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		<title>GEW Landesverband Hessen</title>
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		<description>Aktuelles aus dem GEW Landesverband Hessen</description>
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			<title>GEW Landesverband Hessen</title>
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			<description>Aktuelles aus dem GEW Landesverband Hessen</description>
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		<lastBuildDate>Tue, 18 Jun 2013 14:55:00 +0200</lastBuildDate>
		
		
		<item>
			<title>GEW fordert Fortführung des „Programms zur Eingliederung in die Berufs- und Arbeitswelt“ |  Pressemitteilung der GEW Hessen vom 18. Juni 2013</title>
			<link>http://www.gew-hessen.de/index.php?id=296&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=5203&#38;cHash=f1b1f234face0b8c3c3469bb81a66ab3</link>
			<description>Birgit Koch, stellvertretende Landesvorsitzende der GEW Hessen, übergab heute (18.) dem...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<div><p class="bodytext">Dabei forderte sie Kultusministerin Beer auf: „Sichern Sie den Fortbestand der EIBE-Maßnahmen an den beruflichen Schulen. Verbessern Sie die Bedingungen für die Arbeit in den Bildungsgängen zur Berufsvorbereitung. Und sorgen Sie dafür, dass für alle Bildungsgänge zur Berufsvorbereitung an den beruflichen Schulen zukünftig sozialpädagogische Betreuung als integraler Bestandteil des schulischen Alltags der Lerngruppen obligatorisch wird.“</p></div><div></div><div><p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext"><b>Zum Hintergrund:</b></p></div><div></div><div><p class="bodytext">Die Förderperiode für das aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) unterstützte Programm EIBE endet 2014. Durch die Fördermittel werden bisher an Berufsschulen vor allem Sozialpädagoginnen und -pädagogen finanziert sowie besondere Unterrichtsangebote realisiert.</p></div><div></div><div><p class="bodytext">Wenn das EIBE-Angebot nun entfiele, bedeutete dies für nahezu 3.000 Schülerinnen und Schülern in Hessen die Zerstörung gewachsener Unterstützungsstrukturen sowie eine massive Benachteiligung ihrer Entwicklungsmöglichkeiten.&nbsp;</p></div><div></div>]]></content:encoded>
			<category>Top News</category>
			
			
			<pubDate>Tue, 18 Jun 2013 14:55:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Gewerkschaftstag: 52,4 Prozent der Delegierten wählten Marlis Tepe zur neuen Vorsitzenden der GEW  </title>
			<link>http://www.gew-hessen.de/index.php?id=296&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=5202&#38;cHash=96196639094a739529f08094223aeb76</link>
			<description>Mitbewerber Norbert Hocke erhielt 42,5 Prozent der Stimmen. Nach acht Jahren Vorsitz trat Ulrich...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">&gt;&gt; <a href="http://www.gew.de/Uebergabe_des_Staffelstabs_Ulrich_Thoene_im_Interview.html" target="_blank" class="external-link-new-window" >Interview mit Ulrich Thöne</a></p>
<p class="bodytext">&gt;&gt; <a href="http://gew.de/Kandidatinnen_und_Kandidaten_auf_dem_Gewerkschaftstag.html#Section51279" target="_blank" class="external-link-new-window" >mehr zu Marlis Tepe und Norbert Hocke</a></p>
<p class="bodytext">&gt;&gt; <a href="http://www.gew.de/Gewerkschaftstag_2013.html" target="_blank" class="external-link-new-window" >Berichte vom Gewerkschaftstag</a></p>
<p class="bodytext">&gt;&gt; <a href="http://www.youtube.com/channel/UCFkcLy7iuBTtNOwSAc83H9w" target="_blank" class="external-link-new-window" >der GEW-Gewerkschaftstag auf der&nbsp;Youtube-Site des GEW-Hauptvorstands</a></p>]]></content:encoded>
			<category>Top News</category>
			
			
			<pubDate>Fri, 14 Jun 2013 13:13:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Gewerkschaftstag: Gewerkschaft diskutiert über PISA-Kritik | Gespräch mit Wolfram Meyerhöfer, Professor für Mathematikdidaktik an der Universität Paderborn</title>
			<link>http://www.gew-hessen.de/index.php?id=296&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=5201&#38;cHash=6219fd5d78973e8eed9ec03e5f11568d</link>
			<description>Auf ihrem Gewerkschaftstag vom 12. bis 16. Juni berieten die Delegierten der  Bildungsgewerkschaft...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext"><span style="font-size: 12px; font-weight: normal; ">Telepolis sprach hierzu mit Wolfram Meyerhöfer, Professor für Mathematikdidaktik an der Universität Paderborn, der derlei „Vergleichsstudien“ seit langem kritisiert&nbsp;</span>und die gewerkschaftliche Auflehnung hiergegen wissenschaftlich fundiert und unterstützt hat.</p>
<p class="bodytext">&gt;&gt; <a href="http://www.heise.de/tp/artikel/39/39307/1.html" target="_blank" class="external-link-new-window" >zum Interview</a></p>
<h1><span style="font-size: 12px; ">Weiterführende Links zu Pisa</span></h1>
<p class="bodytext">&gt;&gt; <a href="http://&lt;http://de.wikipedia.org/wiki/Kritik_an_den_PISA-Studien" target="_blank" >  - external-link-new-window&gt;wikipedia</a></p>
<p class="bodytext">&gt;&gt; <a href="http://&lt;http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/pisa-studie-2012-gew-kritisiert-test-von-gut-6000-schuelern-a-829160.html" target="_blank" >  - external-link-new-window&gt;Spiegel</a></p>
<h1><span style="font-size: 12px; font-weight: normal;"><br /></span></h1>
<h1>&nbsp;</h1>
<h1>&nbsp;</h1>]]></content:encoded>
			<category>Top News</category>
			
			
			<pubDate>Fri, 14 Jun 2013 13:01:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Zuschlag bei begrenzter Dienstfähigkeit neu berechnet</title>
			<link>http://www.gew-hessen.de/index.php?id=296&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=5200&#38;cHash=b026391c257c445f802b7d9db7bbaa24</link>
			<description>Beamtinnen und Beamte, bei denen eine begrenzte Dienstfähigkeit festgestellt wurde, erhalten nun...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<div><p class="bodytext">Auch wenn sich aus manchen Bescheiden etwas anderes ergibt, wird es im Zusammenhang mit der Neuberechnung nicht zu Rückforderungen kommen. Dies wurde durch die Hessische Bezügestelle bestätigt. D.h., insbesondere diejenigen Beamtinnen und Beamte, die vorgriffsweise einen Zuschlag von 150 Euro erhalten haben, müssen diesen nicht zurückzahlen, auch wenn sie jetzt keinen oder einen niedrigeren Zuschlag erhalten.</p>
<p class="bodytext">Mitglieder der GEW Hessen können den Bescheid zusammen mit dem letzten Bezügenachweis zur Überprüfung an die Landesrechtsstelle schicken.</p></div>]]></content:encoded>
			<category>Aktuelles aus der Landesrechtsstelle</category>
			
			
			<pubDate>Wed, 12 Jun 2013 14:57:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Dienstrechtsreform</title>
			<link>http://www.gew-hessen.de/index.php?id=296&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=5199&#38;cHash=27f3cce6c3eabed7dba94b4806ea3257</link>
			<description>Das Zweite Dienstrechtsmodernisierungsgesetz ist da. Dieses „2.DRModG“ vom 27. Mai 2013 wurde im...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<div><p class="bodytext">Bis auf wenige Ausnahmen wird es am 1. März 2014 in Kraft treten.</p>
<p class="bodytext">Wie bereits berichtet, liegt der Schwerpunkt der Reform in der Umstellung des Besoldungsrechts von dem „Lebensaltersprinzip“ auf das „Berufserfahrungsprinzip“. Daneben wurden aber auch das allgemeine Beamtenrecht und das Versorgungsrecht reformiert.</p></div><div><p class="bodytext">Die GEW Hessen hat zusammen mit dem DGB und den anderen Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes zum Gesetzentwurf umfassen schriftlich und mündlich Stellung bezogen. Wir werden prüfen, inwieweit diese Eingang in das nun vorliegende Gesetz gefunden hat, auch wenn leider zu erwarten ist, dass die wenigsten Vorschläge übernommen wurden.</p></div><div><p class="bodytext">Darüber hinaus wird die GEW Hessen zu den einzelnen Bereichen des Gesetzes noch ausführliche Informationen für ihre Mitglieder herausgeben.</p></div><div></div>]]></content:encoded>
			<category>Dienstrechtsreform</category>
			<category>Aktuelles aus der Landesrechtsstelle</category>
			
			
			<pubDate>Wed, 12 Jun 2013 14:56:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Werkstattgespräch „Perspektiven der Lehrerfortbildung“ am 24. Juni 2013 im DGB-Haus</title>
			<link>http://www.gew-hessen.de/index.php?id=296&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=5198&#38;cHash=965929cbdf043cb726b66ef39a582377</link>
			<description>Die Lehrerfortbildung in Hessen liegt danieder. Das hat wohl auch das Kultusministerium erkannt und...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<div><p class="bodytext"><b>Werkstattgespräch:&nbsp;Montag, dem 24. Juni, von 14 bis 18 Uhr | DGB-Haus, Wilhelm-Leuschner-Str. 69-77, 60329 Frankfurt, Raum 4</b></p>
<p class="bodytext">Um die Qualität schulischer Bildung zu erhalten und der Resignation von einzelnen Kolleg/innen oder ganzen Kollegien vorzubeugen, ist Fortbildung unter Berücksichtigung des sich verändernden Schullebens eine zentrale Herausforderung. Die GEW hat in ihrem Landesvorstandsbeschluss vom 24. März 2012 gefordert, ein Unterstützungssystem zu schaffen, das sich vor allem an der Nachfrage und den Bedürfnissen der Schulen sowie der Lehrkräfte und pädagogischen Fachkräfte orientiert und bestehende Defizite bei den Angeboten staatlicher Fortbildung (wie bspw. Angebote zur Unterrichtsplanung und -entwicklung) abbaut.</p></div><div></div><div><p class="bodytext"><b>14.00 Uhr</b> Begrüßung und Einführung in das Thema | Dr. Franziska Conrad, Heike Lühmann, Vorsitzendenteam Referat Aus- und Fortbildung</p></div><div><p class="bodytext"><b>14.15 Uhr</b> Akademie für Lehrerbildung und Personalentwicklung: Das Konzept des Landesschulamts für Lehrerfortbildung |&nbsp;Frank Sauerland, Leiter der Abteilung II im Landesschulamt |&nbsp;Vortrag und Diskussion</p></div><div></div><div><p class="bodytext"><b>15.30 Uhr</b> Anforderungen an die regionale Lehrerfortbildung |&nbsp;&nbsp;Volker Imschweiler: Leiter Pädagogische Unterstützung Staatliches Schulamt Limburg-Weilburg |&nbsp;Vortrag und Diskussion</p></div><div></div><div><p class="bodytext"><b>16.30 Uhr</b>&nbsp;Forderungen der Teilnehmer an die Lehrerfortbildung |&nbsp;Gruppenarbeit</p></div><div><p class="bodytext"><b>17.15 Uhr</b> Bericht aus den Gruppen und Diskussion</p></div><div></div><div><p class="bodytext">Beim Werkstattgespräch &nbsp;sollen Forderungen an das Konzept künftiger Lehrerfortbildung in Hessen formuliert werden. Eingeladen sind Vertreter des Landesschulamts, die das Konzept für Lehrerfortbildung entwickeln sollen oder in der pädagogischen Unterstützung von Schule tätig sind.&nbsp;</p></div><div></div><div><p class="bodytext">Die Einladung richtet sich an Lehrkräfte in Schulen (die als Fortbildungsverantwortliche ihrer Schule tätig sind), an Mitglieder von Gesamtpersonalräten (die für die regionale Fortbildung und Unterstützung verantwortlich sind) sowie an Ausbilderinnen und Ausbilder und in der Lehrerfortbildung tätige Kolleginnen und Kollegen im Lande Hessen.</p></div><div></div><div><p class="bodytext"><b>Anmeldung </b>bis 14. Juni bei Barbara Lösel, bei der GEW Hessen,&nbsp;Tel. 069-97129315 oder <a href="mailto:bloesel@gew-hessen.de" class="mail" >bloesel@gew-hessen.de</a></p></div><div></div><div><p class="bodytext">Über eine rege Teilnahme an dem Werkstattgespräch würden wir uns freuen.</p></div><div></div><div><p class="bodytext">Franziska Conrad und Heike Lühmann |&nbsp;Team Referat Aus- und Fortbildung</p></div>]]></content:encoded>
			<category>Top News</category>
			
			
			<pubDate>Wed, 12 Jun 2013 14:42:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>DGB Schwerpunktforderungen an den hessischen Landeshaushalt 2013/2014</title>
			<link>http://www.gew-hessen.de/index.php?id=296&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=5197&#38;cHash=9c6cc072769ef12e0ca9677d59913366</link>
			<description>Im Vorfeld der Haushaltsberatungen im Wiesbadener Landtag veröffentlicht der DGB Hessen regelmäßig...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<div><p class="bodytext">In der aktuellen Ausgabe zum Doppelhaushalt 2013/2014 finden sich auf den Seiten 22 bis 30 die Positionen des DGB zum Bildungsbereich in Hessen.</p></div><div></div><div><p class="bodytext"><b>Anhang: </b>DGB-Schwerpunktforderungen 2013/2014 (PDF)</p></div><div></div>]]></content:encoded>
			<category>Bildungsfinanzierung</category>
			
			
			<pubDate>Wed, 12 Jun 2013 11:08:00 +0200</pubDate>
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		</item>
		
		<item>
			<title>Bildungsfinanzierung für das 21. Jahrhundert</title>
			<link>http://www.gew-hessen.de/index.php?id=296&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=5195&#38;cHash=ef7493feff60018d3bf4c1026bd9a713</link>
			<description>Henrik Piltz beziffert die notwendigen Mehrausgaben im Bildungsbereich Hessens auf 3,78 Milliarden...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<div><p class="bodytext">Die Untersuchung berechnet für alle vier Bildungsbereiche detailliert die Kosten, die in jedem Bundesland entstünden, wenn zentrale bildungspolitische Forderungen der GEW umgesetzt würden. Insgesamt ist dafür eine Steigerung der Bildungsausgaben in Höhe von knapp 57 Milliarden Euro jährlich erforderlich.&nbsp;</p></div><div><p class="bodytext">In der Gesamtschau ergibt sich dabei für Hessen ein Bedarf von ca. 3,78 Milliarden&nbsp;Euro jährlich zur Verbesserung der Bildungsqualität. Dazu kommt ein Investitionsstau von 2,48&nbsp;Milliarden&nbsp;Euro.</p></div><div></div><div><p class="bodytext">Die &gt;&gt;&nbsp;<a href="http://www.gew.de/Binaries/Binary84589/Bildungsfinanzierung%2021%20Jahrh.pdf" target="_blank" class="external-link-new-window" >Studie</a> (PDF)&nbsp;&nbsp;kann auf der Seite des GEW Hauptvorstandes bestellt und heruntergeladen werden.&nbsp;</p></div>]]></content:encoded>
			<category>Bildungsfinanzierung</category>
			
