verdana, Arial, Helvetica, sans-serif; line-height: 16px; text-align: justify; ">im Schreiben an die Landtagsabgeordneten, das wir zum Download bereitstellen.</span></p>
<p class="bodytext">Informationen zu den Aktionen gegen das Hessische&nbsp;Kinderförderungsgesetz finden Sie bei uns&nbsp;unter &quot;Aktuelles&quot;&nbsp;auf Seite 2.</p>
<p class="bodytext"><span style="font-family: Verdana, Arial, Helvetica, sans-serif; line-height: 16px; text-align: justify; ">Das&nbsp;Kinderförderungsgesetz als PDF auf der Seite des &gt;&gt;&nbsp;<a href="https://hsm.hessen.de/presse/pressemitteilung/das-gesetz-wird-gleiche-ausgangsvoraussetzungen-fuer-alle-kinder-hessen" target="_blank" class="external-link-new-window" >Hessischen&nbsp;Sozialministeriums</a>.&nbsp;</span></p>
<p class="bodytext"><b>Anhang</b> Schreiben an die&nbsp;Abgeordnete der im Hessischen Landtag vertretenen Fraktionen als Worddokument.</p>
<p style="text-align: justify; margin-top: 0px; line-height: 16px; font-family: Verdana, Arial, Helvetica, sans-serif; " class="bodytext">&nbsp;</p>
<p style="text-align: justify; margin-top: 0px; line-height: 16px; font-family: Verdana, Arial, Helvetica, sans-serif; " class="bodytext">&nbsp;</p>]]></content:encoded>
			<category>Top News</category>
			
			
			<pubDate>Tue, 14 May 2013 14:57:00 +0200</pubDate>
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		</item>
		
		<item>
			<title>Seminar für neue GEW-Mitglieder am 4. Juni in Frankfurt</title>
			<link>http://www.gew-hessen.de/index.php?id=296&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=5164&#38;cHash=ae756e53e84f0010a76ba8e900922e68</link>
			<description>Die GEWerkschaft – wer ist sie, wie funktioniert sie, wohin will sie?  In einer dreistündigen...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Interessierte können sich bis 21. Mai in der Geschäftsstelle der GEW Hessen anmelden. Die &nbsp;Teilnahme ist entgeltfrei.&nbsp;Reisekosten werden von der GEW übernommen. </p>
<p class="bodytext">Den Anmeldeabschnitt sowie Ansprechpartnerin und Inhalt des Seminars findest du als PDF im Anhang.&nbsp;&nbsp;&nbsp;</p>]]></content:encoded>
			<category>Startseite</category>
			
			
			<pubDate>Wed, 08 May 2013 15:22:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="http://www.gew-hessen.de/uploads/media/2013_06_04_neumitgliederseminar.pdf" length ="1026218" type="application/pdf" />
		</item>
		
		<item>
			<title>GEW protestiert gegen unvollständige Übertragung des Tarifergebnisses zum TV-H auf die Beamtinnen und Beamten | Musterschreiben im Anhang</title>
			<link>http://www.gew-hessen.de/index.php?id=296&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=5163&#38;cHash=4d16cc48bb5b2793553adf9a33a7c86a</link>
			<description>Am 23. April 2013 gab die Regierungskoalition in Wiesbaden bekannt, dass sie die beiden linearen...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<div><p class="bodytext">Weiterhin sind CDU und FDP wie die von ihnen getragene Landesregierung nicht bereit, die bereits 2009 tarifvertraglich vereinbarten Bestimmungen zur Wochenarbeitszeit auch auf die Beamtinnen und Beamten zu übertragen. </p>
<p class="bodytext">Damit liegt die Wochenarbeitszeit der Beamtinnen und Beamten des Landes Hessen seit nunmehr zehn Jahren mit 42 Stunden auf dem bundesweit höchsten Niveau. Entsprechendes gilt für die Pflichtstunden der Lehrkräfte.</p></div><div><p class="bodytext">Die GEW Hessen ruft deshalb die beamteten Kolleginnen und Kollegen in den Schulen und Hochschulen auf, gegen diese Ungleichbehandlung zu protestieren und die Landtagsabgeordneten aufzufordern, sich für die vollständige Übertragung des Tarifergebnisses einzusetzen.</p></div><div><p class="bodytext">Die&nbsp;<b>Musterschreiben</b> für Beamtinnen und Beamte sowie Gruppen&nbsp;finden Sie im Anhang.&nbsp;</p>
<p class="bodytext"><b>Adressen der Landtagsabgeordneten</b>&nbsp;&gt;&gt;&nbsp;<a href="http://www.hessischer-landtag.de/icc/Internet/nav/41f/41f20ebc-149b-9a11-a7c5-ab364cc4b0fe.htm" target="_blank" class="external-link-new-window" >www.hessischer-landtag.de</a></p></div><div></div>]]></content:encoded>
			<category>Top News</category>
			
			
			<pubDate>Tue, 07 May 2013 08:59:00 +0200</pubDate>
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		</item>
		
		<item>
			<title>GEW Hessen hinterfragt Vergleichsarbeiten. Verpflichtende Teilnahme aufheben | Pressemitteilung der GEW Hessen vom 6. Mai 2013</title>
			<link>http://www.gew-hessen.de/index.php?id=296&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=5162&#38;cHash=a7f59f0a581d88c19792b0539c2e92f7</link>
			<description>„Vergleichsarbeiten in der Grundschule geben Lehrkräften keine neuen Erkenntnisse darüber, wie das...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<div><p class="bodytext">Bereits zum zehnten Mal müssen sich in diesen Tagen alle hessischen Drittklässler einem Testmarathon unterziehen. VERA 3 werden die Vergleichsarbeiten in Deutsch und Mathematik genannt. Die Kinder müssen an vier Tagen jeweils einen rund einstündigen Stresstest durchleben. Mathematik wird am 7. und 8. Mai geschrieben, Deutsch am 14. und am 16. Mai.</p>
<p class="bodytext">Seit ihrer Einführung 2004 werden die Vergleichsarbeiten – eine Folge des so genannten Qualitätssicherungsprogramms der Kultusministerkonferenz (KMK) – von Lehrkräften, der GEW und von namhaften Wissenschaftlern kritisiert. Die Kritik hatte inzwischen die KMK erreicht und in ihrem Beschluss vom 8. März&nbsp;2012 empfiehlt sie den Bundesländern die Vergleichsarbeiten nur noch in einem Fach verpflichtend durchzuführen sowie: „In Ausnahmefällen kann es gute Gründe geben einzelne Schulen oder Schulgruppen befristet von der Teilnahme an VERA&nbsp;3 freizustellen.“ </p>
<p class="bodytext">Nach Überzeugung vieler Grundschullehrkräfte stehen die Tests im Widerspruch zu den Anforderungen an eine inklusive Bildung und stören das auf Unterstützung basierende Lernklima in den Klassen. „Grundschulunterricht muss der individuellen Persönlichkeits- und Lernentwicklung gerecht werden und am Lernstand des Kindes ansetzen, um Lernfreude, Motivation und Neugier zu erhalten. Persönlichkeitsentwicklung und soziales Lernen, Werte wie Solidarität und Kritikfähigkeit dürfen bei der Schul- und Unterrichtsentwicklung nicht aus dem Blickfeld geraten“, fasste Susanne Hoeth zusammen.</p></div><div><p class="bodytext">Ausgehend von einer Fachtagung der GEW Hessen wurde die KMK-Empfehlung deshalb zum Anlass genommen, an den Schulen die Vergleichsarbeiten auf Konferenzen mit Lehrkräften und Eltern zu diskutieren.</p></div><div><p class="bodytext">In der Folge haben viele Grundschulen in Hessen in den letzten Wochen einen Antrag an das Kultusministerium gestellt, in dem sie die Gründe für die Freistellung ihrer Schule von den Vergleichsarbeiten darlegten. Das Landesschulamt versendete daraufhin den Beschluss der KMK an die Leiterinnen und Leiter der Staatlichen Schulämter und bat „mit den Schulleiterinnen und Schulleitern derjenigen Schulen, die einen solchen Antrag gestellt haben, Kontakt aufzunehmen und die Thematik in geeigneter Weise zu besprechen. Da eine grundsätzliche Teilnahmeverpflichtung besteht, können Befreiungen nur im Ausnahmefall aufgrund einer auf den Einzelfall zugeschnittenen Begründung erfolgen.“</p>
<p class="bodytext">„In den uns bekannt gewordenen rund hundert Anträgen wurde die Freistellung überwiegend schul- oder gruppenbezogen begründet. Leider wurde die Thematik von der überwiegenden Zahl der Schulämter nicht besprochen und keine Freistellung im Ausnahmefall erteilt. Warum der Beschluss der KMK, deren Mitglied Hessen ist, nicht umgesetzt wird, ist unverständlich und nicht nachvollziehbar“, sagte Karola Stötzel, stellvertretende Vorsitzende der GEW Hessen.&nbsp;</p></div><div><p class="bodytext">Im Gegenteil wurden der GEW Einzelfälle bekannt, in denen Schulleitungen ins Schulamt einbestellt und zur Rücknahme ihres Freistellungsantrages aufgefordert wurden. „Druck wird die kritischen Diskussionen um die für den Unterricht nutzlosen und unsinnigen Tests nicht beenden. Wir fordern das Kultusministerium auf, die verpflichtende Teilnahme an VERA 3 aufzuheben und die Beschlüsse der KMK umzusetzen. Anderenfalls wird die GEW gemeinsam mit den Grundschulkolleginnen und -kollegen weitere Maßnahmen beraten“, so Karola Stötzel abschließend.&nbsp;</p></div><div></div>]]></content:encoded>
			<category>Top News</category>
			<category>Pressemitteilungen</category>
			
			
			<pubDate>Mon, 06 May 2013 14:45:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Beamtenversorgung – Berechnung leicht(er) gemacht</title>
			<link>http://www.gew-hessen.de/index.php?id=296&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=5160&#38;cHash=359324b4a7912493969155de853bba85</link>
			<description>Für die meisten Beamtinnen und Beamten stellt sich früher oder später die Frage nach der Höhe ihrer...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<div><p class="bodytext">Seit dem 1. Januar&nbsp;2011 gibt es einen Anspruch auf eine Versorgungsauskunft. &nbsp;Diese Auskunft kann auf dem Dienstweg beantragt werden. Das Regierungspräsidium Kassel (RP Kassel) erstellt dann diese &nbsp;Versorgungsauskunft auf Grundlage der aktuellen Sach- und Rechtslage.</p>
<p class="bodytext">Des weiteren können sich Mitglieder der GEW an ihre Kreis- oder Bezirksverbände wenden, um sich diese Versorgungsauskunft erläutern zu lassen oder „Hochrechnungen“ zu erstellen.</p></div><div><p class="bodytext">Bei konkreten rechtlichen Fragen zum Versorgungsrecht steht selbstverständlich die Landesrechtsstelle zur Verfügung.</p>
<p class="bodytext">Mehr dazu im Anhang als PDF.</p></div>]]></content:encoded>
			
			
			<pubDate>Mon, 06 May 2013 12:31:00 +0200</pubDate>
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		</item>
		
		<item>
			<title> HLZ 5/2013 Kommentar | Möglichkeiten nutzen!</title>
			<link>http://www.gew-hessen.de/index.php?id=296&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=5159&#38;cHash=32bd0a8981504348d934e3941b957abf</link>
			<description>„Bildung und Demokratie“, so das Titelthema dieser Ausgabe der HLZ, gilt vielen als Widerspruch:...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<div><p class="bodytext">Die Autorinnen und Autoren beleuchten in dieser HLZ aus Schüler-, Eltern- und Lehrersicht unterschiedliche Facetten schulischer Hierarchie, dokumentieren den Abbau von Mitbestimmung und Meinungsfreiheit und warnen vor den Auswirkungen einer betriebswirtschaftlichen Steuerung von Bildungseinrichtungen. Und sie tun dies, ohne in den Fehler zu verfallen, die Vergangenheit zu glorifizieren und die Jahrhunderte der Schwarzen Pädagogik zu vergessen, die den realen Schulalltag auch zu Zeiten Humboldts und anderer Bildungsreformer beherrschte.</p></div><div><p class="bodytext">Demokratie in der Schule wird jedoch nicht nur durch Gesetze zum Abbau von Mitbestimmung, durch hierarchisch denkende und handelnde Vorgesetzte oder durch Einflüsse &nbsp;ökonomischer Prinzipien und Interessengruppen untergraben, sondern auch durch Untätigkeit, Resignation und Desinteresse der an Schule Beteiligten. </p>
<p class="bodytext">Wir dürfen nicht nur von den Mitbestimmungsrechten sprechen, die uns genommen werden, sondern müssen auch über die Mitbestimmungsrechte sprechen, die wir als Schülerinnen und Schüler, Eltern, vor allem aber auch als Lehrerinnen und Lehrer nicht nutzen – weil es zu anstrengend und zeitintensiv sein könnte, weil man sich nicht unbeliebt machen möchte oder weil man sich in den Hierarchien eingerichtet hat. </p>
<p class="bodytext">Die Rechte der Schulkonferenz und der Gesamtkonferenz, die Rechte der Personalräte wurden gerade in den letzten 13 Jahren der CDU-Herrschaft in Hessen immer wieder beschnitten, aber es gibt sie noch – und nicht zu wenig. Noch immer entscheidet die Gesamtkonferenz über „Grundsätze der Unterrichts- und Erziehungsarbeit an der Schule“, über die Bildung besonderer Lerngruppen oder über die „Grundsätze der Unterrichtsverteilung und für die Stunden-, Aufsichts- und Vertretungspläne“. Und auf Antrag tut sie dies auch in geheimer Abstimmung.&nbsp;In welchem Betrieb gibt es solche Strukturen? </p>
<p class="bodytext">Noch immer entscheidet die Schulkonferenz über den Schulhaushalt, über die Umwandlung in eine selbstständige Schule oder über die Schulordnung. </p>
<p class="bodytext">Noch immer gibt es ein qualifiziertes Mitbestimmungsrecht der Schulpersonalräte bei allen Einstellungen unabhängig vom Beschäftigungsverhältnis, bei „Maßnahmen zur Hebung der Arbeitsleistung“ oder bei „Regelungen des Verhaltens der Beschäftigten in der Dienststelle“.</p></div><div><p class="bodytext">Schulleiterinnen und Schulleiter sind auf Lebenszeit ernannt und haben gegenüber der Schulaufsicht eine starke Position, insbesondere im Schulterschluss mit Kollegien, Eltern und Schülerschaft. </p>
<p class="bodytext">Wer Kolleginnen und Kollegen als Personalrat oder als Rechtsberaterin oder Rechtsberater der GEW auf diese Rechte anspricht, erlebt oft überraschtes Staunen. Zu oft lassen wir uns unsere Rechte abschwätzen, verzichten auch Lehrerinnen und Lehrer aus Gründen der Bequemlichkeit, der Überlastung, aus Angst oder zermürbt von den &nbsp;Auseinandersetzungen an zu vielen Fronten. Sicher, dazu braucht man Kraft, Courage und vor allem Kolleginnen und Kollegen, die sich zusammentun. Ganz besondere Unterstützung brauchen die Kolleginnen und Kollegen in einem prekären Abhängigkeitsverhältnis, in einem befristeten Arbeitsverhältnis, vor der Verbeamtung auf Lebenszeit, die oft genug auch auf individuelle Rechtsansprüche verzichten, auf die Bezahlung von Mehrarbeit, auf Einhaltung der Klassenobergrenzen, sogar auf das Grundrecht auf Meinungsfreiheit. </p>
<p class="bodytext">Viele Ängste sind unbegründet, denn rechtsstaatliche Grundsätze und die Grundrechte enden eben nicht am Schultor. Es sei denn, wir geben sie selbst an der Eingangstür ab. Machen wir es denen, die sich dies wünschen, nicht zu leicht.</p>
<p class="bodytext"><b>Harald Freiling</b>, HLZ-Redakteur</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p></div>]]></content:encoded>
			<category>HLZ</category>
			
			
			<pubDate>Mon, 06 May 2013 12:07:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>HLZ 5/2013 Titelthema | Selbstständige Schule. Auf dem Weg zur Entdemokratisierung?</title>
			<link>http://www.gew-hessen.de/index.php?id=296&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=5158&#38;cHash=42cec027337d3edf45c51ab193d9acb7</link>
			<description>Eigentlich müssten alle an besserer Bildung interessierten, für      Autonomie und Selbstbestimmung...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<div><p class="bodytext"><b>Etiketten-Marketing</b></p>
<p class="bodytext">Tatsächlich haben sich Kollegien, Schüler- und Elternvertretungen von neuen Begriffen oder besser (Werbe-)Slogans jedoch nicht so leicht blenden lassen, zumal diese inflationär benutzt wurden. </p>
<p class="bodytext">Allein das „Plus“-Etikett wurde im Bereich hessischer Schulen in den letzten zehn Jahren dreimal benutzt. Und nicht zum Vorteil der Schulen oder besserer Bildung:</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p><ul><li>„Unterrichtsgarantie-plus“ von Kultusministerin Karin Wolff (CDU) hieß: Unterrichten war vertretungsweise nicht mehr an eine Ausbildung gebunden.</li><li>„50-plus“ hieß eine Aktion des CDU-geführten hessischen Sozialministeriums, mit der über 50-jährige Arbeitslose mit verschiedenen Aufgaben an Schulen betraut werden sollten, ein Projekt, das sang- und klanglos und schnell wieder beerdigt wurde.</li><li>„Selbstverantwortung-plus“ hieß das „Modellprojekt“, mit dem die „Selbstständige Schule“ aufs Gleis gesetzt wurde.</li></ul><p class="bodytext">Insbesondere die GEW hat immer wieder nachgewiesen, dass hinter den neuen Begrifflichkeiten eine ideologisch geprägte reale Transformationsabsicht steht (1). Die Ideologie heißt: Private Leistungserbringung geht staatlicher vor. Die dann nur noch subsidiäre staatliche Leistungserbringung muss sich außerdem Rationalisierungszwängen unterwerfen. Ziel dieses Programms ist es zum einen, den öffentlichrechtlichen Charakter von Schulen aufzubrechen und diese an die betriebswirtschaftlichen Ziele und Organisationsformen von Privatschulen heranzuführen. Zum andern sollen durch Verantwortungsverlagerung an die Schulen Kosten im Bildungssektor gesenkt werden.</p>
<p class="bodytext">§ 127e des Hessischen Schulgesetzes von 2011 mit seinem Modell der „rechtlich selbstständigen beruflichen Schule“ als „rechtsfähiger Anstalt des öffentlichen Rechts“ gibt den &nbsp;beruflichen Schulen in Hessen inzwischen die Möglichkeit, auch rechtlich selbstständig zu operieren. Die entscheidenden Organe sind dann nicht mehr Schulleitung und Gesamt- bzw. Schulkonferenz, sondern Verwaltungsrat und Geschäftsführung. Schulen sind aber keine betriebswirtschaftlich ausgerichteten Unternehmen: Sie mussten bisher weder ihre „Erträge“ maximieren noch ihre Kosten minimieren, sondern es wurde in gesellschaftlichen Auseinandersetzungen – von Aktionen an einzelnen Schulen bis hin zu Landtagswahlen – um die Bedingungen gerungen, unter denen Bildungsprozesse organisiert und durchgeführt werden. Unter diesen arbeiten dann die Lehrkräfte, indem sie sich sehr oft selbstausbeuten, um fehlende Ressourcen auszugleichen, weil pädagogische Arbeit schwer eingrenzbar ist.</p></div><div><p class="bodytext">Andererseits gibt es aber auch einen relativ hohen Grad an Autonomie bei der Arbeit, der sogar im Schulgesetz verankert ist (2). Die Kooperation an den Schulen ist ausgeprägt. Die Hierarchien sind flach, Abteilungs- und Schulleiterinnen und Schulleiter sind vielfach primi inter pares, vom Rollenverständnis also eher Pädagogen als Verwalter oder Betriebswirte. Die Arbeitsvorgaben des Kultusministeriums werden von den Fach-, Gesamt- und Schulkonferenzen nach demokratischen Regeln gemäß den Verhältnissen an der Einzelschule umgesetzt. Die Entscheidungsprozesse sind in der Regel transparent. Insbesondere wird - bis auf Arbeitsgruppen, welche die Konferenzen vorbereiten und manchmal präjudizieren - auf das Delegationsprinzip verzichtet. Für die Lehrkräfte kann von einer ausgeprägten Mitbestimmungskultur gesprochen werden, in der die Konferenzrechte &nbsp;ebenso bedeutsam sind wie die Rechte nach dem Hessischen Personalvertretungsgesetz (HPVG), die sich gegenseitig gut ergänzen. Dies dürfte die konstitutive Praxis für die meisten staatlichen Schulen sein, Abweichungen eher die Ausnahme.</p></div><div><p class="bodytext"><b>Die neue Hierarchisierung</b></p></div><div><p class="bodytext">Der weitestgehende Angriff auf die demokratische Gestaltung von Schule ging bisher vom „Handlungsfeld ‚Organisationsstruktur‘“ des Modellprojekts „Selbstverantwortung-Plus“ aus, das sich mit der Frage befasste, „wie Organisations- und Steuerungsstrukturen im Kontext weitgehender schulischer Selbstverantwortung angepasst bzw. neu gestaltet werden müssen“ (Projektkonzeption von 2004). Zwar versuchten die Autoren abzuwiegeln. So sollte „eine Ausweitung der Rechte der Schulleiterin/des Schulleiters als Dienstvorgesetzte/r (…) der Forderung nach mehr Partizipation und Delegation von Verantwortung nicht entgegenwirken“.</p></div><div><p class="bodytext">Die – glücklicherweise nur von wenigen Projektschulen unterstützte – Praxis der Übertragung der Rechte der Schul- oder Gesamtkonferenz auf einen Schulvorstand war aber eine andere. Die Gesamtkonferenz wurde in diesen Schulen zu einem Plenum degradiert, das bis auf wenige Ausnahmen praktisch nur noch Informationsrechte hat. Das zeigt sich besonders krass an einer Hanauer beruflichen Schule, an der das Kollegium mehrheitlich diesen Weg wieder rückgängig machen wollte. Dafür zuständig war aber nach ihrer&nbsp;geänderten Schulverfassung nun der Schulvorstand, der dies nicht wollte. Also war die einmal vorgenommene Selbstentmachtung nicht mehr so leicht rückgängig zu machen.</p></div><div><p class="bodytext">Obwohl die Schulleitung, die im Schulvorstand vollständig vertreten ist, dort nach dem Schulgesetz keine Mehrheit hat, dürfte es für diese dennoch kein Problem sein, ihre Vorstellungen durchzusetzen. Allein ihr Informationsvorsprung, ihre Absprache- und Freistellungsmöglichkeiten gegenüber den vom Kollegium delegierten Vertreterinnen und Vertretern, die Reduzierung der SV-Vertretung auf zwei Personen und der Elternvertretung auf eine Person sorgen für ungleiche Verhältnisse in diesem doch relativ häufig tagenden Entscheidungsorgan.</p></div><div><p class="bodytext"><b>„Führen und Gestalten“</b></p></div><div><p class="bodytext">Ein zentraler Bestandteil der „Selbstständigen Schule“ ist die veränderte Rolle der Schulleiterin und des Schulleiters. Dazu wurden eigens ein neues „Leitbild“ entwickelt und eine „Führungsakademie“ eingerichtet. Über eine neue Dienstordnung wurden die Rechte von Schulleiterinnen und Schulleitern verstärkt, jene der Kolleginnen und Kollegen geschwächt. Die Schulleiterinnen und Schulleiter bekamen zusätzliche Kontroll- und Verwaltungsaufgaben und wurden – vor allem in größeren Schulen – zunehmend vom Unterricht freigestellt.</p></div><div><p class="bodytext">Schon der Untertitel des neuen Leitbildes „Vom Leiten und Verwalten zum Führen und Gestalten“ weist deutlich auf die veränderte Rolle der Schulleitung – vom primus inter pares zur betriebswirtschaftlichen Führung – hin. Mit diesem Führungsanspruch verändert sich strukturell die gesamte, auf Kollegialität sowie gleichen Informations-, Beratungs- und Entscheidungsrechten aller Lehrkräfte beruhende Schulverfassung. Bisher leiten Schulleiterinnen und Schulleiter Schul- und Gesamtkonferenz, setzen deren demokratisch gefasste Beschlüsse um und verwalten die Schule unter Partizipation aller zur Schulgemeinde gehörenden Menschen nach festgelegten demokratischen Regeln. In „Selbstständigen Schulen“ dagegen sollen Schulleiterinnen und Schulleiter die Lehrkräfte über Zielvereinbarungen steuern. Die von der Landesregierung vorgegebenen und ständig erweiterten Ziele werden immer weiter „heruntergebrochen“, wie es im offiziellen Jargon heißt. Für die Umsetzung und die „Erfolgsgarantie“ ohne entsprechende Ressourcenausstattung wird dann die Lehrkraft verantwortlich gemacht. Die Freiheit besteht darin, dass es der Schule überlassen bleibt, wie sie die Ziele erreicht.</p></div><div><p class="bodytext"><b>Schule als Großbetrieb</b></p></div><div><p class="bodytext">Das nennt das Kultusministerium „Führen und Gestalten“, was durchaus ernst gemeint ist, weil die Aufgabe der „Binnenoptimierung“, also der Kostenminimierung, ja zunehmend auf die Schulleiterinnen und Schulleiter verlagert wird. Dass es zu deren neuen Aufgaben gehört, „Widerstände auf(zu)greifen und (zu) überwinden“ (so der Titel eines Fortbildungsangebots) sowie Controllingsysteme aufzubauen, ist dabei nur logisch. Es ist aber sicher nicht das, was sich Pädagoginnen und Pädagogen, auch als Schulleiterinnen und Schulleiter, dringend wünschen. Leider wird sich, sobald die Budgetrechte für die Einzelschule erweitert worden sind und der Kostendruck angestiegen ist, auch der Druck auf die Schulleiterinnen und Schulleiter verstärken, billigeres, befristetes Lehrpersonal einzukaufen.</p></div><div><p class="bodytext">Auch dies wird die Demokratie in der Schule sicher nicht begünstigen. Die Verlagerung von weiteren organisatorischen und Verwaltungsaufgaben auf die „Selbstständigen Schulen“ begünstigt die Tendenz zu größeren Betriebseinheiten. Schleswig-Holstein ist dafür ein Beispiel. Dort bestehen Schulen aus bis zu 200 Lehrkräften und umfassen mehrere Standorte. Solche Großsysteme widersprechen einer demokratischen Verfassung zwar nicht grundsätzlich, erschweren sie aber, weil es zumindest schwieriger wird, auf das Delegationsprinzip zu verzichten, sodass bei der einzelnen Lehrkraft der Informationsstand sinkt und die aktive Teilnahme am Entscheidungsprozess bei vielen entfällt.</p></div><div><p class="bodytext">Vor allem aber wird es für die Personalräte solcher Schulen fast unmöglich, die Mitbestimmung zu gewährleisten, wenn man nicht, wie es kaum geschieht, die Freistellungsmöglichkeiten zugleich enorm verbessert. Studien aus Niedersachsen belegen, dass die Personalräte solcher Mammutschulen über einen immensen Mehraufwand an Arbeit und Belastung klagen und gegenüber den Schulleiterinnen und Schulleitern bzw. Geschäftsführerinnen und Geschäftsführern, wie sie bei den rechtlich selbstständigen Schulen heißen, schnell ins Hintertreffen geraten.</p></div><div><p class="bodytext">Der einigermaßen demokratische Aufbau von Schule wird so zunehmend aufgegeben. An seine Stelle tritt eine Vorstellung von Menschenführung, die in Widerspruch zum &nbsp;Bildungsziel einer demokratischen Schule steht, Schülerinnen und Schüler zu mündigen Bürgerinnen und Bürgern zu erziehen.</p></div><div><p class="bodytext"><b>Herbert Storn</b>, GEW Frankfurt</p>
<p class="bodytext">(1) Als Belege können genutzt werden: die Regierungsprogramme der CDU-geführten hessischen Landesregierungen, die Zielsetzungen der 1998 in Hessen in der Landesverwaltung eingeführten „Neuen Verwaltungssteuerung“ – sowie als Hintergrund die Zielsetzungen von GATS und OECD.</p>
<p class="bodytext">(2) „Die für die Unterrichts- und Erziehungsarbeit der Lehrerin oder des Lehrers erforderliche pädagogische Freiheit darf durch Rechts-&nbsp;und Verwaltungsvorschriften und Konferenzbeschlüsse nicht unnötig oder unzumutbar eingeengt werden“, heißt es in § 86 (2) HSchG&nbsp;</p></div>]]></content:encoded>
			<category>HLZ</category>
			
			
			<pubDate>Mon, 06 May 2013 11:40:00 +0200</pubDate>
			
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			<title> HLZ 5/2013 Titelthema | Aus Elternsicht. Erziehungspartnerschaft auf Augenhöhe</title>
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			<description>Sich in Schule zurechtzufinden, ist nicht leicht. Schule ist oftmals ein kompliziertes Geflecht,...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Sie müssen sich informieren, mitdenken, mitentscheiden – für ihr eigenes Kind und für die gesamte Schulgemeinde. Eltern dürfen sich einmischen, Althergebrachtes anzweifeln und Neues ausprobieren. Schließlich geht es um die Ausbildung und die Zukunft ihrer Kinder. Eltern haben das Recht auf umfassende Informationen und auf Beratung durch die Schulen und Schulämter. Es ist wichtig und notwendig, dass Eltern sich gemeinsam mit den Lehrkräften für eine kindgerechte, demokratische und zukunftsfähige Schulkultur einsetzen. Zukunftsfähig bedeutet dabei vor allem längeres gemeinsames Lernen in Ganztagsschulen, die alle Schülerinnen und Schüler mitnehmen, in der Kinder mit- und voneinander lernen und ihre individuellen Fähigkeiten entwickeln und stärken können.</p>
<p class="bodytext"><b>Spannungsfeld Erziehungsauftrag</b></p>
<p class="bodytext">Das Grundgesetz spricht von einem gemeinsamen Erziehungsauftrag von Elternhaus und Schule: „Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuförderst ihnen obliegende Pflicht. Über ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft.“ (Artikel 6 Absatz 2) </p>
<p class="bodytext">Im nachfolgenden Artikel 7, Absatz 1 heißt es dann: „Das gesamte Schulwesen steht unter der Aufsicht des Staates.“ Da Kinder mit sechs Jahren schulpflichtig werden, entwickelt sich hier also ein Spannungsverhältnis zwischen Elternhaus und Staat. Auch das Bundesverfassungsgericht hat sich mit diesem Widerspruch zwischen dem elterlichen und dem staatlichen Erziehungsrecht beschäftigt und in seinem „Förderstufenurteil“ vom 6. Dezember 1972 folgende Feststellung getroffen: „Der staatliche Erziehungsauftrag in der Schule, von dem Art.7 Abs.1 GG ausgeht, ist in seinem Bereich dem elterlichen Erziehungsrecht nicht nach-, sondern gleichgestellt. Diese gemeinsame Erziehungsaufgabe von Eltern und Schule, welche die Bildung der einen Persönlichkeit des Kindes zum Ziel hat, lässt sich nicht in einzelne Kompetenzen zerlegen. Sie ist in einem sinnvoll aufeinander bezogenen Zusammenwirken zu erfüllen.“</p>
<p class="bodytext">Das Urteil bestätigt die Notwendigkeit der Kooperation von Eltern und Schule. Wichtig dabei sind die demokratische Gestaltung der Zusammenarbeit und ein wertschätzender Umgang miteinander. Alle Eltern haben das Recht, über die schulische Entwicklung ihres Kindes informiert zu werden. Schule hat die Aufgabe, Eltern in allen schulischen Fragen zu beraten. Dies setzt jedoch auch gute Kommunikation, gegenseitiges Vertrauen und Verständnis voraus. Viele Lehrkräfte sind allerdings der Meinung, dass Eltern sich zu wenig um die Erziehung ihrer Kinder kümmern – und auch das Vertrauen der Eltern in Lehrkräfte nimmt immer mehr ab (vgl. 13. Repräsentativbefragung des IFS Dortmund 2004).</p>
<p class="bodytext">Aber es geht nicht nur allein darum, den gemeinsamen Erziehungsauftrag zu erfüllen. Ebenso sehr geht es um den Weg, die Schulgemeinde zu stärken bzw. zu etablieren und die Weiterentwicklung und die Demokratisierung von Schule voranzutreiben. Insbesondere eine Ganztagsschule, die ihren Schülerinnen und Schülern viel Lebensraum bietet, braucht dabei ein gutes Schulklima, muss sich noch intensiver als die „Halbtagsschule“ um Erziehung kümmern und eng mit dem Elternhaus zusammenarbeiten.</p>
<p class="bodytext">Schulleben kann und sollte aber nicht bis ins kleinste Detail durch Gesetze und Verordnungen geregelt werden. Der Umgang zwischen Elternhaus und Schule ist Teil der &nbsp;Schulkultur. Nehmen Schule und Eltern den gemeinsamen Erziehungsauftrag ernst oder machen sie sich gegenseitig das Leben schwer? Jede Schule muss eine eigene Kommunikationskultur entwickeln und kann diese in einem gemeinsam erarbeiteten Schulprogramm festschreiben.</p>
<p class="bodytext">Hessen ist eines der wenigen Bundesländer, in denen die Elternmitbestimmung im Schulgesetz festgeschrieben ist. In § 101 des Hessischen Schulgesetzes heißt es: „Um Schule, Elternhaus und Berufsausbildungsstätten bei der Erziehung und Bildung der Kinder und Jugendlichen zu unterstützen und das Mitbestimmungsrecht der Eltern nach Art. 56 Abs. 6 der Verfassung des Landes Hessen zu gewährleisten, werden für die öffentlichen Schulen nach Maßgabe des achten Teils dieses Gesetzes Elternbeiräte gebildet.“</p>
<p class="bodytext">Um die gesetzlichen Grundlagen der Elternarbeit wie bspw. die Aufgaben von Klassen- und Schulelternbeiräten oder die Rechte und Pflichten sowie die Zusammensetzung der Mitglieder einer Schulkonferenz zu kennen, wurde das Projekt Eltern schuLen Aktive ElterN (ELAN) ins Leben gerufen. Ziel von Elternmitwirkung und -mitarbeit in der Schule muss sein, den Interessen, Wünschen und Bedürfnissen aller Eltern Raum und Gehör zu verschaffen. Auch hierbei gilt das Gebot der Erziehungspartnerschaft: Schule und Elternhaus müssen im Interesse der Kinder kooperieren. Daher muss die Schule ihrerseits Konzepte und pädagogische Vorgehensweisen transparent machen.</p>
<p class="bodytext">Die Schulkonferenz ist das höchste Mitbestimmungsgremium an Hessens Schulen und ein wichtiger Schritt zur Demokratisierung. Die Schulkonferenz berät über alle wichtigen Angelegenheiten der Schule und bietet Eltern die Möglichkeit, entscheidend auf die Entwicklung der Schule Einfluss zu nehmen. Es ist wichtig, Eltern in dieses Gremium zu wählen, die ihre Aufgabe mit Sachkenntnis, Ernsthaftigkeit und Verantwortungsbewusstsein wahrnehmen. Auch sind neue Wege in der Kommunikation zwischen Schule und Elternhaus erforderlich, da die üblichen Wege wie Elternbriefe und Elternabende oftmals nicht die gewünschte Wirkung erzielen. Elternabende sind oft schlecht besucht und Informationen werden nicht zur Kenntnis genommen.</p>
<p class="bodytext">Erschwerend kommt hinzu, dass Lehrer und Eltern teilweise aus verschiedenen Schichten oder Kulturen kommen und dies manchmal die Kommunikation weiter erschwert. Um Eltern zur aktiven Mitarbeit zu animieren, haben sich Kulturveranstaltungen und Elternforen zu Erziehungsfragen als neue Form der Zusammenarbeit etabliert. In Hessen ermöglicht zudem die Hospitation und Mitwirkung im Unterricht den Eltern eine neue Sichtweise. Feste wöchentliche oder monatliche Gesprächstermine der Schulleitung mit den Elternvertretern halten diese auf dem neuesten Entwicklungsstand.</p>
<p class="bodytext">Dass Eltern und Lehrkräfte dabei ganz eng zusammenarbeiten sollten, sollte selbstverständlich sein. Selbstverständlich ist auch, dass diese Zusammenarbeit nicht immer konfliktfrei sein kann. Partnerschaftliche Zusammenarbeit von so vielen unterschiedlichen Personen ist nicht immer einfach. In vielen Fragen sind Eltern und Lehrkräfte unterschiedlicher Meinung. Auch innerhalb der Elternschaft und innerhalb der Lehrerschaft haben wir es in der Regel nicht mit homogenen Gruppen zu tun. Es gibt unterschiedliche Auffassungen über „gute Schule“, über Erziehungsvorstellungen und Erziehungsstile und unterschiedliche Wertvorstellungen. Deshalb ist der regelmäßige offene Informationsaustausch zwischen Eltern und Lehrerschaft die Grundlage zur Erfüllung des gemeinsamen Erziehungsauftrags.</p>
<p class="bodytext">Wichtig ist, dass Eltern und Lehrkräfte sich als gleichberechtigte Partner verstehen. Eltern sollten die Professionalität der Lehrerinnen und Lehrer als Experten für Schule und Unterricht respektieren. Und Lehrerinnen und Lehrer sollten die Kompetenz der Eltern anerkennen. Diese kennen den Entwicklungsgang ihrer Kinder, erleben, wie Schule auf diese wirkt und sind sich deren Stärken und Schwächen am besten bewusst. Das Wissen und die Erfahrungen von Eltern und Lehrkräften können sich daher gut ergänzen. Dabei wird wahrscheinlich sehr schnell klar, dass es unmöglich sein wird, allen Erwartungen und Vorstellungen gerecht zu werden. Eltern sehen zunächst einmal nur ein Kind, das eigene. &nbsp;Lehrerinnen und Lehrer haben hingegen 25 oder 30 Kinder in der Klasse, denen sie gerecht werden müssen.</p>
<p class="bodytext">In Gesprächen kann geklärt werden, welche Erwartungen Eltern an Schule haben und inwiefern Schule und Lehrkräfte diese Erwartungen überhaupt erfüllen können. Vielleicht sind die Erwartungen der Eltern viel zu hoch? Vielleicht sind die Vorstellungen der Eltern gar nicht einheitlich? Vielleicht können Wünsche erfüllt werden, wenn Eltern und Schule die Sache gemeinsam angehen? Sobald Eltern und Lehrkräfte sich darüber verständigt haben, was eine „gute Schule“ ist, ist dieser Begriff keine Leerformel mehr, sondern ein Zukunftsmodell, das gemeinsam auch verwirklicht werden kann.</p>
<p class="bodytext">Die gemeinsame Erziehungspartnerschaft kann ein wertvolles Mittel sein, um Eltern, Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte in einem gemeinsamen Prozess zu vereinen, um Schule weiter zu entwickeln und sich einvernehmlich auf Verhaltensweisen und Ziele festzulegen und dann zusammen die Umsetzung dieser Vereinbarungen zu gestalten. Dies bringt eine ganz neue „Qualität“ an Schulen. Solche Erziehungsvereinbarungen müssen dabei in einem demokratischen Prozess gemeinsam erarbeitet und dürfen nicht von oben verordnet werden. Denn vor allem der Prozess des gegenseitigen Kennenlernens, die gemeinsame Diskussion über Wünsche und Erwartungen, das gemeinsame Erarbeiten von Regeln und Absprachen sind Garanten für den Erfolg solcher Vereinbarungen. Diese gemeinsam entwickelten und verabschiedeten Grundlagen für das Zusammenleben in der Schule werden dann im Schulprogramm festgeschrieben.</p>
<p class="bodytext">Alle, Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer sowie Eltern, müssen sich selbst zu bestimmten Verhaltensregeln verpflichten. Diese dürfen dabei nicht nur einseitig eine der Gruppen in die Pflicht nehmen, sondern müssen für alle gleichermaßen gelten. Erziehungsvereinbarungen sind eine gute Möglichkeit, Schule demokratisch zu gestalten. Damit erfüllt Schule auch die wichtige Aufgabe, Schülerinnen und Schüler zu demokratischen Bürgerinnen und Bürgern zu erziehen. Dies ist eine Schlüsselqualifikation für die aktive Teilnahme an der Gesellschaft und für die Übernahme der Rechte und Pflichten in einer Demokratie. Sie brauchen das Rüstzeug, sich einzumischen, aktive Mitglieder der Gesellschaft zu werden, die eigenen Rechte und Pflichten wahrzunehmen und die Fähigkeit, eigene Meinungen, Urteile und Entscheidungen zu finden bzw. zu fällen. Gerade in unserer sich verändernden Gesellschaft brauchen wir junge Menschen, die die komplexen Zusammenhänge und Spielregeln der heutigen Zeit zu verstehen und hinterfragen in der Lage sind.</p>
<p class="bodytext"><b>Hella Lopez</b>, Vorsitzende des elternbund hessen e.V.</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>]]></content:encoded>
			<category>HLZ</category>
			