			
			<pubDate>Tue, 11 Jun 2013 13:53:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Besitzstandsleistungen nach § 8 (Bewährungsaufstiege) und § 9 TVÜ-Hessen (Vergütungsgruppenpauschale) in den Jahren 2013 und 2014</title>
			<link>http://www.gew-hessen.de/index.php?id=296&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=5194&#38;cHash=9e28e38e6a252557c4dcd0ee8c31b485</link>
			<description>Für die Beschäftigten, die vom BAT zum 1. Januar 2010 in den TV-H übergeleitet wurden und zu diesem...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<div><p class="bodytext">Seit 1. Januar&nbsp;2012 muss die Gewährung dieser Ansprüche beantragt werden.</p></div><div><p class="bodytext">In den Genuss dieser Regelungen kamen unter anderem&nbsp;ursprünglich alle aus dem BAT zum 1. Januar 2010 in den TV-H übergeleiteten Beschäftigten, wenn sie bei Fortgeltung des BAT den Aufstieg noch bis zum 31. Dezember 2012 vollzogen hatten. In der Tarifrunde 2013 wurde der Stichtag auf den 31. Dezember 2014 verlängert. &nbsp;Neu seit dem Jahr 2012 greifende Besitzstände müssen allerdings seit 1. Januar 2012 beantragt werden. Bei der Beantragung noch nicht vollendeter Aufstiege ist eine individuelle Prüfung notwendig, um gegebenenfalls materiell nachteilige Wirkungen auszuschließen. Die Beantragung einer zustehenden Vergütungsgruppenpauschale ist in jedem Falle unschädlich.</p>
<p class="bodytext">An den Universitäten Frankfurt und Darmstadt gelten allerdings andere Fristen. Die folgenden Musteranträge sind für folgende Zeiträumen zu nutzen, wobei zu beachten ist, dass entsprechend der tarifvertraglichen Ausschlussfrist ein Antrag auch noch sechs Monate nach dem Anspruchszeitpunkt anspruchswahrend gestellt werden kann:</p></div><div><ul><li><b>Land Hessen:</b>&nbsp;1. Januar&nbsp;2013 bis&nbsp;31. Dezember&nbsp;2014</li><li><b>Goethe-Universität Frankfurt:</b>&nbsp;1. März&nbsp;2012 bis&nbsp;28. Februar&nbsp;2015</li><li><b>TU Darmstadt:</b>&nbsp;1. Mai&nbsp;2012 bis&nbsp;30.April&nbsp;2015</li></ul><p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p></div><div></div><div><p class="bodytext">Anmerkung: Derzeit sind die Änderungstarifverträge mit der Goethe-Universität und der TU Darmstadt noch nicht abgestimmt. Insofern könnten diese beiden Arbeitgeber zurzeit die Auffassung vertreten, dass eine Antragstellung für den Zeitraum ab 1. März&nbsp;2013 (Frankfurt) bzw. ab 1. Mai&nbsp;2013 (Darmstadt) noch nicht möglich ist.</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p></div><div></div>]]></content:encoded>
			
			
			<pubDate>Mon, 10 Jun 2013 15:16:00 +0200</pubDate>
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		</item>
		
		<item>
			<title>Das Versorgungsdezernat fragt</title>
			<link>http://www.gew-hessen.de/index.php?id=296&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=5193&#38;cHash=65cdbc3005d0e1c5bbe9c7029131a577</link>
			<description>Etwas Verwirrung stiftet ein Brief des Regierungspräsidiums Kassel an Beamtinnen und Beamte, in dem...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<div><p class="bodytext">Hintergrund ist, dass bis Ende 2017 alle (potentiellen) Dienstzeiten erfasst werden sollen, um einen Überblick über zukünftige Versorgungsansprüche zu erhalten. </p>
<p class="bodytext">Angeschrieben werden diejenigen Beamtinnen und Beamte, bei denen festgestellt wird, dass diese Vordienstzeiten noch nicht geklärt sind. Die Abfrage erfolgt &quot;im laufenden Geschäft&quot;, es werden also nicht alle hessischen Beamtinnen und Beamte auf einmal angeschrieben.</p></div><div><p class="bodytext">Gegen diese Abfrage bestehen keine Bedenken. </p>
<p class="bodytext">Insbesondere ergehen aufgrund dieser Abfrage keine Bescheide über die Anerkennung der Vordienstzeiten als ruhegehaltfähige Dienstzeiten, die ggf. mit einem Rechtsmittel angegriffen werden müssten. Die Anerkennung selbst kann und muss gesondert beantragt werden.</p></div><div><p class="bodytext">Den Informationen aus das Landesrechtstelle zum Thema Beamtenversorugng kann entnommen werden, welche Zeiten ruhegehaltsfähig sein können und für welche Vordienstzeiten ein Antrag auf Anerkennung gestellt werden muss.&nbsp;</p></div><div></div>]]></content:encoded>
			<category>Aktuelles aus der Landesrechtsstelle</category>
			
			
			<pubDate>Fri, 07 Jun 2013 13:46:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Hessen vorne? Tagung des DGB am 29. Juni 2013 in Frankfurt</title>
			<link>http://www.gew-hessen.de/index.php?id=296&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=5192&#38;cHash=a0f85100f220041e4224d73435c4a2c8</link>
			<description>Die Parole &quot;Hessen vorn!&quot;, beschreibt in den 1960er Jahren die eindrucksvolle Entwicklung des...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<div><p class="bodytext">Anlässlich der im Herbst 2013 anstehenden Landtagswahl befasst sich die Tagung mit zentralen Herausforderungen in den Bereichen Finanz-, Wirtschafts-, Bildungs- und Sozialpolitik. Im Rahmen einer Abschlussdiskussion sollen Spitzenpolitiker der im Hessischen Landtag vertretenen Parteien ihre politischen Positionen darstellen und mit dem Publikum diskutieren.</p></div><div><p class="bodytext"><b>Anhang:</b> Programm-Flyer mit Anmeldeformular. </p>
<p class="bodytext"><b>Anmeldeschluss:</b> 23. Juni &nbsp;</p></div>]]></content:encoded>
			<category>Top News</category>
			
			
			<pubDate>Fri, 07 Jun 2013 11:41:00 +0200</pubDate>
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		</item>
		
		<item>
			<title>Weiterhin gültig: Erlass des Hessischen Kultusministeriums (HKM) von 2009 zur Sommerferienbezahlung</title>
			<link>http://www.gew-hessen.de/index.php?id=296&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=5191&#38;cHash=f8938f0c88067e8442f794c2e45233ca</link>
			<description>Die Staatlichen Schulämter erhielten im März 2009 einen Erlass des HKM zur &quot;Weiterbeschäftigung...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<div><p class="bodytext">Betroffene Lehrkräfte sollten sich bei Fragen&nbsp;an ihre Schulpersonalräte oder den Gesamtpersonalrat wenden.</p>
<p class="bodytext"><b>Anhang:</b>&nbsp;Schreiben des HKM an die Staatlichen&nbsp;Schulämter&nbsp;</p></div>]]></content:encoded>
			<category>Kettenverträge</category>
			
			
			<pubDate>Fri, 07 Jun 2013 10:46:00 +0200</pubDate>
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		</item>
		
		<item>
			<title>Broschüren &quot;Arbeitsplatz Schule&quot; und &quot;Arbeitsrecht an hessischen Schulen&quot;</title>
			<link>http://www.gew-hessen.de/index.php?id=296&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=4979&#38;cHash=0ddeadec72ed99f635fe1df6183ecc96</link>
			<description>Die wichtisten Anworten auf die Fragen rund um den Schullalltag behandeln wir in der Broschüre...</description>
			<content:encoded><![CDATA[]]></content:encoded>
			
			
			<pubDate>Thu, 06 Jun 2013 18:30:00 +0200</pubDate>
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		</item>
		
		<item>
			<title>Auch Landesvorsitzender Opfer von Blockupy-Polizeigewalt | Pressemitteilung der GEW Hessen vom 6. Juni 2013</title>
			<link>http://www.gew-hessen.de/index.php?id=296&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=5190&#38;cHash=8fcb6940bbf43c1353c01479dd0b28a5</link>
			<description>Anlässlich der heutigen Sitzung des Innenausschusses zur Polizeigewalt bei den Frankfurter...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<div><p class="bodytext">„Die Aufarbeitung der Geschehnisse anlässlich der Blockupy-Proteste in Frankfurt erfordert auch und insbesondere die zeitnahe Klärung der Verantwortlichkeit für die zahlreichen Rechtsverstöße auf Seiten der Polizei. In Frankfurt wurde nicht nur unzulässig das Demonstrationsrecht eingeschränkt. Es gab auch tätliche Angriffe von Beamten auf friedliche Demonstranten. Unter anderem auch auf mich selbst und andere Kollegen von der GEW“, so Jochen Nagel.</p></div><div></div><div><p class="bodytext">Zu den konkreten Geschehnissen vor Ort führt er weiter aus:&nbsp;</p></div><div></div><div><p class="bodytext">„Gegen 16 Uhr bin ich mit einem Vorstandskollegen von der Gutleutstraße aus nach vorne gegangen, um persönlich die Situation in Augenschein zu nehmen, in der sich die auch von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft zur Teilnahme ermutigten Demonstrierenden befanden. Hinter einer geschlossenen Reihe von vermummten Polizisten waren viele unterschiedliche bunt gekleidete Menschen zu erkennen. Von einem schwarzen Block konnte dabei absolut nicht die Rede sein. Auch verhielten sich die Leute völlig friedlich.</p></div><div></div><div><p class="bodytext">Solange auf unserer Seite zwischen dem Polizeiblock und den Demonstrierenden ein Parlamentarischer Beobachter stand, konnten wir zumindest ungestört dort stehen und die Lage beobachten. Kurz nachdem dieser weggegangen war, stürmten die vermummten Poli-zeibeamten jedoch völlig grundlos und ohne jegliche Vorwarnung in geschlossener Front auf uns los. Sie schlugen mit Schlagstöcken um sich und setzten massenhaft Pfefferspray ein. Auch mein Kollege und ich wurden jeweils von einer vollen Ladung Pfefferspray im Gesicht getroffen und mussten uns anschließend behandeln lassen. Inzwischen haben wir erfahren, dass der Polizeieinsatz anschließend noch weiter eskalierte.</p></div><div></div><div><p class="bodytext">Für mich gibt es für dieses Vorgehen nur eine Erklärung: Die Polizeiführung wollte damit eine Eskalation provozieren, um diese dann nachträglich als Legitimation für ihre Verhinderung einer legalen Demonstration auf der gerichtlich bestätigten Route benutzen zu können. Nur der Besonnenheit der Demonstrierenden ist es dabei zu verdanken, dass diese Provokation nicht zu allen wohl gewünschten Resultaten geführt hat.</p></div><div></div><div><p class="bodytext">Die Demonstration, die sich unter anderem gegen den Demokratieabbau in Europa richtete, begründete sich somit spätestens ab diesem Zeitpunkt aus sich selbst. Es ist Aufgabe der Polizei, das Demonstrationsrecht zu gewährleisten und nicht, es auszuhebeln.“</p>
<p class="bodytext"><b>Weiterführende Links</b></p>
<p class="bodytext">&gt;&gt;&nbsp;<a href="http://www.youtube.com/results?search_query=blockupy+frankfurt+2013&amp;oq=blockupy&amp;gs_l=youtube.1.0.0i3l3j0l7.2083.4958.0.7281.8.6.0.2.2.0.143.401.5j1.6.0...0.0...1ac.1.11.youtube.nRIbaJEKhkw" target="_blank" class="external-link-new-window" >www.youtube.com</a></p>
<p class="bodytext">&gt;&gt;&nbsp;<a href="http://www.fr-online.de/blockupy-frankfurt/kommentar-zu-blockupy-frankfurt--die-gefaehrliche-macht-der-polizei-,15402798,23126298.html" target="_blank" class="external-link-new-window" >www.fr-online.de/blockupy-frankfurt</a></p>
<p class="bodytext">&gt;&gt;&nbsp;<a href="http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/polizeieinsatz-bei-blockupy-protesten-eine-schande-fuer-frankfurt-1.1687570" target="_blank" class="external-link-new-window" >www.sueddeutsche.de</a></p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p></div><div></div>]]></content:encoded>
			<category>Pressemitteilungen</category>
			
			
			<pubDate>Thu, 06 Jun 2013 10:44:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Das Steuerkonzept der GEW</title>
			<link>http://www.gew-hessen.de/index.php?id=296&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=5189&#38;cHash=0da7e53042a5ca7d3bdeca377f4cfdd8</link>
			<description>Seit Jahren plädieren Gewerkschaften für die Vermögenssteuer. So hat die GEW ein steuerpolitisches...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="Entry170646" class="Entry Text"><p class="bodytext"><b style="font-family: Arial, Helvetica, sans-serif; ">&quot;Das steuerpolitische Konzept der GEW verwirklicht drei Ziele:</b></p></div><ol class="ListEntry" style="padding-left: 17px; font-family: Arial, Helvetica, sans-serif; "><li class="Row1 Alter1" style="margin-top: 7px; margin-bottom: 7px; ">Die Steuerreform führt zu einem deutlichen Mehraufkommen.</li><li class="Row2 Alter0" style="background-color: rgb(255, 244, 233); margin-top: 7px; margin-bottom: 7px; ">Durchschnittsverdiener werden entlastet.</li><li class="Row3 RowLast Alter1" style="margin-top: 7px; margin-bottom: 7px; ">Bezieher hoher Einkommen, Unternehmer und Vermögende tragen mehr zur Finanzierung öffentlicher Aufgaben bei.</li></ol><div id="Entry170648" class="Entry Text" style="font-family: Arial, Helvetica, sans-serif; "><p class="bodytext">Einer der Kernpunkte ist dabei im Bereich der&nbsp;<b>Einkommensteuer</b>&nbsp;ein linear-progressiver Verlauf der Steuerkurve, durch den niedrige Einkommen geringer, höhere Einkommen aber stärker besteuert werden. Ferner sollen u. a. der Spitzensteuersatz erhöht, die Pauschalbesteuerung von Minijobs sowie das Ehegattensplitting abgeschafft werden. Unter dem Strich bleibt für den Staat ein Plus von mehr als acht Milliarden Euro.&nbsp;<br /><br />In Bezug auf die&nbsp;<b>Unternehmensbesteuerung</b>&nbsp;sieht das GEW-Konzept eine realistischere Gewinnermittlung bei Unternehmen, eine Erhöhung der Körperschaftsteuer sowie den Ausbau der Gewerbesteuer zur Gemeindewirtschaftsteuer vor. Zusatzeinnahmen für die öffentlichen Haushalte: knapp 20 Milliarden Euro.<br /><br />Eine Wiedereinführung der&nbsp;<b>Vermögensteuer</b>&nbsp;und eine Reform der&nbsp;<b>Erbschaftsteuer</b>&nbsp;sollen rund 22 Milliarden Euro zusätzlich in die Staatskasse spülen.<br /><br /><b>Finanztransaktionssteuer</b>&nbsp;sowie ein&nbsp;<b>effektiverer Steuervollzug</b>&nbsp;bringen nach GEW-Berechnungen noch einmal rund 25 Milliarden Euro.&quot;</p>
<p class="bodytext">Quelle &gt;&gt;<a href="http://www.gew.de/Steuerkonzept_der_GEW_solidarisch_und_effektiv.html" target="_blank" class="external-link-new-window" >&nbsp;www.gew.de</a></p>
<p class="bodytext">Anhang:&nbsp;Konzept zum Download als PDF</p></div>]]></content:encoded>
			<category>Bildungsfinanzierung</category>
			
			
			<pubDate>Wed, 05 Jun 2013 12:41:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="http://www.gew-hessen.de/uploads/media/steuerkonzept_gew.pdf" length ="796627" type="application/pdf" />
		</item>
		
		<item>
			<title>Ganztagsangebote – betreuende Aufsicht | Info Juni 2013</title>
			<link>http://www.gew-hessen.de/index.php?id=296&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=5188&#38;cHash=7564fd6574421e77ce1afcef6c7627e7</link>
			<description>HPRLL und HKM haben sich auf nachfolgenden Erlass geeinigt: ‚Alle Ganztagsangebote, die von Seiten...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<div><p class="bodytext">Alle weiteren pädagogischen Tätigkeiten im Rahmen des Ganztagsangebotes gelten als betreuende Aufsicht. Diese wird zur Hälfte auf die Pflichtstunden der Lehrkraft angerechnet und muss inhaltlich nicht dokumentiert werden.‘</p></div><div></div>]]></content:encoded>
			
			
			<pubDate>Wed, 05 Jun 2013 11:25:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Befristete Verträge | Beschluss der Landesvorstandsklausur vom 24. und 25. Mai 2013  </title>
			<link>http://www.gew-hessen.de/index.php?id=296&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=5187&#38;cHash=48143317dfd6d62c62b9d850c1206325</link>
			<description>Anlass: Aufgrund der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts (07/2012) und auch des...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<div><p class="bodytext">Darüber hinaus, heißt es in der Verfügung, werde eine Regelung erarbeitet, damit es künftig nicht mehr zu unwirksamen „Kettenverträgen“ kommen könne. Es sei beabsichtigt, dass ab einer noch zu bestimmenden Gesamtbeschäftigungsdauer bzw. Zahl von Befristungen keine befristeten Verträge mehr abgeschlossen werden sollen.</p></div><div></div><div><p class="bodytext"><b>Dazu hat die GEW in ihrer LVo-Klausur am 24./25. Mai&nbsp;2013 folgenden Beschluss gefasst:</b></p>
<p class="bodytext">Das Land Hessen / das HKM verantwortet die unsägliche Situation der hohen Zahl von befristeten Verträgen.</p></div><div><p class="bodytext">Die GEW hat diese Arbeitsverträge mit vielen Aktionen und Initiativen bekämpft und immer unbefristete Einstellungen auch für den Vertretungsbedarf gefordert.</p></div><div><p class="bodytext">Die GEW fordert:&nbsp;</p></div><div><ol><li>ab sofort ausschließlich für die jeweilige Tätigkeit ausgebildete Fachkräfte (Lehrkräfte, sozialpädagogische Fachkräfte und SozialpädagogInnen) – vorrangig unbefristet und lediglich in begründeten Ausnahmefällen befristet – einzustellen, wie vom Einstellungserlass vorgegeben,</li><li>Vertretungssituationen über die mobile Vertretungsreserve zu regeln,</li><li>allen Beschäftigten, die bereits mehr als 4 Jahre &nbsp;mit befristeten Verträgen beim Land Hessen beschäftigt sind, ein qualifikationsadäquates unbefristetes wohnortnahes Einstellungsangebot auf der Basis erworbener Ansprüche beim Land Hessen zu machen,</li><li>in allen Fällen, in denen es jetzt aufgrund von Entfristung von Stellen zu Einstellungen von Beschäftigten in den Schuldienst kommt, die nicht dem Einstellungserlass entsprechend qualifiziert sind, den Betroffenen eine Qualifizierungsmaßnahmen unter sinngemäßer Anwendung der ‚Verordnung über das besondere berufsbegleitende Verfahren zum Erwerb einer einem Lehramt gleichgestellten Qualifikation‘ anzubieten,</li><li>Darüber hinaus beauftragt der Landesvorstand die bereits beschlossene GEW Arbeitsgruppe zur Erarbeitung von Änderungsvorschlägen für den Einstellungserlass damit, das aktuell geltende Bonussystem für Lehrberufserfahrung im Arbeitnehmerverhältnis dahingehend zu überarbeiten, dass nach mehr als vier Jahren Tätigkeit mit befristeten Verträgen beim Land Hessen (siehe oben Punkt 3) genügend Bonuspunkte erworben werden, um auch mit durchschnittlichen Abschlüssen der beiden LehrerInnen-Staatsexamina gute Chancen auf eine reguläre Einstellung über das Ranglistenverfahren zu haben.</li></ol></div>]]></content:encoded>
			<category>Kettenverträge</category>
			
			
			<pubDate>Wed, 05 Jun 2013 11:22:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="http://www.gew-hessen.de/uploads/media/2013_beschlusslv_befristete_arbeitsvertraege.pdf" length ="74335" type="application/pdf" />
		</item>
		
		<item>
			<title>Sozialindex | Info Juni 2013</title>
			<link>http://www.gew-hessen.de/index.php?id=296&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=5186&#38;cHash=0ec7cf0205b58ccd6d4ce35bec28e393</link>
			<description>Der HPRLL hat grundsätzlich eine vom HKM geplante zusätzliche Stellenzuweisung unter dem...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<div><p class="bodytext">Auch die noch nicht geklärte Frage einer Evaluation an den betroffenen Schulen erscheint uns fragwürdig, insbesondere, wenn nach messbaren Fakten gewertet wird, also Zahl der Schulabbrecher, Versetzungen etc. </p>
<p class="bodytext">Die GEW-Fraktion hat den Vorschlag eingebracht, dass die frühere Regelung eines Stellenpools von 2.000 Stellen wiederaufgenommen und diese Stellen für besondere, zusätzlich notwendige Förderungen verwendet werden sollten. Dieser Stellenpool sollte – entsprechend der Zahl der Schülerinnen und Schüler – auf die StSchÄ verteilt und von dort – unter Beteiligung der GPRLL – den Schulen mit einem höheren Maß an Bildungsbenachteiligung zugewiesen werden.</p>
<p class="bodytext">Wir werden die jetzige Situation der Zuweisung im Auge haben.&nbsp;</p></div><div></div>]]></content:encoded>
			
			
			<pubDate>Wed, 05 Jun 2013 11:20:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title> Mobile Vertretungsreserve | Info Juni 2013</title>
			<link>http://www.gew-hessen.de/index.php?id=296&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=5185&#38;cHash=a1bc793197152cf264804b899beb1857</link>
			<description>Die Zahl der Stellen zur ‚mobilen Vertretungsreserve‘ soll ausgeweitet werden. </description>
			<content:encoded><![CDATA[<div><p class="bodytext">Der HPRLL hat das begrüßt, weil so (hoffentlich) einige befristete Verträge weniger besetzt werden. Wir haben die Bedingungen für die ‚Springer‘ verhandelt und letztlich einem Kompromiss zugestimmt. </p>
<p class="bodytext">Es ist davon auszugehen, dass Ausschreibungen bald erfolgen.</p></div><div></div>]]></content:encoded>
			
			
			<pubDate>Wed, 05 Jun 2013 11:19:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Richtlinien für sozialpädagogische Fachkräfte | Info Juni 2013 </title>
			<link>http://www.gew-hessen.de/index.php?id=296&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=5184&#38;cHash=626914a99fb25fd2be0be118f1afcd2b</link>
			<description>Der HPRLL hat gefordert, dass die ‚Richtlinien für die Tätigkeit sozialpädagogischer...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<div></div><div></div>]]></content:encoded>
			
			
			<pubDate>Wed, 05 Jun 2013 10:30:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>'Führungsakademie‘ und Schulung zum HPVG | Info Juni 2013</title>
			<link>http://www.gew-hessen.de/index.php?id=296&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=5183&#38;cHash=a585b5f456c06e6b68cbf1dece4c9077</link>
			<description>Die GEW-Fraktion hat die Anforderung eingebracht, dass in der ‚Führungsakademie‘ für zukünftige...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<div><p class="bodytext">Hier herrscht ein absolutes Defizit. Im gesamten Programm sind die Begriffe ‚Personalrat‘ und ‚HPVG‘ nicht zu finden. </p>
<p class="bodytext">Wir werden sehen, wie das HKM dazu steht.</p></div><div></div>]]></content:encoded>
			
			
			<pubDate>Wed, 05 Jun 2013 10:26:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Keine private Eliteschule in Kassel! | Pressemitteilung von &quot;elternbund hessen&quot; und GEW Hessen vom 4. Juni 2013</title>
			<link>http://www.gew-hessen.de/index.php?id=296&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=5182&#38;cHash=8fdcdad5ca81476e199b432c43e58d46</link>
			<description>GEW Hessen und elternbund hessen (ebh) kritisieren geplante Einrichtung einer privaten...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<div><p class="bodytext">„Da dies aber nicht geschieht, kehren zahlungskräftige wie -willige Eltern dem öffentlichen Schulsystem zunehmend den Rücken. Und das ist nicht nur ein bildungs-, sondern auch ein sozialpolitischer Skandal, der politisch mitgetragen und totgeschwiegen wird“, so Lopez weiter. „Besonders gravierend ist zudem, dass derlei Schulen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit oft grundgesetzwidrig zugelassen werden. Paragraph 7, Absatz 4 desselben verbietet nämlich eine Sonderung der Kinder nach den Besitzverhältnissen der Eltern“, ergänzt Birgit Koch, stellvertretende Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Hessen.</p></div><div><p class="bodytext">„Eben diese erfolgt aber mehr und mehr und wird in Hessen auch weder thematisiert noch bekämpft. Ganz im Gegenteil scheint die Landesregierung das Ziel zu verfolgen, immer mehr auch profitorientiert arbeitenden Schulen den Boden zu bereiten. Notwendig wäre stattdessen eine breit angelegte gesellschaftliche Debatte darüber, welche Schulgeldhöhen und wie viele Privatschulen in Hessen überhaupt zulässig sein können und dürfen. Und diese Debatte fordern wir nun endlich ein!, so Koch abschließend.</p></div><div><p class="bodytext">In der Anlage übersenden wir Ihnen Hintergrundinformationen sowie eine juristische Analyse zum Thema.</p></div>]]></content:encoded>
			<category>Pressemitteilungen</category>
			
			
			<pubDate>Tue, 04 Jun 2013 08:56:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="http://www.gew-hessen.de/uploads/media/2013_05_31_ersatzschulfinanzierungsgesetz.pdf" length ="121272" type="application/pdf" />
		</item>
		
		<item>
			<title>&quot;Marburger Bildungsaufruf&quot; - eine hessenweite Initiative im Vorfeld der Landtagswahl | Bitte Online-Petition unterstützen</title>
			<link>http://www.gew-hessen.de/index.php?id=296&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=5147&#38;cHash=70054063ef762a565c557307f3313540</link>
			<description>Ein Umdenken in der Bildungspolitik fordern Initiatoren und Unterzeichner des &quot;Marburger...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Die Hauptforderung: &quot;Wir brauchen eine neue Entwicklungsrichtung für unser Bildungswesen.&quot; Die Initiatoren wollen anknüpfend an die Vorträge&nbsp;eine demokratische Diskussion anstoßen und warnen vor einer Ökonomisierung von Bildung. </p>
<p class="bodytext">Der Bildungsaufruf fordert&nbsp;für Kinder und Jugendliche&nbsp;mehr Zeit zur persönlichen Entwicklung und pädagogische Freiheit für Lehrende ohne Bildungsstandards und Kompetenzorientierung.&nbsp;</p>
<p class="bodytext"><b>Mehr zum Bildungsaufruf unter</b> &gt;&gt;&nbsp;&quot;Meine Gewerkschaft&quot; &gt;&gt; Themen &gt;&gt; <a href="index.php?id=583" class="internal-link" >Marburger Bildungsaufruf</a>.</p>
<p class="bodytext"><b>Hier können Sie den Aufruf unterstützen</b>&nbsp;&gt;&gt;&nbsp;<a href="https://www.openpetition.de/petition/online/marburger-bildungsaufruf-demokratisierung-statt-oekonomisierung" target="_blank" >www.openpetition.de</a></p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>]]></content:encoded>
			<category>Startseite</category>
			
			
			<pubDate>Mon, 03 Jun 2013 13:10:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>UmFAIRteilen jetzt!</title>
			<link>http://www.gew-hessen.de/index.php?id=296&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=5181&#38;cHash=68865726a18cb4ded00045a8da219db9</link>
			<description>Die Finanznot der öffentlichen Haushalte stellt mittlerweile nicht nur theoretisch, sondern ganz...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<div><p class="bodytext">Auch Maßnahmen der Jugendarbeit, Gesundheitsberatungsdienste, &nbsp;Frauenprojekte, Beschäftigungsinitiativen und vieles mehr, was Wohlfahrt und Lebensqualität vor Ort ausmacht, fallen zunehmend dem Rotstift zum Opfer. Dringend notwendige Reformen – von der Pflege bis zur Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern oder der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention – werden mit Verweis auf leere Kassen auf „die lange Bank geschoben“.</p></div><div><p class="bodytext">Mit der Schuldenbremse wird sich die Situation noch ganz erheblich verschärfen. Bund und Länder werden in sehr kurzer Zeit zu ausgeglichenen Haushalten gezwungen. Die notwendige Konsolidierung wird bisher fast ausschließlich über Ausgabenkürzungen gesucht. Weite Teile der sozialen Infrastruktur vor Ort drohen zum Opfer dieser Entwicklung zu werden.&nbsp;Daher engagiert sich der Paritätische für eine neue, solidarische und vernünftige Steuerpolitik.</p></div><div><p class="bodytext">Vor einem Jahr genau hat sich das Bündnis „Umfairteilen – Reichtum besteuern!“ gegründet. Erstmalig haben sich in diesem Bündnis so unterschiedliche Akteure wie Gewerkschaften, Globalisierungskritiker und Wohlfahrtsverbände wie der Paritätische Gesamtverband zusammengeschlossen, um gemeinsam für eine neue, eine sozial gerechtere Steuerpolitik zu werben. Gemeinsam fordern die Akteure dieses parteipolitisch unabhängigen Bündnisses die stärkere Besteuerung großer Vermögen sowie den konsequenten Kampf gegen Steuerbetrug und Steueroasen zur Finanzierung notwendiger sozialer und öffentlicher Leistungen und Reformen. Eine ähnlich breite und vielfältige zivilgesellschaftliche Bewegung für einen Richtungswechsel in der Steuerpolitik, für „faires Teilen“ gab es vorher nicht.</p></div><div><p class="bodytext">Eine aktuelle Studie des Paritätischen Gesamtverbands mit dem Titel „Gerechtigkeit in Deutschland: Einstellungen der Bevölkerung zu Fragen der Verteilungsgerechtigkeit und Steuerpolitik“ im Rahmen dieses Bündnisses ergibt zu den Möglichkeiten eines umfassenden Politikwechsels insbesondere in Bezug auf die Steuerpolitik das folgende, womöglich überraschende Bild:</p></div><div><ol><li>Eine deutliche und parteiübergreifende Mehrheit sieht zusätzlichen Investitionsbedarf in den Bereichen Bildung und Soziales.&nbsp;</li><li>Mehr als drei Viertel der Bundesbürger befürworten eine stärkere Besteuerung hoher Einkommen und Vermögen zur Finanzierung öffentlicher Aufgaben.</li><li>Drei Viertel der Bevölkerung sehen den sozialen Frieden in Deutschland durch die bestehende Kluft zwischen Arm und Reich gefährdet.</li><li>Rund 80 Prozent, also vier von fünf Bundesbürgern, bewerten die reale Vermögensverteilung in Deutschland als ungerecht.</li><li>Eine knappe Mehrheit der Befragten macht sich eher keine Sorgen über ihre künftige finanzielle Absicherung. 45 Prozent schon.</li></ol></div><div></div><div><p class="bodytext">Die Studie im Internet unter &gt;&gt; <a href="http://www.der-paritaetische.de/pressebereich/artikel/news/parteiuebergreifende-mehrheit-fuer-hoehere-steuern-und-mehr-bildungs-und-sozialausgaben-paritaetische/" target="_blank" class="external-link-new-window" >www.der-paritaetische.de</a>&nbsp;(Anhang als PDF)</p>
<p class="bodytext">Mehr zum Bündnis &gt;&gt;&nbsp;<a href="http://umfairteilen.de/" target="_blank" class="external-link-new-window" >umfairteilen.de</a></p></div><div></div>]]></content:encoded>
			<category>Startseite</category>
			