			
			<pubDate>Mon, 06 May 2013 11:25:00 +0200</pubDate>
			
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		<item>
			<title> HLZ 5/2013 Titelthema | Demokratie sieht anders aus. Für ein politisches Mandat der Schülervertretungen</title>
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			<description>„Es findet keinerlei Zensur mehr statt, nur wenn der Staat es nötig hat. Auch Kunst und...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<div><p class="bodytext">Das Faktum, dass die Schule als Bildungsort in der Verfassung unserer Demokratie genannt wird, legt irrtümlich im Rückschluss nahe, dass unsere Schulen ebenfalls demokratisch seien. Dr. Hildegard-Hamm-Brücher, die Grande Dame der deutschen Politik, sagte dazu während ihrer Zeit als Staatssekretärin im Hessischen Kultusministerium von 1967 bis 1969: „Wenn Sie in eine deutsche Schule kommen, können Sie gar nicht meinen, dass wir in einer Demokratie leben.“</p></div><div><p class="bodytext">Dieses Zitat ist leider heute noch ähnlich zutreffend. Die Worte Hamm-Brüchers fallen genau in den Zeitraum des gesellschaftlichen Aufbruchs, der Forderung nach Mitbestimmung in allen Gesellschaftsbereichen sowie der Befreiung von künstlich produzierten Hierarchien, auch in den Schulen. Der entsprechende Widerstand mündete damals in der gesetzlichen Verankerung der Landessschülervertretung Hessen und vieler weiterer Landesschülervertretungen in der BRD.</p></div><div><p class="bodytext">Die bayerische Schülerschaft kämpfte übrigens bis zum Jahr 2008 um die gesetzliche Verankerung. Ausgehend von dieser damals neu geschaffenen Gesetzesgrundlage muss auch die heutige Situation von Schuldemokratie beurteilt werden.</p>
<p class="bodytext"><b>Die Theorie</b></p>
<p class="bodytext">Laut Hessischem Schulgesetz wirkt die Schülervertretung bei der „Verwirklichung der Bildungs- und Erziehungsziele der Schule eigenverantwortlich mit“. Im Schulgesetz und der so genannten SV-Verordnung wird weiterführend beschrieben, dass die SV an allen Konferenzen mit Ausnahme der Noten und Zeugniskonferenzen beratend teilnehmen kann. Auch an der Gesamtkonferenz der Lehrerinnen und Lehrer dürfen ausgewählte SV-Vertreter teilnehmen. Weiterhin werden die SVen auf allen Ebenen (Schul-, Stadt- und Kreisebene) von Verbindungslehrern unterstützt, die für ihre Tätigkeit „Entlastungsstunden“ erhalten. Angesichts dieser rechtlichen Bestandteile ist in Hessen zumindest theoretisch eine grundsätzliche Struktur von SVen an den Schulen garantiert. Schließlich sei auf die Schulkonferenz verwiesen, die als offiziell wichtigstes Gremium der Schule mit Vertretern der Schüler-, Eltern- und Lehrerschaft besetzt ist.</p>
<p class="bodytext"><b>Die Praxis</b>&nbsp;</p>
<p class="bodytext">So weit, so theoretisch. Die benannten Aspekte mögen für einige Leserinnen und Leser im ersten Moment nach einer modernen und lebhaften Demokratiekultur an Schule klingen. Schülerinnen und Schüler dürfen mitsprechen, bekommen die Themen und Inhalte mitgeteilt und sitzen sogar in einem Entscheidungsgremium. Dass die Schülerinnen und Schüler praktisch so gut wie nie bei Themen wirklich mitentscheiden und meist systematisch stumm gehalten werden, mag für den einen oder anderen der letzte Schutz vor vollständiger „Schul-Anarchie“ sein, bei der die Schülerinnen und Schüler bestimmen. Bevor wir Willy Brandts „Mehr Demokratie wagen“ auch in der Schule ernst nehmen, fühlt sich der eine oder andere Pädagoge, Schulleiter oder Bildungspolitiker scheinbar doch eher bei Erich Weinert wohl. Frei nach dem Motto: „Mitbestimmung ja, aber nur solange uns die Meinung passt“. In diesem Verständnis steckt immer noch der Kern des Problems: SV-Arbeit wird ihren Alibi-Charakter nicht los und die Schülerinnen und Schüler bleiben Zuschauer. Welche Demokratiedefizite existieren? Ich möchte mich auf drei Aspekte beschränken:</p>
<p class="bodytext"><b>Das Selbstverständnis</b></p>
<p class="bodytext">„Schülermilchverwaltungen“: So wurden vor mehr als 40 Jahren die SVen angesichts ihrer mangelnden Rechte bezeichnet. Damals begann bundesweit der Kampf um das &nbsp; &nbsp; &nbsp;allgemeinpolitische Mandat, also die Chance, sich als SV in alle gesellschaftlichen Themen einzumischen. Um SVen stumm zu halten, wird auch heute auf diese Argumentationskeule zurückgegriffen: „Du darfst dich nicht allgemeinpolitisch, sondern nur bildungspolitisch äußern.“ Dies ist der konstruierte Versuch, Schule und Gesellschaft zu trennen. Die LSV Hessen hat für sich das allgemeinpolitische Mandat in Anspruch genommen und beschäftigt sich damit mit allen Gesellschaftsbereichen, die junge Menschen berühren. Wir begreifen Bildungspolitik als Gesellschaftspolitik. Damit ist beides untrennbar.</p>
<p class="bodytext">Vielen Schülervertretungen an den Schulen selbst ist jedoch der Mut verloren gegangen, sich für diese Meinungsfreiheit einzusetzen. Schülervertretungen scheinen heute unter dem Druck einer zwanghaft harmonischen Schulkultur ihr Selbstverständnis zu vergessen. Kämpferische Interessenvertretung weicht oftmals reinem Eventmanagement durch die Organisation von Feten oder einem Kuchenverkauf. Im Schülerrat, im Parlament jeder SV, finden oftmals keine schulkritischen Diskussionen mehr statt, sondern wird beispielsweise überlegt, wie auf Wunsch des Schulleiters der SV-Stand am Tag der offenen Tür aussehen soll. Prestige, versteht sich - denn mit SVen schmückt sich jede Schule gern. Sobald eine SV allerdings rebelliert, wird sie damit gebrandmarkt, dass sie doch nicht die Schulharmonie gefährden solle. So oder so ähnlich lassen sich viele Schülervertretungen in ihrer Meinungsmacht unterdrücken, oftmals unwissentlich. Das Dilemma des Selbstverständnisses der SVen besteht also im Kampf einerseits um das politische Mandat und andererseits um den Mut, der verschwunden scheint, diesen Kampf überhaupt zu führen.</p>
<p class="bodytext"><b>Die Schulkultur</b></p>
<p class="bodytext">Machthierarchien und Abhängigkeiten durch Noten unterbinden systematisch demokratisches Aufbegehren. Schülerinnen und Schüler sagen nicht mehr, was sie denken, um eine mögliche Reduktion ihres schulischen Erfolgs zu umgehen. Darüber hinaus krankt die Schulkultur an ständiger Auslese, Selektion und immer stärker zunehmendem Leistungs-&nbsp;und Zeitdruck. Eine Schulkultur, bei der es nicht um die Leistung im Sinne selbst formulierter Ziele und deren Erreichen, sondern um das blanke Übertrumpfen anderer geht, unterbindet jede Form eines kritischen und kontroversen Lernens.</p>
<p class="bodytext">Die künstliche Trennung in verschiedene Schulformen produziert dabei eine radikale Anerkennungsverweigerung, durch die Schülerinnen und Schüler in ihrer freien Entfaltung eingeschränkt und in der sozialen Hierarchie abgestuft werden. Damit wird die Schuldemokratie nicht nur gefährdet, sondern massiv beschädigt. Die Strukturen Schülerinnen und Schüler stellen die Mehrheit in der Schule und bleiben strukturell doch ohne Entscheidungsrechte. Forderungen nach paritätischer Besetzung von Schulkonferenzen und einer Direktwahl des Schulleiters (Konzept Schulparlament der LSV Hessen), nach einem Vetorecht in Schul- und Klassenkonferenzen, damit keine Beschlüsse durch Lehrer- bzw. Elternmehrheiten gegen den Willen der Schülerinnen und Schüler gefasst werden können, und nach der Übertragung der Befugnisse der Gesamtkonferenz an die Schulkonferenz als wirklichem Parlament der Schule sind heute noch immer weit von ihrer Realisierung entfernt.</p>
<p class="bodytext">Bei einer Schulkonferenz, bei der Lehrkräfte gemeinsam mit dem Schulleiter sowohl Schülerinnen und Schüler als auch Eltern überstimmen, sowie einer Gesamtkonferenz, bei der ohne Mitentscheidung der Schüler die Hausordnung, meist zu Lasten ihrer Freiheitsrechte, beschlossen wird, kann wahrlich nicht von einer Demokratiestruktur die Rede sein. Gelebte Demokratie sieht anders aus.</p>
<p class="bodytext"><b>Was bleibt?</b></p>
<p class="bodytext">In einer mutigen und kontroversen gesellschaftlichen Auseinandersetzung wollen wir als Landesschülervertretung zeigen, dass das gegenwärtige Bildungssystem an seinen Widersprüchlichkeiten scheitern wird, weil ein demokratiedefizitäres Schulsystem nicht im gleichen Zuge zu demokratischen und selbstbestimmten Akteuren beitragen kann: Erziehung zum demokratischen Ungehorsam kann nicht bei gleichzeitiger autoritärer Sanktion, kritische Urteilsfähigkeit nicht bei existierendem Leistungswahn, querdenkende &nbsp;Persönlichkeiten können nicht unter permanentem Zeitdruck und ständiger Überforderung (z. B. G 8) und individuelle Entwicklung kann nicht bei undifferenziertem Unterricht entstehen.</p>
<p class="bodytext">Mehr als 40 Jahre nach der gesetzlichen Verankerung der Landesschülervertretung Hessen brauchen wir eine erneute Politisierung des gesamten Bildungssystems. Schülervertretungen müssen sich als kritische Interessenvertreter verstehen, ihren Mut neu entdecken und für ein politisches Mandat kämpfen. Diesen Weg müssen alle gehen, die Demokratie in der Schule nicht als fremd bestimmtes Top-Down-Projekt, sondern als revolutionäre Kulturveränderung begreifen.</p>
<p class="bodytext"><b>Laurien Simon Wüst</b>, Landesschulsprecher Hessen</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p></div>]]></content:encoded>
			<category>HLZ</category>
			
			
			<pubDate>Mon, 06 May 2013 11:11:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>HLZ 5/2013 Titelthema | Weniger Demokratie wagen. Was die Krise mit Demokratie und Bildung zu tun hat</title>
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			<description>Daniel A. Bell nimmt kein Blatt vor den Mund. „Ich glaube nicht länger daran, dass Demokratie in...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Bell, ein Kanadier, spricht &nbsp;gerade auf einem Wirtschaftskongress in Hongkong, zu dem prominente Ökonomen, Politikwissenschaftler, Soziologen und Historiker angereist sind – „die Elite der westlichen Welt in Sachen Wirtschafts- und Sozialwissenschaften“, wie Spiegel Online sie nennt. Protestiert jemand gegen Bells antidemokratisches Bekenntnis? Nein! Die Ablehnung der Demokratie habe den Professor im Westen „zum intellektuellen Popstar gemacht“, fährt Spiegel Online fort und bietet seinen Thesen breiten Raum – fast verschämt einschränkend: „Seine Rolle als bekennender Anti-Demokrat würde Bell in Deutschland vermutlich eine Passage im Jahresbericht des Verfassungsschutzes bescheren.“</p>
<p class="bodytext">Antidemokratische Programme finden Beifall bei den westlichen Eliten, nur in Deutschland leisten aufrechte Germanen und ihr Inlandsgeheimdienst heroischen Widerstand? Davon kann leider keine Rede sein. Der Wille, die deutsche Exportindustrie immer weiter zu stärken, da sie den Reichtum einiger weniger fleißig mehrt, ist ungebrochen. Dass es dazu hilfreich sein könnte, im Sinne der Wirtschaft noch härter durchzuregieren als bisher und den demokratischen Apparat deutlich in seine Schranken zu weisen, das wird seit Jahren auch im deutschen Establishment regelmäßig ventiliert.</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">„Manager und Industrielle“ äußerten immer wieder, sie könnten mit ihren Anliegen „schneller zum Zuge“ kommen, wenn es nur gelänge, politische Entscheidungen zu entparlamentarisieren und sie dem „sachorientierten, entpolitisierten Verwaltungshandeln“ der Behörden zu übertragen, berichtete der Berliner Politikprofessor und Regierungsberater Herfried Münkler im Frühjahr 2010. Zuweilen werde in diesen Kreisen auch ganz offen der „Wunsch nach ‚ein klein wenig Diktatur‘“ geäußert. Es gebe allerdings derzeit „kein Verfassungsorgan“, das sich zum Beispiel „auf das Risiko der Einsetzung eines kommissarischen Diktators einlassen will“. Münkler veröffentlichte dies in der hochrenommierten Eliten-Zeitschrift Internationale Politik. Ein Jahr später trieb ein Mitglied des Rotary Clubs Bad Vilbel die Debatte weiter voran. „Weniger Demokratie wagen“ hieß der Titel des Buches, das der dpa-Journalist Laszlo Trankovits 2011 beim F.A.Z.-Institut publizierte. Deutschland brauche, um in der Welt voranzukommen, in Zukunft mehr „Entschlussfreudigkeit und Führungskraft“. Das Funktionieren in Gesellschaft, Staat und Wirtschaft sei bedroht, wenn „alle überall mitbestimmen“ könnten. „Weniger Wahlen. Längere Legislaturperioden“, forderte Trankovits daher, „mehr Zentralisierung“ und „mehr Machtkonzentration“. „Mehr Transparenz“ dürfe den Abbau demokratischer Partizipation hingegen nicht begleiten: Sie sei „für die Effizienz jeglicher Regierungsarbeit (...) oft kontraproduktiv und lähmend“.</p>
<p class="bodytext">Auf europäischer Ebene wird derlei Entdemokratisierung inzwischen offen praktiziert. So gelten in den Staaten der Eurozone Spardiktate, auf die die demokratisch legitimierten Parlamente keinen Einfluss haben. Die Haushaltssouveränität, „das vornehmste aller parlamentarischen Rechte“, sei damit „ausgehöhlt“, schrieb der Berliner Politikwissenschaftler Wolfgang Merkel Anfang April auf Cicero Online: Faktisch würden die Budgets etwa von Griechenland und Spanien nicht mehr von gewählten Abgeordneten, sondern „auf viele Jahre hinaus von internationalen Finanzinstitutionen und – leider auch – von Deutschland bestimmt“.</p>
<p class="bodytext">Die „demütigende Entmündigung demokratischer Selbstbestimmung“ wiege umso schwerer, da die oktroyierten Austeritätsprogramme durchweg zur Verelendung führten. „Formale Institutionen der Demokratie“ verkämen „in den Schuldnerländern zu bloßen Fassaden“, bilanzierte Merkel. Wie weit gerade die deutsche Regierung die Entdemokratisierung vorantreibt, beschrieb im Februar die FAZ. Mit Blick auf die Berliner Einmischung in den italienischen Wahlkampf, die helfen sollte, sparwilligen Kräften eine Mehrheit zu verschaffen, fragte das Blatt: „‘Dürfen‘ die Wähler (...) nur noch die Parteien und die Politiker wählen, die ein ‚vernünftiges‘, ein ‚richtiges‘ Programm haben und einen ‚proeuropäischen Kurs‘ zu steuern versprechen?“</p>
<p class="bodytext">Redakteur Klaus-Dieter Frankenberger antwortete prompt selbst: „Irgendwie schon.“ Es habe sich schließlich „als notwendig herausgestellt“, einen „bestimmten Politikkorridor einzuhalten, dessen Maximen lauten: konsolidieren, reformieren, wettbewerbsfähig werden“, sonst folge „die ‚Strafe‘ auf dem Fuß“, etwa „in Gestalt höherer Zinsen für Staatsanleihen“ oder in Form blanken Drucks fremder Regierungen.</p>
<p class="bodytext">Viele fragten sich, räumte Frankenberger ein, „was eigentlich von ihrer jeweiligen Demokratie“ noch übrig bliebe, wenn die gewählten Parlamente nur noch als „Vollzugsorgane“ fungierten, um wirtschaftsfreundliche Austeritätsprogramme in Kraft zu setzen. Die Antwort hierauf liegt auf der Hand. &nbsp;Die Entdemokratisierung durch die Krise nimmt auch das Bildungssystem nicht aus. Wie dies vonstatten geht, beschrieb die Athener Professorin Alexandra Ioannidou im März 2013 in einem im Internet publizierten Text. Seit Beginn der Krise sei mit drastischen Haushaltskürzungen das&nbsp;gesamte Bildungswesen Griechenlands „fast vollständig ruiniert worden“. Nun stehe „der öffentliche und unentgeltliche Charakter“ nicht nur „der universitären Bildung“, sondern der Bildung überhaupt in Frage.</p>
<p class="bodytext">„Ein ruiniertes öffentliches Bildungswesen“, schreibt Ioannidou, „bildet (dabei) die ideale Grundlage für den beschleunigten Einzug der privaten Schul- und Universitätsbildung trotz und jenseits bestehenden Rechts“: Bislang habe nämlich einem derartigen Umbau des Bildungssystems die griechische Verfassung im Wege gestanden. Mit der Privatisierung schwinden jedoch nicht nur die demokratische Kontrolle über das Bildungssystem, sondern auch der für alle gleiche, also demokratische Zugang zu ihm – und damit auch jener zum gesellschaftlichen Reichtum, den Bildung gewährt.</p>
<p class="bodytext"><b>Jörg Kronauer</b>, Redakteur bei german-foreign-policy.com</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>]]></content:encoded>
			
			
			<pubDate>Mon, 06 May 2013 10:49:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title> HLZ 5/2013 Titelthema | Der Klassenrat. Ein hessisches Erfolgsmodell macht Schule</title>
			<link>http://www.gew-hessen.de/index.php?id=296&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=5154&#38;cHash=49e5681fe3248cc66ff560cb6d13b9c0</link>
			<description>„Demokraten werden nicht geboren, Demokratie wird nicht vererbt, sondern muss gelebt und gelernt...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<div><p class="bodytext">Die Klasse als kleinste soziale Einheit ist der Ort, an dem Partizipation, Verantwortung und Beteiligung im sozialen Miteinander von Anfang an gelernt und Selbstwirksamkeit erfahren werden kann. Der Klassenrat ist ein basisdemokratischer Ansatz, der davon ausgeht, dass Kinder und Jugendliche in allen Bereichen, die das Miteinander in der Klasse und Schule bestimmen, beteiligt sind und Verantwortung übernehmen.</p></div><div><p class="bodytext">Das bezieht sich auf Vorhaben und Projekte, Regeln und Konflikte im Zusammenleben und -arbeiten ebenso wie auf unterrichtliche Inhalte. Er ist ein konkreter Schritt, die Kinderrechte umzusetzen. Diese wurden historisch errungen und Erwachsene sind verpflichtet, Kindern und Jugendlichen Gelegenheiten zu geben, diese Rechte kennenzulernen, zu erleben und wahrzunehmen. Die Ursprünge des Klassenrats liegen in der Freinet-Pädagogik sowie der Individualpsychologie Alfred Adlers.</p>
<p class="bodytext"><b>Wie Klassenrat gelingt</b></p>
<p class="bodytext">Der Klassenrat braucht eine feste Struktur. Er findet daher einmal wöchentlich im Sitzkreis statt und wird von den Schülerinnen und Schülern eigenverantwortlich geleitet und durchgeführt. Die Themen werden im Laufe einer Woche in geeigneter Form gesammelt und können sich auf die Gestaltung und Organisation des Lernens und des &nbsp;Zusammenlebens in der Klasse oder der Schule beziehen, gemeinsame Aktivitäten und Vorhaben ansprechen, ebenso aber auch aktuelle Probleme und Konflikte zum Thema machen. Auch die Lehrkraft kann gleichberechtigt Themen einbringen.</p>
<p class="bodytext">Im Klassenrat gibt es feste Ämter. Die Leitung, die Verantwortung für die Zeitstruktur, das Protokoll, die Rednerliste, die Einhaltung der Regeln werden von einzelnen Schülerinnen und Schülern übernommen. Der Klassenrat ist in erster Linie ein Forum der Schülerinnen und Schüler für ihre Anliegen und Wünsche, Probleme, Lösungen sowie für Lob und den Austausch positiver Erfahrungen. Er ist kein Ort zur Klärung von Konflikten zwischen zwei Kontrahenten und auch kein Ort, an dem Strafen ausgesprochen werden! Schülerinnen und Schüler finden in einem demokratischen Aushandlungsprozess gemeinsam Lösungen, die allen gerecht werden und für alle Beteiligten fair und tragbar sind. Beschlüsse &nbsp;werden in einem Protokoll festgehalten. Für die Lehrkraft bedeutet dies eine veränderte bzw. erweiterte Rolle, sie muss Verantwortung für Entscheidungen abgeben und sich auf Dialog und Aushandlungsprozesse einlassen, sie bleibt jedoch verantwortlich für die Gestaltung des Lern- und Erfahrungsraums und in besonderem Maße für das Recht auf Schutz des Einzelnen. Grundsätzlich hat die Lehrkraft eine Unterstützungs- und Vorbildfunktion und schult die für den Klassenrat wichtigen Kompetenzen.</p>
<p class="bodytext">Das Projekt Gewaltprävention und Demokratielernen (GuD) unterstützt seit Ende des Schuljahres 2008/2009 Lehrkräfte in Hessen bei der Einführung und Implementierung des Klassenrats durch Fortbildung und Beratung. Drei Fortbildungseinheiten begleiten und beraten die Lehrkräfte im Abstand von zwei bis drei Monaten bei der Einführung und Durchführung des Klassenrats.</p>
<p class="bodytext">Die Fortbildung wird acht Teilnehmerinnen und Teilnehmern schulintern angeboten. Bis heute haben daran 1.400 Lehrkräfte von 115 Schulen in Hessen teilgenommen. Alle Beteiligten erhalten eine Materialienmappe zum Klassenrat, der Schule werden zusätzlich Filme zur Verfügung gestellt, die in drei verschiedenen Schulformen gedreht wurden und authentische, lebendige Bilder über den Klassenrat vermitteln.</p>
<p class="bodytext">Ansichtsexemplare der Materialien können bei GuD (siehe Kasten) bestellt werden. Das IQ Hessen hat die Fortbildungsreihe zum Klassenrat zweifach evaluiert. Zunächst wurde die Einschätzung der Fortbildungsteilnehmerinnen und -teilnehmer zur Relevanz und zum Nutzen der Fortbildung erhoben. Die Ergebnisse zeigen, dass die Fortbildungsreihe als sehr hilfreich für die eigene Qualifizierung eingeschätzt wird. Der vollständige Bericht kann unter www.gud.bildung.hessen.de eingesehen werden.</p>
<p class="bodytext">Eine zweite Befragung im Dezember 2012 stand unter anderem unter folgenden Fragestellungen: Inwieweit wurden Fortbildungsinhalte in den Unterricht übernommen? Sind positive Auswirkungen erkennbar? Wie schätzen Schülerinnen und Schüler die Einrichtung des Klassenrats ein? Wie sehen das deren Lehrkräfte? Befragt wurden 109 Lehrkräfte sowie 2.290 Schülerinnen und Schüler. Erste Ergebnisse zeigen, dass von nahezu allen Lehrkräften positive Auswirkungen auf das Gesprächsverhalten und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, konstatiert werden. Sowohl die Schülerinnen und Schüler wie auch die Lehrkräfte beschreiben die Einrichtung, die Ergebnisse und den Kompetenzerwerb dabei als sehr positiv, es gibt in allen Bereichen hohe Zustimmungswerte. Das detaillierte Evaluationsergebnis wird Ende April vorliegen und auf der Homepage von GuD einsehbar sein.</p>
<p class="bodytext"><b>Marion Altenburg-van Dieken</b></p>
<p class="bodytext">Die Autorin ist Lehrerin und Landeskoordinatorin Hessen Süd im Projekt „Gewaltprävention und Demokratielernen“ (GuD) und Ausbildungsbeauftragte im Studienseminar für Grund-,&nbsp;Haupt-, Real- und Förderschulen Offenbach.</p>
<p class="bodytext"><b>Materialien zum Thema Klassenrat</b></p>
<p class="bodytext">Materialien zum Thema „Klassenrat“ bekommt man beim Projektbüro „Gewaltprävention und Demkratielernen“ in Frankfurt (Kontaktadressen in dieser HLZ auf Seite 10). Zahlreiche praktische Tipps und Anregungen findet man vor allem auch auf der Internet-Seite www.derklassenrat.de mit Möglichkeiten, das „Mitmach-Set“ mit Kopiervorlagen, Plakaten, „Ämterkarten“ und Filmen zu bestellen.</p></div>]]></content:encoded>
			<category>HLZ</category>
			