			
			<pubDate>Wed, 29 May 2013 13:44:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title> HLZ 6/2013 Kommentar | Aufklären statt Verklären</title>
			<link>http://www.gew-hessen.de/index.php?id=296&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=5180&#38;cHash=9daf325eb30146176291a714ad2916bb</link>
			<description>Plädoyers für mehr Ökonomie in den Schulen klingen im Schatten der größten Wirtschafts- und...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<div><p class="bodytext">Doch die Forderung nach ökonomischer Bildung bleibt aktuell, wenn sie in kritischer Distanz zu einer monodisziplinären Wirtschaftsdidaktik unter dem Dach der &nbsp;sozialwissenschaftlichen Bildung verankert wird. Ihren emanzipatorischen Charakter muss die ökonomische Bildung auch dort unter Beweis stellen, wo Unternehmen und ihre Lobbyisten eine von Partikularinteressen geprägte „Abrichtung auf den Arbeitsmarkt“ propagieren, die im Widerspruch zum Humboldtschen Bildungsideal steht und dem „Überwältigungsverbot“ zuwiderläuft. </p>
<p class="bodytext">Dies gilt umso mehr, als angesichts sinkender Schulbuchetats und gedeckelter Kopierkontingente mehr und mehr private Akteure auf den „Bildungsmarkt“ drängen. Nicht wenige der 250 Initiativen, die vorgeben, sich um die ökonomische Bildung verdient zu machen, wollen im Grunde nur verdienen, indem sie die Kinder von heute zu Kunden von morgen erziehen. Die jüngste GEW-Studie, wonach für 45 Prozent aller Schulen Privatunternehmen inzwischen die wichtigsten Kooperationspartner darstellen, lässt erkennen, dass der Einfluss privater Unternehmen auf die vormals als „Schonraum“ verankerte Schule schon jetzt ein bedenkliches Ausmaß erreicht hat.</p></div><div><p class="bodytext">Ökonomische Bildung muss in den Sozialwissenschaften verankert sein. Den nach wie vor dominanten Denkansätzen der neoklassischen Standardökonomie, wonach Arbeits-, &nbsp;Güter- und Heiratsmarkt modelltheoretisch nach denselben Mechanismen funktionieren, müssen auch im Unterricht politische, gesellschaftliche, rechtliche und historische Denkansätze entgegengestellt werden. Solange alle fünf Sekunden ein Kind an Hunger stirbt, muss sich nicht nur unser ökonomischer Sachverstand, sondern auch unser soziales Gewissen regen und zu politischen Aktionen bewegen.</p></div><div><p class="bodytext">Ökonomische Bildung soll über die Schulzeit hinaus der Lebenswirklichkeit der Jugendlichen Rechnung tragen. Deshalb gilt es, die Beschleunigung der&nbsp;Arbeitsprozesse, die gewachsenen Leistungsanforderungen sowie die in vielen Branchen eingeforderte (berufliche) Mobilität zu beleuchten. In einer demokratischen Gesellschaft darf es kein &nbsp;undemokratisches Wirtschaftssystem geben.</p></div><div><p class="bodytext">Schülerinnen und Schüler müssen die wechselseitigen Bezüge zwischen den Disziplinen Politik, Ökonomie, Geschichte, Recht und Soziologie (besser) verstehen lernen. Als &nbsp;Verbraucherinnen und Verbraucher können wir einen substanziellen Beitrag zur „Moralisierung der Märkte“ leisten, indem wir uns mehr und mehr von der auf reine Nutzen- und Wertvermehrung gerichteten Zweckrationalität abwenden und stattdessen ein von moralischen Kriterien geleitetes (Markt-)Verhalten zeigen. Denn ob beim Kaffeetrinken, beim Schokoladenverzehr oder beim Kauf von Textilien: Ethischer Konsum gibt uns Gelegenheit, den Kaufakt in eine Abstimmung über die politische Rolle der Konzerne zu verwandeln. Letztlich gilt es, den von John M. Keynes formulierten Anspruch einzulösen, wonach jeder Ökonom bis zu einem gewissen Grad auch Mathematiker, Historiker und Philosoph sein sollte. </p>
<p class="bodytext">Schließlich ist derjenige, der dem ökonomischen Rationalismus in jeder Lebenssituation erliegt, weniger ökonomisch gebildet als vielmehr ökonomistisch verbildet. Auch deshalb müssen die Kultusministerien dafür sorgen, dass der Kundenfang im Klassenzimmer unter der Chiffre „Ökonomische Bildung“ ein Ende findet.</p>
<p class="bodytext"><b>Tim Engartner</b></p></div>]]></content:encoded>
			<category>HLZ</category>
			
			
			<pubDate>Wed, 29 May 2013 11:42:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title> HLZ 6/2013 Titelthema | Ökonomische Bildung. Zwischen Notwendigkeiten und Risiken</title>
			<link>http://www.gew-hessen.de/index.php?id=296&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=5179&#38;cHash=fa526fa5fe4cf783799d01d5b6cb8a05</link>
			<description>Sinkende Schulbuchetats, gedeckelte Kopierkontingente und  die in zahlreichen Bundesländern...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<div><p class="bodytext">Die im Rahmen der PISA-Studie 2006 durchgeführte Befragung von Schulleiterinnen und Schulleitern offenbarte, dass 87,5 Prozent der 15-jährigen Schülerinnen und Schüler &nbsp;hierzulande eine Schule besuchen, „an der Wirtschaft und Industrie Einfluss auf die Lehrinhalte ausüben“ – selbst im OECD-Vergleich ein trauriger „Rekord“. Nicht wenige der rund 250 Initiativen, die vorgeben, sich um die ökonomische Bildung verdient zu machen, tatsächlich aber nur mit ihr verdienen wollen, speisen selektive, tendenziöse und manipulative Unterrichtsmaterialien in die Schulen ein. Für Lehrkräfte, die über eine sozialwissenschaftliche Fakultas verfügen, stellt dies eine nicht zu unterschätzende Herausforderung dar, für Kolleginnen und Kollegen, die das Fach Politik und Wirtschaft fachfremd unterrichten (müssen), nicht selten eine strukturelle Überforderung.</p></div><div><p class="bodytext">Obwohl der Kundenfang im Klassenzimmer immer mehr Eltern aufhorchen lässt, haben die Kultusministerien und die Kultusministerkonferenz (KMK) als schulpolitisch&nbsp;verantwortliche Instanzen bislang kaum dafür Sorge getragen, dass die lobbyistisch motivierte Einflussnahme auf Schulen nicht weiter um sich greift. Dabei stehen von privaten Content-Anbietern propagierte Partikularinteressen nicht nur im Widerspruch zum Humboldtschen Bildungsideal, sondern laufen auch dem „Überwältigungsverbot“ zuwider, das bis heute die Grenze zwischen Aufklärung und Indoktrination markiert. Lernprozesse können schließlich nur dann als erfolgreich bezeichnet werden, wenn (eigene) Meinungen und Urteile gewonnen, präzisiert, reflektiert, verifiziert oder gegebenenfalls auch falsifiziert werden (können).</p></div><div><p class="bodytext">Dies kann jedoch nur mit Unterrichtsmaterialien gelingen, die sich an der Lebenswelt der Schülerinnen und Schülern orientieren und nicht als Lobbyprodukte in die Klassenzimmer gelangen, so wie dies derzeit unter anderem mit der Aktion My Finance Coach geschieht. In dem Materialordner zum Thema „Sparen“ werden die Risiken von Aktien und Anleihen niedriger Bonität oder hoher Volatilität ebenso ausgeblendet wie Inflationsrisiken, „Kreditfallen“ oder „Falschberatungen“. Nach dem didaktisch-methodischen Kommentar zur ersten Auflage, die rund 100.000 Jugendliche erreichte, sollten Schülerinnen und Schüler unter anderem lernen, „dass das Solidaritätsprinzip nicht mehr funktioniert, damit sie den Nutzen von privater Absicherung nachvollziehen können“.</p></div><div><p class="bodytext">Ergänzt werden diese einseitigen Unterrichtsmaterialien um ein ebenso neuartiges wie höchst bedenkliches Angebot: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der beteiligten Unternehmen Allianz, McKinsey und Grey kommen als Finance Coaches in den Unterricht. Eine kritische finanzielle Allgemeinbildung, die auf die Gefahren von Finanzintermediären wie Bankberatern oder Versicherungsvertretern hinweist und vor vermeidbaren finanziellen Risiken warnt, findet nicht statt.</p></div><div><p class="bodytext"><b>Kein Lobbyismus im Klassenzimmer</b></p></div><div><p class="bodytext">Ein weiteres Beispiel für dubiose Bildungsoffensiven ist das Projekt „Geldlehrer“. Der im Dezember 2010 gegründete Verein Geldlehrer Deutschland e.V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, Schulen bei der Vermittlung von Schlüsselqualifikationen im Bereich der finanziellen Bildung mit kostenlosen Lehrmaterialien zu versorgen und mit der Ausbildung ehrenamtlich unterrichtender „Geldlehrer“ zu unterstützen. Danach sollen die Schülerinnen und Schüler „Sparpläne, Darlehen, Ratenkredite, Inflation und sogar ihre eigene Altersvorsorge selbstständig berechnen“ können. Mehr als 70 „Geldlehrerinnen und Geldlehrer“ unterrichten derzeit über mehrere Wochen an Mittel- und Realschulen sowie Gymnasien, wobei die meisten von ihnen Vermögens- oder Finanzberater sind, die für ihre dreitägige Schulung 2.900 Euro bezahlt haben.</p></div><div><p class="bodytext">Der Verdacht liegt nahe, dass sie gezielt für ihre Finanz-&nbsp;und Versicherungsprodukte werben, indem sie die staatliche Umlagefinanzierung schlecht- und das privatwirtschaftlich organisierte Kapitaldeckungsprinzip schönreden. Mit einem Jahresetat von zuletzt 6,97 Millionen Euro ist auch die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) seit vielen Jahren im Bildungsbereich aktiv. Ihr „Schnupperkurs in Sachen Ökonomie“ stellt unter anderem die folgende manipulative Frage: „Ist nicht die soziale Balance in Deutschland gerade &nbsp;deshalb aus den Fugen geraten, WEIL wir – der Staat, die Gesellschaft – krampfhaft versuchen, die Schicksale von mehr als 80 Millionen Menschen in ein einziges, nämlich das vom Staat vorgegebene Korsett zu zwängen?“ (Das kleine 1 × 1 der Sozialen Marktwirtschaft, S. 48) </p>
<p class="bodytext">Artikel 14 Absatz 2 des Grundgesetzes, nach dem „Eigentum verpflichtet“ und sein Gebrauch „zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen“ soll, wird mit den&nbsp;verfassungsskeptischen Worten kommentiert: „Zugegeben, dieses Gebot ist ohne Zweifel gut gemeint, doch von einer freiheitlichen Wirtschaftsverfassung zeugt es nun wirklich nicht.“ (ebenda, S.21) Im Unterrichtsheft der INSM zum Thema „Soziale Marktwirtschaft“ heißt es: „Der Sozialstaat ist im Laufe der Jahre zu einem Wohlfahrtsstaat geworden, der die Menschen bevormundet, ihnen immer mehr Lasten aufbürdet und immer weniger Gestaltungsmöglichkeiten lässt.“</p></div><div><p class="bodytext">Die Absichten dieser advokatorischen Denkfabrik liegen auf der Hand: Da Kinder und Jugendliche im Umgang mit Meinungen vergleichsweise unerfahren sind, müssen sie als &nbsp;besonders anfällig für von Erwachsenen vorgetragene Urteile gelten, zumal wenn diese als externe Sachverständigen auftreten. Daraus folgt, dass unternehmerischen Initiativen, die Kinder zu Kunden von morgen erziehen (wollen), in Schulen weder Zeit noch Raum gegeben werden darf. Auch die ATTAC-Bildungsbausteine greifen Themen punktuell einseitig auf, so wenn in dem Unterrichtsbaustein „Öffentliche Güter“ ein Hinweis auf gelungene Privatisierungen fehlt. Aber natürlich ist die „Wirkmächtigkeit“ von Unterrichtsmaterialien aus Wirtschaftsverbänden, Industrie- und Handelskammern, privaten Großunternehmen und finanzstarken Unternehmensstiftungen signifikant höher als die von Nichtregierungsorganisationen.</p></div><div><p class="bodytext"><b>Unter dem Dach der politischen Bildung </b></p>
<p class="bodytext">Mit der nahezu beispiellosen medialen und curricularen Aufwertung der ökonomischen Bildung droht die sozialwissenschaftliche Bildungstradition mit ihren integrativ angelegten Fächern Sozialkunde, Gesellschaftslehre und Sozialwissenschaften zu erodieren. Will man dem von zahlreichen Lobbyverbänden geforderten Separatfach „Wirtschaft“ entgegenwirken, brauchen wir eine Wiederbelebung der politischen und soziologischen Bildung, so dass ökonomische Themen in bester Tradition der Politischen Ökonomie und der Wirtschaftssoziologie wirkungsvoll in sozialwissenschaftliche Fächer integriert werden können. Andernfalls droht die auf die „Totalbewirtschaftung“ des Lebens zielende Kosten-Nutzen-Kalkulation, die alles Tun und Trachten – von der Aufnahme des Studiums bis hin zur Familiengründung – unter den ökonomischen Vorbehalt des „Sich-Rechnen-Müssens“ stellt, zum Fixpunkt ökonomischer sowie zum Referenzrahmen sozialwissenschaftlicher Bildung zu werden.</p></div><div><p class="bodytext">Eine in der Tradition kritischer Sozialwissenschaften stehende ökonomische Bildung – der Begriff der sozioökonomischen Bildung scheint sich gegenwärtig gegenüber dem der politisch-ökonomischen Bildung zu etablieren – muss unter dem Dach der politischen Bildung beheimatet sein und enge Bezüge zu den benachbarten sozialwissenschaftlichen Teildisziplinen aufweisen. So muss mit Blick auf die Tatsache, dass alle fünf Sekunden ein Kind an Hunger oder an dessen unmittelbaren Folgen stirbt, eine zentrale unterrichtliche Aufgabe darin bestehen, sowohl die Marktasymmetrien im Agrarsektor zu dechiffrieren, als auch die Frage nach der politischen Verantwortung zu stellen. Sodann muss sozioökonomische Bildung verdeutlichen, dass diejenigen, die den ökonomischen Rationalismus in jeder Lebenssituation zum Maßstab ihres Denkens und Handelns erklären, weniger ökonomisch gebildet als vielmehr ökonomistisch verbildet sind.</p></div><div><p class="bodytext">Weil wirtschaftliche Tätigkeit eine gesellschaftliche Konstante darstellt, gilt es in erster Linie, politisch bedeutsame Fragen aufzuwerfen. Um etwa zu identifizieren, welche gesellschaftlichen Gruppen von bestimmten Steuersenkungen profitieren, bedarf es nicht nur eines Grundverständnisses von direkten und indirekten Steuern, sondern auch der Fähigkeit, zwischen „sozial blinden“ und „sozial gerechten“ Steuern zu unterscheiden. Sucht man angesichts der Verwerfungen an den internationalen Finanzmärkten nach &nbsp;Antworten auf die Frage, ob – und wenn ja, inwieweit – der Kapitalismus neuzeitlicher Prägung einen Ausnahmezustand in Permanenz darstellt, kommt man ohne einen &nbsp;tiefschürfenden Blick auf die internationale Finanzmarktarchitektur nicht aus.</p></div><div><p class="bodytext">In Zeiten, in denen immer mehr Gesellschaftsbereiche nach dem Vorbild des Marktes geordnet werden, ist eine vertiefte Auseinandersetzung mit dessen (Dys-)Funktionalitäten unabdingbar. Überdies muss im Kontext sozioökonomischer Bildung Berücksichtigung finden, dass Märkte gesellschaftliche Werte wie Gerechtigkeit, Solidarität und soziale Balance nach den herkömmlichen, zumeist noch immer in der Tradition der neoklassischen Standardökonomie stehenden Modellen nicht zulassen. Sozioökonomische Bildung soll Positionen vermitteln, die sich nicht der blinden „Fürsprache“ des Marktes verschreiben, sondern die Grammatik einer Gesellschaft sowie deren politische Konstitution analysieren, explizieren und kommentieren. Nur so lässt sich einem perspektivischen Monismus entgegenwirken.</p></div><div><p class="bodytext"><b>Tim Engartner</b></p></div><div><p class="bodytext">Tim Engartner, geboren 1976, ist Professor für Didaktik der Sozialwissenschaften mit dem Schwerpunkt schulische Politische Bildung an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. &nbsp;Sein im UTB-Verlag erschienenes Lehrbuch trägt den Titel „Didaktik des Ökonomie- und Politikunterrichts“.</p></div>]]></content:encoded>
			<category>HLZ</category>
			