			
			<pubDate>Mon, 06 May 2013 10:30:00 +0200</pubDate>
			
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			<title>HLZ 5/2013 Titelthema | Demokratie muss gelernt werden. Projekte zur Verwirklichung von Kinderrechten</title>
			<link>http://www.gew-hessen.de/index.php?id=296&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=5153&#38;cHash=0598a12a0ea7dc7670b49dd859b53001</link>
			<description>„Demokratie ist eine historische Errungenschaft. Sie ist kein Naturgesetz oder Zufall, sondern...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<div><p class="bodytext">Diese Passage aus dem Magdeburger Manifest vom Februar 2005 &nbsp;unterstreicht die Notwendigkeit von verstärktem Demokratielernen in der Schule und deren besondere Bedeutung. Demokratielernen ist noch nicht sehr lange im öffentlichpädagogischen Diskurs präsent. Eine entsprechende Aufmerksamkeit hat es erst durch das Bund-Länder-Kommissionsprogramm (BLK) „Demokratie lernen und leben“, das von 2002 bis 2007 in Hessen und zwölf weiteren Bundesländern realisiert wurde, bekommen.</p>
<p class="bodytext">Ausgangspunkt des BLK-Programms war es, Gefährdungen durch Gewalt, Fremdenfeindlichkeit, Rechtsextremismus und Antisemitismus, aber auch Politikverdrossenheit entgegenzuwirken. Demokratie ist ein schützenswertes Gut, das es immer wieder zu verteidigen, aber auch weiter zu entwickeln gilt. Die Schule ist der Ort, an dem sie von Anfang an gelernt werden kann. Aus&nbsp;der rechtlichen Perspektive lässt sich ferner konstatieren:</p></div><div><p class="bodytext">„Demokratie ist einerseits Verfassungsgebot und andererseits Erziehungsziel in allen Schulgesetzen der Republik. Das ergibt sich aus den&nbsp;&nbsp;Menschenrechtsbestimmungen des Grundgesetzes (Artikel 1-19): &nbsp; Demokratie, Menschenwürde, Freiheit, Gleichheit, Inklusion (= Sozialstaatsgebot). Die Kinderrechtekonvention der Vereinten Nationen, das Inklusionsgebot sind mittlerweile einklagbares Recht, das die Schulen verpflichtet. Die europäischen Länder haben einen Pakt zur Demokratieerziehung geschlossen, der sie zu education for citizenship und human rights education verpflichtet.“ (1)</p></div><div><p class="bodytext"><b>Vier Ebenen des Demokratielernens</b></p>
<p class="bodytext">Wenn wir von Demokratielernen in der Schule sprechen, ist ein Rückgriff auf eine Definition von Gerhard Himmelmann hilfreich, der von Demokratie als Regierungs-, Gesellschafts-&nbsp;und Lebensform spricht. Während Demokratie als Regierungsform in der Schule meist im Politikunterricht vermittelt wird, kann Demokratie als Gesellschaftsform im unmittelbaren Nahbereich der Schule &nbsp;durch die Mitarbeit in sozialen und zivilen Projekten erlebt werden.</p>
<p class="bodytext">Die Demokratie als Lebensform spielt sich ganz unmittelbar im Klassenzimmer ab. Hier können „grundlegende Rechte (also Menschenrechte und Kinderrechte), (...) Teilhabe, Engagement, Mitwirkung, Diskurs, Kooperation, Mitbestimmung, Verantwortung“ unmittelbar umgesetzt werden, wie Wolfgang Edelstein meint.</p>
<p class="bodytext">Ein ganz praktisches Beispiel hierfür ist der Klassenrat (HLZ S.15), in dem all die genannten Aspekte realisiert werden können. Demokratielernen kann sich auf vier Ebenen beziehen: auf den Unterricht, auf das Lernen in Projekten, auf die demokratische Gestaltung der Schule und auf die Schule in der Demokratie. Was ist damit gemeint?</p><ul><li>Der Unterricht ist ein sehr gutes Feld, um demokratische Teilhabe von &nbsp;Schülerinnen und Schülern zu gewährleisten; sei es durch deren Beteiligung an der (methodischen) Gestaltung des Unterrichts, durch die Berücksichtigung ihres Vorwissens und ihre inhaltlichen Fragen oder durch die Einführung einer Feedback-Kultur.</li><li>Projekte bieten einen guten Rahmen, um demokratische Erfahrungen machen zu können. Dies kann in Form von Geschichts-, Kultur- oder Ökologieprojekten erfolgen, bei denen Schülerinnen und Schüler erleben, wie sie beispielsweise durch die Erstellung einer regionalen Ausstellung über die NS-Zeit Geschichte realitätsnah verstehen und anderen vermitteln können.</li><li>Die Entwicklung einer demokratischen Schulkultur zeigt sich an einer größtmöglichen Partizipation aller an Schule Beteiligten (Lehrkräfte, Eltern, Schüler), das heißt auch am guten Funktionieren einer Schülervertretung und an der Weiterentwicklung zu einem Stufen- oder Schülerparlament.</li><li>Die Schule in der Demokratie ist die Mitwirkung der Schule in der Gemeinde oder dem Stadtteil zum Beispiel durch Teilnahme an Planungsprozessen oder an lokalen Aktionen gegen Rassismus und Rechtsextremismus.</li></ul><p class="bodytext"><b>Demokratielernen in Hessen</b></p>
<p class="bodytext">Im Anschluss an das BLK-Programm wurde im Sommer 2007 auf der Grundlage eines fraktionsübergreifenden Landtagsbeschlusses gegen Verrohung und Gewalt das Projekt &quot;Gewaltprävention und Demokratielernen&quot;&nbsp;(GuD) im Rahmen des Hessischen Kultusministeriums gegründet. &nbsp;GuD arbeitet mit drei Schwerpunkten: Fortbildung, Beratung, Vernetzung. Es gibt ein umfangreiches Fortbildungsangebot von Mediation bis hin zum Klassenrat und sieben regionale Projektentwicklungsgruppen, an denen jeweils zwei Vertreterinnen und Vertreter der beteiligten Schulen teilnehmen.</p>
<p class="bodytext">Einmal im Jahr wird mit Projektpartnern ein landesweiter Demokratietag durchgeführt, der nächste findet am 22. November 2013 am Goethegymnasium in Bensheim statt (2). 1989 wurde die UN-Kinderrechtskonvention verabschiedet und 1992 von Deutschland ratifiziert. Im Kern umfassen die Kinderrechte drei zentrale Bereiche: Schutz (zum Beispiel körperliche Unversehrtheit), Förderung und Entwicklung (zum Beispiel Recht auf Bildung) sowie Beteiligung und Mitbestimmung (zum Beispiel Mitsprache). Unter demokratiepädagogischen Aspekten kommt dem Beteiligungsrecht eine besondere Bedeutung zu, denn damit haben Kinder und Jugendliche das Recht, angehört und in allen sie betreffenden Fragen beteiligt zu werden. Wenn das ernst genommen wird, dann ergeben sich daraus verschiedene Aufgaben und Schritte für Schule und Jugendbildung.</p>
<p class="bodytext">Ein wichtiger Schritt zur Umsetzung der Kinderrechtskonvention&nbsp;ist zunächst, möglichst alle Kinder und Jugendlichen über ihre Rechte aufzuklären. Bereits in der Grundschule sollte daher die Behandlung der Kinderrechte zum Pflichtprogramm gehören. Anregungen, wie das Thema im Unterricht behandelt werden kann, finden sich in zwei Broschüren „Kinderrechte machen Schule“. Ebenso bedeutsam ist es, die Kinderrechte aktiv in der Schule umzusetzen. Ein Ansatzpunkt dazu ist der Klassenrat.</p>
<p class="bodytext">Die Verwirklichung der Kinderrechte bedeutet allerdings auch die Verwirklichung des Rechts auf Bildung für Flüchtlingskinder und Kinder, die sich, allein oder mit ihren Familien, illegal in Deutschland aufhalten. Die Kinderrechtskonvention enthält wesentliche Aspekte wie die Nicht-Diskriminierung, die physische und psychische Gewaltfreiheit, also auch das Recht, nicht herabgesetzt und beschämt zu werden. Partizipation der Schülerinnen und Schüler in Unterricht und Schule ist insofern kein kinderfreundlicher Zusatz, sondern essentielles Recht. Die Kinderrechte sind mittlerweile auch im Hessischen Referenzrahmen Schulqualität (HRS) verankert. Hier heißt es im Qualitätsbereich Schulkultur: „Kinderrechte werden in der Schule thematisiert und beachtet.“ </p>
<p class="bodytext"><b>Modellschul-Netzwerk für Kinderrechte</b></p>
<p class="bodytext">Um den Gedanken der Kinderrechte in den hessischen Schulen möglichst weit zu verbreiten, wurde zum Sommer 2010 vom Verein Makista mit Unterstützung der Ann-Kathrin Linsenhoff- und der Flughafen-Stiftung ein Modellschul-Netzwerk für Kinderrechte gegründet. An diesem Netzwerk nahmen zehn Schulen (acht Grundschulen und zwei Sekundarschulen) aus dem Rhein-Main-Gebiet teil. In Form eines Pilotprojekts entwickelten diese zehn Schulen verschiedene Aktivitäten, um die Kinderrechte lebendig und für möglichst alle sichtbar werden zu lassen. So wurden in den Klassen dieser Schulen Klassenräte eingerichtet, symbolische und ästhetische Aktionen zu den Kinderrechten durchgeführt und Schülervertretungen neu aufgebaut bzw. reaktiviert. Aktuell bietet das Netzwerk Fortbildungen an, die von den beteiligten Schulen ausgerichtet werden. Unter anderem geht es um ein Kinderrechte-Fachcurriculum, um gemeinsame Aktivitäten von Schule und Stadtteil für Kinderrechte, um Partizipation und Verantwortungsübernahme sowie eine kinderfreundliche Kommune (3).</p>
<p class="bodytext"><b>Kinderrechte und Schulentwicklung</b></p>
<p class="bodytext">Demokratielernen und die Umsetzung der Kinderrechte erfolgen in der Schule nicht automatisch. Es bedarf immer wieder großer Anstrengungen, um das Thema lebendig zu erhalten und den selbst formulierten Anspruch auch zu leben. Um dies zu erreichen, ist ein entsprechender Schulentwicklungsprozess erforderlich. Exemplarisch lässt sich das am Beispiel der Albert-Schweitzer-Grundschule in Langen aufzeigen. Diese Schule beteiligte sich am BLK-Programm „Demokratie lernen und leben“ und gewährt allen an Schule Beteiligten ein Höchstmaß an Partizipation. Unter anderem wurden von 2002 bis 2006 Rechten- und Pflichtenhefte für Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrkräfte erstellt, wobei jede dieser Gruppen diesen Prozess eigenständig durchführte und die Kinder von Erwachsenen unterstützt wurden. Die Schülervertretung ist ein Schülerparlament und erhält besondere Aufmerksamkeit dadurch, dass sich die Schulleitung wöchentlich mit ihm trifft, um alle Anliegen einvernehmlich zu besprechen und zu regeln.</p>
<p class="bodytext">Jede Klasse hat einen Klassenrat, in dem wöchentlich alle wesentlichen Anliegen besprochen und geklärt werden. Zu BLK-Zeiten erhielt die Albert-Schweitzer-Schule externe Unterstützung durch eine Schulentwicklungsberaterin, um die Prozesse mit Hilfe ihres externen Blicks zu optimieren. Seit 2010 ist die Schule am Modellschul-Netzwerk für Kinderrechte beteiligt, um auch hier von externer Begleitung zu profitieren. An diesem Beispiel wird deutlich, dass ein demokratischer Schulentwicklungsprozess externer Unterstützung bedarf, um erfolgreich zum Ziel zu führen. Schulentwicklung in diesem Sinne ist ein immerwährender partizipativer Prozess von interner und externer Evaluation und Weiterentwicklung zum Wohle der Kinder und Jugendlichen und aller an Schule Tätigen.</p>
<p class="bodytext"><b>Helmolt Rademacher</b></p>
<p class="bodytext">Helmolt Rademacher ist Lehrer und Lehrerausbilder am Studienseminar für Grund-, Haupt-, Real- und Förderschulen Offenbach, Leiter des HKM-Projekts „Gewaltprävention und Demokratielernen“ und Mitglied im Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Demokratiepädagogik.</p>
<p class="bodytext">(1) Wolfgang Edelstein, Zur Bedeutung von Demokratiepädagogik heute: Warum Demokratie lernen, wozu Demokratie lernen, wie Demokratie lernen? Vortrag am 5.10.12, Evangelische Akademie Arnoldshain, S.1</p>
<p class="bodytext">(2) Eine Dokumentation der hessischen Demokratietage findet man im Internet unter www.hessischer-demokratietag.de</p>
<p class="bodytext">(3) Nähere Informationen unter www.kinderrechteschulen.de</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p></div>]]></content:encoded>
			<category>HLZ</category>
			
			
			<pubDate>Mon, 06 May 2013 09:56:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
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			<title>HLZ 5/2013 Titelthema | Ohnmacht des Wissens? Von der Französischen Revolution zur Postdemokratie</title>
			<link>http://www.gew-hessen.de/index.php?id=296&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=5152&#38;cHash=9f3b606825c0bcaacffb7ea0eaac0b96</link>
			<description>Wer sich mit dem Verhältnis von Bildung und Demokratie beschäftigt, darf nicht vergessen, dass...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<div></div><div><p class="bodytext">Ein Bildungsbegriff, der sich gegen reinen Utilitarismus zur Wehr setzt und dem so ein Moment der Freiheit innewohnt, speist sich daher auch aus der Erinnerung an diesen ursprünglichen Inhalt persönlicher Gestaltungsräume. Bei seiner unreflektierten Idealisierung wird er aber auch leicht zur ideologischen Beute konservativer Kulturkritik.&nbsp;</p>
<p class="bodytext"><b>Bildungspolitik und Demokratiegeschichte</b></p>
<p class="bodytext">„Je besser der Staat eingerichtet ist, desto matter die Menschheit.“ (1) So lautete die Kurzform des von Friedrich Nietzsche ins Philosophische &nbsp;gewendeten Schlachtrufs gegen die Forderung nach Égalité, dem am meisten gehassten Ideal der Französischen Revolution. Die „Masse“ der Ungebildeten müsse das ausbeutbare Fundament der Gesellschaft bleiben, an deren Spitze eine Aristokratie des Geistes das ihr innewohnende Genie zu leben bestimmt sei, eine gar nicht exotische, sondern im 18. und 19. Jahrhundert verbreitete Vorstellung, der die Teilung der Gesellschaft in eine privilegierte, „kulturtragende“</p>
<p class="bodytext">Klasse und eine in sklavereiähnlichen Umständen lebende Klasse als „von der Natur eingerichtet“ erschien – ein Konzept, das im Übrigen auch gut mit dem Freiheitsbegriff des frühen Liberalismus konform ging, der angesichts von Plantagensklaverei und aufkommender Lohnsklaverei in der &nbsp;frühkapitalistischen Fabrik wenig Skrupel verspürte. Die Französische Revolution von 1789 stellte aus dieser Sicht das Ärgernis des antidemokratischen Konservativismus dar, als „Aufstand des Pöbels“, der führungslos doch nur zu Anarchie und Terror fähig sei. Der elitäre Bildungsbegriff, der dieser Sichtweise entsprach, witterte darum auch in den demokratischen Forderungen nach einer Verallgemeinerung der Bildung für breite Volksschichten das Streben nach einer „Emanzipation der Massen von der Herrschaft der großen Einzelnen“ (2).</p>
<p class="bodytext">Bernard Mandeville, ein liberaler Denker, sorgte sich schon 1714 um die Aufrechterhaltung der „Ordnung“: „Glück und Gedeihen eines jeden Staates und Reiches erfordern daher, dass die Kenntnisse der arbeitenden ärmeren Klasse auf das Gebiet ihrer Beschäftigungen beschränkt und niemals – soweit es sich um materielle Dinge handelt – über ihren Beruf hinaus ausgedehnt werden. Je mehr ein Schäfer, ein Feldarbeiter oder anderer Landmann von der Welt und den seiner Arbeit und Tätigkeit fremden Dingen weiß, desto weniger geeignet wird er sein, deren Mühen und Strapazen in heiterer Zufriedenheit zu ertragen.“(3)</p>
<p class="bodytext">Für jeden einzelnen die Voraussetzungen zu schaffen, „unter den Bürgern eine tatsächliche Gleichheit herzustellen und die durch das Gesetz zuerkannte politische Gleichheit zu einer wirklichen zu machen, das muss“, so Marie Jean Antoine de Condorcet 1792, „das erste Ziel eines nationalen Unterrichtswesens sein“ (4). Bildung als entscheidendes Moment einer vertikalen sozialen Mobilität, um die bestehenden Klassenunterschiede auszugleichen, war eine frühbürgerliche Utopie. Dieser weit reichende Anspruch des Gleichheitsgedankens konnte 1792 von einem dezidierten Liberalen vertreten werden, der den universellen Anspruch der Demokratie noch ernst nahm: ohne Einführung umfassender öffentlicher Schulbildung keine tatsächliche Verwirklichung der Demokratie und ihrer Ziele!</p>
<p class="bodytext">Weit davon entfernt, sich mit der legislativen Installation einer formalen Gleichheit vor dem Gesetz zufrieden zu geben, nehmen schon die ersten bildungspolitischen Programme der beginnenden Neuzeit die sozialen Gegensätze als Hindernis auf dem Weg zur Entfaltung einer wirklichen Demokratie zur Kenntnis und in Angriff, so Michel Lepeletier, der andere große Bildungsreformer neben Condorcet: „Eine weit größere Ungleichheit entsteht aber infolge des verschiedenen Vermögens der Eltern, und hier haben die Wohlhabenden, das heißt der kleinste Teil der Nation, den ganzen Vorteil. Diese bedürfen nicht der Arbeit des Kindes, um es zu ernähren, und können es also leicht alle Tage und mehrere Stunden am Tage in die Schule schicken. Aber können die Armen das?“ (5) Welch weit reichende Einsicht in die Tragweite demokratischer Ideale, wenn man bedenkt, dass es beispielsweise in den USA als „Musterland“ des Liberalismus erst 1938 gelang, Kinderarbeit per Gesetz zu verbieten!</p>
<p class="bodytext"><b>Armut als Bedrohung der Demokratie</b></p>
<p class="bodytext">Armut von breiten Teilen der Bevölkerung als Bedrohung einer Demokratie, &nbsp;die man sie in ihren revolutionären Ursprüngen noch zu denken wagte: Diese Einsicht ist eine visionäre Sicht auf die Ursache künftiger Gebrechen der Gesellschaft, die sich aus der gewaltsamen Zurückdrängung der Demokratie nach 1800 ergab. Die Massenarmut, deren politische Folgen nach der großen Depression in Europa in den Faschismus mit seinen verheerenden Folgen mündeten, ist eines der Schreckensbeispiele für diese Gesetzmäßigkeit – ein Anstoß, um über die zerstörerischen Wirkungen der permanenten Krise des Kapitalismus in der Jetztzeit nachzudenken, sind doch viele Forderungen der Revolutionäre von 1789 höchst modern, was sich nicht nur ihren visionären Qualitäten verdankt, sondern auch der Tatsache, wie zurückgeblieben die sozialen Umstände der Gegenwart einmal mehr (wieder) sind. Michel Lepeletier lobte in seinem „Plan einer Nationalerziehung“ 1793 „eine beständige Lebensweise, eine gesunde und der Kindheit entsprechende Nahrung, graduelle und gemäßigte Arbeiten“ als Mittel, „dem Körper die ganze Entwicklung zu geben, deren er fähig ist, und alle Fähigkeiten zu verleihen, zu denen er geschickt ist“. Das seien Aspekte einer „Nationalerziehung“, die „gemeinschaftlich“, „auf Kosten der Republik“ allen Kindern, unabhängig von ihrer Herkunft „dieselbe Sorgfalt“ zu kommen lassen soll und – für die Bildungspolitiker schon damals selbstverständlich – eine sozial gerechte Art der Finanzierung verlangt: „Was die Art und Weise betrifft, [...] die Last dieser Einrichtung zu verteilen, so wird sie fast ganz auf den Reichen fallen, für den Armen soll die Taxe kaum fühlbar sein.“ (6) </p>
<p class="bodytext">Inklusion 1792! Schon mit den Bildungskonzepten der Französischen Revolution sind also die Konfliktlinien gezogen, die bis heute jede &nbsp;diesbezügliche politische Diskussion bestimmen: Zugang zu höherer Bildung für möglichst breite Schichten der Bevölkerung als Voraussetzung von vertikaler sozialer Mobilität, die Forderung nach öffentlicher Bildungsfinanzierung unter angemessener Beteiligung derjenigen Schichten, die von den Ergebnissen der Produktivkraft Bildung am meisten profitieren und damit Abbau bestehender Benachteiligungen und vieles mehr.</p>
<p class="bodytext">Dass Bildung - über das rein utilitaristische Ziel der Vermittlung von beruflich ausbeutbaren Kenntnissen hinaus - imstande ist, einen unverzichtbaren Beitrag zur menschlichen Emanzipation zu leisten, lässt sich schon an den Legion gewordenen diesbezüglichen Misstrauensbekundungen ablesen, die von Parteigängern jeglicher Privilegienwirtschaft bekannt sind – wie unter anderen die evangelischen Missionsgesellschaften in der deutschen Kolonie Togo, von der Sorge bedrückt, durch die allgemeine Vermittlung des Deutschen wachse ein „eingebildetes, anspruchsvolles und leicht auch unzufriedenes Geschlecht heran“, „denn die Eingeborenen hören von den Europäern vieles, was schädlich wirkt, und fühlen sich im Besitz der Sprache der Europäer versucht, sich ihnen gleich zu stellen“ (7).</p>
<p class="bodytext">Zu „dem Schädlichen“, vor dem die „Eingeborenen“ bewahrt werden sollten, gehörte auch der sozialdemokratische „Vorwärts“: Daher erschien der Kolonialverwaltung der Deutsch lesende Afrikaner auch als eine besondere Gefahr. Der Überschuss an Kenntnissen und Fähigkeiten über das reinem Nutzdenken Unterworfene hinaus, den Bildung erzeugen muss, um als solche gelten zu können, ist es, was sie letztlich zur Gefahr für jegliche undemokratischen Kräfte und Strukturen werden lässt. Alle Versuche, schulische und universitäre Bildung einem hermetisch geschlossenen Effizienzdenken unterzuordnen, sind daher mit Misstrauen zu betrachten, zielen sie doch darauf ab, im Namen rein ökonomischer &nbsp;Nützlichkeitserwägungen das im Bildungssystem unverzichtbare Moment an geistiger und materieller Freiheit zu verhindern. Dabei geht es auch um den Widerstreit zweier gegensätzlicher Konzepte von „Zeit“. Denn ob auch im Bildungswesen „Time ist money“ (Benjamin Franklin) gelten soll oder ob Bildungs-Zeit nicht auch die Freiräume für bewusstseinsbildende Muße mit Gelegenheit zu streitbarem politischen und sozialen Engagement enthalten muss, ist eine der wesentlichen Fragen der Gegenwart, die an die Arbeits-, Studien- und Lernbedingungen der betroffenen Menschen rührt. Dazu passt, dass „unnötig zeitaufwändige“ Beteiligungs- und Entscheidungsprozeduren in der rechtsstaatlich-parlamentarischen Demokratie mittlerweile als &nbsp;Standortnachteil“ gehandelt werden, wo es doch eine der grundlegenden geschichtlichen Lektionen sein sollte, dass die „Opportunitätskosten“ von Einschränkungen der Demokratie schnell unkalkulierbare Höhen erreichen!</p>
<p class="bodytext"><b>Ernst Olbrich</b></p>
<p class="bodytext">(1) Friedrich Nietzsche, Wir Philologen, in: ders., Unzeitgemäße Betrachtungen. Stuttgart 1964, S. 599</p>
<p class="bodytext">(2) Friedrich Nietzsche, Über die Zukunft unserer Bildungsanstalten, a.a.O., S. 418</p>
<p class="bodytext">(3) Bernard Mandeville, Die Bienenfabel, zitiert nach: Domenico Losurdo, Nietzsche, der aristokratische Rebell. Berlin 2009, S. 389</p>
<p class="bodytext">(4) Marie Jean Antoine de Condorcet, Bericht über die allgemeine Organisation des Unterrichtswesens, in: Erziehungsprogramme der französischen Revolution, Berlin/Leipzig 1949, S. 63</p>
<p class="bodytext">(5) Michel Lepeletier, Plan einer Nationalerziehung, in: Erziehungsprogramme, a.a.O., S. 123 ff</p>
<p class="bodytext">(6) ebd., S. 123 ff </p>
<p class="bodytext">(7) zitiert nach: Informationszentrum Dritte Welt, April/Mai 2005, S. 41</p></div>]]></content:encoded>
			<category>HLZ</category>
			
			
			<pubDate>Mon, 06 May 2013 09:34:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>&quot;Vergleichsarbeiten VERA in der Kritik&quot; | Freistellung von den Test beantragen</title>
			<link>http://www.gew-hessen.de/index.php?id=296&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=5149&#38;cHash=275eb5d40f01db147da89e2484a6c8e1</link>
			<description>Im Februar 2013 verabredeten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Fachtagung der GEW-Hessen ...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Die Fachtagung beschloss, in den Schulen eine breitere Diskussion über diese Ausstiegsmöglichkeit anzuregen und über Anträge auf Befreiung von der Teilnahme an VERA an das Hessische Kultusministerium heranzutreten, um die Landesregierung zu einer Korrektur ihrer bisherigen Position „verpflichtende Durchführung von VERA in zwei Fächern an vier Tagen in der dritten Klasse“ zu bewegen.</p>
<p class="bodytext">Auf das kurzfristige Bekanntwerden des KMK-Beschlusses hin haben sich an die hundert Schulen, die der GEW bekannt geworden sind, mit der Thematik befasst, Konferenzbeschlüsse herbeigeführt&nbsp; und dem Kultusministerium ihr Anliegen, von VERA freigestellt zu werden, zum größten Teil schulbezogen begründet. Diese Anträge erzeugten verschiedene Reaktionen einzelner Schulämter, die durch ein Schreiben des Landesschulamtes vom 10. April 2013 eine Klarstellung erfahren sollten. Das vollständige Schreiben des Landesschulamtes findet ihr/finden Sie zum Download im Anhang. </p>
<p class="bodytext">Das Landesschulamt verweist in seinem Schreiben vom 10. April 2013 darauf, da eine grundsätzliche Teilnahmeverpflichtung bestünde, könnten Befreiungen nur im Ausnahmefall aufgrund einer auf den Einzelfall zugeschnittenen Begründung erfolgen und weiter: „Ein für alle Grundschulen in Hessen gültiges Formular mit vorformulierten Gründen kann dabei nicht zur Feststellung eines Ausnahmefalls dienen.“&nbsp; </p>
<p class="bodytext">Dazu stellt die GEW Hessen fest, dass die überwiegende Mehrheit &nbsp;der ihr bekannt gewordenen Anträge schul- oder gruppenspezifische und eine auf den Einzelfall zugeschnittene Begründung anführen, um die Ausnahme zu begründen. </p>
<p class="bodytext">Das Landesschulamt weist die Schulämter an, mit Schulleitungen Kontakt aufzunehmen und die Thematik geeigneter Weise zu besprechen. In der Kürze der Zeit wird kaum Raum für angemessene Gespräche sein. Leider geht das Landesschulamt in seiner ablehnenden Stellungnahme nicht auf diese schulbezogenen Einzelfallbegründungen ein. </p>
<p class="bodytext">Die GEW Hessen bedankt sich bei allen Kolleginnen und Kollegen, die das Thema aufgegriffen, in die Schulen getragen und den Aufwand,&nbsp; einen Antrag zu schreiben, auf sich genommen haben. Die GEW Hessen wird diese Initiativen aufnehmen, um das Gespräch mit Kultusministerin Beer zu suchen. </p>
<p class="bodytext">Wie uns ebenfalls bekannt geworden ist, wurden auch Eltern von den Kollegien über die Entscheidung, einen Freistellungsantrag zu stellen, informiert. Daher haben wir dem Schulversand eine Elterninformation beigelegt. Der Elternflyer kann in weiteren Exemplaren bei der GEW Hessen bestellt werden. </p>
<p class="bodytext">Um Eltern eine Möglichkeit zu geben, ihrer Unterstützung des Protest gegen VERA Ausdruck zu verleihen, findet Ihr/finden Sie eine Unterschriftensammlung (im Anhang)&nbsp;ebenfalls zum Herunterladen,<a name="_GoBack"></a> die dabei helfen kann, über den Mai hinaus die Diskussion zu verbreitern und weiter in den hessischen Wahlkampf zu tragen.&nbsp;</p>
<p class="bodytext">Soweit einzelne Schulen darauf hingewiesen wurden, dass die Erlasslage die Durchführung von Vergleichsarbeiten in der Grundschule vorschreibt, ist dies für die Schulen bindend. <i>Vereinzelt</i> ist die GEW gefragt worden, was geschieht, wenn eine Schule die Durchführung der Tests verweigert. Es kann leider nicht mit Sicherheit vorausgesagt werden, zu welcher Sanktion es bei einer Verweigerung kommen wird. Das Dienstrecht bzw. Disziplinarrecht enthalten keine eindeutigen &quot;Tatbestandsbeschreibungen&quot; mit eindeutig geregelten&nbsp;Rechtsfolgen. Mit rechtlichen Mitteln werden diese nicht zu verhindern sein. </p>
<p class="bodytext">Für diejenigen, die den Schritt in die Verweigerung der VERA-Durchführung machen wollen und für den Fall, dass es zu Sanktionen kommt, wird die Landesrechtsstelle die notwendigen Empfehlungen und Hinweise geben, wie jede(r) einzelne auf die Sanktionen des Dienstherrn reagieren kann. Darüber hinaus wird die GEW den gewerkschaftlichen Rechtsschutz für ihre Mitglieder dort einsetzen, wo Einzelne durch unverhältnismäßige Sanktionen exemplarisch bestraft werden sollen. </p>
<p class="bodytext">In den kommenden Tagen werdet Ihr/werden Sie auch eine vorbereitete Pressemitteilung erhalten, in der Sie/in der Ihr Eurem Protest gegen die angewiesene Durchführung von VERA&nbsp; zusammen mit den Kreisverbänden der GEW Ausdruck verleihen könnt.</p>
<p class="bodytext">Karola Stötzel, Stellv. Landesvorsitzende&nbsp; GEW Hessen</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>]]></content:encoded>
			<category>Startseite</category>
			<category>Grundschul-Themen</category>
			
			
			<pubDate>Tue, 30 Apr 2013 17:10:00 +0200</pubDate>
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		</item>
		
		<item>
			<title>&quot;Marburger Bildungsaufruf&quot; - eine hessenweite Initiative im Vorfeld der Landtagswahl</title>
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			<description>Ein Umdenken in der Bildungspolitik fordern Initiatoren und Unterzeichner des &quot;Marburger...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Die Hauptforderung: &quot;Wir brauchen eine neue Entwicklungsrichtung für unser Bildungswesen.&quot; Die Initiatoren wollen anknüpfend an die Vorträge&nbsp;eine demokratische Diskussion anstoßen und warnen vor einer Ökonomisierung von Bildung. </p>
<p class="bodytext">Der Bildungsaufruf fordert&nbsp;für Kinder und Jugendliche&nbsp;mehr Zeit zur persönlichen Entwicklung und pädagogische Freiheit für Lehrende ohne Bildungsstandards und Kompetenzorientierung.&nbsp;</p>
<p class="bodytext">Mehr zum Bildungsaufruf unter &gt;&gt;&nbsp;&quot;Meine Gewerkschaft&quot; &gt;&gt; Themen &gt;&gt; <a href="index.php?id=583" class="internal-link" >Marburger Bildungsaufruf</a>.</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>]]></content:encoded>
			<category>Startseite</category>
			
			
			<pubDate>Tue, 30 Apr 2013 13:10:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Eingungen im Tarifstreit mit der Goethe-Universität Frankfurt und der TU Darmstadt erzielt</title>
			<link>http://www.gew-hessen.de/index.php?id=296&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=5146&#38;cHash=70fb2cc42b1b394a10e33fda3e634bc0</link>
			<description>Nachdem sich am 16. April 2013 die Gewerkschaften und das Land Hessen auf eine Einigung in der...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<div><p class="bodytext">Sie verhandelten&nbsp;an den tarifrechtlich selbständigen Universitäten über die Tarifentwicklung 2013. </p>
<p class="bodytext">Mit beiden Hochschueln konnten sich die Gewerkschaften auf Eingungspapiere verständigen, die&nbsp;weitgehend der Vereinbarung mit dem Land entsprechen.</p></div>]]></content:encoded>
			<category>Startseite</category>
			
			
			<pubDate>Tue, 30 Apr 2013 11:02:00 +0200</pubDate>
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			<enclosure url="http://www.gew-hessen.de/uploads/media/2013_04_26_tarifinfo_tu_darmstadt.pdf" length ="73608" type="application/pdf" />
		</item>
		
		<item>
			<title>Endlich ein Tarifvertrag! 400 Beschäftigte der ASB-Lehrerkooperative erhalten ab 1. Januar 2013 durchschnittlich 5 Prozent mehr Gehalt</title>
			<link>http://www.gew-hessen.de/index.php?id=296&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=5145&#38;cHash=84df540d510a4dbf3712516794fd1ce3</link>
			<description>Nach drei Jahren Tarifauseinandersetzungen beim freien Träger für Kindertagesstätten,...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<div><p class="bodytext">Die Einkommenserhöhung und die Überführung der bisherigen „Betriebsvereinbarung Gehalt“ in einen Entgelttarifvertrag sowie die Vereinbarung, einen Manteltarifvertrag für die Einrichtung zu verhandeln, der am 1. Januar&nbsp;2015 in Kraft treten soll, werten GEW und ver.di angesichts der jüngeren Geschichte der Lehrerkooperative als beachtlichen Erfolg. Die Regelungen zum Einkommen sind erstmals zum 31. Dezember&nbsp;2014 kündbar.</p></div><div><p class="bodytext">„Auch wenn unsere Forderung nach der Übernahme des für die kommunalen Arbeitgeber geltenden Tarifvertrages TVöD noch nicht realisiert werden konnte, haben wir mit einer im Durchschnitt fünfprozentigen Gehaltserhöhung ab 1. Januar&nbsp;2013 doch einen guten Schritt gemacht“, &nbsp;kommentierte der verantwortliche Verhandlungsführer der GEW, Rüdiger Bröhling.</p></div><div><p class="bodytext">„Sozial gerecht ist, was den Abstand zum TVöD verringert“, war das Leitbild mit dem die Verhandlungskommission in die Entgeltverhandlungen 2013 entsandt wurde. So wurde das Volumen der Entgelterhöhung nicht auf alle gleich verteilt, sondern liegt für diejenigen Gruppen, deren Bezahlung am weitesten vom Niveau des TVöD entfernt ist, prozentual deutlich höher. </p>
<p class="bodytext">Erzieherinnen und Erzieher erhalten demnach 6,2 Prozent mehr Entgelt. Dasselbe gilt auch zum Beispiel für die Küchenhelferinnen und -helfer. Die Einkommen anderer Beschäftigtengruppen, die im vergangen Jahr eine 10-prozentige Gehaltserhöhung bereits erhalten hatten, steigen um 2 Prozent. Zudem wird die Zulage für Kitaleitungen auf 450 Euro erhöht. &nbsp;</p></div><div><p class="bodytext">In der Tarifeinigung verständigten sich die Vertragsparteien auch darauf, dass die Arbeitgeberseite und die Gewerkschaften GEW und ver.di &nbsp;gemeinsam auf die Stadt Frankfurt einwirken, die Finanzierungsbedingungen der ASB Lehrerkooperative so auszugestalten, dass der Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes (TVöD) umgesetzt werden kann.&nbsp;</p></div><div><p class="bodytext">Die Geschichte des Kampfes um einen Tarifvertrag für die bei der Lehrerkooperative Frankfurt Beschäftigten reicht weit zurück bis in die Mitte der 1990er Jahre. Damals gründeten einige Kolleginnen und Kollegen der ehemals „selbstverwalteten Betriebes Lehrerkooperative e.V.“ mit Unterstützung der GEW einen zunächst heiß umstrittenen Betriebsrat. Bald &nbsp;danach begannen sie, ihre Kolleginnen und Kollegen in die GEW und auch in ver.di zu organisieren. Ende der 90er Jahre gab es eine erste Initiative der Beschäftigten der Lehrerkooperative, tarifvertragliche Regelungen zu vereinbaren. Dies scheiterte aber am hartnäckigen Widerstand der Geschäftsleitung. `The Times They Are a-Changin.’</p></div><div></div><div></div>]]></content:encoded>
			<category>Startseite</category>
			
			
			<pubDate>Fri, 26 Apr 2013 13:47:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="http://www.gew-hessen.de/uploads/media/2013_04_tarifinfo_asb_lehrerkooperative.pdf" length ="180331" type="application/pdf" />
		</item>
		
		<item>
			<title>Marburger Bildungsaufruf: Demokratisierung statt Ökonomisierung! </title>
			<link>http://www.gew-hessen.de/index.php?id=296&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=5140&#38;cHash=a4f4822a0433e39ac28f708316317fd8</link>
			<description>Wir brauchen eine neue Entwicklungsrichtung für unser Bildungswesen. Seit Jahren greift die...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Im Gesundheits- und Sozialwesen ist dies bereits sehr deutlich geworden. Auch in der&nbsp;Bildung geht es bei den aktuellen Schulreformen vorrangig um betriebswirtschaftliche Effizienz,&nbsp;Konkurrenz und Verwertbarkeit. Den Preis zahlen unsere Kinder und Jugendlichen, ihre Eltern,&nbsp;unsere Lehrkräfte und Schulen. Den Preis zahlen wir alle.</p>
<p class="bodytext"><b>1. Unsere Kinder und Jugendlichen </b>brauchen Zeit für ihre persönliche Entwicklung, anstatt durch die&nbsp;Schule gehetzt zu werden. Sie brauchen Zeit für spielerisches Erproben und kreatives Gestalten, für&nbsp;gründliches Nachdenken und kritisches Prüfen sowie für die Entwicklung von Urteilsfähigkeit.&nbsp;„Zeitraub“ (Oskar Negt) durch Schulzeitverkürzung und eine von „Testeritis“ beherrschte&nbsp;Lernatmosphäre behindern Bildung.</p><ul><li><strong>Gegen G8 und schulischen Dauerstress!</strong></li><li><strong>Für Entschleunigung beim Lernen und ausreichende Entwicklungszeit für alle!</strong></li></ul><p class="bodytext"><b>2. Unsere Lehrkräfte </b>haben laut Verfassung des Landes Hessen (Art. 56,4) einen Bildungs- und&nbsp;Erziehungsauftrag wahrzunehmen, demzufolge Bildung mehr darstellt als die Summe messbarer&nbsp;Lernergebnisse. Bildung darf nicht reduziert werden auf ein effizienzorientiertes „Fitmachen“ für den&nbsp;Markt. Die derzeitige Schulpolitik verengt Bildung auf die Vermittlung instrumenteller Fertigkeiten&nbsp;(„Kompetenzen“). Wenn jedoch Unterricht so ausgerichtet und immer stärker durch ein „Teaching-to-&nbsp;the-test“ bestimmt wird, bleibt Bildung in ihrer &nbsp;ethischen und emanzipatorischen Funktion auf der&nbsp;Strecke. Lehrkräften kommt im Bildungsprozess eine zentrale Rolle zu. Sie brauchen pädagogische&nbsp;Freiheit und mehr Mitbestimmungsrechte.</p><ul><li><strong>Gegen „Bildungsstandards“ und „Kompetenzorientierung“!</strong></li><li><strong>Für eine umfassende Bildung für alle!</strong></li></ul><p class="bodytext"><b>3. Unsere Schulen </b>müssen für gelingenden Unterricht menschenfreundliche Lernbedingungen bieten&nbsp;können. Dazu gehören u.a. eine umfassende Versorgung mit professionellem Personal (Lehrkräfte,&nbsp;Sozialarbeiter, Mediatoren, Psychologen), eine angemessene räumliche und materielle Ausstattung&nbsp;und Planungssicherheit. All dies muss „Sache des Staates“ bleiben (Verfassung des Landes Hessen,&nbsp;Art. 56,1). Wenn die Regeln der Ökonomie die pädagogischen Prozesse bestimmen, werden Schulen&nbsp;zu Dienstleistungsunternehmen degradiert, die – z.B. als „Selbständige Schulen“ – um „Kunden“&nbsp;(Eltern und Schüler) wetteifern, anstatt junge Menschen zu gemeinsamer Selbsterziehung und&nbsp;selbständigem Denken und Handeln zu befähigen. Wo es um Bildung und Persönlichkeitsentwicklung&nbsp;geht, darf nicht ökonomische Zweckrationalität bestimmend sein.</p><ul><li><strong>Gegen Standortkonkurrenz und Privatisierung!</strong></li><li><strong>Für die Stärkung demokratischer Rechte in den Schulen für alle!</strong></li></ul><p class="bodytext"><b>4. Unsere Gesellschaft </b>braucht statt angepasster „Selbstoptimierer“ Persönlichkeiten, die beurteilen&nbsp;können, worauf es wirklich ankommt. Wir brauchen Menschen mit Zivilcourage und Empathie, mit&nbsp;Fähigkeit zu Solidarität und mit Verantwortungsbewusstsein für das Allgemeinwohl.</p><ul><li><strong>Schule ist kein Wirtschaftsunternehmen! Kinder und Jugendliche sind kein „Humankapital“!</strong></li><li><strong>Wir fordern deshalb eine Bildung, die nicht dem Markt, sondern der Demokratie verpflichtet ist!</strong></li></ul><h3><strong>Eine bessere Schule ist möglich!</strong></h3>
<p class="bodytext"><b>Erstunterzeichner: </b>Manfred Bock (Lehrer, Marburg), Dr. Matthias Burchardt (Akademischer Rat, Köln), Axel Damtsheuser&nbsp;(Lehrer, Marburg), Birgit Eggers (ehem. hessisches Landeselternbeiratsmitglied), Janis Ehling (Student/AStA, Marburg), Bernd&nbsp;Georgy (Lehrer, Marburg), Andrea Gergen (Lehrerin, Kirchhain), Renate Görg (Lehrerin, Marburg), Dr. Sigrid Hartong (Wiss.&nbsp;Assistentin, Bamberg), Jutta von Hadeln (Lehrerin, Marburg), Prof. Dr. Joachim Hösler (Marburg), Prof. Dr. Anton Hügli (Basel), Dr. Reinhold Hünlich (Pensionär, Marburg), Prof. Dr. Thomas Jahnke (Potsdam), Erwin Junker (Lehrer, Marburg), Prof. Dr.&nbsp;Hans Peter Klein (Frankfurt/M.), Wilfried Müller-Radtke (Lehrer, Marburg), Jochen Nagel (GEW-Landesvorsitzender Hessen),&nbsp;Prof. Dr. Oskar Negt (Hannover), Angelika Voss (Lehrerin, Marburg), Prof. Hans Peter Voss (Karlsruhe), Laurien Simon Wüst&nbsp;(hessischer Landesschulsprecher)</p>
<p class="bodytext">Die UNterschriftenaktion läuft jetzt:&nbsp;Den Aufruf als PDF sowie&nbsp;die Unterschriftenliste finden Sie im Anhang.</p>]]></content:encoded>
			<category>Marburger Bildungsaufruf</category>
			
			
			<pubDate>Fri, 26 Apr 2013 10:13:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="http://www.gew-hessen.de/uploads/media/marburger_bildungsaufruf_01.pdf" length ="67052" type="application/pdf" />
			<enclosure url="http://www.gew-hessen.de/uploads/media/marburger_bildungsaufruf_unterschriftenliste_01.pdf" length ="39887" type="application/pdf" />
		</item>
		
		<item>
			<title>Versetzung auf eigenen Wunsch</title>
			<link>http://www.gew-hessen.de/index.php?id=296&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=5138&#38;cHash=e7256a298ccf230a5556387bc15ba73c</link>
			<description>Informationen zum Verfahren der internen Versetzung innerhalb des Bereiches eines Staatlichen...</description>
			<content:encoded><![CDATA[]]></content:encoded>
			
			
			<pubDate>Thu, 25 Apr 2013 15:32:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="http://www.gew-hessen.de/uploads/media/2013_04_beamtr_ar_versetzung.pdf" length ="84814" type="application/pdf" />
		</item>
		
		<item>
			<title>Tarifeinigung bei der ASB-Lehrerkooperative. Vierhundert Beschäftigte erhalten ab 1. Januar 2013 durchschnittlich 5 Prozent mehr Gehalt | Pressemitteilung der GEW Hessen vom 23. April 2013</title>
			<link>http://www.gew-hessen.de/index.php?id=296&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=5137&#38;cHash=7cc5dd5fbd9f8a0dde56c07857ea7ff0</link>
			<description>Am 21. März 2013 unterzeichneten die Geschäftsführung der ASB-Lehrkooperative und die...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<div></div><div><p class="bodytext">Jörg Gonnermann, Geschäftsführer der in Frankfurt ansässigen ASB-Lehrerkooperative, bewertete die Einigung so: „Wir sind als Arbeitgeber an die Grenze des für uns Machbaren gegangen. Damit zeigen wir deutlich, dass wir die gute Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wertschätzen und mit ihnen gemeinsam die Zukunft der Lehrerkooperative positiv gestalten wollen.“</p></div><div><p class="bodytext">Bestandteil der Einigung ist eine durchschnittliche lineare Gehaltserhöhung von 5 Prozent ab 1. Januar&nbsp;2013. Die Einkommensbestandteile der bisherigen „Betriebsvereinbarung Gehalt“ werden in einen Entgelttarifvertrag überführt. Es wurde eine Vereinbarung getroffen, einen Manteltarifvertrag für die Einrichtung zu verhandeln, der am 1. Januar&nbsp;2015 in Kraft treten soll. Die Regelungen zum Einkommen sind erstmals zum 31. Dezember&nbsp;2014 kündbar.</p></div><div><p class="bodytext">„Sozial gerecht ist, was den Abstand zum TVöD verringert. Mit dieser Haltung ihrer gemeinsamen Tarifkommission ist die Verhandlungsdelegation von GEW und ver.di in die Entgeltverhandlungen 2013 gesandt worden. Dieser Leitidee sind wir einen guten Schritt entgegengegangen“, kommentierte Rüdiger Bröhling, verantwortlicher Verhandlungsführer der GEW, das Ergebnis.</p></div><div><p class="bodytext">So wurde das Volumen der Entgelterhöhung nicht auf alle gleich verteilt, sondern liegt für diejenigen Gruppen, deren Bezahlung am weitesten vom Niveau des TVöD entfernt ist, prozentual deutlich höher. Erzieherinnen und Erzieher erhalten demnach 6,2 Prozent&nbsp;mehr Entgelt. Dasselbe gilt auch zum Beispiel für die Küchenhelferinnen und -helfer. Die Einkommen anderer Beschäftigtengruppen steigen um 2 Prozent. Zudem wird die Zulage für KiTa-Leitungen auf 450 Euro erhöht.</p></div><div><p class="bodytext">Arbeitgeber und Gewerkschaften verständigten sich darauf, die zuständige Bildungsdezernentin Sarah Sorge zu gemeinsamen Gesprächen über die Trägerfinanzierung aufzufordern. Hintergrund dieser Einigung ist der Tariftreuebeschluss der Stadtverordnetenversammlung vom März 2012. „Wir erwarten von der Stadt Frankfurt, dass sie ihren Tariftreuebeschluss vom März 2012 mit Leben füllt und die Refinanzierungsbedingungen des Trägers tarifgerecht und dynamisch gestaltet“, sagte der zweite Geschäftsführer der Lehrerkooperative, Arno Brandscheid, abschließend.</p></div>]]></content:encoded>
			<category>Startseite</category>
			
			
			<pubDate>Thu, 25 Apr 2013 15:21:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Bildung in der frühen Kindheit. Kindliche Phänomene und pädagogische Konzepte aus akteursbezogener Sicht</title>
			<link>http://www.gew-hessen.de/index.php?id=296&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=5135&#38;cHash=7f6f8c91f1ccdc26ea7d3944d456c206</link>
			<description>Zu einer öffentlichen Ringvorlesung in der Gießener Universität lädt das &quot;Kompetenznetzwerk...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Eine Anmeldung ist nicht notwendig. Die Teilnahme ist kostenlos.&nbsp;<b>Veranstaltungsort: </b>Phil. II, Karl-Glöckner-Str. 21 | Haus B Hörsaal 030</p>
<p class="bodytext">&gt;&gt;<a href="http://www.netzwerk-elementarbildung.de/" target="_blank" > www.netzwerk-elementarbildung.de</a></p>
<p class="bodytext">Die erste&nbsp;Lesung am 24. April beschäftigte sich mit&nbsp;der &quot;Elementardidaktischen Schlüsselsituationen in der Krippe&quot;.&nbsp;</p>
<p class="bodytext"><b>Lesung am Mittwoch,&nbsp;</b><b>8. Mai: Bedeuten Punkte Traurigkeit“ - Kinderzeichnungen richtig verstehen</b>&nbsp;</p>
<p class="bodytext">Kinderzeichnungen haben schon immer die Aufmerksamkeit von Eltern und Pädagogen auf sich gezogen. Was erzählt das Kind mit seiner Zeichnung über sich und die Welt? Auch die Forschung beschäftigt sich seit über 100 Jahren mit Kinderzeichungen. Der Vortrag wird unterschiedliche Interpretationsansätze vorstellen (Kinderzeichnung als Entwicklungsphänomen, als ästhetisches Phänomen, als Ausdruck der Persönlichkeit) und anhand von Beispielen ein kommunikatives Interpretationsverfahren erläutern, das für die pädagogische Praxis in Kindertagesstätten unerlässlich ist.</p>
<p class="bodytext"><b>Prof. Dr. Norbert Neuß</b> lehrt an der Justus-Liebig-Universität Gießen im Fachgebiet „Pädagogik der Kindheit/Elementarbildung“. Seine Arbeitsschwerpunkte sind die Medienpädagogik, Professionalisierung im Elementarbereich und die akteursbezogene Kindheitsforschung. &nbsp;</p>
<p class="bodytext">Aktuelle Publikation: „Kinder &amp; Medien“ |&nbsp;Weitere Informationen &gt;&gt;&nbsp;<a href="http://www.dr-neuss.de/" target="_blank" class="external-link-new-window" >www.dr-neuss.de</a></p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext"><b>Lesung am Mittwoch, 15. Mai:&nbsp;„Die ästhetische Ordnung der Welt“ - Bildung als Konstruktionsprozess</b></p>
<p class="bodytext">Ästhetische Erfahrungen sind anfänglich alltägliche Angelegenheiten, die erst später zu einem Thema der Kunst werden. Innerhalb einer ästhetisch-konstruktiven Didaktik, erschließt sich der Anspruch, kindliches Gestalten als eine Möglichkeit der Vertiefung kindlicher Welterfahrung zu verstehen. Plastizieren, modellieren und malen werden zu Werkzeugen des Denkens und damit zu Konstruktionsprozessen.</p>
<p class="bodytext">Der Vortrag zeigt auf, wie kindliches Gestalten zur Entfaltung von ästhetischem Denken beitragen kann. Die theoretische Grundlage und Einführung in den Vortrag bilden &nbsp;konstruktivistische Konzepte. Praxisnah wird abschließend ein didaktisches Arrangement einer konstruktivistischen Pädagogik vorgestellt.</p>
<p class="bodytext"><b>Lena Sophie Kaiser</b>, M.A., wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung für Pädagogik der Kindheit (Prof. Dr. Neuß) der Justus-Liebig-Universität Gießen. Sie ist &nbsp;Promotionsstipendiatin im „Forschungskolleg Frühkindliche Bildung“ (Forschungsförderungsprogramm der Robert Bosch Stiftung, Stuttgart). Ihre Arbeitsschwerpunkte konzentrieren sich auf die Elementarpädagogik, die konstruktivistische Didaktik und die Professionalisierung der Elementarpädagogik.</p>
<p class="bodytext">Publikation: Konstruktivismus in der Elementarpädagogik. Wie Kinder ihre Welt erschaffen und erforschen</p>
<p class="bodytext"><b>Die weiteren öffentlichen&nbsp;Lesungen des Netzwerks</b>&nbsp;im Mai, Juni und Juli finden Sie im Flyer (PDF) im Anhang.</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>]]></content:encoded>
			<category>Sozialpädagogik</category>
			<category>Fachtagungen</category>
			
			
			<pubDate>Thu, 25 Apr 2013 08:50:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="http://www.gew-hessen.de/uploads/media/2013_04_24_falter_ringvorlesung_uni_giessen.pdf" length ="1150373" type="application/pdf" />
		</item>
		
		<item>
			<title>Erläuterungen zum „Marburger Bildungsaufruf“ | mit Literaturliste</title>
			<link>http://www.gew-hessen.de/index.php?id=296&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=5141&#38;cHash=b82c1d9fbea73783562bd36d2bdc6373</link>
			<description>In den Selbstbeschreibungen zur aktuellen „Bildungsreform“ bzw. Unterrichtsentwicklung mangelt es...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Eine differenzierte Auseinandersetzung mit den aus internationalen Absprachen und überwiegend wirtschaftlichen Interessen erwachsenen Konzepten hat es in Deutschland jedoch bisher nicht gegeben. Die für die Umsetzung von Bildungsreformen zuständige&nbsp; Lehrerschaft wurde an deren Entwicklung nicht angemessen beteiligt. Sie wurde in der Durchsetzung von Reformmaßnahmen – die durchaus sinnvolle Anteile haben könnten - zum bloßen Empfänger von Anordnungen degradiert.</p>
<p class="bodytext">Schon sehr bald wurde überdies großen Teilen der Lehrer- und Elternschaft deutlich, dass die „von oben“ gewünschte Unterrichtsreform in der Praxis nicht einem pädagogisch motivierten Bildungsbegriff entspricht und in vielen Fällen auch nicht dem Wohl der Kinder und Jugendlichen dient.</p>
<p class="bodytext">Für eine differenzierte Auseinandersetzung mit den neuen&nbsp; Konzepten und den hinter ihrer Verwendung liegenden Intentionen ist eine kritische Würdigung der Rolle und Zielsetzungen der OECD (Organisation for Economic Co-operation and Development), des PISA-Konsortiums sowie anderer den Wandel treibenden Kräfte erforderlich.</p>
<p class="bodytext">Diese Auseinandersetzung anzuregen bzw. einzufordern und die künftigen Landesregierungen damit zu einer Demokratisierung von Bildung bzw. Schule und zugleich zu deren Entökonomisierung zu bewegen, ist der Zweck des „Marburger Bildungsaufrufs“.</p>
<p class="bodytext"><b>Literatur-Liste&nbsp;</b></p><ul><li>Blüm, Norbert: Gerechtigkeit. Eine Kritik des Homo oeconomicus. Freiburg-Basel-Wien 2006</li><li>Ulrich Bröckling: Gouvernementalität der Gegenwart: Studien zur Ökonomisierung des Sozialen</li><li>Ders.: Das unternehmerische Selbst: Soziologie einer Subjektivierungsform</li><li>Ulrich Bröckling et al.: Glossar der Gegenwart</li><li>Carsten Bünger et al.: Bildung der Kontrollgesellschaft</li><li>Burchardt, Matthias: Hintergründe der Kompetenzdoktrin. In: Vierteljahresschrift für wissenschaftliche Pädagogik 88 (2012), S. 7-13</li><li>Denknetz: Bildung – zum Glück! Aufsatz in Internet&nbsp;(Fachgruppe Bildung)&nbsp;</li><li>Frost, Ursula: Bildung bedeutet nicht Anpassung, sondern Widerstand. In: Vierteljahresschrift für wissenschaftliche Pädagogik 86 (2010), S. 312-322</li><li>Dies.: Beraubung des Humanen. In: U. Frost / M. Rieger-Ladich (Hg.): Demokratie setzt aus. Gegen die sanfte Liquidation einer politischen Lebensform. Sonderheft der Vierteljahresschrift für wissenschaftliche Pädagogik, Paderborn 1213 (im Druck)</li><li>Karlheinz Geissler&nbsp;u. Frank Orthey:&nbsp;Kompetenz: Ein Begriff für das verwertbare Ungefähre. In: Literatur- und Forschungsreport Weiterbildung (0177-4166) - 2002(2002) 49, S. 69-79</li><li>Andreas Gelhard:&nbsp;Kritik der Kompetenz&nbsp;</li><li>Ulrich Herrmann:&nbsp;Die nationale Testservice-Agentur IQB: &nbsp;der Abgesang auf pädagogische Schulentwicklung</li><li>Thomas Jahnke/Wolfram Meyerhöfer (Hrsg.):&nbsp;Pisa &amp; Co. - Kritik eines Programms</li><li>Brian Keeley: Humankapital: Wie Wissen unser Leben bestimmt</li><li>Dieter Kirchhöfer:&nbsp;Neue Lernkultur und Infantilisierung. In: Jahrbuch für Pädagogik 2006: Infantilisierung des Lernens? Neue Lernkulturen – ein Streitfall. Red. Dieter Kirchhöfer und Gerd Steffens. Frankfurt 2006, S. 17-42</li><li>Ulla Klingovsky:&nbsp;Schöne Neue Lernkultur</li><li>Jochen Krautz: Bildung als Anpassung? &nbsp; Das Kompetenz-Konzept im Kontext einer ökonomisierten Bildung</li><li>Ders.: Ware Bildung</li><li>Volker Ladenthin: Vom Staat und seinen Lehrern</li><li>Wolfram Meyerhöfer: Aus dem Wunderland der Standards</li><li>Konrad Paul Liessmann: Theorie der Unbildung - Die Irrtümer der Wissensgesellschaft</li><li>Ludwig Pongratz: Sackgassen der Bildung</li><li>Diane Ravitch: <span class="Apple-tab-span" style="white-space:pre">	</span>The Death and Life of the Great American School System</li><li>Roland Reichenbach: Pädagogische Autorität - Facetten eines ambivalenten Phänomens&nbsp;</li><li>Felicitas Römer: Arme Superkinder - Wie unsere Kinder der Wirtschaft geopfert werden&nbsp;</li><li>Schirp, Heinz:&nbsp;„Wie die Fischer im Mahlstrom!?“ Zum Zusammenhang von&nbsp;zentralen quantitativen Leistungsmessungen und qualitativer&nbsp;Schulentwicklung – Die Wirkungen von High Stakes Tests in den USA (Aufsatz im Internet)</li><li>Reinhard K. Sprenger: Mythos Motivation &nbsp;</li><li>Ulrich Sprenger: Der unkontrollierte Verfall des deutschen Schulwesens</li><li>Dieter Sterzel:&nbsp;Entstaatlichung der beruflichen Schulen - Verfassungsrechtliche Grenzen der Privatisierung</li><li>Bernard Stiegler: Die Logik der Sorge</li><li>Albert Wunsch: Die Verwöhnungsfalle &nbsp;- Für eine Erziehung zu mehr&nbsp;Eigenverantwortlichkeit&nbsp;</li></ul><p class="bodytext"><b>Dokumente der Vertreter der Kompetenzorientierung</b></p><ol><li>Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU): Selbstständige Schule 2015 – Leitbild, Ziele und Fundamente. Frankfurt am Main, 2004 </li><li>Hessisches Kultusministerium/Institut für Qualitätsentwicklung (IQ): Das hessische Konzept „Bildungsstandards/Kerncurricula“. Wiesbaden, 18. September 2009 (beide Texte im Internet)</li></ol><ul><p></p></ul><p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>]]></content:encoded>
			<category>Marburger Bildungsaufruf</category>
			
			
			<pubDate>Wed, 24 Apr 2013 10:50:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Glossar zum „Marburger Bildungsaufruf“</title>
			<link>http://www.gew-hessen.de/index.php?id=296&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=5142&#38;cHash=65e2baf32deb94c444d1bb9ec6614db7</link>
			<description>Glossar zu den Stichworten Bildung, Politische Bildung, Bildungsstandards,...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext"><b>Bildung</b></p>
<p class="bodytext">Bildung ist die seelische Verfassung, die uns hilft, aufmerksam zu sein auf die Dinge, die wichtig sind. Sie soll die Menschen instand setzen, ihr Leben nach ihren eigenen Vorstellungen und gemäß ihren Fähigkeiten und Möglichkeiten zu gestalten. Dies aber setzt voraus, dass sie auch zu beurteilen wissen, worauf es tatsächlich ankommt. Bildung besteht darum insbesondere darin, zusammen mit anderen herausfinden und prüfen zu können, was wichtig ist, wichtig für den einzelnen und wichtig für alle.“ &nbsp;&nbsp;(Denknetz |&nbsp;Fachgruppe Bildung, S. 1)</p>
<p class="bodytext">Das Glossar finden Sie als PDF im Anhang.</p>]]></content:encoded>
			<category>Marburger Bildungsaufruf</category>
			
			
			<pubDate>Wed, 24 Apr 2013 10:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="http://www.gew-hessen.de/uploads/media/glossar_zum_marburger_bildungsaufruf.pdf" length ="341269" type="application/pdf" />
		</item>
		
		<item>
			<title>Vortragsreihe in der Philipps-Universität Marburg: Ökonomisierung oder Demokratisierung? Mit einem Schlusswort von Erwin Junker</title>
			<link>http://www.gew-hessen.de/index.php?id=296&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=5143&#38;cHash=cb6926e84a0b9d885dba8e9b17cce30a</link>
			<description>Vom 1. November 2012 bis 7. Februar 2013 gingen Wissenschaftler, Pädagogen, Elternvertretungen und...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<div><p class="bodytext"><b>1. November&nbsp;2012: Ökonomisierung oder Demokratisierung? Welche Schule wollen wir für unsere Kinder?</b></p>
<p class="bodytext">Podiumsdiskussion mit Jochen Nagel (Landesvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft), Ralf Hartung (Hessisches Kultusministerium), Bernd Schreier (Leiter des Instituts für Qualitätsentwicklung), Birgit Eggers (langjähriges Mitglied des Landeselternbeirats), Laurien Simon Wüst (Landesschulsprecher), ein Mitglied der Gesellschaft für Bildung und Wissen</p>
<p class="bodytext"> Moderation: Prof. Hans Peter Voss (Leiter der Geschäftsstelle für Hochschuldidaktik, Karlsruhe)</p></div><div><p class="bodytext"><b>15. November&nbsp;2012: Der Bluff der Bildungsstandards. Was verbirgt sich hinter den neuen Zauberwörtern der bildungspolitischen Debatte?</b></p>
<p class="bodytext">Prof. Dr. Hans Peter Klein (Universität Frankfurt/Main)</p></div><div><p class="bodytext"><b>29. November 2012: Von der OECD zur neuen Unterrichtspraxis. Wie das Wirtschaftsdenken das Klassenzimmer erobert</b></p></div><div><p class="bodytext">Dr. Sigrid Hartung (Universität Bamberg) </p>
<p class="bodytext"><b>13. Dezember&nbsp;2012:&nbsp;Nachruf auf PISA nebst einer Warnung vor den verheerenden Folgen dieses Unternehmens</b></p></div><div><p class="bodytext">Prof. Dr. Thomas Jahnke (Universität Potsdam)</p></div><div><p class="bodytext"><b>17. Januar&nbsp;2013:&nbsp;Das Bildungswesen ist kein Wirtschaftsbetrieb. Einsprüche gegen die betriebswirtschaftliche Umsteuerung des Bildungswesens</b></p></div><div><p class="bodytext">Dr. Mattbias Burchardt (Universität Köln)</p></div><div><p class="bodytext"><b>31. Januar&nbsp;2013: Alternativen.&nbsp;Eine bessere Schule ist möglich!</b></p></div><div><p class="bodytext">Prof. Dr. Antun Hügli (Universität Basel)</p></div><div><p class="bodytext"><b>7. Februar&nbsp;2013: &nbsp;Emanzipation statt Anpassung. Was müssen Menschen in einer Welt der Umbrüche wissen und können?</b></p></div><div><p class="bodytext">Prof. Dr. Oskar Negt (Hannover)</p>
<p class="bodytext"><b>Anhang PDF:</b>&nbsp;Schlusswort von&nbsp;Erwin Junker</p>
<p class="bodytext">------------------------------------------------------------------------------------------</p>
<p class="bodytext"><b>&quot;Kompetenzorientierung&quot;</b> - welche Eltern sind dagegen, dass ihr Kind in der Schule kompetent wird?</p>
<p class="bodytext"><b>&quot;Bildungsstandards&quot;</b> - wer sollte dagegen sein, dass Bildungsabschlüsse vergleichbar und über Landesgrenzen hinaus anerkannt werden?</p>
<p class="bodytext"><b>&quot;PISA-Studien&quot;</b> -&nbsp;wer sollte es nicht befürworten, wenn die Arbeit von Schulen und Lehrkräften regelmäßig überprüft wird, um sie verbessern zu können?</p>
<p class="bodytext"><b>&quot;Selbstständige Schule&quot;</b>- &nbsp;ist es nicht begrüßenswert, wenn Schulen an Autonomie gewinnen?</p>
<p class="bodytext">Aus dem Flyer zur Veranstaltungsreihe,&nbsp;den Sie auch als PDF herunterladen können:&nbsp;&quot;Ist das Bildungswesen im Zeichen von PISA und Bologna-Prozess also auf einem guten Weg? Woher rührt das Unbehagen, das bei Schülern, Eltern, Lehrkräften und zunehmend auch Erziehungswissenschaftlern festzustellen ist? Modularisierung des Studiums, Verkürzung der gymnasialen Schulzeit von 9 auf 8 Jahre, Bildungsstandards und Kompetenzorientierung - das alles ist von oben ohne Diskussion mit den Betroffenen eingeführt worden. Die aktuelle Vortragsreihe möchte der in weiten Teilen der Lehrerschaft und in der Profession der Erziehungswissenschaft verbreiteten Besorgnis über die aktuellen Entwicklungen ein Forum bieten. Sie möchte kritisch-konstruktive Gedankenanstöße geben und zu einer intensiven Auseinandersetzung mit der derzeitigen Bildungspolitik und ihren Folgen einladen.&quot;</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p></div>]]></content:encoded>
			<category>Marburger Bildungsaufruf</category>
			
			
			<pubDate>Wed, 24 Apr 2013 09:00:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="http://www.gew-hessen.de/uploads/media/flyer_veranstaltungsreihe2012_2013.pdf" length ="525540" type="application/pdf" />
			<enclosure url="http://www.gew-hessen.de/uploads/media/2012_2013_schlusswort_ejunker.pdf" length ="162664" type="application/pdf" />
		</item>
		
		<item>
			<title>Ausbildungsplatzgarantie jetzt! Aktionsveranstaltung zur Bundestagswahl | 21. Mai 2013 in Frankfurt</title>
			<link>http://www.gew-hessen.de/index.php?id=296&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=5161&#38;cHash=6846ab5e8751537ece2e8fe3489cd18e</link>
			<description>Schülerinnen und Schüler, interessierte Jugendliche und Erwachsenen sind eingeladen mit...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Dienstag, 21. Mai, 11 bis 13 Uhr, Philipp-Holzmann-Schule, Siolistraße 41, Frankfurt/Main</p>
<p class="bodytext"><b>Programm</b>&nbsp;</p><ul><li>Ausbildung für alle: Schülertheater und Informationen</li><li>Politik auf dem Prüfstand: Quiz und Diskussion mit Bundestagsabgeordneten aller Parteien</li><li>Macht endlich Nägel mit Köpfen: Aktion &quot;Ausbildungsgarantie jetzt!&quot;</li> </ul><p class="bodytext">Die Diskussion organisieren: GEW, Landesschülervertretung, DGB sowie Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit. &nbsp;</p>
<p class="bodytext">Bei Teilnahme von Gruppen und Schulklassen bitte anmelden bei <a href="mailto:info@ausbildung-fuer-alle.de" >info@ausbildung-fuer-alle.de</a></p>
<p class="bodytext">Fahrtkostenübernahme bei vorheriger Anmeldung. Mehr auf&nbsp;<a href="http://www.ausbildung-fuer-alle.de/index_html?-C=" target="_blank" >www.ausbildung-fuer-alle.de</a></p>
<p class="bodytext"><b>Anlage</b> &gt;&gt;&nbsp;Flyer zur Veranstaltung als PDF.</p>]]></content:encoded>
			<category>Top News</category>
			
			
			<pubDate>Mon, 22 Apr 2013 12:48:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="http://www.gew-hessen.de/uploads/media/2013_05_21_ausbildungsplatzgarantie__jetzt.pdf" length ="102168" type="application/pdf" />
		</item>
		
		<item>
			<title>Erprobung des Praxissemesters erfolgt auf Kosten der Studierenden und Lehrenden an Hochschulen und Schulen | Pressemitteilung der GEW Hessen vom 18. April 2013</title>
			<link>http://www.gew-hessen.de/index.php?id=296&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=5134&#38;cHash=af8d2f8f7c97b68be42bff630e1fbf89</link>
			<description>Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Hessen lehnt den von CDU und FDP vorgelegten...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<div><p class="bodytext">Das Praxissemester ist ab dem zweiten Studiensemester vorgesehen. Heike Lühmann, stellvertretende Hauptpersonalratsvorsitzende der Lehrerinnen und Lehrer, kritisiert: „In so einem frühen Stadium verfügen die Studierenden kaum über ausreichende fachdidaktische Kompetenz und professionelle Reflexionsfähigkeit. Zudem ist die Betreuung dieser Studierenden ohne zeitliche Entlastung für die Lehrkräfte nicht möglich, überfordert die Schulen und widerspricht auch Expertisen und bundesweiten Konzepten zur Umsetzung des Praxissemesters.“ Weder für Schulen noch für Hochschulen seien dabei Entlastungsstunden oder zusätzliche Ressourcen vorgesehen.&nbsp;</p></div><div></div><div><p class="bodytext">Das Praxissemester ist bisher als unbezahltes Vollzeitpraktikum konzipiert, andere Tätigkeiten der Studierenden wie ein Nebenjob, die Betreuung von Kindern und die Pflege von Angehörigen sind nicht berücksichtigt. Die An- und Abfahrtskosten zur Praktikumsschule müssen die Studierenden tragen. </p>
<p class="bodytext">„Es werden die Lebensrealitäten von Studierenden nicht erkannt. Besonders bezeichnend ist es, dass auch die Studierendenvertretungen nicht vom Landtag angehört wurden“, so Tobias Cepok, Referent der GEW Hessen für Jugend und Hochschulen, der auf der Anhörung des Landtages auch für den DGB Hessen-Thüringen sprach. „Wir fordern ausreichende Teilzeitregelungen für das Praxissemester, einen späteren Beginn im Studium sowie eine angemessene Entlastung der Lehrenden in Schulen und Hochschulen für die Betreuung der Studierenden.“&nbsp;</p></div><div></div><div><p class="bodytext">Die Regierungsfraktionen äußerten sich im Rahmen der bisherigen Gesetzesberatungen nicht zum Finanzierungsmodell des Praxissemesters. Jochen Nagel, Vorsitzender der GEW Hessen, warnt in diesem Zusammenhang: „Die Erprobung des Praxissemesters wird scheitern, wenn die Einführung als Sparmodell gedacht ist und sich ausschließlich an den bildungspolitischen Zielsetzungen dieser Landesregierung orientiert.“</p></div><div></div>]]></content:encoded>
			<category>Startseite</category>
			<category>Pressemitteilungen</category>
			
			
			<pubDate>Fri, 19 Apr 2013 13:01:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Tarifeinigung für die hessischen Landesbeschäftigten erzielt. Einkommenstabellen halten Anschluss an TdL-Niveau | Wiesbaden, 16. April 2013</title>
			<link>http://www.gew-hessen.de/index.php?id=296&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=5133&#38;cHash=fef3c44f9cd38c1275b6a91cb8ca7000</link>
			<description>Am Dienstagmorgen haben sich GEW, ver.di und die anderen Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Zum 1. Juli 2013 werden die Einkommen um 2,8 Prozent erhöht, zudem erhalten die Beschäftigten eine Einmalzahlung von 450 Euro. Am 1. April 2014 folgt die zweite Erhöhung um abermals 2,8 Prozent. Für die Monate Januar bis März 2014 wird eine Einmalzahlung in Höhe von 225 Euro gezahlt. Die Laufzeit dieser Regelungen endet am 31. Dezember 2014. </p>
<p class="bodytext">Die Verhandlungsführerin der GEW, Ilse Schaad, sprach mit Blick auf die Einigung von einem vertretbaren Ergebnis: „Das Niveau der Einkommenstabellen in den anderen Bundesländern konnte in Hessen gesichert werden.“ </p>
<p class="bodytext">„Die abschließende Bewertung des Ergebnisses für die Mitglieder der GEW“, so die stellvertretende Vorsitzende der GEW Hessen, Karola Stötzel, „hängt entscheidend auch davon ab, dass das Land den Abschluss bezüglich der Einkommen vollständig auf die Beamtinnen und Beamten des Landes überträgt. Zu Recht erwarten die Lehrkräfte in Hessen, dass die Übertragung auf den Beamtenbereich ohne Abstriche umgesetzt wird. Das ist in letzten Jahren leider nur unvollständig geschehen.“</p>
<p class="bodytext">Als sehr positiv wertete die GEW Tarifkommission die Einigung beim Erholungsurlaub. Hier ist es gelungen, den Urlaubsanspruch von 30 Tagen pro Jahr tarifvertraglich für alle Landesbeschäftigten festzuschreiben. Für die über 50-Jährigen gelten in Hessen nach wie vor Sonderregelungen, die drei weitere Erholungsurlaubstage beinhalten. Eine Kürzung des Urlaubsanspruchs für Mitglieder der GEW im sozialpädagogischen Anerkennungsjahr konnte verhindert werden. Auch sie haben einen 30-tägigen Urlaubsanspruch.</p>
<p class="bodytext"> Thema der Tarifverhandlungen war auch die in den vergangenen Jahren stark angestiegene Zahl von befristeten Beschäftigungsverhältnissen an hessischen Schulen und Hochschulen. Hierzu haben sich die Tarifvertragsparteien auf die Fortsetzung der Gespräche im 4. Quartal 2013 verständigt. Dazu kündigte Ilse Schaad an: „Wir werden für den Schulbereich, wo es über 6.000 befristete Arbeitsverhältnisse gibt, ein geregeltes Verfahren zur unbefristeten Übernahme verhandeln. Warum es die vielen Befristungen im Hochschulbereich gibt – in Hessen etwa 14.000 – ist ebenfalls nicht nachvollziehbar. Warum ungesicherte Beschäftigung die Qualität wissenschaftlicher Arbeit steigern soll, konnte mir noch niemand erklären.“ </p>
<p class="bodytext">Die Tarifkommission der GEW hat die Zustimmung zu dem Verhandlungsergebnis empfohlen. In einer Befragung sind nun die vom TV-H betroffenen Mitglieder der GEW bis zum 10. Mai am Zug, ihr Votum zur Wiesbadener Tarifeinigung abzugeben.</p>
<p class="bodytext">Die Tarifinformation mit Tabellen zum Herunterladen als PDF im Anhang.&nbsp;</p>]]></content:encoded>
			<category>Top News</category>
			