			
			<pubDate>Wed, 29 May 2013 11:02:00 +0200</pubDate>
			
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			<title> HLZ 6/2013 Titelthema | In Zeiten der Krise. Finanzielle Allgemeinbildung: Einfallstor für Lobbyisten</title>
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			<description>Die Forderung nach „Finanzieller Allgemeinbildung“ (FA) in der Schule erweist sich zunehmend als...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Trotzdem wird die Notwendigkeit der FA in der Öffentlichkeit oft wohlwollend bewertet, </p><ul><li>weil sie Jugendlichen notwendige Alltagsfähigkeiten (Umgang mit Verschuldung, finanzielle Vorsorgeplanung, Beurteilungsfähigkeit von Finanzprodukten usw.) zu vermitteln verspricht und</li><li>weil in Wissenschaft und Medien immer wieder empirische Untersuchungen zitiert werden, die die erschreckende Unkenntnis von Jugendlichen in finanziellen bzw. ökonomischen Zusammenhängen zu belegen behaupten.</li></ul><p class="bodytext">Mit Ausbruch der 2007 beginnenden Finanz- und Wirtschaftskrise, die ihre dramatische und nicht absehbare Fortsetzung gegenwärtig in der Entwicklung der Staatsverschuldung im Euro-Raum gefunden hat, muss allerdings erneut die Frage nach Einseitigkeit, Begrenztheit und „Effektivität“ des Konzepts und vieler Unterrichtsmaterialien der FA gestellt werden.</p>
<p class="bodytext"> In der gegenwärtigen Krise wird tagtäglich deutlich, wie intensiv politische Gestaltung in ökonomische Prozesse eingreift und wie Politik von ökonomischen Interessen beeinflusst und getrieben werden kann – mit unter Umständen drastischen Auswirkungen auf individuelle Lebenssituationen. Wenn FA diese realitätsbezogene „Lerngelegenheit“ <sup>(1)&nbsp;</sup>Aufgreifen und dazu beitragen würde, den zu politischer Partizipation und Gestaltung fähigen mündigen Bürger zu stärken, wäre sie Bestandteil einer umfassend verstandenen politischen Bildung. Diese soziale und politische, für Jugendliche existenzielle Dimension ist aber in der eng gefassten FA nicht (hinreichend) vorgesehen. Insofern wird sie sich letztlich auch nicht als effektiv erweisen, da sie die Gefährdungen einer ausreichenden finanziellen Absicherung nicht mehr sinnvoll und realitätstüchtig vermitteln kann.</p>
<p class="bodytext">Eine finanzielle Allgemeinbildung, die Jugendliche heutzutage so unterrichten will, dass „die Lebensführung in ökonomischer Hinsicht gelingen kann“ <sup>(2)</sup>, muss </p><ul><li>ihre Begrenztheit auf Produktbezogenheit und Individualisierung von Lösungsstrategien einschränken und einen&nbsp;strukturbezogenen Blickwinkel einnehmen,</li><li>ihre oft interessenpolitisch geprägte Einseitigkeit aufgeben und alternative und kontroverse Denkansätze präsentieren und</li><li>quasi naturgesetzlich dargestellte Begründungen für wirtschaftliche Zusammenhänge, ordnungspolitische Rahmenbedingungen und wirtschaftspolitische Konsequenzen aufgeben und die politische und damit auch die alternative Gestaltungsfähigkeit wirtschaftlicher Strukturen und Entwicklungen in den Unterricht einbeziehen.</li></ul><p class="bodytext">Die gegenwärtigen krisenhaften Entwicklungen fordern erneut und noch dringender ein anderes Verständnis von FA: Mit den umfassenden Auswirkungen der Finanzkrise nicht nur auf die Entwicklung und Bewertung einzelner Finanzprodukte, sondern auf die gesamte, nicht nur finanzielle Lebenswelt von Jugendlichen müssen FA und ökonomische Bildung insgesamt ein Teilaspekt politischer Bildung sein, die Strukturwissen vermittelt und die politische Gestaltbarkeit gegen jede Art von „naturgesetzlicher“ Festschreibung wirtschaftlicher Zusammenhänge betont.</p>
<p class="bodytext"><b>Ein Beitrag zur Verbraucherbildung?</b></p>
<p class="bodytext">Eine wesentliche Begründung für eine hinreichende Qualifikation von Jugendlichen in FA ist zum einen die Entwicklung einer auf Geld und Kredit basierenden Gesellschaft, die die personal bezogenen, familiären Strukturen abgelöst und – beschleunigt und intensiviert durch die technologische Entwicklung – nahezu alle Lebensbereiche erfasst hat. Zum anderen stoßen die auf finanzielle Dienstleistungen orientierten Bedürfnisse in unserem Wirtschaftssystem auf Anbieter wie Banken und Versicherungen, deren Empfehlungen von dem Motiv der Gewinnerzielung geleitet werden<sup> (3)</sup>. Diesen möglichen Interessenkonflikt bei der Produktauswahl sollten Jugendliche natürlich erkennen und bewerten können, um – zumindest in „normalen Zeiten“ im späteren Leben – geregelte Geld- und Kreditbeziehungen aufrechterhalten zu können.</p>
<p class="bodytext">Für das Institut für Finanzdienstleistungen ist Ziel der FA „die kritische und an den Bedürfnissen der Nutzer orientierte Vermittlung von Allgemeinwissen, Verständnis und sozialer Handlungskompetenz im Umgang mit auf Kreditmöglichkeiten aufgebauten Finanzdienstleistungen, die die Menschen außerhalb ihrer beruflichen Sphäre für sich selber benutzen, &nbsp;um Einkommen und Ausgaben, Arbeit und Konsum während ihrer Lebenszeit sinnvoll miteinander zu verbinden.“ <sup>(4)</sup></p>
<p class="bodytext">Aber auch ein solches Bekenntnis zu kritischer Aufklärung im Interesse der Verbraucher ist nicht davor gefeit, von interessierter Seite sehr schnell funktionalisiert zu werden, beispielsweise von Michael Kemmer, dem Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands deutscher Banken:&nbsp;„Nur wer die wirtschaftlichen Vorgänge, die uns alle umgeben, (...) versteht, kann sein Leben eigenverantwortlich gestalten - und dies meine ich ausdrücklich im Sinne eines &nbsp;mündigen Verbrauchers.“ <sup>(5)</sup></p>
<p class="bodytext"><sup></sup></p>
<p class="bodytext">Von den wirtschaftlichen Vorgängen insgesamt und der gesamten Lebensgestaltung ist hier zwar die Rede, aber das Bildungssubjekt wird dankbar auf die beschränkte Rolle des Verbrauchers reduziert, der sich allenfalls mit den Produkten und nicht mit den gesellschaftlichen Bedingungen ihres Zustandekommens auseinandersetzen soll. Eine „kritische Verbraucherbildung“ reicht also nicht aus. In einer Situation, in der riskante Anlagestrategien, abenteuerliche Akteure und intransparente Finanzprodukte nach wie vor nicht &nbsp;wirksam gesetzlich reguliert werden, droht FA immer auch das auf das „kritische Individuum“ reduzierte Korrektiv für neoliberal deregulierte Finanzmärkte zu sein. Die Verantwortung für finanzielle Desaster wird dann dem Verbraucher, dem „unqualifizierten“ Kleinanleger aufgebürdet, während auf den Finanzmärkten der wilde Tanz der Investoren fortgesetzt wird. </p>
<p class="bodytext">Wer Verluste erleidet, ist selbst schuld. Das Opfer ist der Täter.</p>
<p class="bodytext"><b>Zockerausbildung als Bildungsziel?</b></p>
<p class="bodytext">Oder soll die Vermittlung von „Finanzkompetenz“ den jungen homo oeconomicus bei der Suche nach der Erzielung einer maximalen Rendite unterstützen? Sollen die hohen Renditechancen von Derivaten oder Leerverkäufen im Unterricht besprochen werden – was ja durchaus in der Logik „rationalen“ Anlageverhaltens liegen könnte? &nbsp;Zockerausbildung als Bildungsziel? Auch dieser Konflikt zwischen „individueller Rationalität“ und den unter Umständen gerade dadurch hervorgerufenen verheerenden &nbsp;&nbsp;Auswirkungen auf die gesamtgesellschaftliche Wohlfahrtsentwicklung wird von Unterrichtseinheiten, die sich der FA verpflichtet fühlen, weitgehend ignoriert. </p>
<p class="bodytext">Wer Jugendlichen in Zeiten der Krise die Attraktivität von Finanzprodukten z. B. für die private Alterssicherung vermitteln, gleichzeitig aber den Strukturen des Wirtschaftssystems nicht zu nahe treten möchte, der muss sich mit einem „Aufklärungsdilemma“ der FA auseinandersetzen: „Soll die generelle Krisenhaftigkeit der Geldwirtschaft unterrichtet werden? Würde dies zu einer Verstärkung der Krisenhaftigkeit führen? Was zählt mehr: Bildungsauftrag oder Stabilität?“ <sup>(6)&nbsp;</sup>Dieses „Aufklärungsdilemma“ zu lösen, ist Aufgabe der politischen Bildung. Wenn in der gegenwärtigen Krise private Sparkonten, Alterssicherung oder andere Vermögensbestandteile auf Grund spekulativer Entwicklungen, des niedrigen Zinsniveaus oder investorenfreundlicher staatlicher „Rettungsprogramme“ zur Disposition stehen, dann werden auch die begrenzten, statisch-modellhaften oder produkt- und verbraucherbezogenen Gegenstandsbereiche der FA durcheinander gewirbelt. Dann müssen strukturbezogene ökonomische und politische Aspekte einbezogen werden.</p>
<p class="bodytext">„Gegen das Finanzsystem zu sein, ist genauso dumm, wie zu sagen: ‚Ich bin gegen den Regen’, ‚ich bin gegen die Kälte’ oder ‚ich bin gegen den Nebel’!“ <sup>(7)&nbsp;</sup>Diese Feststellung des ehemaligen französischen Finanzministers François Baroin gibt einen Hinweis, welches Verständnis von ökonomischer Bildung sich mit der FA hinter dem Rücken der Lernenden und Lehrenden in den Schulen zu etablieren droht. Nicht „das Finanzsystem“ soll Gegenstand der kritischen Analyse und Bewertung sein, sondern das Produkt. Nicht mündige Menschen sollen mit entsprechenden Fähigkeiten zur Abwägung der möglichen politischen Gestaltung wirtschaftlicher Prozesse ausgerüstet werden; vielmehr sollen einzelne Individuen in separierten Rollen als Verbraucher, Anleger oder Erwerbstätige ihrer jeweils aufgesplitterten „Rationalität“ folgen und sich den nicht zu hinterfragenden wirtschaftlichen „Naturgesetzen“ unterordnen. Bei der politischen Gestaltung der Verhältnisse sollen sie sich nicht einmischen.</p>
<p class="bodytext">Die Zerstörungskraft der gegenwärtigen Krise lehrt, dass man wieder umfassend fragen kann und muss, wohin die Reise gehen soll und wie wir reisen wollen. Dazu die notwendigen Kompetenzen zu vermitteln, ist Aufgabe der politischen Bildung, die sie nicht nur in den politischen, sondern auch in den ökonomischen Bildungsbereichen wahrnehmen muss. Erst dann entsteht wirklich „finanzielle Allgemeinbildung“.</p>
<p class="bodytext"><b>Peter Neumaier</b></p>
<p class="bodytext">Der Autor war bis 2013 Lehrer an einem Oberstufengymnasium in Wiesbaden und Lehrbeauftragter für Didaktik der Sozialwissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt. Der vollständige, mit empirischen Beispielen angereicherte Beitrag erschien in der Pädagogischen Korrespondenz Nr. 46/2012. Die PÄK wird herausgegeben vom Institut für Pädagogik und Gesellschaft e.V. Münster und erscheint im Verlag Budrich UniPress Leverkusen.</p>
<p class="bodytext">(1) Gerd Steffens, Krise als Lerngelegenheit, in: HLZ 7-8/2010 </p>
<p class="bodytext">(2) Dirk Loerwald, Thomas Retzmann, Falschberatung durch Banken als Gegenstand des Ökonomieunterrichts? In: Thomas Retzmann (Hrsg.), Finanzielle Bildung in der Schule – Mündige Verbraucher durch Konsumentenbildung, Schwalbach/Ts. 2011, S. 93</p>
<p class="bodytext">(3) Udo Reifner, Finanzielle Allgemeinbildung und ökonomische Bildung, in: Thomas Retzmann (Hrsg.), a.a.O., S. 19</p>
<p class="bodytext">(4) <a href="http://www.iff-hamburg.de/" target="_blank" class="external-link-new-window" >www.iff-hamburg.de</a></p>
<p class="bodytext">(5) Michael Kemmer, Jugendstudie 2012 - Wirtschaftsverständnis und Finanzkultur. Düsseldorf 2012 (Download der Rede: <a href="http://bankenverband.de" target="_blank" >bankenverband.de</a>; Suche: Jugendstudie 2012)</p>
<p class="bodytext">(6) Bernd Remmele, Wie soll man Geld und Renditeerwartung unterrichten?, in: Thomas Retzmann (Hrsg.), a.a.O. S. 47-59, S. 52f.</p>
<p class="bodytext">(7) Le Monde diplomatique, Internationale Beilage der TAZ, 13.4.2012</p>]]></content:encoded>
			<category>HLZ</category>
			