			
			<pubDate>Tue, 16 Apr 2013 21:16:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="http://www.gew-hessen.de/uploads/media/Tarifinfo_April_2013_18.pdf" length ="502337" type="application/pdf" />
		</item>
		
		<item>
			<title>Dienstversammlung</title>
			<link>http://www.gew-hessen.de/index.php?id=296&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=5132&#38;cHash=e57e9e0aa4a1cbb5ac87bf4e5f43ccce</link>
			<description>Wir möchten darauf hinweisen, dass Dienstversammlungen im Schuldienst aus rechtlicher Sicht nur...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<div><p class="bodytext">Über das Konferenzrecht und die Definition von Zuständigkeit einzelner Konferenzen für bestimmte Themenbereiche ergibt sich, dass alle wesentlichen Themen im Schulbereich in den Konferenzen behandelt werden müssen.</p>
<p class="bodytext"> Bezüglich weiterer Themen, die nicht zum Zuständigkeitsbereich der Konferenzen gehören, hat die Dienststellenleitung die Möglichkeit, die Lehrkräfte in einer Dienstversammlung zu informieren. Selbstverständlich kann diese Information sich nur auf Gegenstände beziehen, die Ausnahmesituationen betreffen, da davon auszugehen ist, dass alle übrigen Themen in der Konferenzordnung beziehungsweise im Katalog der Zuständigkeiten der Konferenzen geregelt sind. Die Möglichkeit der Einberufung einer Dienstversammlung ergibt sich aus dem Weisungsrecht der Dienststellenleitung.</p></div><div></div><div><p class="bodytext">Es muss betont werden, dass die Lehrkräfte über das Modell der Pflichtstundenverordnung eine Präsenzzeit nur zu den Unterrichtsstunden und zu bestimmten außerunterrichtlichen Verpflichtungen haben.</p></div><div><p class="bodytext">Daher wäre es „systemwidrig“, wenn über eine regelmäßig stattfindende Dienstversammlung die Anwesenheitspflicht erweitert würde. Auch deshalb muss die Dienstversammlung immer eine Ausnahme bleiben.</p></div><div></div><div><p class="bodytext">Zusammenfassend ist daher zu sagen, dass eine Dienstversammlung im Ausnahmefall über das Weisungsrecht des Dienstherrn /&nbsp;Arbeitgebers gedeckt ist, sich jedoch nur auf Gegenstände beziehen darf, die nicht im Konferenzrecht geregelt sind.</p></div><div></div>]]></content:encoded>
			<category>Aktuelles aus der Landesrechtsstelle</category>
			
			
			<pubDate>Tue, 16 Apr 2013 11:42:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Inhalt und Umfang der Dienstpflichten von teilzeitbeschäftigten Lehrkräften | Stand 04/2013</title>
			<link>http://www.gew-hessen.de/index.php?id=296&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=1574&#38;cHash=243cd87021a0159b34c1a9538d4dabba</link>
			<description>1. Allgemeines
Der öffentliche Schuldienst gehört zu jenen gesellschaftlichen Bereichen, der...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Im Schulbereich ist dieses Phänomen darüber hinaus strukturell angelegt. Lehrerarbeit besteht zum einen Teil aus der zeitlich durch den Stundenplan geregelten Unterrichtsverpflichtung, zum anderen Teil aus zahlreichen sonstigen Tätigkeiten (zum Beispiel Unterrichtsvor- und Nachbereitung, Aufsichten, Teilnahme an Konferenzen, Elternarbeit, etc.) Mit einer Reduzierung der Unterrichtstätigkeit reduzieren sich die sonstigen lehrerspezifischen Tätigkeiten nur teilweise. Insgesamt findet eine proportionale Reduzierung der Summe dieser Tätigkeiten im Verhältnis zur Unterrichtsverpflichtung nicht statt.</p>
<p class="bodytext">Bei der Teilzeitbeschäftigung von Lehrkräften ist traditionell – und im Konfliktfall von der Rechtsprechung immer wieder als zulässig bestätigt – nur eine Reduzierung der Unterrichtsverpflichtung ausdrücklich festgelegt. Die GEW hat in der Vergangenheit immer wieder gefordert, dass bei der Gestaltung von Teilzeitarbeitsverhältnissen im Lehrerinnen- und Lehrerbereich die gesamte Tätigkeit berücksichtigt werden müsse, mit der Konsequenz, dass zum Beispiel bei einer „halben Stelle“ im Schulbereich die Unterrichtsverpflichtung unter Berücksichtigung der proportional nicht entsprechend sinkenden sonstigen Tätigkeiten zu einer Unterrichtsverpflichtung führen müsse, die rein rechnerisch unterhalb der Hälfte der Pflichtstundenzahl einer vollzeitbeschäftigten Lehrkraft liegt.</p>
<p class="bodytext">Die GEW hat in der Vergangenheit ebenso gefordert, zumindest bei den quantifizierbaren Zusatzverpflichtungen zum regulären Unterricht exakte Regelungen zu treffen, die eine unverhältnismäßige Inanspruchnahme von Teilzeitbeschäftigten verhindern. Ein solcher Anspruch ergibt sich aus verschiedenen Rechtsquellen. Das Benachteiligungsverbot für Teilzeitbeschäftigte lässt sich aus Art. 3 GG ableiten sowie aus den einschlägigen europarechtlichen Vorschriften. Beamtenrechtlich ergibt sich dieser Grundsatz aus dem Fürsorgeprinzip.</p>
<p class="bodytext">In den letzten beiden Jahren haben einige Staatliche Schulämter in Verfügungen den „Inhalt und Umfang der Dienstverpflichtung von Teilzeitbeschäftigten“ erläutert, darüber hinaus wurden Dienstvereinbarungen zum Thema abgeschlossen.</p>
<p class="bodytext">Mit diesen Verwaltungsvorschriften wird kein neues oder verändertes Recht geschaffen. Diese Verwaltungsvorschriften erläutern lediglich – in der Regel beispielhaft und damit nicht abschließend – die geltende Rechtslage, die sich auf Grund der oben genannten Rechtsvorschriften ergibt.</p>
<p class="bodytext"><b>Von daher sind die folgenden Erläuterungen zur „Rechtslage“ beim Umfang der Dienstpflichten von Teilzeitbeschäftigten auch nicht davon abhängig, dass es in Hessen zurzeit entsprechende Verwaltungsvorschriften flächendeckend nicht gibt. Weder hat das Ministerium bislang eine solche &nbsp;Verwaltungsvorschrift erlassen, noch existieren im Bereich der Mehrzahl der Staatlichen Schulämter entsprechende Regelungen. Gleichwohl sind die nachstehend dargestellten und erläuterten Grundsätze und Regelungen überall anzuwenden und zu beachten.</b></p>
<p class="bodytext">Im Folgenden erläutern wir zunächst die Konsequenzen für die Fälle teilbarer Dienstpflichten und gehen anschließend an Hand einiger Beispiele auf das Problem ein, wie eine übermäßige Inanspruchnahme von Teilzeitkräften bei nicht teilbaren Dienstpflichten ausgeglichen werden kann.</p>
<p class="bodytext"> <b></b></p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext"><b>2. Teilbare Dienstpflichten</b> </p>
<p class="bodytext"><b>2.1. Pausenaufsichten</b></p>
<p class="bodytext">Teilzeitkräfte dürfen zu Pausenaufsichten nur reduziert entsprechend dem Umfang ihrer Beschäftigung herangezogen werden. Ergibt sich im Laufe einer Woche oder eines Monats aus zwingenden schulischen Gründen die Notwendigkeit, Teilzeitbeschäftigte in größerem Umfang zu Aufsichten heranzuziehen, so ist diese höhere Belastung in einem späteren Zeitraum durch eine entsprechend geringere Heranziehung zu Aufsichten auszugleichen.</p>
<p class="bodytext"><b>2.2. Mehrarbeit/ Vertretungsunterricht</b></p>
<p class="bodytext">Nach § 85 Abs. 2 Satz 1 HBG sind Beamtinnen und Beamte verpflichtet, bis zu 5 Stunden im Monat unentgeltlich Mehrarbeit zu leisten, wenn „zwingende dienstliche Verhältnisse“ dies erfordern. Im Schulbereich entsprechen 3 Unterrichtspflichtstunden den in § 85 Abs. 2 Satz 1 HBG genannten 5 Zeitstunden (Mehrarbeitsvergütungsverordnung).</p>
<p class="bodytext"><b>Teilzeitbeschäftigte verbeamtete Lehrkräfte</b> müssen unentgeltlich Mehrarbeit leisten, allerdings nur anteilig im Rahmen ihres Beschäftigungsvolumens. Die Grenzen liegen hier im Fürsorgegrundsatz sowie in dem Verbot, Teilzeitbeschäftigte wegen ihrer Teilzeitbeschäftigung im Verhältnis zu Vollzeitbeschäftigten überproportional zu belasten. Wir die Grenze der anteilig zu berechnenden Mehrarbeit überschritten, hat ein Ausgleich für die Mehrarbeit ab der ersten Stunde zu erfolgen.</p>
<p class="bodytext">Für<b> teilzeitbeschäftigte Lehrkräfte im Arbeitsverhältnis</b> gibt es <b>keine Verpflichtung zur Leistung unentgeltlicher Mehrarbeit</b>, unabhängig vom verlangten Umfang. Nach der Rechtsprechung des BAG greift die Verweisung auf die für die Beamtinnen und Beamten geltenden Arbeitszeitregelungen in dieser Konstellation nicht. Lehrkräfte im Arbeitsverhältnis, die teilzeitbeschäftigt sind, erhalten bis zur Grenze der Vollzeitbeschäftigung den anteiligen Stundenlohn. Über diese Grenze hinaus erhalten sie als Ausgleich für die geleistete Mehrarbeit Vergütung nach der Mehrarbeitsvergütungsverordnung.</p>
<p class="bodytext"><b>Schwerbehinderte</b> sind auf Verlangen mehrarbeitsfrei zu stellen. Dies ergibt sich aus dem Schwerbehindertengesetz und den Richtlinien über die Fürsorge für schwerbehinderte Angehörige des Öffentlichen Dienstes. Diese Fürsorgerichtlinien sind auch im Beamtenbereich anzuwenden. Besteht für Schwerbehinderte eine Pflichtstundenermäßigung, so verbietet sich eine Heranziehung zu Mehrarbeit von vornherein.</p>
<p class="bodytext">Beschäftigte, denen <b>Diensterleichterung (Pflichtstundenreduzierung) zur Wiederherstellung der Gesundheit </b>nach der Pflichtstundenverordnung zuerkannt worden ist, können ebenfalls nicht zu Vertretungsunterricht herangezogen werden, da die Verfügung über die Diensterleichterung von einer bestimmten ableistbaren Stundenzahl ausgeht.</p>
<p class="bodytext"><b>2.3. Betriebspraktika</b></p>
<p class="bodytext">Die zeitliche Inanspruchnahme bei der Betreuung von Betriebspraktika darf nur im Verhältnis zur reduzierten Pflichtstundenzahl erfolgen.</p>
<p class="bodytext"><b>2.4. Projekttage und Projektwochen</b></p>
<p class="bodytext">Für die Übertragung von Aufgaben im Rahmen von Projekttagen und Projektwochen gilt das Gleiche wie unter 3. Betriebspraktika.</p>
<p class="bodytext"><b>2.5. Elternsprechtage</b></p>
<p class="bodytext">An Elternsprechtagen ist Teilzeitbeschäftigten die Verpflichtung zur Anwesenheit entsprechend zu reduzieren.</p>
<p class="bodytext"><b>2.6. Klassenfahrten</b></p>
<p class="bodytext">Alle Lehrkräfte sind grundsätzlich verpflichtet, Klassenfahrten, Wandertage etc. durchzuführen. Keine Lehrkraft ist verpflichtet, an jeder dieser Veranstaltungen unter allen Umständen teilzunehmen. Auch hier kann im Einzelfall eine Aufteilung unter zwei Teilzeitbeschäftigten in Betracht kommen. Hier kommt eine Entlastung in der Form in Betracht, dass eine Teilnahme von Teilzeitbeschäftigten nicht in jedem Schuljahr, sondern anteilig ihrer Beschäftigung nur in längeren Abständen zu erfolgen hat. Beispiel: Eine mit 50 % beschäftigte Lehrkraft sollte dann nicht jedes Jahr zur Klassenfahrt herangezogen werden, sondern nur jedes zweite Jahr.</p>
<p class="bodytext">Ansonsten besteht bei teilzeitbeschäftigten Lehrkräften im Arbeitsverhältnis ein Anspruch auf Bezahlung der bei einer Klassenfahrt geleisteten Mehrarbeit bis zum Umfang der vollen Pflichtstundenzahl. Bei teilzeitbeschäftigten Beamtinnen und Beamten ist dieser Anspruch umstritten. Arbeiten an einer Schule sehr viele Lehrkräfte in Teilzeit, sodass ein anteiliger Einsatz entsprechend des Stellenumfangs nicht möglich ist, kann ein solcher Anspruch bestehen.</p>
<p class="bodytext">Antragsmuster sind in unseren „Informationen der Landesrechtsstelle“ zur Mehrarbeit enthalten. Bei Teilzeitkräften, die ihre Arbeitszeit in erheblichem Umfang reduziert haben, wird man eine Verpflichtung zur Durchführung mehrtägiger Schulwanderungen, Klassenfahrten, etc. nur dann annehmen können, wenn alle anderen Möglichkeiten, eine solche Veranstaltung personell abzusichern, ausgeschöpft sind.</p>
<p class="bodytext"> <b></b></p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext"><b>3. Nicht teilbare Verpflichtungen</b> </p>
<p class="bodytext"><b>3.1. Konferenzen&nbsp;</b></p>
<p class="bodytext">Teilzeitbeschäftigte sind grundsätzlich in gleicher Weise zur Teilnahme an Konferenzen verpflichtet, wie Vollzeitbeschäftigte. § 34 Abs. 1 Ziffer 1 Konferenzordnung trifft die Regelung, dass hauptamtliche Lehrkräfte, die weniger als die Hälfte der von ihnen erteilten Pflichtstunden an einer Schule unterrichten, zur Teilnahme an einer Gesamtkonferenz nicht verpflichtet sind. Die Regelung soll verhindern, dass Beschäftigte, die durch Teilabordnungen an mehreren Schulen tätig sind, an den Gesamtkonferenzen aller Schulen, an denen sie tätig sind, eine Teilnahmeverpflichtung haben. Sie bedeutet aber nicht, dass Teilzeitbeschäftigte mit weniger als der Hälfte der regulären Pflichtstundenzahl an einer Schule unterrichten, keine Teilnahmeverpflichtung haben. Eine Teilzeitbeschäftigung von weniger als der Hälfte der Pflichtstundenzahl einer vollzeitbeschäftigten Lehrkraft (bis zu 2/5) ist bei Vorliegen familiärer Gründe nach § 85 a Abs. 4 und 5 HBG möglich. Da § 34 Abs. 1 Ziffer 1 Konferenzordnung jedoch von der Hälfte der jeweils erteilten Pflichtstunden spricht, besteht auch bei einer so reduzierten Pflichtstundenzahl die Verpflichtung zur Teilnahme an mindestens einer Gesamtkonferenz und den entsprechenden in den §§ 37 ff Konferenzordnung genannten sonstigen Konferenzen.</p>
<p class="bodytext">Die Verpflichtung, dass für die hieraus ergebende überproportionale Belastung von Teilzeitbeschäftigten ein Ausgleich zu schaffen ist, kann zunächst bedeuten, dass unbeschadet der grundsätzlich bestehenden Teilnahmepflicht im Einzelfall geprüft wird, zu welchen Konferenzen bzw. Teilen von Konferenzen die Anwesenheit einer Teilzeitkraft aus schulischen oder pädagogischen Gründen nicht zwingend erforderlich ist. In diesem Fall kann und soll die Schulleitung auf Antrag der Teilzeitkraft eine Befreiung von der Teilnahmepflicht &nbsp;aussprechen. Eine andere Form der Entlastung kann darin bestehen, dass Teilzeitkräfte nicht zur Protokollführung oder sonstigen Zusatzaufgaben herangezogen werden.</p>
<p class="bodytext"><b>3.2. Dienstbesprechungen</b></p>
<p class="bodytext">Für die Teilnahme an Dienstbesprechungen gilt Entsprechendes. Unbeschadet der grundsätzlichen Teilnahmepflicht soll im Einzelfall geprüft werden, ob bei Dienstbesprechungen die Teilnahme einer Teilzeitkraft zwingend erforderlich ist.</p>
<p class="bodytext"><b>3.3. Prüfungen</b></p>
<p class="bodytext">Auch Teilzeitbeschäftigte haben grundsätzlich die Verpflichtung, an Prüfungen (z.B. Abitur) teilzunehmen. Soweit es die konkreten Verhältnisse zulassen, besteht allerdings die Verpflichtung der Schulleitung, Lehrkräfte von der Teilnahme an Prüfungen und sonstigen Aufgaben einer Prüferin/eines Prüfers freizustellen, soweit ihre Einbeziehung nicht &nbsp;zwingend erforderlich ist.</p>
<p class="bodytext"><b>3.4. Allgemeine Entlastungsmöglichkeiten</b></p>
<p class="bodytext">Generell gilt, dass Teilzeitbeschäftigte, die wegen der Wahrnehmung von nicht teilbaren Aufgaben überproportional belastet werden, in anderen Bereichen entlastet werden sollen, wo immer dies möglich ist. Die anderweitige Entlastung kann und soll auch in Bereichen erfolgen, die mit der Wahrnehmung der zusätzlichen belastenden Tätigkeit nicht in Zusammenhang stehen. Dies muss nach Maßgabe der schulischen Situation jeweils konkret geprüft werden. Betroffene und der Personalrat können hier Vorschläge machen.</p>
<p class="bodytext"> <b></b></p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext"><b>4. Sonstige Regelungen zum Einsatz von Teilzeitbeschäftigten</b> </p>
<p class="bodytext">Die Übernahme von besonderen Aufgaben wie zum Beispiel als Verantwortliche/Verantwortlicher für Verkehrserziehung, als Sammlungsleiterin/Sammlungsleiter, als Sicherheitsbeauftragte/Sicherheitsbeauftragter und ähnlichen Aufgaben soll von Teilzeitlehrkräften nicht verlangt werden. </p>
<p class="bodytext">Bei der Verteilung der Unterrichtsstunden auf die Arbeitstage sollen die Bedürfnisse der Teilzeitkraft besonders berücksichtigt werden. Unterrichtsfreie Tage sollen ermöglicht werden.</p>
<p class="bodytext">Im Blick auf Springstunden sollen teilzeitbeschäftigte Lehrkräfte nur entsprechend ihrer reduzierten Stundenzahl belastet werden. </p>
<p class="bodytext">Die Erteilung von weniger als 2 Unterrichtsstunden am Tag und ein Einsatz am Vor- und Nachmittag desselben Tages sollen vermieden werden. Ausnahmen sind nur dann zulässig, wenn dies aus schulorganisatorischen Gründen unvermeidbar ist.&nbsp;</p>]]></content:encoded>
			
			
			<pubDate>Thu, 11 Apr 2013 10:01:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Rund fünftausend Menschen demonstrierten am 9. April in Wiesbaden gegen das Hessische Kinderförderungsgesetz (KiFög) </title>
			<link>http://www.gew-hessen.de/index.php?id=296&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=5129&#38;cHash=b90ea051e0884c4aa26ec7547d8426df</link>
			<description>Seit Wochen mobilisieren Gewerkschaften, Verbände, Elterninitiativen und Kommunen gegen das von der...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Auch aus Kassel und Umgebung kamen sechs&nbsp;Busse mit Mitgliedern der Gewerkschaften ver.di und GEW. &nbsp;&nbsp;</p>
<p class="bodytext">Gegen 16 Uhr&nbsp;hatten sich die Demonstrantinnen und Demonstranten am Hauptbahnhof versammelt. Auch der teilweise heftige Regen hielt die&nbsp;Erzieherinnen und Erzieher, Pädagoginnen und Pädagogen, Eltern und zahlreiche Kinder nicht ab, ihren Unmut zu zeigen.&nbsp;In einem langen Zug&nbsp;zogen sie zum&nbsp;Dern`schen Gelände.&nbsp;</p>
<p class="bodytext">Zwar war&nbsp;die Landesregierung mit einer eilends einberufenen Pressekonferenz vor der Kundgebung zurückgerudert und gab unter anderem&nbsp;bekannt, dass nun doch keine &quot;fachfremden Fachkräfte&quot; in den Kindertagesstätten eingesetzt und auch die Gruppengröße für&nbsp;Krippenkinder&nbsp;auf&nbsp;&nbsp;zwölf begrenzt werden&nbsp;solle. Jedoch betonte Volker Bouffier, dass man am Gesetz festhalten wolle. </p>
<p class="bodytext">&gt;&gt;&nbsp;<a href="https://hsm.hessen.de/presse/pressemitteilung/das-gesetz-wird-gleiche-ausgangsvoraussetzungen-fuer-alle-kinder-hessen" target="_blank" class="external-link-new-window" >Mehr dazu auf der Website des Hessischen Sozialministeriums</a></p>
<p class="bodytext">Die GEW Hessen bleibt bei ihren Forderungen. Karola Stötzel, Stellvertretende Vorsitzende der GEW Hessen, warnte davor, jetzt aufzugeben. Denn: &quot;Wenn die Landesregierung die Öffnung des Fachkräftekataloges für fachfremdes Personal in Kindertageseinrichtungen tatsächlich zurücknimmt, ist das zwar&nbsp;zu begrüßen. Der Gesetzentwurf zum KiFög nimmt jedoch&nbsp;weitreichendere Änderungen vor, die wir als Gewerkschaft&nbsp;auch weiterhin kritisieren werden.&quot; </p>
<p class="bodytext">So sei&nbsp;die Umstellung auf die sogenannte&nbsp;kindbezogene Förderung, die dafür sorgen werde, dass die Kindergartengruppen bis zu den Höchstgrenzen besetzt sein müssen, um die Fachkraft-Kind-Relation auch nur auf dem heutigen Stand zu halten,&nbsp;keineswegs vom Tisch. Nach wie vor sei zur Frage der Inklusion keinerlei Bewegung, die Situation der Horte ungeklärt. Nach wie vor bleibe auch der Bereich der frühen Bildung unterfinanziert. </p>
<p class="bodytext">Karola&nbsp;Stötzel: &quot;Es geht&nbsp;weiter darum, tatsächliche Verbesserungen zur erreichen, denn auch unter den heutigen Bedingungen bleibt Hessen weit hinter allen internationalen Standards zurück.&quot; Vierzehn&nbsp;Kinder und zwei Fachkräfte seien&nbsp;ein Schlüssel, den man in der frühen Bildung als „gut“ bezeichnen könne. Dafür lohne es,&nbsp;weiter zu kämpfen und den Druck hochzuhalten.</p>]]></content:encoded>
			<category>Startseite</category>
			
			
			<pubDate>Tue, 09 Apr 2013 20:10:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Postkartenaktion der GEW Hessen: Mehr als sechstausend Unterschriften gegen das Hessische Kinderförderungsgesetz (KiFög) im Landtag überreicht</title>
			<link>http://www.gew-hessen.de/index.php?id=296&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=5128&#38;cHash=6f4d90ab5d0062d099f53bba85e16b39</link>
			<description>Am Rande der Großdemonstration in Wiesbaden gegen das KiFög am 9. April übergaben die...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Als Vorsitzende des sozial-politischen Ausschusses sagte sie zu, die Postkarten an die Zuständigen weiterzuleiten. </p>
<p class="bodytext">Währenddessen demonstrierten rund fünftausend Erzieherinnen und Erzieher, Pädagogen sowie Eltern mit ihren Kindern  gegen den von der Regierungskoalition eingebrachten Gesetzentwurf. </p>
<p class="bodytext">Zwar habe die Regierungskoalition aus CDU und FDP versucht, der Demonstration mit einer eilig einberufenen Pressekonferenz zuvorzukommen und angekündigt, Änderungen am Gesetz vorzunehmen, &quot;doch sind dies für uns und die vom KiFög Betroffenen erst einmal nur Lippenbekenntnisse&quot;, stellte Karola Stötzel fest.   </p>
<p class="bodytext">Die GEW erwartet von der Landesregierung </p><ul><li>Die Beibehaltung der Personalberechnung nach Gruppen und die Verbesserung der Fachkraft-Kind-Relation.</li><li>Kleinere Gruppen statt der Erhöhung der Gruppengrößen!</li><li>Anerkennung und Wertschätzung der notwendigen pädagogischen Professionalität in Tageseinrichtungen im Interesse des Kindeswohls statt Ausweitung des Einsatzes von nicht-professionellem Personal!</li><li>Die Einhaltung der Verpflichtung, angemessene Vorkehrungen zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskommission zu schaffen statt Kostenvorbehalt und Kosteneinsparung!&nbsp; </li></ul>]]></content:encoded>
			<category>Startseite</category>
			
			
			<pubDate>Tue, 09 Apr 2013 18:30:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
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			<title>HLZ 4/2013 Kommentar | Proteste gegen KiFöG gehen weiter</title>
			<link>http://www.gew-hessen.de/index.php?id=296&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=5127&#38;cHash=042ed03a704c67724d52211cf2b53dd1</link>
			<description>Alle Welt redet davon, wie wichtig Bildung ist: als Schlüssel für individuelle Aufstiegschancen,...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<div></div><div><p class="bodytext">Aber die Realitäten sehen anders aus: PISA und andere Studien belegen, dass in keinem anderen Land die Bildungschancen so stark nach sozialer Herkunft verteilt &nbsp;werden wie in Deutschland. In keinem der 34 entwickelten Länder der OECD wird so wenig wie in Bildung investiert wie in Deutschland. Um auch nur den Durchschnitt der OECD-Länder zu &nbsp;erreichen, müsste Deutschland bei den Bildungsausgaben 25 Milliarden Euro drauflegen. Diese chronische Unterfinanzierung wirkt sich in allen Bildungsbereichen fatal aus. Sie &nbsp;fördert nicht nur die Konkurrenz der Einrichtungen untereinander, sondern auch die Konkurrenz der Bildungsteilnehmer zueinander. Vierjährige Kinder werden auf ihre &nbsp;Schuleignung getestet und stehen von da an unter hohem Leistungsdruck.</p></div><div><p class="bodytext">Schließlich werden hier die Weichen gestellt, wer den Zugang zur Hochschule erreichen kann. Wer es sich leisten kann, weicht längst auf vermeintlich bessere private Bildungsangebote aus. Im Wettstreit um die besten Start- und Bildungschancen stehen Eltern gegen Eltern und Kinder gegen Kinder. Und genau hier setzt der Entwurf der hessischen Landesregierung aus CDU und FDP für das umstrittene „Kinderförderungsgesetz“ (KiFöG) an.</p></div><div><p class="bodytext">Der Entwurf für das KiFöG ist ein tiefer Griff in die Mottenkiste der neoliberalen Anreizpolitik unter dem Diktat des schlanken, das heißt armen Staates. Er fördert die Konkurrenz der Träger untereinander durch eine platzbezogene Pauschale, die als „kindbezogene Förderung“ ausgegeben wird. Er unterminiert die finanzielle Planungssicherheit der Träger durch eine Kombination aus altersbezogener Förderung und Stichtagsregelung. Der selbstverschuldete Fachkräftemangel soll mit pädagogisch nicht ausgebildetem Personal ausgeglichen werden, und inzwischen geben Regierungsvertreter offen zu, dass es um eine Ausweitung der frei fluktuierenden, befristeten Beschäftigung geht. Die &nbsp;Unterfinanzierung längerer Öffnungszeiten der Tageseinrichtungen wird dazu führen, dass die Eltern bei der Finanzierung längerer Betreuungszeiten zur Kasse gebeten werden.</p>
<p class="bodytext"> Gut dran sind die Kommunen, die es sich leisten können, die Elternbeiträge nicht anzuheben. Was aber ist mit denen, die bereits jetzt ankündigen, ihre familienfreundlich gestalteten Kindergartengebühren nicht halten zu können?</p></div><div><p class="bodytext">„Das Geld folgt den Kindern“, schrieb Rene Rock, sozialpolitischer Sprecher der FDP im Hessischen Landtag, im Dezember 2012 an die Elternbeiräte. Und weiter: „Die Eltern erhalten zudem durch die kindbezogene Förderung die Möglichkeit, direkter auf die Gestaltung der pädagogischen und organisatorischen Konzeption (der Tageseinrichtung) einzuwirken, da jedes Kind mehr finanzielle Mittel für die Einrichtung bedeutet.“</p>
<p class="bodytext"> Genauer kann man die Intention des Gesetzes wohl kaum auf den Punkt bringen. Wer zahlt, schafft an. Und wer nicht zahlen kann, soll Abstriche an der Qualität der pädagogischen Arbeit in den Einrichtungen hinnehmen.</p></div><div><p class="bodytext">Es ist mehr als erfreulich, dass sich in Hessen ein breiter und vielfältiger Widerstand entwickelt hat. Zusammen mit vielen anderen Initiativen, Wohlfahrtsverbänden und Gewerkschaften rief die GEW auf, sich am 9. April an einer Großdemonstration in Wiesbaden zu beteiligen. Es geht darum, das KiFöG zu kippen und für bessere Standards zu kämpfen, denn auch unter den heutigen Bedingungen bleibt Hessen weit hinter allen internationalen Standards zurück. 14 Kinder und zwei Fachkräfte sind ein Schlüssel, den man in der frühen Bildung als „gut“ bezeichnen könnte. Dafür lohnt es sich weiter zu kämpfen!</p>
<p class="bodytext"><b>Karola Stötzel</b></p></div>]]></content:encoded>
			<category>HLZ</category>
			
			
			<pubDate>Tue, 02 Apr 2013 15:39:00 +0200</pubDate>
			
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			<title>HLZ 4/2013 Titelthema | Individuelle Förderung ist das Ziel. Aber welcher Weg führt zu diesem Ziel?</title>
			<link>http://www.gew-hessen.de/index.php?id=296&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=5126&#38;cHash=f3b756d9598d4fbf4e2e6bfe9f75040f</link>
			<description>Individuelle Förderung ist das bildungspolitische Schlagwort  der Stunde. Das Hessische...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<div><p class="bodytext">Kultusministerin Nicola Beer schreibt im Vorwort: „Unser gemeinsames Ziel ist es, allen hessischen Schülerinnen und Schülern durch die bestmögliche Schulbildung gute Zukunftsperspektiven zu eröffnen.“ Leider sprechen die jüngsten Untersuchungsergebnisse der OECD eine andere Sprache: Nach der im September 2012 vorgelegten OECD-Studie „Bildung auf einen Blick“ erreichen in Deutschland nur 20 Prozent der jungen Erwerbstätigen einen höheren Bildungsabschluss als ihre Eltern, 22 Prozent dagegen einen niedrigeren. Eine länderübergreifende Fallstudie des EU-MAIL Projekts (1) stellte 2008 fest, dass „die Individualisierung des Lernens“ an keiner beteiligten deutschen Schule „entsprechend der Zielvorstellungen realisiert wurde“.</p></div><div><p class="bodytext">Ursachen seien „fehlende Mittel zur gezielten sprachlichen Förderung der hohen Zahl an Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund, große Klassen und fehlende Teamarbeit bzw. der Mangel an fachlichem Austausch in Kollegien“. (2) Nach §3 und §4 des Hessischen Schulgesetzes ist die Schule so zu gestalten, dass „jede Schülerin und jeder Schüler unter Berücksichtigung der individuellen Ausgangslage in der körperlichen, sozialen und emotionalen sowie kognitiven Entwicklung angemessen gefördert wird. (…) Dabei sind als zentrale Aspekte (…) Individualisierung und Differenzierung, Diagnose und Förderung (…) zu berücksichtigen.“</p></div><div><p class="bodytext">Die HKM-Broschüre soll nun offenbar die praktische Umsetzung der individuellen Förderung an den Schulen forcieren. Als Zielsetzung wird im Einführungskapitel vorgegeben, „allen im hessischen Schulwesen tätigen Menschen (…) Orientierungsgrundlagen bereitzustellen, die ihnen in ihren jeweiligen Arbeitsbereichen (…) in enger Kooperation mit ihren &nbsp;jeweiligen Kolleginnen und Kollegen dabei helfen können, der Notwendigkeit von individueller Förderung bzw. individualisiertem Lernen in stärkerem Maße Rechnung zu tragen.“ In Kapitel 1c zum „Grundverständnis von individueller Förderung“ werden unter anderem folgende „Orientierungsgrundlagen“ hervorgehoben: </p><ul><li>Individuelle Förderung sei das Schlüsselkonzept für den Umgang mit Heterogenität und erfordere, dass die schulischen Bedingungen an die Lernvoraussetzungen der Lernenden angepasst werden, nicht umgekehrt.</li><li>Lernen sei „ein per se individueller Vorgang“.</li><li>Im „individualisierten Unterricht“ sollten die Schüler die Verantwortung für ihr Lernen übernehmen. Auf dem Weg zum Erwerb der Lernkompetenz müssten die Lernenden unterstützt werden.</li><li>Ein die individuellen Voraussetzungen der Lernenden berücksichtigendes Lernangebot wird als „adaptives“ Lernkonzept</li><li>bezeichnet.</li><li>Individualisierung müsse, so wird aus der Hattie-Studie abgeleitet, mit der Diagnose der Lernvoraussetzungen verbunden sein, mit Strukturierung, Regelklarheit und Klassenführung („Leitung und Instruktion“) und mit aktivierenden Lernstrategien („reziprokes Lernen“).</li><li>Individualdiagnostik mit regelmäßigem Feedback müsse Grundlage für individuelle Förderung und allgemeines Gestaltungsprinzip für den Unterricht werden.</li><li>Bildungsstandards und Kompetenzorientierung seien ein „notwendiges begleitendes Element“ und führten zur „Veränderung des Unterrichtsskripts und der Rolle der Lehrperson“.</li><li>Das Verhältnis von individueller Förderung und Leistungsbeurteilung sei noch weitgehend ungeklärt.</li><li>Dass sich der Realisierung dieser Ziele ernsthafte Hindernisse in den Weg stellen können, wird mit Bezug auf Beate Wischer nicht ausgeklammert (HLZ S. 10).</li></ul></div><div><p class="bodytext"><b>Lernen ist ein sozialer Vorgang</b></p></div><div><p class="bodytext">Gegen die oben sinngemäß wiedergegebenen Ziele und Erläuterungen ist wenig einzuwenden. Die Formulierung, dass Lernen „ein per se individueller Vorgang“ sei, und der Terminus „individualisierter Unterricht“ sind allerdings missverständlich, weil der immer gegebene soziale Kontext von Lernen begrifflich ausgeblendet wird. Dieser soziale Kontext des Lernens hat sich zuletzt nachdrücklich bei vielen mehr oder weniger missglückten Versuchen, E-Learning zu etablieren, erwiesen. Ausgeblendet wird mit diesem falschen Zungenschlag auch die Chance, dass Lernen in der Gruppe bzw. kooperatives Arbeiten Lernmotivation schaffen und erhöhen können. Das ändert nichts daran, dass Lernen letztlich als aktiver Konstruktionsprozess jedes einzelnen Individuums zu verstehen ist und dass in diesem Sinne individuelle Förderung auch den Lernstand und die Lerndispositionen des Individuums berücksichtigen&nbsp;muss.</p></div><div><p class="bodytext">Ob individuelle Förderung im Schulalltag erfolgversprechend praktiziert werden kann, hängt entscheidend davon ab, ob die Lehrenden </p><ul><li>in der Lage sind, bisher nicht eingeübte individuelle Fördermaßnahmen zu handhaben</li><li>über das erforderliche Rüstzeug für Diagnostik (Feststellung des Lernstandes), Planung, Erstellung, Organisation und Betreuung individueller Förderpläne verfügen und</li><li>für die Planung und Durchführung adaptiver Unterrichtskonzepte aus- oder fortgebildet wurden.</li></ul><p class="bodytext">Nicht weniger wichtig ist die Frage, ob die schulischen Rahmenbedingungen die Organisation und Durchführung individueller Förderung und adaptiver Unterrichtsgestaltung überhaupt zulassen. Ob die bisherigen Bemühungen in der Fortbildung ausreichen, ist sehr fraglich. Über ein interessantes und offenbar auch mit Ressourcen ausgestattetes Fortbildungsprojekt zur individuellen Förderung berichtete Michael Katzenbach mit einem „Blick nach Neuseeland“ in der HLZ 11/2012.</p></div><div><p class="bodytext">Im Vorbereitungsdienst erfordert der forcierte Paradigmenwechsel in Richtung Kompetenzorientierung große Kraftanstrengungen. Die Umorientierung der Unterrichtsplanung durch adaptive Unterrichtsorganisation und individuelle Förderung stellt nicht nur die Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst (LiV), sondern auch die Ausbilderinnen und Ausbilder vor einige Probleme. LiV müssen im hessischen Vorbereitungsdienst in den Hauptsemestern 10 bis 12 Stunden eigenverantwortlich unterrichten. Wie bei dieser hohen Stundenbelastung eine angemessene, qualitativ hochwertige „Vorbereitung“ auf die neuen Unterrichtskonzepte gelingen soll, ist schleierhaft, ganz abgesehen von den mit der „Modularisierung“ verbundenen Problemen.</p>
<p class="bodytext"><b>Schulische Rahmenbedingungen</b></p>
<p class="bodytext">Die Verhältnisse an den Schulen, die personellen, organisatorischen und unterrichtsbezogenen Rahmenbedingungen und Vorschriften sind Ursache dafür, dass Planung und Durchführung effektiver individueller Förderung und adaptiven Unterrichts sehr arbeitsaufwändig und belastend sind:</p><ul><li>Eine intensive Beratung in Einzelarbeit oder in Kleingruppen (3) ist wegen großer Klassen und fehlender Arbeitsplätze nur in begrenztem Maße möglich. Nur in Nordrhein-Westfalen ist die durchschnittliche Klassenfrequenz im Sek-I-Bereich höher als in Hessen (4). Neben hohen Klassenfrequenzen ist das überholte schulische Raumkonzept ein gravierendes Hindernis, da kaum Arbeitsplätze für die Betreuung von Kleingruppen zur Verfügung stehen.</li><li>Es ist nicht ohne weiteres möglich, die organisatorischen Vorgaben für den Unterricht im Klassenverband, das übliche Zeitraster nach Schulstunden oder die pro Fach zu erteilenden Unterrichtsstunden zumindest zeitweise abzuändern, da dies alles schulrechtlich eng fixiert und „justiziabel“ ist. Auszunehmen sind die Grundschulen, wo noch die meisten Freiräume gegeben sind. Ein eindrucksvolles Beispiel, wie man diese nutzen kann, dokumentiert der Film „Berg Fidel – eine Schule für alle“ (HLZ S. 18).</li><li>Individuelle Förderpläne auf der Grundlage von Lernstandserhebungen stehen erst einmal auf dem Papier. Mit welchen schulischen Ressourcen sie umgesetzt werden können (etwa in betreuten nachmittäglichen Kleingruppen) ist unklar. Die für solche Zwecke zur Verfügung stehenden Anrechnungsstunden reichen nicht aus.</li><li>Die auch nach der HKM-Broschüre ungeklärte Frage nach dem „Verhältnis von individueller Förderung und Leistungsbeurteilung“ ist ebenfalls geeignet, das Konzept grundlegend in Frage zu stellen. Wenn für Schülerinnen und Schüler unklar ist, ob die angebotene „Förderung“ nicht doch eine Grundlage für die Leistungsbeurteilung in Form von Zeugnisnoten ist, wird das Förderziel konterkariert. Die Trennung von Förderung einerseits und Leistungsbeurteilung andererseits schließt übrigens eine Leistungsbewertung im Rahmen der Förderung keineswegs aus, denn natürlich impliziert Förderung auch die Notwendigkeit, den Lernenden ihre Stärken und Schwächen aufzuzeigen.</li></ul><p class="bodytext">Weitere Probleme sind die Notengebung und die Überlastung von Schulen, Lernenden und Lehrenden mit notenrelevanten Tests und Klausuren. In den skandinavischen Ländern gibt es bis zum 7. Schuljahr keine verbindlichen Klassenarbeiten und bis zum 8. Schuljahr keine Ziffernoten. Andere Möglichkeiten der Leistungsüberprüfung, auch der Selbsteinschätzung durch die Lernenden, sind mit individueller Förderung eher vereinbar und für die Lernenden motivierender (Portfolio, Lerntagebücher, Präsentationen u. a.). Auch hier sind es wieder enge schulrechtliche Vorgaben, die es schwer machen, die tradierten Formen der Leistungsfeststellung und -beurteilung wenigstens teilweise durch alternative Konzepte zu ersetzen.</p>
<p class="bodytext">Die aus dieser Problembeschreibung abzuleitenden Forderungen liegen auf der Hand. Die Umstellung auf Bildungsstandards und Kompetenzorientierung böte eine gute Chance, den Schulen die Wege zur Erreichung vorgegebener Ziele durch eine weitgehende Lockerung der angesprochenen schulrechtlichen Vorschriften freizustellen. Trotz allen Geredes von der „selbständigen Schule“ ist die aktuelle hessische Bildungspolitik davon leider meilenweit entfernt.</p>
<p class="bodytext"><b>Dieter van Holst</b></p>
<p class="bodytext">(1) Das EU-MAIL Projekt ist ein Comenius-Projekt innerhalb des Sokrates-Programms der Europäischen Union.</p>
<p class="bodytext">(2) Heidemarie Schäfers: Das lernende Individuum oder wie wird eigentlich gelernt? In: Lernen über Grenzen. Hrsg.: Katrin Höhmann u. a., Verlag Barbara Budrich 2009.</p>
<p class="bodytext">(3) In der HKM-Broschüre ist reichlich hochgestochen von der „individuellen Phasierung von Lernprozessen durch Öffnen des Unterrichts“ die Rede.</p>
<p class="bodytext">(4) destatis.de: Internationale Bildungsindikatoren im Ländervergleich. 2012</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p></div>]]></content:encoded>
			<category>HLZ</category>
			
			
			<pubDate>Tue, 02 Apr 2013 15:17:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>HLZ 4/2013 Titelthema | Überforderung? Hohe Ansprüche an die Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst</title>
			<link>http://www.gew-hessen.de/index.php?id=296&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=5125&#38;cHash=bd7c0d9cf6a4434bac3dfe51cdf28b07</link>
			<description>In der zweiten Phase der Lehrerausbildung, im Referendariat, ist viel von „individueller Förderung“...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Im Modul „Diagnostizieren, Fördern, Beurteilen“ (DFB) werden Standards formuliert, die jede routinierte Lehrkraft in Selbstzweifel stürzen: Gemäß diesen Standards können die LiV nach Absolvieren des Moduls „individuelle Entwicklungsstände, Lernpotenziale, Lernhindernisse und Lernfortschritte“ &nbsp;diagnostizieren sowie „gemäß unterschiedlicher Förderbedarfe mit dem Anspruch der Individualisierung“ unterstützen und fördern.</p>
<p class="bodytext">Damit nicht genug: Die LiV für das Lehramt an Grundschulen, Haupt- und Realschulen und Förderschulen nehmen an einem lehramtsspezifischen Modul mit dem Titel „Diversität in Lehr- und Lernprozessen nutzen“ (DLL) teil. Es soll sie befähigen, „das gemeinsame Lernen aller Schülerinnen und Schüler unter Berücksichtigung unterschiedlicher Lernausgangslagen“ zu unterstützen sowie „Lernumgebungen auf der Grundlage fach- und bereichsspezifischer Diagnose- und Evaluationsverfahren, die der individuellen Förderung im sozialen Kontext dienen“, zu gestalten.</p>
<p class="bodytext"><b>Erwartungen, Selbstüberforderung, Resignation</b></p>
<p class="bodytext">Dieser Katalog an Anforderungen, der wohl gemerkt an Berufsanfänger gestellt wird, wirkt erschlagend und ruft Ängste und Abwehr bei LiV, Mentorinnen, Mentoren, zuweilen auch bei Ausbilderinnen und Ausbildern hervor. Schließlich müssen die LiV erst das Kerngeschäft des Unterrichtens lernen, sich in viele neue Lerninhalte einarbeiten, mit ihren Lerngruppen klarkommen, sich in Kooperation mit dem Kollegium begeben, Schüler und Eltern beraten, Konflikte austragen und vieles mehr. Da kann die Anforderung, jeden Schüler und jede Schülerin individuell zu fördern, schnell in Überforderung umschlagen. Mentorinnen und Mentoren wissen oft nicht, was gemeint ist, wenn ihre LiV einen &nbsp;Unterrichtsbesuch für das Modul „DFB“ planen, einen Förderkreislauf entwickeln oder das „Prozessmodell“ (2) umsetzen müssen. Die Ausbilderinnen und Ausbilder haben sich zwar eifrig mit der Fülle an Literatur zum Thema auseinandergesetzt, doch mangelt es ihnen oft an Unterrichtspraxis, um wirklich aus Erfahrung zu sprechen. Beate Wischer hat die Hindernisse bei der Umsetzung der hehren Ziele analysiert, mit denen die LiV in ganz besonderem Maße konfrontiert sind (3):</p><ul><li>Die „Psychologisierungs- und Ideologisierungsfalle“ schnappt zu, wenn individuelle Förderung als Frage des „Wollens“, nicht des Könnens diskutiert wird. Wer sich dem Anspruch nicht mit voller Hingabe stellt, gilt als schlechte Lehrkraft und moralisch insuffizient.</li><li>In die „Pädagogisierungs- und Polarisierungsfalle“ tappt, wer glaubt, mit individueller Förderung die Selektion aufgrund von Leistungsunterschieden beseitigen zu können.</li><li>Drittens warnt Wischer vor der „Idealisierungs- und Komplexitätsfalle“, wenn Lehrkräfte glauben, mit komplexen Lernarrangements und hohen Anteilen selbstgesteuerten Lernens dem Ziel der individuellen Förderung der Schülerinnen und Schüler nahekommen zu müssen, und deshalb einen maximalen Arbeitsaufwand betreiben, der in keinem Verhältnis zum Ertrag steht.</li></ul><p class="bodytext">Wischer plädiert dafür, die widersprüchlichen Anforderungen und Ambivalenzen im Lehrerhandeln zu analysieren, um Selbstüberforderung, schlechtes Gewissen und die daraus folgenden Resignationstendenzen zu vermeiden. Für die LiV gilt dies in besonderem Maß: Sie fühlen sich den Erwartungen der Ausbilderinnen und Ausbilder und der Schulleitung &nbsp;ausgeliefert, die ihre Unterrichtspraxis benoten. Das Landessschulamt empfiehlt den Schulleiterinnen und Schulleitern, in ihren Gutachten besonders auf den Umgang der LiV mit den heterogenen Lernvoraussetzungen zu achten. Gelingt individuelles Fördern nicht, geraten die LiV in einen Teufelskreis von maximalem Erwartungsdruck, Selbstüberforderung und Resignation.</p>
<p class="bodytext"><b>Detektivisches Ermitteln der Differenz</b></p>
<p class="bodytext">Individualisiertes Lernen wird häufig mit Binnendifferenzierung gleich gesetzt. Die Suche nach Merkmalen zur Einteilung von Kleingruppen in einem binnendifferenzierenden Unterricht birgt die Gefahr der Etikettierung, die dem individuellen Blick auf den Einzelnen zuwider läuft. So öffnet beispielsweise das Label „Migrationshintergrund“ für den Mainzer Erziehungswissenschaftler Franz Hamburger „Tür und Tor für ein detektivisches Ermitteln der exotischen Differenz und damit der Festschreibung diffuser Fremdheit“: „Das Etikett kann zum Stigma werden, mit dem Personen oder Familien gebrandmarkt werden, als nicht dazugehörend. Die Individuen werden – auch in der Schule – als verschieden wahrgenommen und vor allem als Angehörige dieser Kategorie behandelt.</p>
<p class="bodytext">Migrationshintergrund dient als Formel, um die ‚informellen Grenzposten‘ wie Aussehen, Name und Sprache in einem vermeintlich logischen Zusammenhang zu verankern. Der Blick wird nicht auf Individuen oder Bürger mit sozialen und politischen Rechten gelenkt, sondern auf die Identifizierung der Fremden, denen auf diese Weise ihr Platz in der Gesellschaft zugewiesen werden kann. (…) Insofern reproduziert die Bezeichnung mit Migrationshintergrund eine Festschreibung und Trennung der Mehrheit von den Minderheiten, von wir und den Anderen.“ (4)</p>
<p class="bodytext">Die Kritik Hamburgers findet man auch in den Diskursen um Inklusion. Inklusion bedeutet gerade den Verzicht auf jede Etikettierung der Menschen, nicht nur den Verzicht auf die Etikettierung als Gymnasial-, Real- oder Hauptschüler, sondern auch als Förderschüler eines bestimmten Förderschwerpunkts. Etikettierung birgt die Gefahr, dass die zu entwickelnde inklusive Schule, die eine Schule für alle Kinder sein soll, diese wiederum kategorial in Gruppen trennt. Einen Ausweg aus dem Dilemma zwischen notwendiger &nbsp;nterstützung von Kindern einerseits und der Gefahr der Etikettierung andererseits kann es nur geben, wenn Lehrkräfte Respekt vor dem Individuum mit Reflexionsfähigkeit verbinden. In diese Richtung weist die von Annedore Prengel bereits 1993 geforderte „Pädagogik der Vielfalt“, die Differenz und Vielfalt nicht als Gegensatz, sondern als Ergänzung versteht und eine „egalitäre Differenz“ zur Grundlage der Pädagogik macht (5).</p>
<p class="bodytext">Ausbilderinnen und Ausbilder müssen diesen Reflexionsprozess fördern. Gerade in den Modulen DFB und DLL besteht die Gefahr, dass die LiV in der guten Absicht, Lernbeeinträchtigungen zu kompensieren und ihre „diagnostische Kompetenz“ zu zeigen, ihre Lerngruppen unter allen möglichen Heterogenitätsaspekten in Untergruppen aufteilen und gerade dadurch den Blick auf die Individualität des einzelnen Kindes verlieren. Insofern besteht eine gewisse Analogie zwischen einer modularisierten Lehrerausbildung und der Diagnose einer Lerngruppe unter diversen Förderkategorien: In beiden Fällen werden zusammengehörige Aspekte – der ganzheitliche pädagogische Blick auf das lernende Individuum und die Entwicklung eines inklusiven Förderkonzepts – in einzelne Kategorien unterteilt. Dennoch stellt sich die Frage, wie es gelingen kann, das Thema „Individuelle Förderung“ so in der Ausbildung zu implementieren, dass die LiV ihre Fähigkeit erweitern, mit der Unterschiedlichkeit der Lernenden konstruktiv umzugehen.&nbsp;</p>
<p class="bodytext"><b>Realisierungsmöglichkeiten</b></p>
<p class="bodytext">Die angehendenden Lehrkräfte benötigen „Handwerkszeug“ im Umgang mit heterogenen Lerngruppen, das sie in vielen Modulveranstaltungen auch erhalten. Sie müssen lernen und üben, wie sie den Schülerinnen und Schülern ermöglichen, didaktisch begründete Problemstellungen auf unterschiedliche Weise zu bearbeiten. Annemarie von der Groeben und Ingrid Kaiser haben in ihrem Buch „Werkstatt Individualisierung“ solche Aneignungsmöglichkeiten für unterschiedliche Lerner aufgeführt (6). Sie veranschaulichen an &nbsp;Beispielen, wie Schülerinnen und Schüler argumentierend, urteilend, erkundend, ordnend oder imaginierend Probleme bearbeiten können.</p>
<p class="bodytext">Die LiV sollten lernen, Aufgaben als „Fundamentum“ und „Additum“ mit aufsteigender Komplexität zu formulieren (7) und wie man den Lernenden Hilfestellungen und ein „Gerüst“ (scaffold) beim Arbeiten gibt. Hilfreich wirkt sich ebenfalls aus, dass die LiV in ihrer Ausbildung mit Methoden kooperativen Lernens vertraut gemacht werden. Der Dreischritt aus Denken in Einzelarbeit, Austausch mit einem Partner oder in der Kleingruppe und Vorstellung und Diskussion der Ergebnisse im Plenum gewährleistet, dass individuelles und gemeinschaftliches Lernen miteinander verbunden werden.</p>
<p class="bodytext">Der Einsatz sogenannter „Diagnoseinstrumente“ (Selbstdiagnosebögen, Checklisten, Kompetenzraster) sollte kritisch betrachtet werden, damit sich angehende Lehrkräfte nicht in der trügerischen Sicherheit wiegen, sie verfügten über „empirisch valide“ Ergebnisse hinsichtlich des Lernstandes ihrer Schülerinnen und Schüler. Mit dem Begriff „Diagnose“ schleicht sich ein technokratischer und die Lernenden pathologisierender Trend in die unterrichtliche Arbeit ein. Besser wäre es, man würde von „verstehendem Beobachten“ sprechen, geht es doch um ein empathisches Wahrnehmen der Schülerinnen und Schüler und ihrer Stärken und nicht um das klinisch-kühle Analysieren von Defiziten.</p>
<p class="bodytext">Unabdingbar notwendig ist die Selbstreflexion von Ausbilderinnen, Ausbildern und LiV hinsichtlich der dargestellten Fallstricke und Grenzen individuellen Förderns – der Fallstricke der Moralisierung und Selbstüberforderung, der Gefahr der Etikettierung der Lernenden sowie nicht zuletzt hinsichtlich der Grenzen eines selektiven Schulsystems, in welchem Förderung und Auslese gleichermaßen den Umgang mit den Lernenden bestimmen.</p>
<p class="bodytext"><b>Franziska Conrad</b></p>
<p class="bodytext">(1) Die Modulbeschreibungen findet man im Internet unter <a href="http://lehrerbildung.lsa.hessen.de/irj/AfL_Internet" target="_blank" class="external-link-new-window" >lehrerbildung.lsa.hessen.de</a>.</p>
<p class="bodytext">(2) Das Prozessmodell für die Gestaltung kompetenzorientierten Unterrichts findet sich unter <a href="http://lehrwww.kou-hessen.de/wws/287062.php" target="_blank" class="external-link-new-window" >www.kou-hessen.de</a></p>
<p class="bodytext">(3) Beate Wischer: Individuelle Förderung durch mehr Differenzierung? Denkanstöße zu programmatischen Fallstricken, in: Schulverwaltung Nordrhein-Westfalen 6/2011 9, S. 174-176</p>
<p class="bodytext">(4) Franz Hamburger, Eva Stauf: „Migrationshintergrund“ zwischen Statistik und Stigma, in: Schüler. Wissen für Lehrer, Seelze 2009, S. 30</p>
<p class="bodytext">(5) Annedore Prengel: Pädagogik der Vielfalt. Verschiedenheit und Gleichberechtigung in interkultureller, feministischer und integrativer Pädagogik, Opladen 1993</p>
<p class="bodytext">(6) Annemarie von der Groeben, Ingrid Kaiser: Werkstatt Individualisierung, Hamburg 2012</p>
<p class="bodytext">(7) Peter Adamski in dieser HLZ S. 12-13</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>]]></content:encoded>
			<category>HLZ</category>
			
			
			<pubDate>Tue, 02 Apr 2013 14:34:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>HLZ 4/2013 Titelthema | Binnendifferenzierung. Antworten auf Heterogenität im Klassenzimmer</title>
			<link>http://www.gew-hessen.de/index.php?id=296&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=5124&#38;cHash=fff0fbc07cf3cfb90a10bfcd942b174f</link>
			<description>Empirischen Studien zufolge betrachten Lehrerinnen und
Lehrer individuelle Förderung zwar als...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Das merken Schulen und Kollegien dann, wenn die Berichte der Schulinspektion eintreffen,&nbsp;die ihnen – bei ansonsten guten Zeugnissen – in der Regel fehlende oder unzureichende Maßnahmen in diesem Bereich&nbsp;vorhalten. Wie können Binnendifferenzierung und Individualisierung des Lernens gelingen?</p>
<p class="bodytext"><b> Eine alte Geschichte</b></p>
<p class="bodytext">Im Jahr 1970 (!) formulierte der Deutsche Bildungsrat, ein Expertengremium aus Wissenschaft und Politik zur Beratung der Kultusministerien: „Die Grundsätze der Chancengleichheit und der bestmöglichen Förderung des Einzelnen verlangen, daß die unterschiedlichen Interessen, Motivationen und Fähigkeiten der Lernenden von allen Bildungseinrichtungen zu berücksichtigen sind. Deshalb müssen die Lernangebote so vielfältig sein, daß der Lernende seinen Bildungsweg individuell gestalten kann. Das bedeutet, daß Curricula angeboten werden, die auf die unterschiedliche Lerngeschwindigkeit und Motivationslage der Lernenden sowie auf deren Interessen und Lernvoraussetzungen abgestimmt sind. Diese Individualisierung ist die vordringliche Aufgabe.“ (Deutscher Bildungsrat 1970, S. 36)</p>
<p class="bodytext">Aus dieser „vordringlichen“ Aufgabe wurde auf Dauer wenig, vor allem deshalb, weil der seinerzeit angestrebte strukturelle Umbau der deutschen Schullandschaft in Richtung Gesamtschule nicht im erwünschten Umfang gelang. An Grund- und Förderschulen wurde und wird notwendigerweise differenziert und individualisiert – aber das erscheint in der gymnasial geprägten Bildungsöffentlichkeit als Ausnahme, da das gegliederte Schulwesen mit seiner äußeren Differenzierung angeblich solcher Maßnahmen nicht bedarf. </p>
<p class="bodytext"><b>Neue Dringlichkeiten </b>&nbsp;</p>
<p class="bodytext">Manfred Bönsch, neben Wolfgang Klafki einer der pädagogischen Pioniere in Sachen Differenzierung von Unterricht, deren Publikationen heute wieder aus den Bücherregalen geholt oder neu aufgelegt werden, nennt mindestens sieben Kriterien, in denen sich unterschiedliche Lernbedingungen und Heterogenität von Schülerinnen und Schülern festmachen lassen (Bönsch 2009, S. 36):</p><ul><li>die Auffassungsgabe</li><li>das Lerntempo</li><li>die Menge an Inhalten, die verarbeitet werden kann</li><li>das Anspruchsniveau, das angemessen ist</li><li>das Sprach- und Sprechniveau</li><li>die Motivation</li><li>die Fähigkeit zur Selbstorganisation</li></ul><p class="bodytext">Verglichen mit Schulklassen aus den 1970er Jahren sind solche Unterschiede in den Lernausgangslagen heute erheblich größer geworden. Die Sozialisationsbedingungen haben sich stark verändert: „Man lebt als Einzelkind oder mit Geschwistern, mit arbeitslosen oder beruflich völlig überlasteten Eltern, mit der deutschen, der russischen, der türkischen Familiensprache, in Armut oder Überfluss, behütet oder verwahrlost.“ (Becker u. a. 2004, S. 1) Den schulischen Alltag von heute prägen erhebliche Unterschiede in Kultur, Religion, Herkunft, Sprache, auch an Realschulen und Gymnasium. Auch PISA-Daten belegen – und das war der Anstoß für die dann einsetzende Forderung nach Binnendifferenzierung –, dass selbst die Klassen des gegliederten Schulsystems in sich immer heterogener geworden sind.</p>
<p class="bodytext"><b>Differenzierungsmethoden</b>&nbsp;</p>
<p class="bodytext">Voraussetzung für eine gelungene Binnendifferenzierung ist zuallererst die didaktische Grundüberlegung, welche Ziele und Kompetenzen alle Lernenden bezogen auf eine Unterrichtseinheit erreichen sollen: das Fundamentum. Daran anschließend: Auf welchen verschiedenen Wegen ist dieses Ziel zu erreichen? Schließlich das Additum: Welche Zusatzangebote können für schnellere, motiviertere oder leistungsstärkere Lerner gemacht werden? Innere Differenzierungen lassen sich grob gesagt auf zwei Grundansätze reduzieren:</p><ul><li>Die Basis ist das eingeführte Schulbuch, dessen Materialien und Aufgabenstellungen ergänzt und erweitert werden.&nbsp;</li><li>Es existieren spezielle Verfahren offenen Unterrichts, die das Schulbuch nicht notwendig ausklammern müssen, im Kern aber auf selbst zusammengestellten Materialien beruhen.&nbsp;Die bekanntesten sind das Stationenlernen und die Planarbeit.&nbsp;</li></ul><p class="bodytext"><b>Auch Schulbücher können Differenzierung fördern</b></p>
<p class="bodytext">Die neuere Generation von Schulbüchern bietet mittlerweile vor allem in Mathematik und den naturwissenschaftlichen Fächern, weniger in den sozialwissenschaftlichen Fächern Differenzierungsmöglichkeiten an, meistens über Zusatzaufgaben beziehungsweise Zusatzmaterialien. Für das Fundamentum ist es aber wichtiger, an den Aufgabenstellungen zu arbeiten, die für alle Schülerinnen und Schüler, meistens aber für den imaginären Durchschnittsschüler formuliert sind. Eine gute Möglichkeit, sowohl Unter- als auch Überforderungen zu vermeiden, ist die Entwicklung von Aufgabenpools für eine Unterrichtseinheit oder Teilen davon, als „Sternchenaufgaben“ nach Schwierigkeitsgraden differenziert.</p>
<p class="bodytext">Ein Beispiel aus dem Geschichtsunterricht zur Mumifizierung im Alten Ägypten macht deutlich, welche Wahlmöglichkeiten die Lernenden haben, zumal sie auch von Aufgabe zu Aufgabe zwischen den drei Anforderungsniveaus wechseln können. Das Schulbuch als Grundlage der inneren Differenzierung zu nehmen, bietet den Vorteil, dass der Vorbereitungsaufwand nicht ins Unermessliche steigt. Gleichzeitig öffnet er den lehrergesteuerten Unterricht nur in bestimmten Phasen, was gerade für erste Schritte auf dem Weg zur Binnendifferenzierung günstig sein kann.</p>
<p class="bodytext"><b>Plan- und Stationenarbeit</b></p>
<p class="bodytext">Das sieht bei der Plan- und Stationenarbeit anders aus: Der Aufwand zur Erstellung und Bereitstellung von Materialien ist erheblich größer – allerdings nur beim ersten Mal – und der Unterricht wird über längere Phasen für individuelles oder kooperatives Lernen geöffnet. Im Übrigen gibt es viele Kollegien, in denen die Kooperation von Fachkolleginnen und Fachkollegen kein Fremdwort, sondern geübte Praxis ist. Dann kann man selbst vom Wochenplan anderer profitieren und diese von den eigenen Anstrengungen für ein Lernen an Stationen. Beim Stationenlernen wird ein Gegenstand in Teilbereiche sequenziert, beispielsweise im Kunstunterricht die Erarbeitung gestalterischer Mittel in die Teilbereiche Farbkontraste, Nah und Fern, Hell und Dunkel und Perspektiven. So können unterschiedliche Lernertypen und Lernzugänge Berücksichtigung finden, neben Texten und Bildern auch Videos und auditive Zugänge, ggf. auch Gegenstände und Rohmaterialien.</p>
<p class="bodytext">Die Lernenden können die Reihenfolge der Bearbeitung der Stationen frei wählen, bestimmen selbst ihr Lerntempo und ihren Lernrhythmus innerhalb einer allgemeinen Zeitvorgabe. Daraus resultiert ein sehr hoher Grad an innerer Differenzierung. Auch bei diesem Verfahren gilt: Das Fundamentum muss festgelegt werden, entweder durch eine Kombination von Pflicht- und Wahlstationen oder dadurch, dass alle Stationen Pflicht- und Wahlaufgaben enthalten.&nbsp;</p>
<p class="bodytext"><b>Differenzierungsfallen</b></p>
<p class="bodytext">Individualisierung von Lernen durch innere Differenzierung wäre falsch verstanden, wenn es ein gemeinsames Lernen an einem gemeinsamen Inhalt nicht mehr gäbe. 25 Schülerinnen und Schüler, die nach ihren individuellen Curricula arbeiten, entsprechen nicht dem Bild eines differenzierten Unterrichts. Deshalb sind mindestens vier Grundelemente zu beachten:</p><ul><li>Differenziertes Lernen sollte auf bestimmte Phasen des Unterrichts beschränkt sein, besonders auf die Phasen, in denen es um die Erarbeitung von Inhalten geht.</li><li>Mehr als drei Differenzierungsniveaus sind wenig sinnvoll, weil sie Unterricht überkomplex machen und angesichts vorhandener Klassenstärken auch unrealistisch sind.</li><li>Bei kooperativen Lernformen sollte Differenzierung nicht nach leistungshomogenen Paaren oder Gruppen erfolgen, weil die Kluft zwischen Stärkeren und Schwächeren ansonsten immer größer würde. Im Übrigen zeigen gut angelegte Gruppenarbeiten, wie sehr unterschiedliche Talente voneinander profitieren können.</li><li>Lernenden sollte nicht immer und überall freigestellt werden, mit welchen Lernzugängen und Lernstrategien sie arbeiten. Immer nur über bildliche Darstellungen Zugang zu einem Thema zu bekommen oder ständig nur Mind-Maps zur Ergebnissicherung anzufertigen, ist öde und verhindert das Anwenden eines breiten Spektrums von Arbeitsverfahren und Arbeitstechniken.</li></ul><p class="bodytext"><b>Differenziertes Lernangebot – einheitliche Tests?</b></p>
<p class="bodytext">Wenn in Lernprozessen viele Wege zum Ziel führen, ist nicht einsichtig, warum dies bei Leistungsüberprüfungen anders sein soll. Es ist möglich, auch bei Tests und Klausuren mindestens für die ein oder andere Aufgabe Material- und Aufgabenpools mit unterschiedlichen Zugängen, Anspruchniveaus und Hilfen zu entwickeln. Vielfältige Beispiele aus unterschiedlichen Fächern findet man in dem Buch von Frank Müller über „Differenzierung in heterogenen Lerngruppen“. Den Lernern wäre damit ein Angebot gemacht, das sie aus Lernphasen bereits kennen und nunmehr bei der Leistungserbringung anwenden können. Eine Vorgabe von Mindestanforderungen für eine sehr gute bis ausreichende Leistung (Zahl der zu erreichenden Sternchen oder Punkte) böte den Schülerinnen und Schülern hinreichende Transparenz, um ihre je eigenen Wege zum Ziel wählen zu können.</p>
<p class="bodytext"><b>Peter Adamski</b></p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext"><b>Literatur</b></p>
<p class="bodytext">Adamski, Peter: Auf vielen Wegen in das Land der Pharaonen. Innere Differenzierung im Geschichtsunterricht, in: Geschichte lernen, H. 131, 2009, S. 2-13.</p>
<p class="bodytext">Becker, Gernot u. a. (Hrsg.): Heterogenität. Unterschiede nutzen – Gemeinsamkeiten stärken. Friedrich Jahresheft XXII, Seelze-Velber 2004</p>
<p class="bodytext">Bönsch, Manfred: Erfolgreiches Lernen durch Differenzierung im Unterricht, Braunschweig 2009</p>
<p class="bodytext">Buholzer, Alois / Kummer Wyss, Annemarie (Hrsg.): Alle gleich – alle unterschiedlich. Zum Umgang mit Heterogenität in Schule und Unterricht, Seelze-Velber 2010</p>
<p class="bodytext">Deutscher Bildungsrat: Strukturplan für das Bildungswesen, Stuttgart 1970</p>
<p class="bodytext">Müller, Frank: Differenzierung in heterogenen Lerngruppen. Praxisband für die Sekundarstufe I, Schwalbach/Ts. 2012&nbsp;</p>]]></content:encoded>
			<category>HLZ</category>
			