			
			<pubDate>Wed, 29 May 2013 10:38:00 +0200</pubDate>
			
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			<title> HLZ 6/2013 Titelthema | Keine Ahnung von Wissen. Handelsblatt macht Politik und Schule</title>
			<link>http://www.gew-hessen.de/index.php?id=296&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=5177&#38;cHash=92af53ef47559f40a62a469ab6d3200f</link>
			<description>Wussten Sie, dass Karl-Theodor zu Guttenberg nicht Wirtschaftsminister ist, dass Sie Ihr...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<div><p class="bodytext">Können Sie noch ein paar weitere Fragen beantworten, dann sind Sie immerhin ein „ökonomisch minimal informierter“ Mensch. Können Sie das nicht, brauchen Sie dringend Wirtschaftsunterricht, „um sich gefahrlos in der Wirtschaftswelt zurechtzufinden“. Verstanden?&nbsp;</p>
<p class="bodytext"><b>Minimales ökonomisches Wissen </b></p>
<p class="bodytext">Das so genannte minimale ökonomische Wissen erhebt ein Test, den einige Wirtschaftswissenschaftler entwickelt und Psychologen feingetunt haben <sup>(1)</sup>. Das Handelsblatt hat ihn und die Ergebnisse im März 2013 breit publiziert. Wozu?</p></div><div><p class="bodytext">Um mal wieder Alarm zu schlagen, wie schlecht es um das Wirtschaftswissen der Deutschen steht und deshalb auch um Deutschland. Und um mal wieder ein Schulfach Wirtschaft zu verlangen. Die zentrale Frage lautet aber nicht „Wer weiß was über Wirtschaft?“, sondern „Wem nützt welches ökonomische Wissen?“. Das ist eine im Kern ökonomische und politische Frage. Sie bleibt bisher unbeachtet. Seltsam. </p>
<p class="bodytext">Aus ökonomischer Perspektive kann man die Nutznießer daran erkennen, dass sie bereit sind, sich ein bestimmtes ökonomisches Wissen etwas kosten zu lassen: Lernzeit und Lebenszeit oder Geld und geldwerte Leistungen. Deshalb geht es auch um Transparenz: Wer sind die Akteure der Kampagne für mehr Wirtschaft in der Schule? Wer zahlt wie viel an wen und wofür? Das alles bleibt im Dunkeln. Inzwischen gehören die notorischen Publikumsbeschimpfungen durch Wirtschaftsverbände, Wirtschaftswissenschaftler und Wirtschaftspresse schon zum journalistischen Standard.</p></div><div><p class="bodytext">Die Deutschen sind ökonomisch dumm. So schreibt man es in unsere Köpfe, und irgendwann glauben wir es dann. Und stimmen zu, wenn wieder mal mehr Wirtschaft in der Schule helfen soll. Das ist nun aber wirklich dumm, wie sich leicht zeigen lässt. Auch das Handelsblatt setzt auf Kampagnenjournalismus statt auf Sachinformation samt kritischer &nbsp;Recherche. Seit Jahren fördern Verlag und Redaktion das politische Projekt „Schulfach Wirtschaft“. Da stören Fakten nur. Das Handelsblatt und seine Aktivisten ignorieren, dass heute viel mehr Wirtschaft auf den Stundenplänen steht als je zuvor. Die meisten Schulen unterrichten Wirtschaft heute mindestens so oft wie Politik. Es interessiert auch nicht, dass die Schulen darüber hinaus schon jetzt beispiellos viel Lernzeit für ökonomische Bildung verbrauchen: Schülerfirmen, Entrepreneurship Education, Berufsorientierung, Betriebspraktika, Bewerbungstraining und nicht zuletzt: Besuche von Versicherungsvertretern und anderen Wirtschaftslobbyisten. Das ist Schulrealität. Niemand braucht also mehr, aber alle brauchen besseres, problemorientiertes Wirtschaftswissen.</p></div><div><p class="bodytext">Jede Stunde, die in noch mehr Wirtschaftswissen investiert wird, fehlt für Biologie, Chemie, Physik und Technik. Oder für Literatur, Philosophie, Theater und Gitarrenunterricht. Oder für Rechnen, Schreiben, Lesen.</p></div><div><p class="bodytext"><b>Rationale Reflexion stört</b></p></div><div><p class="bodytext">Was fehlt, ist eine rationale bildungspolitische Auseinandersetzung, die die Knappheit der Schulzeit, die Explosion des Wissens, die Diversität der Problemfelder, die Vielzahl noch nicht existenter Schulfächer, das notorische Nichtwissen trotz jahrelangen Unterrichts und die vielen Wissenslücken jenseits von Wirtschaft berücksichtigt. Auf der Agenda stehen komplexe bildungspolitische Entscheidungen. Zu komplex für eine Kampagne, die isoliert nur ein einziges bildungspolitisches Ziel verfolgt: mehr Wirtschaft in die Schule. Da stört der Blick auf Bildung im Ganzen und als Ganzes nur.</p></div><div><p class="bodytext">Lieber setzt man auf Diskreditierung der Durchschnittsdeutschen und populistische Panikmache: Die Deutschen wissen von Wirtschaft nichts, dumme Deutsche, schlimm, wirklich schlimm. Ökonomisch gesehen machen die Kampagnenführer drei Kardinalfehler:&nbsp;</p></div><div><ul><li>Sie scheitern daran, eine Rangordnung der Relevanz von Wissensbeständen zu begründen. Warum ist Wirtschaft am wichtigsten?</li><li>Sie weigern sich, die Opportunitätskosten von noch mehr Wirtschaft in der Schule zu berücksichtigen. Welches Wissen kommt erst gar nicht vor, wenn Wirtschaftswissen weiter wächst? Und schließlich können sie den Nutzen des von ihnen präferierten Wirtschaftswissens nicht belegen. Hilft es beim Handeln? Versteht man so die Welt? Profitieren Dritte von der Verbreitung dieses Wissens?</li></ul><ul></ul><p class="bodytext">Je weniger die Kampagnenmacher diese ökonomischen&nbsp;Kernfragen zum Wirtschaftswissen beantworten können,&nbsp;umso lauter fordern sie umso mehr davon.</p>
<p class="bodytext"><b>Die allzuständige Schule</b></p>
<p class="bodytext">Dabei ist es keineswegs selbstverständlich, dass sich alle in der Pflichtschulzeit mit Handyrechnungen, Konsumentenkrediten und Geldanlagen beschäftigen müssen. Warum und wozu? Ist das bisschen Schulzeit dafür nicht zu kostbar? Wo hört das auf? Warum nicht auch den Führerschein? Den Tanzkurs? Frisieren und Stylen? Richtig kleiden, professionell auftreten? Was gehört in die Schule, was nicht? Wozu darf man Jugendliche zwingen, was dürfen sie wählen? Die Verwirrung über die Aufgaben der Allgemeinbildung an&nbsp;öffentlichen Schulen ist offensichtlich groß. Zu den ökonomischen Stammtischstandards zählen drei Glaubenssätze:</p><ul><li>Die Menschen wissen im Allgemeinen selbst am besten, was für sie gut ist.</li><li>Die Menschen handeln im Durchschnitt ziemlich rational.</li><li>Im Leben gibt es nichts, aber auch gar nichts umsonst.</li></ul><p class="bodytext">Das gilt auch für Informationen. Danach würden die Durchschnittsdeutschen in etwa über das ökonomische Wissen verfügen, das ihnen aus ihrer Sicht nützt. Das Handelsblatt und seine Wissensexperten aus der Wirtschaftswissenschaft sehen das anders – begründen das aber nicht. Das von den Leuten freiwillig erworbene Wissen reicht ihnen nicht, sei falsch und zu wenig, diagnostizieren sie. Deshalb rufen sie nach dem Staat, der mehr ökonomisches Wissen erzwingen soll.</p>
<p class="bodytext"><b>Dumm, aber erfolgreich</b></p>
<p class="bodytext">Die Deutschen sind ökonomisch dumm, aber erfolgreich, wenn man Einkommen, Vermögen, Arbeitslosigkeit, Produktivität oder Exportüberschüsse als Maßstab gelten lassen will. Seltsam. Mag sein, dass die Deutschen ihre Zeit nicht mit dem dummen Wissen verschwenden, das ihnen manche Ökonomen aufdrängen wollen. Es gibt nichts umsonst, sagen Ökonomen. Das gilt natürlich auch für wissenschaftliche Untersuchungen und Umfragen über ökonomisches Wissen. Der Leser wüsste gerne, wer sie finanziert. Dies zu berichten, gehört zum Ehrenkodex des seriösen Journalismus. Die Handelsblatt-Redaktion tut es nicht. Wenn es Geldgeber gibt, wüsste man gerne, wofür sie denn bezahlt haben. Das Medienecho wurde professionell produziert. Also: Vertrag erfüllt. </p>
<p class="bodytext">Dem Publikum wurde wieder einmal eingehämmert: Ich bin das Wissen, deine Wirtschaft. Du sollst kein anderes Wissen neben mir haben. Du sollst das wirtschaftliche Wissen heiligen. Mit dem wissenschaftlich zertifizierten Wissensquiz präsentiert das Handelsblatt eine wild-willkürliche Mischung von Fragen, die das minimale ökonomische Wissen abdecken sollen. Sieben Professorinnen und Professoren der Volks- und der Betriebswirtschaftslehre haben 25 Fragen vorgeschlagen. Warum gerade diese Fragen wichtig sind, sagen sie uns nicht. Mindestens ein Drittel des minimalen Wissens bleibt für Otto Normalverbraucher und Otti Normalbeschäftigte schon im ökonomischen Alltag weitgehend sinnfrei und mentaler Ballast. </p>
<p class="bodytext">Dazu gehören die Antworten auf die Fragen:</p><ul><li>Wie nennt man den Preisnachlass auf ein Produkt?</li><li>Wie nennt man das Wissen, das Menschen durch Ausbildung, Erfahrung und Weiterbildung erwerben?</li><li>Welches Land hatte 2011 das größte Bruttoinlandsprodukt pro Kopf?</li><li>Wie hoch ist die Umsatzsteuer für Lebensmittel in Deutschland?</li><li>Wie hoch sind die Sozialversicherungsbeiträge der Arbeitnehmer für 400-Euro-Jobs?</li><li>Ist die Herkunftslandangabe für Obst und Gemüse im Supermarkt verpflichtend oder nicht?</li><li>Wie viel Prozent des Einkommensteueraufkommens wird von der obersten Einkommensklasse getragen?</li><li>Welcher Minister ist der derzeitige Wirtschaftsminister?</li></ul><p class="bodytext">Dumme Deutsche? Dummes Wissen! Sollten Otto oder Otti diese Informationen doch mal brauchen, haben sie sie schnell recherchiert. Mit jedem Smartphone klappt das, fast &nbsp;immer, fast überall.</p>
<p class="bodytext">Handelsblatt macht nicht nur Politik, sondern „Handelsblatt macht Schule“. Hier präsentieren das Handelsblatt, seine Autodidaktiker und Didaktikprofis Materialien für Schülerinnen und Schüler. Seit Jahren findet man dort ökonomisches Wissen, mehr oder weniger konstant in oft didaktisch dilettantischer, auch schon mal in fachlich fraglicher Qualität, immer mit einer klaren politischen Botschaft und immer wieder mal einseitig bis manipulativ <sup>(2)</sup>. </p>
<p class="bodytext">Vielleicht wäre es ein passendes Projekt, auch einen Wissenstest für die Wirtschaftsdidaktik und die Schule-Macher vom Handelsblatt zu entwickeln (siehe Kasten in der HLZ S. 10).</p>
<p class="bodytext"><b>Reinhold Hedtke</b></p>
<p class="bodytext">(1)&nbsp;<a href="http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/quiz-was-wissen-sieueber-wirtschaft/7914254.html" target="_blank" class="external-link-new-window" >www.handelsblatt.com</a></p>
<p class="bodytext">(2)&nbsp;vgl. Hedtke, Reinhold: Die Wirtschaft in der Schule. Agendasetting, Akteure, Aktivitäten. Bielefeld 2012; Möller, Lucca; Hedtke, Reinhold: Wem gehört die ökonomische Bildung? Notizen zur Verflechtung von Wissenschaft, Wirtschaft und Politik. Bielefeld 2011</p></div>]]></content:encoded>
			<category>HLZ</category>
			