			
			<pubDate>Tue, 02 Apr 2013 13:52:00 +0200</pubDate>
			
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			<title> HLZ 4/2013 Titelthema | Inklusion und Etikettierung</title>
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			<description>„Jedes Kind ist besonders“, könnte ein Leitsatz der inklusiven Pädagogik sein. Aber auch sie kommt...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<div><p class="bodytext">In den Förderausschüssen geht es um Stempel für Förderbedarfe. Kollege &nbsp;Benjamin Haas geht im Folgenden der Frage nach, wie man auf eine solche „Kategorisierung“ von Behinderungen und Behinderungsarten verzichten kann. Sein vollständiger Aufsatz ist unter dem Titel „Dekonstruktion und Dekategorisierung: Perspektiven einer nonkategorialen (Sonder-)Pädagogik“ in der Zeitschrift für Heilpädagogik (Ausgabe 10/2012) erschienen.</p>
<p class="bodytext">Die strapaziösen Diskussionen um die Ausgestaltung eines inklusiven Bildungssystems bringen für alle Beteiligten viele Unbestimmtheiten mit sich. Offen bleibt unter anderem, auf welche Weise das zukünftige Berufsbild von Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen zu gestalten ist und wie bereits erreichte Standards integrativer Beschulung fortgeführt werden können. In theoretischer Hinsicht stellt sich darüber hinaus die Frage, wie die Sonderpädagogik dem Auftrag der Exklusionsvermeidung gerecht werden kann und welche Möglichkeiten bestehen, sonderpädagogische Unterstützungssysteme ohne stigmatisierende Effekte und somit ohne statische Etikettierungen spezifischer Förderbereiche zu gewährleisten.</p></div><div><p class="bodytext">Sollte sich die Sonderpädagogik weiterhin durch eine spezifische Klientel legitimieren, indem Hilfen mittels spezifischer Etikettierungen individualisiert werden, und sie sich zudem „in der Konstruktion ‚spezieller’ Pädagogiken besonders erfinderisch“ (1) zeigen, potenziert sich die anhaltende Legitimationskrise der Sonderpädagogik. In diesem Falle wäre die Sonderpädagogik mit der Kritik konfrontiert, dass sie den Tatbestand der Behinderung sowie dessen negative Auswirkungen auf die individuelle Subjektbildung zumindest billigend in Kauf nimmt, wenn nicht gar miterzeugt. Im Zusammenhang mit einer inklusiven Pädagogik spricht Gottfried Biewer von „Theorien zur Bildung, Erziehung und Entwicklung, die Etikettierungen und Klassifizierungen ablehnen, ihren Ausgang von den Rechten vulnerabler und marginalisierter Menschen nehmen, für deren Partizipation in allen Lebensbereichen plädieren und auf strukturelle Veränderungen der regulären Institutionen zielen, um der Verschiedenheit der Voraussetzungen und Bedürfnisse aller Nutzer/innen gerecht zu werden“. (2)</p></div><div><p class="bodytext">Indem Biewer Etikettierungen und Klassifizierungen ablehnt, verweist er auf ein elementares Spannungsverhältnis zwischen inklusiven Anforderungen und der Struktur der &nbsp;Sonderpädagogik. Um Exklusion, Diskriminierungen und Stigmatisierungen konsequent zu verhindern, verlangt eine inklusive Perspektive Unterstützungssysteme, die weder an Institutionen noch an Personen gebunden sind, die als förderbedürftig kategorisiert werden. Dies kennzeichnet ein scheinbares Dilemma der Sonderpädagogik und der Behindertenrechtskonvention: Etikettierungen sind oft die Voraussetzung, um die notwendigen Ressourcen einzufordern. Eine kategoriale Auffassung von Behinderung führt dazu, dass die Abweichungen oder Störungen im Individuum verortet werden (3). </p>
<p class="bodytext">Sonderpädagogische Bemühungen dieser Art widersprechen dem Inklusionsgedanken jedoch grundsätzlich, da sie auf eine individuelle Anpassung und Normalisierung statt auf eine Veränderung institutioneller Praktiken und gesellschaftlicher Felder zielen.</p></div><div><p class="bodytext"><b>Dekategorisierung statt Etikettierung</b></p></div><div><p class="bodytext">Vor diesem Hintergrund wurde die Dekategorisierung von Behinderungszuschreibungen bei gleichzeitiger Ausdifferenzierung spezifischer Problemlagen zum Kernthema der Sonderpädagogik (4). Dabei lassen sich drei Etappen feststellen, die ich in meinem Aufsatz in der Zeitschrift für Heilpädagogik genauer beschreibe: </p><ul><li>Mit der Empfehlung der Kultusministerkonferenz (KMK) von 1994 zum „sonderpädagogischen Förderbedarf“ wurden erste Versuche zur Überwindung stigmatisierender Behinderungskategorien unternommen.</li><li>In der Zeit zwischen 2001 und 2009 fand die Genese der Kategorie Behinderung aufgrund historischer, kultureller und sozialer Begebenheiten stärkere Beachtung, unter anderem in den Analysen der deutschsprachigen Disability Studies.</li><li>Seit 2009 stellt die Ratifizierung der Behindertenrechtskonvention durch die Bundesrepublik die Sonderpädagogik unter dem Leitthema Inklusion vor neue Herausforderungen.</li></ul><p class="bodytext">Die Empfehlung der KMK von 1994 zielte mit der Umbenennung der bis dato existierenden Behinderungsarten in spezifische „sonderpädagogische Förderbedarfe“ auf die Überwindung von individualisierenden und institutionengebundenen Zuschreibungen. Dahinter stand die Überzeugung, dass stigmatisierende Begriffe nicht dienlich sind, um Lernverhalten zu unterstützen und keine pädagogischen Handlungsimplikationen besitzen. Zudem eröffnete der Begriff des „sonderpädagogischen Förderbedarfs“ eine „personenbezogene, individualisierende Perspektive auf Bedürfnisse“. Er war nicht mehr „an Sonderschulen gebunden“ (5) und begünstigte unter der Zielsetzung, das „Abweichende“ zu integrieren, Forderungen nach schulischer Integration.</p>
<p class="bodytext">Problematisch war jedoch, dass sich die neuen Förderschwerpunkte stark an den bis dahin verwendeten Behinderungskategorien orientierten und somit die Kategorisierungen fortschrieben. Die Disability Studies und ihre soziokulturelle Analyse des Behinderungsbegriffes formulierten eine neue Leitperspektive, dass nicht mehr vermeintliche &nbsp;Abweichungen zu erforschen sind, sondern die Funktionsweisen innerhalb der Mehrheitsgesellschaft, welche diese Abweichungen hervorbringen. Mit der Hinwendung zu sozialen und kulturellen Prozessen erfolgte auch in der Sonderpädagogik eine schrittweise Abkehr von individualisierenden theologischen und mitunter stark medizinisch geprägten Sichtweisen. Folgerichtig kritisierte Bettina Lindmeier eine unzureichende inhaltliche Bestimmung des Konzepts „sonderpädagogischer Förderbedarf“ (6). Dieser verweise zu stark auf die allgemeine Schule als Bezugsnorm, statt individuellen Bedürfnissen gerecht zu werden, und schreibe so die Defizitorientierung durch eine unreflektierte Normausrichtung fort. Im Fokus sollte daher nicht mehr die Konstruktion des „Besonderen“ stehen, sondern vor allem die Konstruktion des „Normalen“. Insbesondere die Sonderpädagogik behaupte „stets eine Differenz der eigenen Klientel zu einer wie auch immer gearteten ‚Normalität’ (…), um die Legitimität der neu sich etablierenden sonderpädagogischen Profession zu begründen“ (7).</p>
<p class="bodytext">In der Folge der Behindertenrechtskonvention und unter der Zielperspektive der Inklusion sind seit 2009 Bemühungen zu erkennen, den sonderpädagogischen Auftrag aus einer systemischen Perspektive heraus zu konzipieren, daraus explizit pädagogische Aufgaben abzuleiten und Behinderungskategorien zu vermeiden. So plädiert Vera Moser für einen „Risikobegriff“ und damit für „ein neues Paradigma für die Behindertenpädagogik (…), das Abstand nimmt von anthropologisierenden und generalisierenden Zuschreibungen, wie dies der Behinderungsbegriff unternahm“. (8)&nbsp;</p>
<p class="bodytext"><b>Systemische Ressourcenzuweisung</b></p>
<p class="bodytext">Diese Perspektive befreit vom Zwang zur Etikettierung von Behinderung, da sie sich sowohl auf sogenannte Risikoschülerinnen und Risikoschüler wie auf alle weiteren spezifischen Lernausgangslagen bezieht. Anschlussfähig sind hier Vorschläge einer systemischen Ressourcenzuweisung für Schulen, die sich am Sozialindex der jeweiligen Schule orientieren, der aus den Prävalenzraten behinderter Kinder sowie erwartbarer Risiken für Lernprobleme aufgrund von Migration, Armut oder psychosozialen Einschränkungen berechnet wird. Diese milieutheoretische Sicht ermöglicht gleichzeitig eine stärkere Berücksichtigung der vier Differenzlinien von Behinderung, Geschlecht, Migration und sozialer Lage.</p>
<p class="bodytext">Wie bereits eingangs erwähnt, sollten exklusionsvermeidende Hilfen zukünftig nicht mehr durch exklusive und exkludierende Institutionen wie die Sonderpädagogik im derzeitigen Sinne bereitgestellt werden. Folgerichtig hinterfragt Helmut Reiser (a.a.O. S. 413) die Rolle der Sonderpädagogik als eigenständige wissenschaftliche Disziplin und plädiert für eine subsidiäre Sonderpädagogik, also eine Integration sonderpädagogischer Kompetenz in den Kanon der Allgemeinen Pädagogik. Denn erst der Verzicht auf eine eigenständige Wissenschaftsdisziplin und eine Verortung der Sonderpädagogik innerhalb der Allgemeinen Pädagogik ermöglichen ein inklusives Erziehungs-&nbsp;und Bildungssystem.</p>
<p class="bodytext">Die Diskussion um Dekategorisierung wird weiterhin sehr kontrovers geführt. Eine abschließende Antwort wird insbesondere durch die Frage erschwert, wie die Finanzierung beim Verzicht auf Etikettierungen sichergestellt wird. Nur systemische Ressourcenzuweisungen scheinen geeignet, der „Etikettierungs-Ressourcen-Problematik“ (9) zu begegnen: Die Diagnostik könnte dann über Lernniveaubeschreibungen erfolgen, der Risikobegriff die Notwendigkeit kategorialer Zuschreibungen nivellieren und sonderpädagogische Kompetenzen wären vermehrt als Grundqualifikationen der Allgemeinen Pädagogik zu verstehen. Begünstigt wird dies auch dadurch, dass sich auf der theoretischen Ebene eine Verschiebung zu weniger individualisierenden und medizinisch konnotierten Kategorien vollzog und die Konzepte der Heterogenität und Differenz eine inhaltliche Konkretisierung erfuhren. </p>
<p class="bodytext">Neben den beschriebenen Potentialen gilt es ferner, aktuelle bildungspolitische Entwicklungen zu beachten. So befördert die Einführung inklusiver Maßnahmen unter einem Ressourcenvorbehalt und den damit verbundenen Hoffnungen auf Kostenreduzierungen die Deprofessionalisierung sonderpädagogischer Förderung (10) und erschwert die notwendige Weiterentwicklung integrativer Standards zu inklusiven Standards der Beschulung.</p>
<p class="bodytext"><b>Benjamin Haas</b>, Förderschullehrer, Anne-Frank-Schule Raunheim</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext"><b>Quellen</b></p>
<p class="bodytext">(1) Wocken, H.: Über Widersacher der Inklusion und ihre Gegenreden, Essay. APuZ 2010, S. 28</p>
<p class="bodytext">(2) G. Biewer: Vom Verschwinden der Etiketten zum Verlust der Inhalte. In: A. Bürli, U. Strasser und A.-D. Stein (Hrsg.), Integration und Inklusion aus internationaler Sicht. S. 169-176. Bad Heilbrunn: Klinkhardt 2009, S. 193</p>
<p class="bodytext">(3) U. Heimlich: Inklusion und Sonderpädagogik. In: Zeitschrift für Heilpädagogik, 2/2011, S. 47</p>
<p class="bodytext">(4) H. Reiser: Der Beitrag der Sonderpädagogik zu einer Schule für alle Kinder. Behindertenpädagogik, 4/2002, S. 402-417</p>
<p class="bodytext">(5) J. Weisser: Bedürfnis und Bedarf: Radikale Dekategorisierung. In: Sonderpädagogische Förderung 50, 2005, S. 192</p>
<p class="bodytext">(6) B. Lindmeier: Kategorisierung und Dekategorisierung in der Sonderpädagogik. In: Sonderpädagogische Förderung 50, 2005, S. 139</p>
<p class="bodytext">(7) A. Tervooren: Pädagogik der Differenz oder differenzierte Pädagogik? In: Behinderte in Familie, Schule und Gesundheit, 1, 2003, S. 27</p>
<p class="bodytext">(8) V. Moser: Behinderung oder Risiko? In: U. Schildmann (Hrsg.), Umgang mit Verschiedenheit in der Lebensspanne. Bad Heilbrunn Klinkhardt: 2010, S.304</p>
<p class="bodytext">(9) H.-P Füssel/R. Kretschmann.: Gemeinsamer Unterricht für behinderte und nichtbehinderte Kinder. Witterschlick/Bonn 1993, S. 43</p>
<p class="bodytext">(10) A. Hinz: Dekategorisierung in der Inklusion und schulischen Erziehungshilfe. In: Behindertenpädagogik, 47, 2010, S. 103</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p></div>]]></content:encoded>
			<category>HLZ</category>
			
			
			<pubDate>Tue, 02 Apr 2013 12:55:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
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			<title> HLZ 4/2013 Titelthema | Schule unterwegs. Individuelle Förderung – nicht nur für Circuskinder</title>
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			<description>Nur drei Tage in der Schule – dann geht es weiter zur nächsten: Die Kinder beruflich Reisender sind...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<div><p class="bodytext"><b>Bis zu 30 Schulwechsel im Jahr</b></p></div><div><p class="bodytext">Kinder beruflich Reisender sind vor allem Kinder aus Schaustellerfamilien, von Circusangehörigen, von ambulanten Händlern und Puppenspielern. In den Bemühungen um eine qualitativ hochwertige schulische Bildung aller Kinder stellen sie das staatliche Bildungssystem vor besondere Herausforderungen. Mit ihrer Lebenslage in den reisenden Unternehmen und dem damit verbundenen Schulwechsel, manchmal bis 30 Mal im Jahr, sind sie in den letzten Jahren auch ein Thema für die Kultusministerkonferenz (KMK) geworden. Statistische Erhebungen sind schwer, weil die Kinder mit ihren Familien fast jede Woche die Schule wechseln. Bis zu 10.000 Kinder sind die bisherige Schätzung, in einer ersten Abfrage sind im Jahr 2012 2.400 Kinder an Schulen gezählt worden. In Hessen gehen wir von rund 300 Kindern aus, die in und durch unser Bundesland reisen. </p>
<p class="bodytext">Ihre Eltern haben Circusunternehmen, sind Schausteller, haben Puppentheater, arbeiten auf Mittelaltermärkten, sind ambulante Händler und Marktkaufleute. Hessen hatte wie viele andere Bundesländer Bereichslehrkräfte eingesetzt, um den dauernden Schulwechsel zu erleichtern, sie bei den wechselnden Schulbesuchen zu beraten und zu begleiten. Dieses Konzept ist vor vier Jahren nach dem Vorbild Nordrhein-Westfalens verändert worden. Seitdem werden die mit ihren Eltern reisenden Kinder im Projekt „Schule für Kinder beruflich Reisender“ (SfKbR) von zwölf Bereichslehrkräften unterrichtet. Der Schulversuch soll die schulische Situation der mitreisenden Kinder verbessern. Nach dem Konzept der aufsuchenden Pädagogik werden mitreisende Kinder auf der Reise mit ihren Eltern in acht fahrenden Klassenzimmern auf den Fest- bzw. Circusplätzen mobil unterrichtet. So soll der ständige Schulwechsel auf der Reise vermieden werden. Dazu müssen die Kinder von ihren Eltern in dem Projekt SfKbR angemeldet werden. Das Hessische Kultusministerium (HKM) hat die vom Evangelischen Verein für Innere Mission (EVIM) getragene Schule am Geisberg in Wiesbaden mit dem Aufbau und Betrieb der Schule für Kinder beruflich Reisender beauftragt. Um personelle Kontinuität und möglichst stabile Schüler-Lehrer-Beziehungen zu gewährleisten, sollen die Lehrkräfte die Kinder möglichst lange auf ihrer Reise durch Hessen betreuen. Anders als bei der ersten mobilen Schule in Nordrhein-Westfalen ist die Schule nicht nur für Circuskinder zuständig, sondern auch für Kinder von Schaustellern und anderen Eltern, die aus beruflichen Gründen mit ihren Kindern reisen.</p></div><div><p class="bodytext">Die Schule ist für die dort angemeldeten Kinder Stammschule. Eine Voraussetzung für ihre Aufnahme ist, dass die Eltern einen Wohnsitz in Hessen haben. Sie ist aber auch&nbsp;Stützpunktschule für Kinder, die aus anderen Bundesländern durch Hessen reisen. Alle Kinder sollen an ihrem individuellen Lernstand abgeholt werden. Dafür ist das von der Kultusministerkonferenz 2004 verabschiedete bundesweit einheitliche Schultagebuch eine schülerorientierte Grundlage. Es ist so konzipiert, dass es die besondere Lebenslage der mitreisenden Kinder und die damit verbundenen Fehltage in der Schule berücksichtigt. Das Konzept sieht auch vor, dass eine Lehrkraft im Sinne eines Tutorats für rund acht Schülerinnen und Schüler unterschiedlichen Alters zuständig ist. Die SfKbR kann alle Abschlüsse vergeben, die die Schulen des Schulträgers EVIM (Campus Klarenthal und Schule am Geisberg) anbieten. Ziel ist, möglichst viele Schülerinnen und Schüler zu einem möglichst hohen Abschluss zu führen.</p></div><div></div><div><p class="bodytext"><b>Unterricht im mobilen Klassenzimmer</b></p></div><div><p class="bodytext">Bei den Kindern, für die die SfKbR Stammschule ist, führt sie auch ihre Schülerakte. Dafür müssen sie von ihren Eltern angemeldet sein und der Schule regelmäßig ihre Standorte mitteilen, damit die Schule hinterherreisen kann. Die Lehrkräfte der SfKbR sind für den Unterricht der reisenden Kinder zuständig. Sie unterrichten die Kinder in mobilen Klassenzimmern (Schulwagen), die von der SfKbR zur Verfügung gestellt werden; zurzeit sind es acht mobile Klassenzimmer, die die Festplätze in Hessen anfahren. Die Schülerinnen und Schüler besuchen während der Reise in Hessen in der Regel keine örtliche Schule. Ausnahmen gibt es für längere Aufenthalte am selben Ort, vor allem in der Winterpause. Dann kümmert sich die zuständige Lehrkraft der SfKbR um einen Schulplatz in der örtlichen Schule und unterstützt die mitreisenden Kinder und die Lehrkräfte der besuchten Schule. Ein solcher Schulbesuch ist für die reisenden Kinder auch sinnvoll, um soziale Erfahrungen außerhalb des oft engen sozialen Gefüges der reisenden Unternehmen zu ermöglichen.</p></div><div><p class="bodytext">Die Lehrkräfte organisieren die schulische Begleitung auch über Hessens Grenzen hinaus: Fast alle Bundesländer haben zur Unterstützung von Kindern beruflich Reisender mittlerweile Bereichslehrkräfte eingesetzt. Sie stehen in engem Kontakt miteinander, um die Kontinuität des Lernens über die Ländergrenzen hinaus möglich zu machen. Einmal im Jahr tauschen sie sich auch über das Lernen auf der Reise in einer zentralen Fortbildung aus. Im Jahr 2013 wird sie in Hamburg stattfinden. Ältere Schülerinnen und Schüler werden auch über E-Learning schulisch versorgt und haben auf diesem Weg mittlerweile in Hessen ihren Hauptschulabschluss abgelegt oder nachgeholt. In Nordrhein-Westfalen haben 2012 erstmals zwei Mädchen aus Circusfamilien auf der Reise das Abitur online abgelegt. Sind die Kinder außerhalb Hessens unterwegs, müssen die Lehrkräfte der SfKbR sicherstellen, dass sie alle notwendigen Unterlagen haben, um an den Stützpunktschulen und durch selbstständiges Arbeiten schulisch weiterzukommen.</p></div><div><p class="bodytext">Die SfKbR hält Kontakt zu den Eltern und berät sie in allen schulischen Fragen und bei den Abschlüssen. Die Zeugnisse werden von der SfKbR ausgestellt, da sie als Stammschule den besten Überblick über den Leistungsstand der Kinder hat. Wenn die mobilen Klassenzimmer nach dem Grundsatz der aufsuchenden Pädagogik auf dem Fest- oder Circusplatz ankommen, erhalten alle Kinder der gastierenden Unternehmen ein Bildungsangebot, auch die Vorschulkinder. Für die älteren Schülerinnen und Schüler kooperiert die SfKbR mit der Berufsschule Nidda. Dort erhalten sie während der Winterpause berufsbildende Angebote mit Kursen zum Schweißen, zur Buchführung oder zur Sozialversicherung. </p>
<p class="bodytext">Bereichslehrkräfte, die an dem mobilen Pilotprojekt „Schule für Kinder beruflich Reisender“ mitarbeiten, haben die Bereitschaft, alle Fächer zu unterrichten, im Team zu kooperieren und mit neuen Medien wie dem E-Learning umzugehen. Lehrkräfte dieser Schule müssen immer erreichbar sein, da Eltern auf ihrer Reise dringend auf Ansprechpartner angewiesen sind. Das bisherige Bereichslehrersystem, das die Kinder auf der Reise mit ihren Eltern an vielen Schulen unterstützt hat, wird in Hessen zu einer mobilen Schule weiterentwickelt. Diese soll die Kinder und ihre Eltern entlasten und ihnen kontinuierlicheren Unterricht ermöglichen. Dauernd wechselnde Schulen und Bezugspersonen sollen zugunsten einer aufsuchenden Schule aufgegeben werden und so zu besseren Schulergebnissen bei den Kindern führen.</p></div><div><p class="bodytext">Mehr zum „Lernen auf der Reise“ &gt;&gt;&nbsp;<a href="http://schule-unterwegs.de/" target="_blank" class="external-link-new-window" >www.schule-unterwegs.de</a> oder &gt;&gt;&nbsp;<a href="http://www.ente.nu/indexalgemeen.asp?taal=2" target="_blank" class="external-link-new-window" >www.ente.nu</a></p></div><div></div><div><p class="bodytext"><b>Birgid Oertel</b>, Ministerialrätin im Hessischen Kultusministerium</p></div>]]></content:encoded>
			<category>HLZ</category>
			
			
			<pubDate>Tue, 02 Apr 2013 11:21:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>NEIN zum Hessischen Kinderförderungsgesetz | Macht mit: Hessenweite Großdemonstration am 9. April 2013 in Wiesbaden</title>
			<link>http://www.gew-hessen.de/index.php?id=296&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=5025&#38;cHash=901e96b1de4040fe9ce1894809a734b9</link>
			<description>Die Großdemonstration in Wiesbaden beginnt 16 Uhr am Hauptbahnhof. Die Kundgebung wird 16.45 Uhr...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Die CDU/FDP Koalition hat im Dezember 2012 ein Hessisches Kinderförderungsgesetz (HessKiföG) in den Landtag eingebracht. Mit diesem Gesetz will sie die Förderung von Kindertageseinrichtungen durch das Land Hessen neu ordnen. Die GEW lehnt den vorgelegten Gesetzesentwurf als unzureichend und mangelhaft ab.</p>
<p class="bodytext"><b>Schriftliche Proteste gegen das KiFög</b></p>
<p class="bodytext">Mehr als 15.000 Menschen haben bereits die <b>Online-Petition</b>&nbsp;unterzeichnet. Sie ist mittlerweile geschlossen.</p>
<p class="bodytext">Die <b>Postkartenaktion </b>läuft bis zum Demonstrationstag. Am 9. April werden die Postkarten der Landesregierung übergeben.</p><div style="font-family: Verdana, Arial, Helvetica, sans-serif; line-height: 16px; "><p style="text-align: justify; margin-top: 0px; " class="bodytext">Weitere Informationen auch auf den Internetseiten der Liga der freien Wohlfahrtsverbände&nbsp;<span style="color: rgb(0, 0, 0); "><a href="http://www.entdecker-voraus.de/" target="_blank" class="external-link-new-window" >www.entdecker-voraus.de</a>&nbsp;</span>und ver.di Hessen&nbsp;<span style="color: rgb(0, 0, 0); "><a href="http://gemeinden-hessen.verdi.de/" target="_blank" class="external-link-new-window" >www.gemeinden-hessen.verdi.de</a></span></p></div><div style="font-family: Verdana, Arial, Helvetica, sans-serif; line-height: 16px; "></div><div style="font-family: Verdana, Arial, Helvetica, sans-serif; line-height: 16px; "><p style="text-align: justify; margin-top: 0px; " class="bodytext">&nbsp;</p>
<p style="text-align: justify; margin-top: 0px; " class="bodytext"><b>Wir fordern die Landesregierung auf den Entwurf umgehend zurückzuziehen!</b><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">&nbsp;</span></p></div><p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext"><hr   /></p><div><p class="bodytext"><b>Die GEW erwartet von der Landesregierung</b>&nbsp;</p></div><ul><li>Die Beibehaltung der Personalberechnung nach Gruppen und die Verbesserung der Fachkraft-Kind-Relation.</li><li>Kleinere Gruppen statt der Erhöhung der Gruppengrößen!</li><li>Anerkennung und Wertschätzung der notwendigen pädagogischen Professionalität in Tageseinrichtungen im Interesse des Kindeswohls statt Ausweitung des Einsatzes von nicht-professionellem Personal!</li><li>Die Einhaltung der Verpflichtung, angemessene Vorkehrungen zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskommission zu schaffen statt Kostenvorbehalt und Kosteneinsparung! &nbsp;</li></ul><p class="bodytext">Die GEW fordert deshalb alle an guter Bildung Interessierten – Eltern, Erzieherinnen und Erzieher, Lehrerinnen und Lehrer – auf, gegen die geplanten Regelungen der CDU/FDP zu protestieren. </p>
<p class="bodytext"><b>Zum Gesetzentwurf (pdf): &gt;&gt;</b> <a href="http://starweb.hessen.de/cache/DRS/18/3/06733.pdf" target="_blank" >starweb.hessen.de</a></p>
<p class="bodytext">Zum Herunterladen haben wir eine Protestpostkarte und einen Entwurf für eine Protestresolution bereit gestellt.</p>
<p class="bodytext"><b>Sie haben Fragen zur Demo oder möchten die Protestpostkarte bestellen? Melden Sie sich in unserer Geschäftsstelle</b></p>
<p class="bodytext">Telefon&nbsp;<span style="color: rgb(80, 80, 80); font-family: Verdana, Arial, Helvetica, sans-serif; font-size: 12px; ">069–971293–0 |&nbsp;</span><span style="color: rgb(80, 80, 80); font-family: Verdana, Arial, Helvetica, sans-serif; font-size: 12px; ">Telefax&nbsp;069–971293–93 |&nbsp;</span><span style="font-size: 12px; color: rgb(80, 80, 80); font-family: Verdana, Arial, Helvetica, sans-serif; ">E-Mail&nbsp;</span><span style="font-size: 12px; color: rgb(80, 80, 80); text-decoration: initial; font-family: Verdana, Arial, Helvetica, sans-serif; "><a href="mailto:info@gew-hessen.de" class="mail" >info@gew-hessen.de</a></span></p>]]></content:encoded>
			<category>Startseite</category>
			
			
			<pubDate>Thu, 28 Mar 2013 21:00:00 +0100</pubDate>
			<enclosure url="http://www.gew-hessen.de/uploads/media/2012_12_11_gew_zum_entwurf_hess_kinderfoerderundsgesetz.pdf" length ="104105" type="application/pdf" />
			<enclosure url="http://www.gew-hessen.de/uploads/media/2012_12_18_resolution_hesskinderfoerderungsgesetz.pdf" length ="71249" type="application/pdf" />
			<enclosure url="http://www.gew-hessen.de/uploads/media/u_liste_hesskinderfoerderungsgesetz.pdf" length ="32898" type="application/pdf" />
			<enclosure url="http://www.gew-hessen.de/uploads/media/postkarte_kinderfoerderungsgesetz_web.pdf" length ="105693" type="application/pdf" />
			<enclosure url="http://www.gew-hessen.de/uploads/media/2013_04_plakat_va_kinderfoederungsgesetz.pdf" length ="63777" type="application/pdf" />
		</item>
		
		<item>
			<title>Versorgungsabschlag Teilzeit – Ohrfeige des Bundesverwaltungsgerichts</title>
			<link>http://www.gew-hessen.de/index.php?id=296&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=5121&#38;cHash=e5ff846c6ee8fa06fa8d6631305bc1e5</link>
			<description>Am 6. März 2013 war es wieder einmal soweit. In einem mit GEW-Rechtsschutz geführten...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Das Verfahren betraf die Frage, wann Beamtinnen und Beamte, die vom sogenannten „Versorgungsabschlag Teilzeit“ betroffen sind, einen Anspruch auf Neuberechnung ihrer Versorgungsbezüge haben, wenn sie gegen den entsprechenden Bescheid kein Rechtsmittel eingelegt hatten.</p>
<p class="bodytext">Das Bundesverwaltungsgericht bestätigte die Rechtsprechung des Hessischen Verwaltungsgerichtshofs, dass die Betroffenen einen Anspruch auf Neuberechnung ab Antragstellung haben. </p>
<p class="bodytext">Denn der Versorgungsabschlag verstoße gegen die EU-Richtlinie zur <b>Verwirklichung des Grundsatzes zur Gleichbehandlung von Männern und Frauen (…) in Bezug auf die Arbeitsbedingungen. </b>Diese Richtlinie hätte durch die deutschen Gesetzgeber bis zum 5. Oktober&nbsp;2005 umgesetzt werden müssen. Obwohl zu dieser Zeit bereits die Urteile des Europäischen Gerichtshofes und des Bundesverwaltungsgerichtes zur Rechtswidrigkeit des Versorgungsabschlags vorlagen, hatte es der Gesetzgeber unterlassen, das Beamtenversorgungsrecht den europarechtlichen Regelungen ausreichend anzupassen. </p>
<p class="bodytext">Da die Richtlinie hinreichend bestimmt ist, lag mit Ablauf der Umsetzungsfrist eine Änderung der Rechtslage vor mit der Folge, dass die Betroffenen einen Antrag auf neue Entscheidung stellen können. Diesem Antrag musste nach der Rechtsprechung stattgegeben werden. Die Entscheidung über die Neuberechnung unterliegt zwar dem Ermessen des Dienstherrn, dieses Ermessen sei aber auf Null reduziert:<b> „Es ließe sich nicht mit dem Grundsatz der vollen Wirksamkeit des Unionsrechts vereinbaren, wenn unter Berufung auf die Unanfechtbarkeit des Versorgungsfestsetzungsbescheids der Anwendungsvorrang des Unionsrechts auf Dauer unberücksichtigt bliebe.“</b></p>
<p class="bodytext">Wenn das Land Hessen nicht auf die Idee kommt, gegen diese Entscheidung Verfassungsbeschwerde einzulegen, kann zumindest dieses Kapitel der „Diskriminierung wegen Teilzeit“ im Versorgungsrecht nun abgeschlossen werden.</p>
<p class="bodytext">Die GEW Landesrechtsstelle vertritt rund dreißig Kolleginnen und Kollegen, die aufgrund dieser Entscheidung endlich zu ihrem Recht kommen können.</p><ul><li><span style="font-size: 10pt;">VG Frankfurt, Urteil vom 10.08.2009 – 9 K 79/08.F</span></li><li><span style="font-size: 10pt;">VGH, Beschluss vom 25.01.2012 – 1 A 2548/10</span></li><li><span style="font-size: 10pt;">BVerwG, Beschluss vom 06.03.2013 – 2 B 26.12</span></li></ul>]]></content:encoded>
			<category>Aktuelles aus der Landesrechtsstelle</category>
			
			
			<pubDate>Thu, 28 Mar 2013 11:54:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Offener Brief an die hessische Kultusministerin | Pressemitteilung der GEW Hessen vom März 2013</title>
			<link>http://www.gew-hessen.de/index.php?id=296&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=5120&#38;cHash=955e59e09a75aa826b0815cf86df7b99</link>
			<description>Am 27. März 2013 verhandelt das Verwaltungsgericht Wiesbaden (Mainzer Str. 124, Raum 1.026) in...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Dazu hat die GEW Hessen einen offenen Brief an Kultusministerin Nicola Beer verfasst, der im Anhang als PDF zum Download zu finden ist.&nbsp;</p>
<p class="bodytext"><span style="font-size: 12px; ">In Sprache, Duktus und Anforderungsprofil entlarve die Stellenausschreibung des Kultusministeriums, dass&nbsp;</span><span style="font-size: 12px; ">betriebswirtschaftliche Vorstellungen dominierten, heißt es in dem Schreiben des Vorsitzenden der GEW Hessen Jochen Nagel. </span></p>
<p class="bodytext"><span style="font-size: 12px; ">Für die Leitung des Landesschulamtes würde das Ministerium &nbsp;</span><span style="font-size: 12px; ">Managementqualitäten erwarten. Neben&nbsp;Durchsetzungsfähigkeit, verlange die Stelle&nbsp;&quot;Verhandlungs- und&nbsp;</span><span style="font-size: 12px; ">Fingerspitzengefühl&quot; sowie&nbsp;&quot;sicheres Gespür für die Optimierung von Organisationsstrukturen&nbsp;</span><span style="font-size: 12px; ">und -abläufen unter Qualitäts-, Zeit- und Kostengesichtspunkten&quot;. Eine &quot;</span><span style="font-size: 12px; ">nicht zu akzeptierende Reduktion der Tätigkeit der Präsidentin oder des Präsidenten&nbsp;</span><span style="font-size: 12px; ">auf Managementaufgaben&nbsp;entspricht der Vorstellung neoliberaler Bildungspolitik der hessischen&nbsp;</span><span style="font-size: 12px; ">Landesregierung&quot;, konstatiert Nagel.</span></p>
<p class="bodytext"><span style="font-size: 12px;">Die Umsetzung des Bildungs- und Erziehungsauftrags des Hessischen&nbsp;</span><span style="font-size: 12px;">Schulgesetzes zu garantieren, fände sich in der Ausschreibung nicht. &quot;</span><span style="font-size: 12px;">Auch wenn, wie das Kultusministerium vorgibt, das&nbsp;</span><span style="font-size: 12px;">Landesschulamt operative Aufgaben hat, so gehört doch unabdingbar ins Anforderungsprofil ein&nbsp;</span><span style="font-size: 12px;">Hinweis auf die politischen und ethischen Grundlagen der Arbeit einer Leiterin oder eines Leiters&nbsp;</span><span style="font-size: 12px;">des Landesschulamts.&quot;&nbsp;</span></p>
<p class="bodytext"><span style="font-size: 12px;">Allein im ersten Abschnitt der Stellenausschreibung sei von&nbsp;</span><span style="font-size: 12px;">&quot;Eigenverantwortung&quot; und &quot;Qualitätsentwicklung&quot; der Schulen und von &quot;optimalem Service&quot;&nbsp;</span><span style="font-size: 12px;">die Rede, </span><span style="font-size: 12px;">lediglich eine &quot;Affinität zu Fragen des&nbsp;</span><span style="font-size: 12px;">Bildungswesens&quot;, ein&nbsp;</span><span style="font-size: 12px;">erfolgreich abgeschlossenes zweites juristisches Staatsexamen, &quot;kontinuierliche&nbsp;</span><span style="font-size: 12px;">Vergrößerung Ihrer Führungs- und Projektaufgaben&quot; soll zum Ausfüllen der mit B6 dotierten&nbsp;</span><span style="font-size: 12px;">Stelle nötig sein.</span></p>
<p class="bodytext">Fragwürdig sei vor allem<span style="font-size: 12px;">, warum eine Juristin oder ein Jurist, aber keine Pädagogin&nbsp;</span><span style="font-size: 12px;">und kein Pädagoge gesucht werde. &quot;Sie und Ihr Staatssekretär sind bereits Juristen&quot;, heißt es im Schreiben weiter.&nbsp;&quot;Auch deswegen&nbsp;</span><span style="font-size: 12px;">sehen wir es als dringend erforderlich an, zumindest die Leitung des Landesschulamts einer&nbsp;</span><span style="font-size: 12px;">Pädagogin oder einem Pädagogen zu übertragen, damit inhaltlicher Sachverstand und nicht&nbsp;</span><span style="font-size: 12px;">blindes Management die Bildungsverwaltung bestimmt.&quot;</span></p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>]]></content:encoded>
			<category>Pressemitteilungen</category>
			
			
			<pubDate>Wed, 27 Mar 2013 09:33:00 +0100</pubDate>
			<enclosure url="http://www.gew-hessen.de/uploads/media/2013_03_26_brief_kultusministerium_leitung_landesschulamt.pdf" length ="848158" type="application/pdf" />
		</item>
		
		<item>
			<title>Beamtenversorgung – Einstieg für Einsteiger</title>
			<link>http://www.gew-hessen.de/index.php?id=296&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=5116&#38;cHash=79207f9f8ef94c29e030ea34b670bf17</link>
			<description>Für die meisten Beamtinnen und Beamten stellt sich früher oder später die Frage nach der Höhe ihrer...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<div><p class="bodytext">Mit den nachstehenden Informationen soll der Versuch unternommen werden, eine kleine Hilfe zum Verständnis des Beamtenversorgungsrechts zu bieten. Sie richtet sich an Beamtinnen und Beamte, die nach dem 31.12.1991 in das Beamtenverhältnis berufen wurden. Die anderen Beamtinnen und Beamten finden die entsprechenden Erläuterungen in der Information „Beamtenversorgung – Berechnung leicht(er) gemacht“.</p></div><div></div><div><p class="bodytext">Weitere Informationen als PDF&nbsp;im <b>&gt;&gt;&nbsp;Mitgliederbereich &gt;&gt; Beamtenversorgung</b>.</p></div>]]></content:encoded>
			<category>Aktuelles aus der Landesrechtsstelle</category>
			<category>Beamtenversorgung</category>
			
			
			<pubDate>Thu, 21 Mar 2013 11:21:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Beamtenversorgung – Einstieg für Einsteiger </title>
			<link>http://www.gew-hessen.de/index.php?id=296&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=5117&#38;cHash=31cf1b66e9bd00a2326898b38659c3a3</link>
			<description>Für die meisten Beamtinnen und Beamten stellt sich früher oder später die Frage nach der Höhe ihrer...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<div><p class="bodytext">Mit den nachstehenden Informationen soll der Versuch unternommen werden, eine kleine Hilfe zum Verständnis des Beamtenversorgungsrechts zu bieten. Sie richtet sich an Beamtinnen und Beamte, die nach dem 31.12.1991 in das Beamtenverhältnis berufen wurden. Die anderen Beamtinnen und Beamten finden die entsprechenden Erläuterungen in der Information „Beamtenversorgung – Berechnung leicht(er) gemacht“.</p></div><div></div><div><p class="bodytext">Weitere Informationen im Mitgliederbereich unter &gt;&gt; Beamtenversorgung.</p></div>]]></content:encoded>
			
			
			<pubDate>Thu, 21 Mar 2013 11:21:00 +0100</pubDate>
			<enclosure url="http://www.gew-hessen.de/uploads/media/2013_03_beamtversorgung_einstieg_fuer_einsteiger.pdf" length ="103307" type="application/pdf" />
		</item>
		
		<item>
			<title>Beschlüsse der Fachgruppe „Schulaufsicht, Schulpsychologie und Schulentwicklung“</title>
			<link>http://www.gew-hessen.de/index.php?id=296&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=5115&#38;cHash=fc3279ef7c397836f225aa8f5c2f8c5b</link>
			<description>Die Mitglieder der Fachgruppe „Schulaufsicht, Schulpsychologie und Schulentwicklung“ haben in ihrer...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<div><p class="bodytext"><b>Beschluss |&nbsp;Besetzung der Leiterinnen- bzw. Leiterstelle im Landesschulamt</b></p></div><div></div><div></div><div><p class="bodytext">„Die Fachgruppe ‚Schulaufsicht, Schulpsychologie und Schulentwicklung‘ lehnt die Besetzung der Leiterinnen- bzw. Leiterstelle des Landesschulamtes mit einer Juristin bzw. einem Juristen ab.“</p>
<p class="bodytext">Begründung:</p></div><div></div><div><p class="bodytext">Das Landesschulamt ist primär ein Amt, das der qualitativen Schulentwicklung dienen soll. Die §§ 1 bis 10 des HSchG schreiben das zwingend vor. Das wird in § 86 HSchG noch deutlicher formuliert. „Lehrerinnen und Lehrer erziehen, unterrichten, beraten und betreuen.“ Das sind Normen, die aus den Erziehungs- und Fachwissenschaften abgeleitet sind, nicht aus der Rechtswissenschaft.</p></div><div></div><div><p class="bodytext">Der in der Ausschreibung verwandte Begriff „Affinität zu Fragen des Bildungswesens“ ist so nebulös, dass er auf jede Bürgerin und jeden Bürger zutreffen kann.&nbsp;</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p></div><div></div><div></div><div><p class="bodytext"><b>Beschluss |&nbsp;</b><b>Staatliche Schulämter, das Amt für Lehrerbildung und das IfQ als eigenständige Behörden</b></p></div><div></div><div></div><div><p class="bodytext">„Die Fachgruppe ‚Schulaufsicht, Schulpsychologie und Schulentwicklung‘ erwartet von einer künftigen Landesregierung, dass die Staatlichen Schulämter, das Amt für Lehrerbildung und das IfQ wieder eigenständige Behörden werden.“</p></div><div></div><div><p class="bodytext">Begründung:&nbsp;</p></div><div><ol><li>Die vorangegangene Struktur hat sich in ihren wesentlichen Elementen bewährt. Sie hatte unter Fachleuten ebenso wie unter den Betroffenen hohe Akzeptanz.</li><li>Die erfolgte Auflösung der Strukturen hat zu einer weiteren Entfremdung zwischen Schulen und der Bildungsverwaltung geführt. Das steht dem Ziel der Landesregierung, die Qualitätsentwicklung in Schulen voranzubringen, diametral entgegen.</li><li>Die Unsicherheit der Beschäftigten im Landesschulamt hinsichtlich der Binnenstruktur, der Aufgabenzuschnitte, der Arbeitsabläufe, der aufwendigen Abstimmungsprozesse und der Verantwortlichkeiten ist trotz jahrelanger Vorbereitungszeit systembegründet gravierend. &nbsp;</li><li>Der Motivationsverlust unter den Beschäftigten ist in der Folge erheblich, was sich auf die Arbeitsplatzzufriedenheit negativ auswirkt.</li></ol><p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext"><b>Beschluss |&nbsp;Anrechnungszeiten für Personalvertretungen im RRK</b></p></div><div></div><div></div><div></div><div><p class="bodytext">„Die Fachgruppe ‚Schulaufsicht, Schulpsychologie und Schulentwicklung‘ fordert, dass Anrechnungszeiten für Personal- und Schwerbehindertenvertretungen sowohl für örtliche als auch überregionale Vertretungen im RRK berücksichtigt werden.“</p></div><div></div><div><p class="bodytext">Begründung:</p></div><div></div><div><p class="bodytext">Gem. § 32 HPVG finden die Sitzungen während der Arbeitszeit statt. Gleiches gilt für die Vor- und Nachbereitung der Sitzungen incl. Recherchen sowie die Fortbildung. </p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext"><b>Beschluss |&nbsp;Wahl des Gesamtpersonalrates der Landesschulamtes</b></p></div><div></div><div></div><div></div><div></div><div><p class="bodytext">„Die Fachgruppe ‚Schulaufsicht, Schulpsychologie und Schulentwicklung‘ regt an, dass GEW und ver.di im GPR des Landesschulamtes eine Fraktionsgemeinschaft bilden.“</p></div><div></div><div></div>]]></content:encoded>
			<category>Schulverwaltung</category>
			
			
			<pubDate>Wed, 20 Mar 2013 14:00:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Im Ausland unterrichten? | Es sind noch Plätze frei | Letztes Infotreffen in Kassel am 16. Mai </title>
			<link>http://www.gew-hessen.de/index.php?id=296&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=5076&#38;cHash=89a0d26658e3b0d11adfcf3abb6e8691</link>
			<description>Für alle Lehrkräfte, die an einer Arbeit im Ausland interessiert sind oder im Ausland waren und...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<div><p class="bodytext"><b>Kassel</b><b>, </b>Donnerstag, 16. Mai 2013, von 15 bis 17.30 Uhr in der GEW-Geschäftsstelle, Friedrich-Engels-Straße 26, 34117 Kassel&nbsp;</p></div><div><p class="bodytext"><b>Als Experten stehen zur Verfügung</b><span style="font-size: 12px;">&nbsp;</span></p>
<p class="bodytext">Christiane Berg, Hessisches Kultusministerium,&nbsp;<span style="font-size: 12px;">Paul Michel, ehemaliger GEW-Rechtsberater der AGAL, und&nbsp;</span><span style="font-size: 12px;">Günther Fecht, AGAL-Beauftragter für Hessen.</span></p>
<p class="bodytext"><span style="font-size: 12px;"><b>Infos: </b>E-Mail&nbsp;</span><span style="font-size: 12px;"><a href="mailto:ghfecht@yahoo.de" class="mail" >ghfecht@yahoo.de</a>&nbsp;|&nbsp;<a href="http://www.gew.de/agal.html" target="_blank" class="external-link-new-window" >www.gew.de/</a></span><span style="font-size: 12px;"><a href="http://www.gew.de/agal.html" target="_blank" class="external-link-new-window" >agal.html</a></span></p></div><div><p class="bodytext"><span style="font-size: 12px;"><b>Anmeldung</b></span></p>
<p class="bodytext"><span style="font-size: 12px;">GEW Hessen,&nbsp;</span><span style="font-size: 12px;">Zimmerweg 12, 60325 Frankfurt</span></p>
<p class="bodytext"><span style="font-size: 12px;"> Fax 069-</span><span style="font-size: 12px;">971293-93</span></p>
<p class="bodytext"><span style="font-size: 12px;">E-Mail&nbsp;<a href="mailto:info@gew-hessen.de" >info@gew-hessen.de</a></span></p>
<p class="bodytext">Details zur jeweiligen Infoveranstaltung zum Herunterladen als PDF.</p></div>]]></content:encoded>
			<category>Startseite</category>
			
			
			<pubDate>Mon, 18 Mar 2013 13:10:00 +0100</pubDate>
			<enclosure url="http://www.gew-hessen.de/uploads/media/agal_asd_giessen_infova_2013_04_18.pdf" length ="17799" type="application/pdf" />
			<enclosure url="http://www.gew-hessen.de/uploads/media/agal_asd_kassel_infova_2013_05_16.pdf" length ="17803" type="application/pdf" />
		</item>
		
		<item>
			<title>Befristungsunwesen in Hessens Bildungseinrichtungen endlich beenden! Urteil des Gießener Arbeitsgerichts für grundlegende Umkehr nutzen | Pressemitteilung der GEW Hessen vom 14. März 2013</title>
			<link>http://www.gew-hessen.de/index.php?id=296&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=5113&#38;cHash=54d89a3f61a346f7dcc8eb4914939c9c</link>
			<description>„Wir fordern die hessische Landesregierung mit allem Nachdruck dazu auf, aus dem Urteil des...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<div><p class="bodytext"><span style="font-size: 12px;">Am Beispiel zweier Frankfurter Schulen wird deutlich, welches Ausmaß diese Verträge inzwischen angenommen haben und welche negativen Auswirkungen die Befristungspraxis auf betroffene Lehrkräfte aber auch auf die Kontinuität in der pädagogischen Arbeit mit Schülerinnen und Schülern hat. </span></p>
<p class="bodytext"><span style="font-size: 12px;">Ständige Wechsel bedeuten, dass sich Schülerinnen und Schüler immer wieder auf neue Lehrstile einstellen müssen, keine langfristigen Unterrichtsprojekte angelegt werden können und auch kein vertrauensvolles Klima in den Klassen aufgebaut werden kann. </span></p>
<p class="bodytext"><span style="font-size: 12px;">Die in der Anlage beigefügten Daten des Statistischen Landesamts machen deutlich, dass sich die Zahl der befristeten Verträge in den hessischen Schulen landesweit seit 2003 mit mittlerweile rund 6.000 weit mehr als verdoppelt hat.</span></p></div><div><p class="bodytext">Doch nicht nur an Schulen, auch an den Hochschulen greift die Praxis befristeter Verträge immer mehr um sich. Inzwischen kommen an den Hochschulen bundesweit bei den wissenschaftlichen Angestellten auf einen unbefristeten Vertrag acht Fristverträge. Damit werden junge Akademikerinnen und Akademiker von Vertrag zu Vertrag „vertröstet“, in massiven Abhängigkeitsverhältnissen und ohne Berufsperspektive gehalten.</p>
<p class="bodytext"><span style="font-size: 12px;">Die GEW Hessen hat – schon vor dem Gerichtsurteil – die Landesregierung dazu aufgefordert, im Rahmen der Tarifverhandlungen zum Tarifvertrag Hessen eine Begrenzung befristeter Arbeitsverträge zu vereinbaren.</span></p></div><div><p class="bodytext">Die GEW Hessen fordert erneut&nbsp;die Einrichtung einer Vertretungsreserve auf der Ebene der Staatlichen Schulämter nach dem bewährten Beispiel der Vertretungsreserve für Grund- und Förderschulen. In allen Schulen gibt es einen Dauerbedarf für Vertretung. </p>
<p class="bodytext">„Deshalb fordern wir eine höhere Zuweisung, die in den Schulen zumindest den täglichen Vertretungsbedarf absichert und die unbefristete Einstellung von Lehrkräften, die in den ersten zwei Jahren im Vertretungsunterricht eingesetzt werden können, um dann auf einer regulären Stelle weiter tätig zu sein.&nbsp;<span style="font-size: 12px;">Dauerhafter Vertretungsunterricht ist für alle Seiten völlig unzumutbar“, erklärte Jochen Nagel.&nbsp;</span></p>
<p class="bodytext"><span style="font-size: 12px;">Nicht zuletzt fordert die GEW Hessen die sofortige Entfristung der Arbeitsverträge aller Lehrkräfte mit Kettenarbeitsverhältnissen.&nbsp;</span></p>
<p class="bodytext"><span style="font-size: 12px;">Die GEW Hessen fordert darüber hinaus, dass das Land die Initiative für eine Änderung des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes ergreift, um auch dort das Befristungsunwesen zu stoppen. Bis dahin ist das Land gefordert, durch interne Regelung diese Praxis massiv einzuschränken.</span></p></div>]]></content:encoded>
			<category>Pressemitteilungen</category>
			
			
			<pubDate>Thu, 14 Mar 2013 14:32:00 +0100</pubDate>
			<enclosure url="http://www.gew-hessen.de/uploads/media/2013_03_14_anlage_pm_befristungsunwesen.pdf" length ="2195305" type="application/pdf" />
		</item>
		
		<item>
			<title>Profil und Vorstellung der AG LesBiSchwuler Lehrer_innen in Hessen</title>
			<link>http://www.gew-hessen.de/index.php?id=296&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=5111&#38;cHash=41f1c13f9f6fc6a4f9b01c1ea5adf625</link>
			<description>Am 30. Juni 2010 hat sich in Frankfurt am Main eine Gruppe Lehrer und Lehrerinnen zusammen...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext"><span style="font-size: 12px; ">Dabei wurden folgende Rahmenbedingungen vereinbart:</span></p>
<p class="bodytext"><b>Zielgruppe</b></p>
<p class="bodytext">Willkommen sind alle interessierten (hessischen) Lehrerinnen und Lehrer, die lesbisch, schwul, trans*, inter, queer leben.</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext"><b>Ort</b></p>
<p class="bodytext"><span style="font-size: 12px; ">Zunächst ist die Geschäftsstelle der GEW-Frankfurt in der Bleichstraße 38a (oder das „Pulse“ im gleichen Gebäude) Treffpunkt. Außerdem werden wir auch verschiedene Vereine und Organisationen besuchen und dann gegebenenfalls&nbsp;dort tagen.&nbsp;</span><span style="font-size: 12px; ">Näheres wird jeweils in den aktuellen E</span><span style="font-size: 12px; ">-M</span><span style="font-size: 12px; ">ails bekannt gegeben.</span></p>
<p class="bodytext"><b>Zielsetzungen (Auszug)</b></p>
<p style="margin-top:3.0pt; margin-right:0cm; margin-bottom:0cm; margin-left:1.65pt; margin-bottom:.0001pt; text-align:justify" class="bodytext"><span style="font-size:10.0pt; font-family:Arial">Wir wollen KRAFT SEIN UND KRAFT GEBEN. Unsere Stärken wollen wir unter anderem&nbsp;einsetzen zum</span></p><ul><li><span style="font-size: 12px; ">Erfahrungsaustausch untereinander: Die Gruppe bietet ein Forum, über die berufliche und persönliche Situation zu sprechen.</span></li><li><span style="font-size: 12px; ">Knüpfen von Netzwerken: Wir wollen Ansprechpartner sein und Ansprechpartner vermitteln.</span></li><li><span style="font-size: 12px; ">(Weiterer) Aufbau einer bildungspolitischen Offenheit in Hessen, die für gesellschaftspolitische Vielfalt und Akzeptanz steht.</span></li><li><span style="font-size: 12px; ">Umsetzen gemeinsamer Aktionen wie CSD, Unterrichtsmaterialien.&nbsp;</span></li></ul><p class="bodytext">Jede und jeder&nbsp;entscheidet selbst, ob und wie sie oder&nbsp;er&nbsp;sich in die Gruppe einbringen will. Niemand soll sich rechtfertigen müssen, wenn er (un-)regelmäßig erscheint.<span style="font-size: 12px; ">&nbsp;</span></p>
<p class="bodytext"><hr   /></p>
<p class="bodytext"><b>Einbindung </b></p>
<p class="bodytext"><b>Kontakt zu anderen regionalen (Bildungs-) Organisationen</b></p>
<p class="bodytext">Ziel der AG LesBiSchwuler Lehrer_innen in Hessen ist es, einen regen Erfahrungs- und Wissensaustausch zu anderen Organisationen im Raum Südhessen zu pflegen. Hierbei ist beispielsweise an das Switchboard (Beratungszentrum), KUSS 41 (Jugendzentrum für LGBT-Jugendliche), VLSP&nbsp;gedacht.</p>
<p class="bodytext"><b>Kontakt zu anderen schwulen und lesbischen Lehrergruppen</b></p>
<p class="bodytext">Zu homosexuellen Lehrergruppen anderer Bundesländer wird Kontakt gehalten und der Austausch gefördert. So sind beispielsweise auch Aktionen im Bereich der Schulbuchgestaltung länderübergreifend denkbar.</p>
<p class="bodytext"><b>Integration in eine Gewerkschaft (GEW)</b></p>
<p class="bodytext">Eine Zusammenarbeit mit Berufsverbänden ist angestrebt. Wie viele ähnliche Lehrer_innen-Gruppen anderer Bundesländer sind auch wir unter dem Dach der GEW organisiert. Wir sind wie die anderen Gruppen auch aber stets offen für GEW-Mitglieder und Nichtgewerkschaftsmitglieder.</p>
<p class="bodytext"><b>Sonstige (politische) Kontakte</b></p>
<p class="bodytext">Die AG LesBiSchwuler Lehrer_innen in Hessen möchte neben den allgemein-gesellschaftlichen insbesondere auf bildungspolitischen Feldern aktiv werden, wie Forderungen zur Überwindung ungerechtfertigter Diskriminierung aufstellen und sie mit der GEW und anderen Gruppen wie&nbsp;LSVD, schwul-lesbischen Gruppierungen der Parteien (Schwusos, LSU, queer bei Bü90/Die Grünen …) durchsetzen.<span style="font-size: 12px; ">&nbsp;</span></p>
<p class="bodytext"><hr   /></p>
<p class="bodytext"><b>Beispiele für aktuelle Themen</b></p><ul><li><span style="font-size: 12px; ">Aktuelles – aus der Schule geplaudert</span></li><li><span style="font-size: 12px; ">Materialien für Antidiskriminierungs- und Akzeptanzkampagnen an Schulen</span></li><li><span style="font-size: 12px; ">Gleichstellung von Lebenspartnerschaften im hessischen Recht</span><span style="font-size: 12px; ">&nbsp;</span><span style="font-size: 12px;">&nbsp;</span></li></ul><p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext"><hr   /></p><div><p class="bodytext"><b>Ansprechpartner</b></p>
<p class="bodytext">Kai, Alex und Heiko unter der E-Mail <a href="mailto:lehrer_innen@gmx.de" class="mail" >lehrer_innen(at)gmx.de</a><span style="font-size: 12px;">&nbsp;</span></p>
<p class="bodytext"><b>Im Anhang </b>finden Sie eine grafische Darstellung von Argumenten sowie eine Präsentation als PDF.</p></div>]]></content:encoded>
			<category>LesBiSchwule-Lehrer_innen</category>
			
			
			<pubDate>Wed, 13 Mar 2013 11:57:00 +0100</pubDate>
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		</item>
		
		<item>
			<title>Vor den entscheidenden Verhandlungen mit dem Land Hessen: Tarifeinigung mit der TdL in der Tarif- und Besoldungsrunde 2013 erzielt</title>
			<link>http://www.gew-hessen.de/index.php?id=296&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=5110&#38;cHash=e9f6e502ee0e5571dc9e8232aebce19a</link>
			<description>Nach mehr als zweitägigen Verhandlungen, die sich bis zum Samstag (9. März) zogen, gab es in der...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Die TdL, in der Hessen als einziges Bundesland nicht mehr Mitglied ist, weigerte sich jedoch, sich in dieser Frage ernsthaft zu bewegen. Ein Abschluss zur Lehrkräfte-Eingruppierung kam daher nicht zustande. </p>
<p class="bodytext"><b>Bedeutung für Hessen</b></p>
<p class="bodytext">Seit dem Austritt Hessens aus der „TdL“ (dem Arbeitgeberverband der Bundesländer) im Jahr 2004 verhandeln die hessischen Tarifvertragsparteien eigenständig für die Beschäftigten im hessischen Landesdienst. Beide Seiten in Hessen orientierten sich<span style="font-size:10.5pt; font-family:&quot;Arial&quot;,&quot;sans-serif&quot;; color:black"> aber zuletzt bei den Tarifrunden 2009 und 2011 eng an den Abschlüssen und Ver­einbarungen zwischen Gewerkschaften und „TdL“.&nbsp; </span>Insofern ist das Tarifergebnis aus Potsdam von kaum zu unterschätzendem Gewicht für die weiteren Verhandlungen in Hessen.</p>
<p class="bodytext"><b>Einkommensentwicklung</b></p>
<p class="bodytext">Die Tabellenentgelte der Tarifbeschäftigten der anderen Bundesländer steigen </p><ul><li> am 1. Januar 2013 um 2,65 Prozent und</li><li>am 1. Januar 2014 um 2,95 Prozent.</li></ul><p class="bodytext">Damit liegen die Tabellenwerte am 1. Januar 2014 um 5,68 Prozent über dem Stand von Ende 2012.</p>
<p class="bodytext">Auszubildende sowie Praktikantinnen und Praktikanten erhalten zum 1. Januar 2013 monatlich 50 Euro mehr; am 1. Januar 2014 werden die Einkommen nochmals um 2,95 Prozent angehoben. Die Laufzeit des Abschlusses beträgt 24 Monate. Die Entgelttabellen können also frühestens zum 31. Dezember 2014 gekündigt werden.</p>
<p class="bodytext"><b>Urlaubsregelung</b></p>
<p class="bodytext">Auch die anerkanntermaßen alterdiskriminierende Urlaubsregelung war - wie auch in Hessen – Gegenstand der Tarifverhandlungen. Die Einigung in Potsdam sieht nun 30 Urlaubstage für alle Tarifbeschäftigten bei einer Fünftagewoche vor. Das bedeutet zum Beispiel eine deutliche Verbesserung für die unter 40-jährigen sozialpädagogischen Fachkräfte gegenüber der derzeit im Tarifvertrag festgeschriebenen Regelung.&nbsp; Hessen hat als einziges Bundesland darüber hinaus eine Regelung für die Jahrgänge bis einschließlich 1969, die für über 50-Jährige 33 Urlaubstage festschreibt. Es gibt deutliche Signale aus Wiesbaden zur Beibehaltung dieser auslaufenden Sonderregelung. </p>
<p class="bodytext">Auszubildende haben im Bereich der TdL zukünftig 27 Urlaubstage. </p>
<p class="bodytext"><b>Weitere Regelungen</b></p>
<p class="bodytext">Zum Thema Befristung vereinbarten die Tarifvertragsparteien lediglich, ihre Gespräche über die Befristungspraxis im Länderbereich fortzusetzen. Zudem wurde eine neue Regelung zur Übernahme von Auszubildenden vereinbart. </p>
<p class="bodytext"><b>Entgeltordnung für Lehrkräfte</b></p>
<p class="bodytext">In vielen Bundesländern im Osten der Republik hatten die Mitglieder der GEW die Warnstreiks und Demonstrationen in den vorangegangenen Wochen überwiegend getragen. Auch deshalb wertete es die Bundestarifkommission der GEW (BTK-L) als sehr bitter, dass ein Einstieg in eine vor allem für die östlichen Bundesländer wichtige tarifliche Regelung&nbsp; der Lehrkräfte-Eingruppierung nicht gelungen ist. Das letzte Angebot der TdL dazu unterschied sich nur wenig vom Angebot bei der letzten Tarifrunde im Jahr 2011. Daher lehnte es die BTK-L der GEW ab.</p>
<p class="bodytext">Die GEW organisiert nun in den nicht hessischen Bundesländern eine Mitgliederbefragung zum Gesamtergebnis.</p>
<p class="bodytext"><b>Wie weiter in Hessen?</b></p>
<p class="bodytext">An den Warnstreiks und Demonstrationen am 6. März beteiligten sich in Hessen gut 4.000 Kolleginnen und Kollegen. In Frankfurt waren bei der GEW Kundgebung auf dem Roßmarkt rund 500 Beschäftigte auf der Straße. Das Engagement der Kolleginnen und Kollegen war ein deutliches Signal an die Landesregierung, dass die Beschäftigten nicht gewillt sind, sich bei der Einkommensentwicklung in Hessen vom restlichen öffentlichen Dienst in der Bundesrepublik abhängen zu lassen. </p>
<p class="bodytext">Trotzdem besteht kein Automatismus, dass nun in Hessen das Tarifergebnis im Bereich der TdL übernommen wird. Klarheit zu diesem Punkt wird die vermutlich abschließende<b> Verhandlungsrunde </b>zeigen, die nach den Osterferien, am <b>15. und 16. April 2013</b> in Wiesbaden stattfindet. Zu diesem Termin sind auch die Tarifkommissionen der Gewerkschaften eingeladen. Vorher treffen sich beide Seiten noch einmal am 19. und 20. März 2013, um auf Arbeitsebene die Sitzung Mitte April vorzubereiten. </p>
<p class="bodytext">Weitere <b>Verhandlungen an den Universitäten Frankfurt und Darmstadt</b> sind für die <b>zweite Aprilhälfte</b> terminiert.</p>
<p class="bodytext"><b>Übertragung auf Beamte und Beamtinnen</b></p>
<p class="bodytext">In Hessen wie in den anderen Bundesländern fordern die Gewerkschaften die Übertragung des Tarifergebnisses auf die Beamtinnen und Beamten. Das gilt in Hessen auch für die Arbeitszeitkomponente aus der Tarifeinigung von 2009 (40-Stunden-Woche). Hinsichtlich der Einkommensentwicklung ist bundesweit bisher die Reaktion der Landesregierungen durchwachsen. Während sich etwa die Finanzminister in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen skeptisch hinsichtlich einer Eins-zu-eins-Übertragung auf den Beamtenbereich gezeigt haben, gibt es aus Bayern positive Signale. </p>
<p class="bodytext">Die <b>Übertragung des hessischen Tarifergebnisses auf den Besoldungssektor</b> wird Gegenstand der <b>Verhandlungen am 15. und 16. April</b> <b>2013</b> sein. </p>
<p class="bodytext">Die Informationen stehen zum Herunterladen und Verteilen im Anhang als PDF zur Verfügung.</p>]]></content:encoded>
			<category>Startseite</category>
			
			
			<pubDate>Tue, 12 Mar 2013 14:27:00 +0100</pubDate>
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		</item>
		
		<item>
			<title>Stand der Tarifverhandlungen mit dem Land Hessen zum TV-H | Info für angestellte Lehrkräfte und sozialpädagogische Fachkräfte sowie für Beamtinnen und Beamte</title>
			<link>http://www.gew-hessen.de/index.php?id=296&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=5080&#38;cHash=044fabf03c2cfe4438f35d0f027a3b5f</link>
			<description>In der ersten Verhandlungsrunde am 1. Februar haben die Arbeitgeber kein Angebot vorgelegt. Sofern...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Wie&nbsp;Beamtinnen und Beamte sich im Streikfall verhalten können, zeigt unser&nbsp;Infoblatt im&nbsp;Anhang.&nbsp;</p>
<p class="bodytext">Gegenstand der Tarifrunde 2013 ist unter anderem die Regelung zum Urlaub im TV-Hessen, die das Land gekündigt hat. Sozialpädagogische Fachkräfte wären von einer Kürzung des Urlaubs besonders betroffen.</p>
<p class="bodytext">Betroffen vom Handlungsergebnis&nbsp;sind die&nbsp;Tarifbeschäftigten, das heißt die&nbsp;angestellten Lehrkräfte und sozialpädagogischen Fachkräfte, die vom TV-H erfasst sind. Sie werden, um den Forderungen der Gewerkschaften Nachdruck zu verleihen, gegebenenfalls&nbsp;zum Streik aufgerufen.</p>
<p class="bodytext">Hintergrund: Da die hessische Landesregierung im Jahr 2004 aus der Tarifgemeinschaft der Länder ausgetreten ist, werden von den Gewerkschaften in Hessen eigenständige Verhandlungen über den TV-H geführt.<br /><br /><b><span style="font-size: 12px; ">Was fordern die&nbsp;</span><span style="font-size: 12px; ">Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes für Hessen</span></b></p><ul><li> Eine Anhebung der Tabellenentgelte um 6,5 Prozent inklusive einer sozialen Komponente. </li><li>Eine Begrenzung befristeter Arbeitsverträge.</li><li>Die vollständige Übertragung der Einkommensentwicklung sowie der schon 2009 tariflich festgelegten Wochenarbeitszeit von vierzig Stunden auf den Beamtenbereich.</li></ul><p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext"><span style="font-size:11.0pt; font-family:&quot;Calibri&quot;,&quot;sans-serif&quot;">Informationen und Daten zur Tarif- und Besoldungsrunde 2013 in Hessen (aus der Personalräteschulung am 6.3.2013 im DGB-Haus) sowie weitere Informationen im Anhang.</span></p>]]></content:encoded>
			<category>Startseite</category>
			
			
			<pubDate>Tue, 12 Mar 2013 10:26:00 +0100</pubDate>
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			<enclosure url="http://www.gew-hessen.de/uploads/media/2013_02_tarifinfo_sozialpaedagogische_fachkraefte_01.pdf" length ="43700" type="application/pdf" />
			<enclosure url="http://www.gew-hessen.de/uploads/media/2013_02_tarifrunde_beamteninfo.pdf" length ="47663" type="application/pdf" />
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		</item>
		
		<item>
			<title>Neues SprecherInnen-Team der Jungen GEW Hessen am 22. April gewählt | Diskussion zu Erzieherinnen und Erziehern</title>
			<link>http://www.gew-hessen.de/index.php?id=296&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=5108&#38;cHash=14d530f666805acf7579e1eb482208cf</link>
			<description>Anja Engelhorn (Frankfurt), Kai Dietzel (Gießen) und Felix Backs (Bergstraße) sind das neue...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Thematischer&nbsp;Schwerpunkt des Treffens war&nbsp;die&nbsp;Arbeitssituation von Erzieherinnen und Erziehern sowie ihre Rolle in der GEW Hessen. Als Gast für die Diskussion war Karola Stötzel (stellv. Landesvorsitzende der GEW Hessen) eingeladen. Die Junge GEW Hessen möchte junge Erzieherinnen und Erzieher ermuntern, ihre Interessen am Arbeitsplatz Kita stärker wahrzunehmen und sich in der GEW zu organisieren.</p>
<p class="bodytext"><b>Auf dem Foto:</b> Die Junge GEW am 22. April 2013. In der dritten Reihe&nbsp;von links&nbsp;Björn Riese, Johanna Nüsse, Felix Backs. In der zweiten Reihe von links&nbsp;Daniel Gnida, Nora Rothauge, Kai Dietzel, Anja Engelhorn, Anna Bühne. In der ersten Reihe von links&nbsp;Christine Dietz, Rahel Aude, Cathia Hilper und Eva Mannshardt.</p><div><p class="bodytext"><b>Hast Du Rückfragen? Möchtest du informiert werden? Dann wende Dich an:</b></p></div><div><p class="bodytext"><b>Tobias Cepok</b> | E-<span style="font-size: 12px; ">Mail <a href="mailto:tcepok@gew-hessen.de" class="mail" >tcepok(at)gew-hessen.de</a> | T</span><span style="font-size: 12px; ">elefon</span><span style="font-size: 12px; "> (in der Regel&nbsp;Montag und Donnerstag) 069-971293-26 | Mobil 0175-9337730</span></p></div>]]></content:encoded>
			<category>Junge GEW</category>
			
			
			<pubDate>Tue, 12 Mar 2013 10:14:00 +0100</pubDate>
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		</item>
		
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