			
			<pubDate>Wed, 29 May 2013 10:18:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>HLZ 6/2013 Titelthema | Ökonomie und Politik. Zwischen Affirmation und Systemkritik</title>
			<link>http://www.gew-hessen.de/index.php?id=296&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=5176&#38;cHash=d043e1d9cd1086c71bd8f761e140f3dc</link>
			<description>In Hessen wurde ein sogenanntes Doppelfach Politik und Wirtschaft eingeführt, das die Sozialkunde...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<div></div><div><p class="bodytext">In diesem Sinne ist ökonomische Bildung im Politikunterricht im Selbstverständnis des Faches immer politischökonomische Bildung <sup>(1)</sup>. Auch Ausschnitte ökonomischen Grundlagenwissens sowie ökonomische Problemstellungen werden einbezogen, um dies für eine politische Analyse und Beurteilung zu verwenden.</p></div><div><p class="bodytext"><b>Das politisch mündige Subjekt</b></p></div><div><p class="bodytext">Die politikdidaktische Metaperspektive für politisch-ökonomisches und gesellschaftspolitisches Lernen ist identisch. Es geht in beiden Fällen um das Postulat der Mündigkeit, so dass wir nicht zwischen dem mündigen Wirtschaftsbürger hier und dem gesellschaftspolitisch mündigen Bürger dort als personalem Leitbild der jeweiligen Politikdidaktik unterscheiden müssen: Es geht sowohl im Bereich der Ökonomie als auch der Politik jeweils um das politisch mündige Subjekt, das sich im Kontakt und Engagement mit anderen zu emanzipieren versucht.</p></div><div><p class="bodytext">Ökonomie und Politik sind zwei gesellschaftliche Bereiche, die eine hohe Affinität zueinander aufweisen. Wirtschaft und Politik sind miteinander verzahnt und vielfach vernetzt, so dass beide gesellschaftlichen Bezüge unter einer sozialwissenschaftlichen Perspektive häufig nicht unabhängig voneinander betrachtet werden können. Daher macht es im Rahmen des Politikunterrichts oder des Faches Politik und Wirtschaft keinen Sinn, die Ökonomie als einen eigenständigen Wissensbereich zu begreifen, der nach seinen eigenen Regeln und Maßstäben als isolierter Block im Rahmen der politischen Bildung zu lehren sei.</p></div><div><p class="bodytext"><b>Ökonomische Bildung statt Ökonomik</b></p></div><div><p class="bodytext">Ökonomische Bildung im Rahmen des Politikunterrichts hat andere Lernperspektiven und andere Inhalte als die in wirtschaftswissenschaftlichen Kategorien und Theoriezugängen wahrnehmende Ökonomik und soll als politischökonomische Bildung verstanden werden. Es soll daher ein politikdidaktisches Konzept politisch-ökonomischer Bildung entwickelt werden, das ökonomisches Lernen als integralen Bestandteil politischer Bildung begreift. Gerade über die Analyse und Beurteilung der vielfältigen Verbindungen von Politik und Wirtschaft ist eine politische Bildung möglich, die zu einem mündigen und engagierten Handeln als Staatsbürger in einer wirtschaftlich und politisch globalisierten Welt qualifiziert <sup>(2)</sup>.</p>
<p class="bodytext">Man könnte natürlich auch – vor allem unter dem Einfluss des Sparzwangs – versuchen, die politische Bildung und die Ökonomik als zwei unterschiedliche Domänen mit einer eigenen Systematik in die Fächer der politischen Bildung hinein zu geben. Dies würde bedeuten, dass die politische Bildung und die Ökonomik ohne Aussicht auf Integration nebeneinander stehen würden, wobei der Spielraum und die Bedeutung der politischen Bildung erheblich eingeschränkt werden würden, da mit einer Ausweitung des zeitlichen Budgets zunächst nicht zu rechnen wäre. Eine Segmentierung von Politik und Wirtschaft innerhalb der politischen Bildung geriete dann jedoch leicht in den Verdacht, die politische Bildung funktionalisieren und Sonderinteressen von Verbänden und Gruppen bedienen zu wollen, die sich ihren qualifizierten Nachwuchs durch ein ökonomisches Anwendungswissen und entsprechende instrumentelle Qualifikationen auf Kosten der politischen Bildung vorbereiten und sichern wollen. Der Versuch von Interessenverbänden, z. B. der Unternehmerverbände, auf ein derartiges Doppelfach Einfluss zu nehmen, wäre leicht absehbar. Außerdem wäre ein solches Doppelfach tatsächlich – allein durch seinen begrenzten Zeitrahmen, aber auch durch die fehlende Doppelqualifikation der Lehrenden – völlig überfordert. Daher ist diese „Doppellösung“ zweier nicht miteinander verbundener Fachgebiete innerhalb eines Unterrichtsfaches abzulehnen.</p></div><div><p class="bodytext"><b>Kontrovers und multiperspektivisch</b></p></div><div><p class="bodytext">Politische Bildung kann nicht an Nutzungsinteressen gesonderter gesellschaftlicher Gruppen orientiert sein, sondern hat die Subjekte fördernd in den Blick zu nehmen, die darauf angewiesen sind, unabhängige und kontroverse Anregungen zu erhalten – im Versuch sich in der Gesellschaft zu orientieren, einen eigenständigen Standpunkt zu beziehen und &nbsp;sich staats- und weltbürgerlich im Sinne demokratischer Partizipation einzumischen. Ökonomische Bildung innerhalb politischer Bildung sollte zur kritischen Urteilsbildung und zu einer bewussten Handlungsfähigkeit in ökonomischen&nbsp;Entscheidungssituationen mit gesellschaftspolitischer Bedeutung führen.</p></div><div><p class="bodytext">Daher ist natürlich auch die auf der Basis eines gesellschaftsund herrschaftskritischen Zugangs entwickelte Politische Ökonomie (Marx und Engels, Altvater, Brückner, Wagenknecht u.a.) in die in der Schule zu vermittelnde politischökonomische Bildung einzubeziehen. Genauso ist es im Sinne des Kontroversitätsgebots politischer Bildung ausgesprochen wichtig, auch selbst über ökonomisches Wissen zu verfügen, es zu durchdringen und zu verstehen, das sich substanziell aus solchen Wirtschaftstheorien und ökonomischen Handlungsstrategien zusammensetzt, die oftmals als affirmativ und systemimmanent eingeordnet werden (Smith, Walras, Freedman, Eucken u.a.) (3). Nur wer sich mit den Versuchen einer von einem kapitalistischen Wirtschaftssystem durchdrungenen Gesellschaft auskennt, die sich auch auf der Ebene ökonomischer Theoriebildung sowie &nbsp;entsprechender ökonomischer Handlungsstrategien zu reproduzieren und systemimmanent zu innovieren versucht, kann sich auch kompetent und kritisch mit Wachstumsideologien, Deregulierungsgedanken, Euro-Rettungsversuchen und Spekulationsmechanismen auseinandersetzen.</p></div><div><p class="bodytext">Ökonomie zeitdiagnostisch zu verstehen ist nur mit Hilfe grundlegender Kenntnisse sowohl der als affirmativ als auch der als gesellschaftskritisch eingeschätzten Ansätze einer Theorie der Ökonomie möglich, die analysierend, deutend und urteilend auf aktuelle Konfliktlagen und Problemstellungen im Sinne von Mehrperspektivität zu beziehen sind. Viele ökonomische Theorien sind zwischen den beiden Extremen „affirmativ“ und „systemüberwindend“ angesiedelt, so dass die beiden Extreme das Spektrum analysierbarer und zu beurteilender Theorieansätze und Handlungsstrategien begrenzend markieren. So ist beispielsweise weder die richtig verstandene neoklassische Theorie nur als affirmativ zu bezeichnen noch sind keynesianische, neo- und postkeynesianische Ansätze vorwiegend als systemkritisch aufzufassen.</p></div><div><p class="bodytext"><b>Politische Bildung aufwerten</b></p></div><div><p class="bodytext">Noch einmal abschließend zusammenfassend: Im Rahmen politisch-ökonomischer Bildung soll Ökonomie unter einem gesellschaftspolitischen Blickwinkel daraufhin befragt werden, inwieweit sich dort Perspektiven von politischer Mündigkeit und politischer Partizipation innerhalb einer Gesellschaft mit demokratischem Selbstanspruch einlösen oder in konflikthaften Prozessen durchsetzen lassen. Ökonomie hat unter einer politischen Perspektive keinen Selbstzweck, der an der betriebswirtschaftlichen Rationalität einer gesellschaftlichen Sondergruppe orientiert ist, sondern ist ein gesellschaftlicher Bereich, der dem Gemeinwohl der Gesellschaft und dem Nachhaltigkeitsgedanken verpflichtet ist – mit lokalen, nationalen, regionalen und globalen Bezügen.</p></div><div><p class="bodytext">Ökonomie ist ein zentraler und unverzichtbarer Bezugspunkt politischer Bildung, der für eine historische, aber auch für eine zeitdiagnostische Perspektive auf die Gesellschaft im Rahmen des politikunterrichtlichen Lernprozesses zunehmend qualifizierter analysiert und beurteilt werden muss, um die Kompetenzen zu fördern, die für ein gegenwärtiges und zukünftiges mündiges Verhalten in Politik und Wirtschaft unter den Bedingungen einer fortschreitenden Globalisierung notwendig sind.</p></div><div><p class="bodytext">Für die zukünftige hessische Bildungspolitik ist zu wünschen, dass der Stellenwert der politischen Bildung einschließlich der politisch-ökonomischen Bildung wieder deutlicher erkannt wird, das unerträgliche Einsparen von Unterrichtszeit in diesem Bereich gestoppt und die politische Bildung als Grundlagenbildung in der Demokratie wieder aufgewertet wird.</p></div><div><p class="bodytext"><b>Klaus Moegling</b></p></div><div><p class="bodytext">Der Autor ist apl. Professor für Politikdidaktik im Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Universität Kassel, Fachleiter für Politik und Wirtschaft im Studienseminar für Gymnasien in Kassel und Lehrer an der Jacob-Grimm-Schule Kassel.</p></div><div><p class="bodytext">(1) Teile der vorliegenden Argumentation sind dem Buch von Klaus Moegling entlehnt: Ökonomische Bildung im Politikunterricht. Didaktisches Konzept, Modelle und Praxis politisch-ökonomischer Bildung. Immenhausen bei Kassel 2012</p></div><div><p class="bodytext">(2) vgl. Tim Engartner: Didaktik des Ökonomie- und Politikunterrichts. Paderborn 2010</p></div><div><p class="bodytext">(3) vgl. Bernd Reef: Ökonomisches Grundlagenwissen für die politische und ökonomische Bildung. Immenhausen bei Kassel 2013</p></div>]]></content:encoded>
			<category>HLZ</category>
			
			
			<pubDate>Wed, 29 May 2013 09:23:00 +0200</pubDate>
			
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			<title>HLZ 6/2013 Titelthema | Hoch im Kurs. Der Zugriff auf das Geld der jungen Generation</title>
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			<description>Als Forschungs- und Bildungseinrichtung, die einst die Broschüre „Frieden und Sicherheit“ zu...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<div><p class="bodytext">Vor einiger Zeit erreichte uns die Broschüre „Hoch im Kurs“ in zwei Ausgaben, eine für Schüler und eine für Lehrkräfte, deren Herausgeber neben der „Stiftung für Jugend und Bildung“ auch der Bundesverband Investment und Asset Management e.V. (BVI) ist <sup>(1)</sup>. Unter der Rubrizierung „Geld, Markt, Wirtschaft“ für die Sekundarstufe II sollen Jugendlichen die Themenfelder „Ausgaben planen“, „Märkte verstehen“ und „Vermögen aufbauen“ nahe gebracht werden. Obwohl Fondsberatung nicht lehrplanrelevant ist, wird Lehrkräften viel Arbeitserleichterung rund um dieses Themenfeld angeboten, die von vorgefertigten Arbeitseinheiten über Medientipps bis hin zu kostenlosen Beratern für den Schulunterricht reicht. Letztere sind über die gleichnamige Website mit stets aktualisierten Angeboten zu buchen <sup>(2)</sup>.</p></div><div><p class="bodytext">Die Prämierung durch das Comenius Edu Siegel und das UNESCO-Nachhaltigkeitssiegel und deren Abdruck auf der Rückseite des Schülermagazins versprechen geprüfte Qualität. Die Unterseite von hoch-im-kurs.de „Wie Märkte funktionieren“ beginnt mit folgender Fragestellung: „Klamotten, iPod, Auto – das alles kostet Geld. Dieses aber muss verdient werden. Hast du dich schon mal gefragt, warum Geld fast immer mit Arbeit zu tun hat?“</p></div><div><p class="bodytext">Was hier als jugendgerechte Formulierung daher kommt, ist mindestens einmal eine Umkehrung der Kausalitäten. Konsum jenseits von Sinn- und Nützlichkeitsfragen ist stets die Prämisse aller Fragestellungen bei „Hoch im Kurs“. So heißt es in der gedruckten Broschüre im Kapitel „Geldmanagement“ auf Seite 5: „Wenn du in den Beruf eintrittst, übersteigen meist die Ausgaben die Einnahmen, zum Beispiel für ein Auto, für Möbel oder für die eigene Wohnung. Hier hilft die Bank mit einem Kredit. Zum Sparen bleibt in dieser Lebensphase in der Regel wenig übrig.</p></div><div><p class="bodytext">Je schneller die Kredite in den Folgejahren wieder zurückgezahlt werden können, desto frühzeitiger können wieder neue &nbsp;Ersparnisse aufgebaut werden. Dies ist meist im fortgeschrittenen Alter und im späteren Berufsleben der Fall. Wenn du mit Mitte bis Ende 60 aus dem Berufsleben wieder ausscheidest, sinkt das Einkommen meist wieder ab, weil die staatliche Rente niedriger als das bisherige Einkommen ist. Damit aber der gewohnte Lebensstandard aufrechterhalten werden kann, ist es wichtig, durch frühzeitiges Sparen Vermögen aufzubauen. Frühes Sparen ist also nicht nur sinnvoll, sondern auch notwendig.“</p></div><div><p class="bodytext">Soviel zur Einführung in die Konsum-Finanzbiografie eines Menschen, der wenig später noch in verschiedene „Anlegertypen“ eingeteilt wird. Das Spektrum auf Seite 21 reicht von „Nummer-Sicher-Typ“ bis zum „Wenn-Schon-Denn-Schon-Typ“ und folgt der Einteilung von Wertpapieren in sichere und weniger lukrative oder eben lukrative, aber riskante Papiere. Die Prämisse: Es gibt so etwas wie Anlegertypen und du gehörst zu einer der willkürlich definierten Spezies, finde heraus, welcher Typ Du bist und lege los! So wird die Doppelseite über Anlagemöglichkeiten mit der Feststellung eingeleitet: „Wenn du Geld auf der ,hohen Kante‘ hast, legst du es nicht mehr unters Kopfkissen, sondern du legst es an.“</p></div><div><p class="bodytext">Und schon folgen die Anlagemöglichkeiten von Aktien über Rentenpapiere bis Investmentfonds. Der Kauf wertvoller Gegenstände oder eine Investition in Immobilien oder dergleichen außerhalb von Wertpapieren kommt in der Broschüre nicht vor, es sei denn, es handelt sich um Lifestyle-Produkte. Auch, dass eine Wirtschaftskrise das gesamte System zum Zusammensturz bringen könnte, fehlt auffällig, obwohl sogar an einer Stelle von einer „Finanzmarktkrise“ die Rede ist und diese als „Marktversagen“ definiert wird: „Zu den Hauptursachen einer Finanzmarktkrise zählt fehlendes Risikobewusstsein und überzogenes Gewinnstreben einzelner Akteure auf den Finanzmärkten.“</p></div><div><p class="bodytext">Na, das ließe sich doch vermeiden, oder?! Den folgenden Abschnitt kann man sich exemplarisch auf der Zunge zergehen lassen und die sich lösenden Interessen schmecken: „Woher würde man wissen, wer Geld anbietet und wer gerade welches sucht? Und wie viele Menschen müsste man fragen, um einen bestimmten Betrag zusammenzubekommen? Ohne die Transparenz und die Bündelungsfunktion des Finanzmarktes fänden Kapitalanbieter und -nachfrager nur durch erheblichen Organisations- und Zeitaufwand zueinander, da es keinen gemeinsamen ,Treffpunkt‘ gäbe. Ohne den Finanzmarkt hätten Anleger kaum die Möglichkeiten, eine geeignete Geldanlage, etwa in Form von Wertpapieren oder Fonds, auszuwählen. Unternehmen wären somit auf die finanziellen Möglichkeiten ihrer Eigentümer angewiesen und bekämen für ihre Investitionen keine Kredite in ausreichender Höhe. Wachstum und damit auch Arbeitsplätze würden dadurch begrenzt. Fazit: Wenn es keine Finanzmärkte gäbe, müssten sie erfunden werden.“</p></div><div></div><div><p class="bodytext">Die gewohnheitsmäßige Falschmeldung, dass Wirtschaftswachstum und Arbeitsplätze irgendwie korrelieren würden, mag da schon kaum noch auffallen. Die in den Wirtschaftswissenschaften seit langem diskutierte Erkenntnis des Jobless Growth (Wachstum ohne Arbeit) wird ausgeblendet. Und der Riester-Rente gibt man den Vorzug vor der kapitalgedeckten Rürup-Rente, indem man letztere bei den angepriesenen Anlageformen gar nicht erwähnt. Neben viele Behauptungen, die inzwischen zu verbreiteten Akzeptanzen oder Glaubensgrundsätzen erstarrt sind, findet man Ursache-Wirkungs-Verdrehungen. Ein paar Kostproben mögen zum Ermessen der Qualität des „Lehrmaterials“ genügen:</p></div><div><ul><li>„Seit Monaten bestimmen die Schulden von einigen europäischen Ländern die Schlagzeilen – aus einer Finanzkrise wurde eine Schuldenkrise.“</li><li>„Zur jüngsten Rezession in Europa kam es in den Jahren 2010/2011, bedingt durch die Staatsschulden einiger europäischer Länder.“</li><li>„Doch in der Tat macht das Vorsorgen in jungen Jahren nicht nur Sinn, es ist sogar unverzichtbar.“</li><li>„Die Welt rückt näher zusammen: T-Shirts aus Pakistan, Elektronik aus China und, wenn wir mögen, zu Weihnachten Erdbeeren aus Israel. Längst ist es normal, dass die Waren in unseren Geschäften aus den unterschiedlichsten Ländern kommen.“</li></ul><p class="bodytext">Über die Anlageberatung für Jugendlichkeit hinaus gibt es noch eine Jobbörse mit Berufen in diesem Bereich. Auch hier geht es weniger um Inhalte als um Lifestyle und Einkommen. Immerhin richtet sich dieses explizit an eine Altersgruppe, die für mögliche Berufe Orientierung sucht, und ist somit ehrlich. Dass die übrige Broschüre aber weniger geeignet ist, um Wirtschaftsthemen in ihrer Komplexität anzusprechen, sondern sich schnell als Marketinginstrument mit Zugriff auf das Geld der jungen Generation entpuppt, ist keine Überraschung, wenn man die Macher von derlei „kostenlos“-Beratungsangeboten für die „selbstverantwortliche Schule“ im Sinne Bertelsmann’scher Umstrukturierungen kennt. Die Kooperation mit der Website Lehrer-online, die sich ebenfalls als reines Marketing-Portal für Lernhilfen und IT-Produkte entpuppt hat, passt da ins Bild <sup>(2)</sup>.</p></div><div><p class="bodytext">Immerhin findet man in dem Heft auch ein Plädoyer für „verlässliche Regeln an den Kapitalmärkten“ (S.11), immerhin führt die empfohlene App für die Überwachung des eigenen Taschengeldhaushaltes keine Systemzugriffe aufs iPhone aus, wie etwa die App der Deutschen Bahn, die mit dem Herunterladen gleich die Zugriffsrechte auf E-Mails und Kontaktdaten erhält. Aber dennoch kann man keine Empfehlung für derlei Suggestivmaterial ausstellen, das wenig mit Bildung und viel mit Verkauf zu tun hat. Es gehört allenfalls in den Unterricht zur Analyse von Werbung.</p></div><div><p class="bodytext"><b>Sabine Schiffer,&nbsp;</b>Institut für Medienverantwortung Erlangen</p></div><div><p class="bodytext">(1) Während in der Broschüre die Stiftung erwähnt wird, verzeichnet das Impressum der Website nur den BVI als Verantwortlichen im Sinn des Mediengesetzes.</p></div><div><p class="bodytext">(2) siehe Silvia Augsten und Sabine Schiffer: Der große Bluff, in: Hintergrund 1/2011&nbsp;</p></div>]]></content:encoded>
			<category>HLZ</category>
			
			
			<pubDate>Wed, 29 May 2013 09:09:00 +0200</pubDate>
			
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			<title>HLZ 6/2013 Titelthema | Wirtschaft in der Schule. DGB-Positionen: Was sollen unsere Kinder lernen?</title>
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			<description>Im September 2012 konkretisierte und modifizierte der DGB-Bundesvorstand in seinem Beschluss...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<div><p class="bodytext"><b>DGB gegen eigenständiges Fach Wirtschaft </b></p>
<p class="bodytext">Der DGB und die Gewerkschaften formulieren folgende Eckpunkte für sozioökonomische Bildung an allgemeinbildenden Schulen:</p></div><div><ul><li>&nbsp;Der Themenbereich Wirtschaft an Schulen soll im Rahmen einer umfassenden sozioökonomischen Bildung behandelt werden, die auch die politischen, sozialen, kulturellen, ökologischen, rechtlichen und ethischen Dimensionen enthält. Dabei sind sowohl die verschiedenen wirtschaftlichen Theorien als auch die sozialwissenschaftlichen und pädagogischen Bezugsdisziplinen grundlegend.</li><li>Eine besondere Bedeutung kommt der Vorbereitung junger Menschen auf die Arbeitswelt und ihrer persönlichen Lebensplanung zu. Schülerinnen und Schüler sollen zu kritischer Urteilsbildung befähigt werden, um in einer von Interessensgegensätzen geleiteten Gesellschaft eigene Standpunkte finden und vertreten zu können. Der DGB hält an einem Bildungsanspruch fest, der die Welt als gestaltbar vermittelt und junge Menschen zu kritischer Partizipation und Mitbestimmung befähigt und ermuntert.</li><li>Einem solch umfassenden Bildungsanspruch wird ein separates Fach Wirtschaft nicht gerecht. Der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften wenden sich insbesondere gegen die derzeitigen Bestrebungen aus den Kreisen der Wirtschaft, ein monodisziplinäres ökonomistisches Fach einzuführen. Sozioökonomische Bildung soll vielmehr interdisziplinär, fächerübergreifend und -verbindend, lebens-, welt-, problem- und handlungsorientiert gestaltet werden.</li><li>Unterrichtsmaterialien dürfen nicht zur Selbstdarstellung und für die eigene Interessenspolitik missbraucht werden. Der Grundkonsens politischer Bildung darf nicht aufgegeben werden und muss auch Maßstab zur Beurteilung von Unterrichtsmaterialien sein: Unterricht darf Schülerinnen und Schüler nicht manipulieren, sondern muss verschiedene Positionen und Perspektiven aufgreifen, schülerorientiert sein und die Schülerinnen und Schüler befähigen, ein eigenständiges Urteil zu entwickeln.</li><li>Der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften stehen für das Primat der Politik gegenüber der Ökonomie. Für den Bildungsauftrag der Schulen bedeutet dies, die dienende Funktion der Wirtschaft für die Gesellschaft und die Menschen zu betonen. Wir fordern von den politischen Verantwortungsträgern, dass dem Lobbyismus an Schulen und der Dominanz wirtschaftlicher Interessen – etwa bei der Belieferung von Schulen mit einschlägigen Unterrichtsmaterialien oder auf dem Feld der Praxiskontakte und &nbsp;Lernpartnerschaften – Einhalt geboten wird. Die Förderung von Bildungsmaterialien und Initiativen von Seiten der Wirtschaftsverbände und Unternehmen durch Kooperationsverträge mit Schulbehörden und Kultusministerien muss gestoppt werden. Es ist nicht vertretbar, dass einseitige Sichtweisen über wirtschaftliche Abläufe und Strukturen staatlich gefördert werden.</li><li>Der DGB regt in einem ersten Schritt eine staatlich verantwortete Monitoringstelle an, die einschlägige Materialien, Schulbücher, Kooperationen und Angebote der Lehrerfortbildung im Bereich der ökonomischen Bildung auf ihre Qualität, Ausgewogenheit und Multiperspektivität hin prüft und Empfehlungen für Lehrende und Lernende im Bildungsbereich ausspricht. Die Kosten einer Prüfung und eine etwaige Zertifizierung sind vom jeweiligen Anbieter zu tragen. Darüber hinaus soll offengelegt werden, wer in welchem Umfang die jeweiligen Materialien und Aktivitäten finanziert.</li><li>Die Aus-, Fort- und Weiterbildung von Lehrerinnen und Lehrern muss einen interdisziplinären Ansatz sozioökonomischer Bildung realisieren. Sozioökonomische Kompetenzen lassen sich nicht einseitig aus der Betriebs- oder Volkswirtschaftslehre ableiten. Andererseits benötigen Lehrerinnen und Lehrer die Fähigkeit, die unterschiedlichen wirtschaftswissenschaftlichen Lehrmeinungen zu verstehen und sie im Hinblick auf den Bildungsauftrag der Schule im Unterricht zu thematisieren. Lehrerinnen und Lehrer müssen durch eine auch praxisorientierte Ausbildung befähigt werden, die komplexen Zusammenhänge von Wirtschaft und Gesellschaft in eine schülerorientierte Unterrichtspraxis zu übersetzen.</li><li>Der DGB und die Gewerkschaften treten ein für eine gerechte und zukunftsfähige Schulpolitik im Sinne der Kinder der Beschäftigten und Arbeitslosen. Unser Ziel ist ein am Individuum orientiertes Bildungswesen, das allen Kindern die gleichen Chancen auf gute Bildung ermöglicht. Dabei setzen wir auf die Zusammenarbeit mit Lehrkräften, Schülerinnen, Schüler und Eltern sowie allen am Schulleben Beteiligten. Im Rahmen der gewerkschaftsübergreifenden Initiative Schule und Arbeitswelt machen wir Schulen unterstützende Angebote und fördern schulpolitische Aktivitäten vor Ort.</li></ul><p class="bodytext"><b>DGB fordert Prüfstelle für Unterrichtsmaterialien</b></p></div><div><p class="bodytext">Die Forderung nach einer bundesweiten Prüfstelle für Unterrichtsmaterialien bekräftigten GEW und DGB am 11. 12. 2012 in einem gemeinsamen Brief an die Kultusministerien aller Bundesländer, die Bundesbildungsministerin und die Kultusministerkonferenz (KMK).</p></div><div><p class="bodytext">Der DGB-Bundesvorstand hat im September 2012 das Positionspapier „Wirtschaft in der Schule – Was sollen unsere Kinder lernen?“ beschlossen. Darin bringen die Gewerkschaften ihre Sorge darüber zum Ausdruck, dass Wirtschafts- und Finanzverbände, Privatunternehmen, Stiftungen, Vereine und sonstige Lobbygruppen in den letzten Jahren immer stärker versuchen, die Lerninhalte in allgemeinbildenden Schulen zu beeinflussen, ein einschlägiges Fach Wirtschaft zu etablieren sowie eine Veränderung der Paradigmen bisheriger politischökonomischer Bildung im Schulwesen durchzusetzen. Hierfür haben die genannten Akteure passende Bildungsstandards und Standards für die Lehrerausbildung entwickelt. Parallel geben sie in großer Zahl zumeist kostenfreie Unterrichtsmaterialien heraus. (…)</p></div><div><p class="bodytext">Im Beutelsbacher Konsens haben sich die Unterzeichner mit dem Überwältigungsverbot, dem Kontroversitätsgebot und der Schülerorientierung auf drei unverzichtbare didaktische Prinzipien festgelegt, die uneingeschränkte Gültigkeit beanspruchen. Sie markieren die Grenze zwischen demokratischer politischer Bildung und Indoktrination. Dieser Konsens hat für den DGB weiterhin Gültigkeit. (…)</p></div><div><p class="bodytext">Neben der Entwicklung von Bildungsstandards für die allgemeinbildenden Schulen beobachten wir vor allem den Markt kostenfreier Lehrmaterialien mit großer Skepsis. Besonders Wirtschafts- und Finanzverbände, Firmen und Stiftungen tun sich hier hervor. Die Universität Augsburg hat jüngst 880.000 Lehrmaterialien im Internet aufgefunden und beziffert die Dunkelziffer auf etwa eine &nbsp;Millionen Materialien, die sich an Schulen und Lehrkräfte richten. Den Urhebern der Studie sind dabei insbesondere die Unterrichtsmaterialien von umsatzstarken Unternehmen aufgefallen, die – in Aufmachung und Layout mitunter sehr eindrucksvoll – ihren Werbungscharakter kaum verbergen können. Auch die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat im Mai 2012 anlässlich der Veröffentlichung ihres „Materialkompasses“ moniert, dass Unternehmen „offen oder versteckt für ihre Produkte und &nbsp;Dienstleistungen“ werben. Oft würden diese auch ihre Interessen „verstecken“, indem sie bestimmte Aspekte weglassen oder überbewerten. So fielen zum Beispiel die Allianz-Materialien „My finance Coach“ durch eine schlechte Bewertung im Materialkompass auf. Dabei muss verwundern, dass ausgerechnet diese Materialien in der staatlichen Lehrerfortbildung in Bayern Verwendung finden.</p></div><div><p class="bodytext">Diese immer vielfältigeren Versuche, den Bildungsauftrag von Schule und die Vorstellungen junger Menschen von der Wirtschaftswelt je nach Eigeninteresse beeinflussen zu wollen, sind aus Sicht des DGB nicht akzeptabel. Besonders kritisieren der DGB und seine Gewerkschaften, wenn einseitige Materialien von Wirtschaftsverbänden und Unternehmen öffentlich gefördert oder durch behördliche Kooperationsverträge unterstützt werden.</p></div><div><p class="bodytext">In dem DGB-Beschluss fordern die Gewerkschaften in einem ersten Schritt eine staatlich verantwortete Prüfstelle, die Fremdmaterialien auf ihre fachliche und didaktische Qualität hin prüft, sie auf der Grundlage festgeschriebener Qualitätsstandards bewertet und Empfehlungen für Lehrende und Lernende im Bildungsbereich ausspricht. Eine solche Stelle könnte etwa durch regelmäßige Stichprobenuntersuchungen oder auch auf Bedarf oder „Bewerbung“ hin tätig werden. Denkbar wären sowohl die Vergabe eines orientierenden, staatlich anerkannten Qualitätssiegels, das mit konkreten, offen kommunizierten Qualitätskriterien unterlegt ist, als auch eine „rote Liste“, die Lehrmaterialien aufführt, die die festgelegten Qualitätskriterien unterlaufen. (...)</p></div>]]></content:encoded>
			<category>HLZ</category>
			
			
			<pubDate>Wed, 29 May 2013 08:54:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
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			<title>Beamtenversorgung – Nebentätigkeit</title>
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			<description>Beamtinnen und Beamte können, auch wenn sie sich im Ruhestand befinden, weiterhin arbeiten. In...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Art und Umfang, Höchstverdienstgrenzen, Regelaltersgrenze sowie Beispiele finden Sie im Informationsblatt.&nbsp;</p>]]></content:encoded>
			
			
			<pubDate>Tue, 28 May 2013 09:09:00 +0200</pubDate>
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			<title>CDU und FDP wollen Beamtinnen und Beamten bei der Besoldungsanpassung benachteiligen | DGB und GEW protestieren gegen diese Pläne</title>
			<link>http://www.gew-hessen.de/index.php?id=296&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=5163&#38;cHash=4d16cc48bb5b2793553adf9a33a7c86a</link>
			<description>Am 14. Mai 2013 haben die Fraktionen der CDU und der FDP einen Gesetzentwurf eingebracht über die...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Der Gesetzentwurf sieht vor, entgegen ersten Verlautbarungen von Ende April, dass nicht nur die für die Tarifbeschäftigten vereinbarten Einmalzahlungen in Höhe von 450 Euro bzw. von 225 Euro Beamtinnen und Beamten vorenthalten werden, sondern&nbsp; auch die prozentuale Anhebung von 2,8 auf 2,6 Prozent für die Jahre 2013 und 2014 gekürzt wird.<br /><br />Der DGB und die GEW Hessen kritisieren diese Schlechterstellung der Beamtinnen und Beamten sowie der Versorgungsempfängerinnen und -empfänger. Hierzu zählt auch die bisher nicht erfolgte Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit auf 40 Stunden. Damit liegt die Wochenarbeitszeit der Beamtinnen und Beamten des Landes Hessen seit nunmehr zehn Jahren mit 42 Stunden auf dem bundesweit höchsten Niveau. Entsprechendes gilt für die Pflichtstunden der Lehrkräfte.<br />Wir fordern deshalb die Landtagsabgeordneten auf, den Gesetzentwurf zur Besoldungsanpassung dahin gehend zu ändern, dass das Tarifergebnis zeit- und inhaltsgleich auf die Beamtinnen und Beamten, Versorgungsempfängerinnen und -empfänger übertragen wird.<br /><br />Die GEW Hessen ruft deshalb die beamteten Kolleginnen und Kollegen in den Schulen und Hochschulen auf, gegen diese Ungleichbehandlung zu protestieren und die Landtagsabgeordneten aufzufordern, sich für die vollständige Übertragung des Tarifergebnisses einzusetzen.</p><div><p class="bodytext">Eine Pressemitteilung des DGB sowie die&nbsp;<b>Musterschreiben</b> für Beamtinnen und Beamte sowie Gruppen&nbsp;finden Sie im Anhang.&nbsp;</p>
<p class="bodytext"><b>Adressen der Landtagsabgeordneten</b>&nbsp;&gt;&gt;&nbsp;<a href="http://www.hessischer-landtag.de/icc/Internet/nav/41f/41f20ebc-149b-9a11-a7c5-ab364cc4b0fe.htm" target="_blank" class="external-link-new-window" >www.hessischer-landtag.de</a></p></div><div></div>]]></content:encoded>
			<category>Startseite</category>
			
			
			<pubDate>Tue, 28 May 2013 08:59:00 +0200</pubDate>
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			<title>Befristete Arbeitsverträge im Schulbereich</title>
			<link>http://www.gew-hessen.de/index.php?id=296&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=5169&#38;cHash=e26ac619870e09f1e2cd7e262bded5df</link>
			<description>Anlass: Aufgrund der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts (07/2012) und auch des...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<div><p class="bodytext">Darüber hinaus, heißt es in der Verfügung, werde eine Regelung erarbeitet, damit es künftig nicht mehr zu unwirksamen „Kettenverträgen“ kommen könne. Es sei beabsichtigt, dass ab einer noch zu bestimmenden Gesamtbeschäftigungsdauer bzw. Zahl von Befristungen keine befristeten Verträge mehr abgeschlossen werden sollen.</p></div><div></div><div><p class="bodytext"><b>Dazu hat die GEW in ihrer LVo-Klausur am 24./25.5.2013 folgenden Beschluss gefasst:</b></p>
<p class="bodytext">Das Land Hessen / das HKM verantwortet die unsägliche Situation der hohen Zahl von befristeten Verträgen.</p></div><div><p class="bodytext">Die GEW hat diese Arbeitsverträge mit vielen Aktionen und Initiativen bekämpft und immer unbefristete Einstellungen auch für den Vertretungsbedarf gefordert.</p>
<p class="bodytext"><b>Die GEW fordert:&nbsp;</b></p></div><div><ol><li>ab sofort ausschließlich für die jeweilige Tätigkeit ausgebildete Fachkräfte (Lehrkräfte, sozialpädagogische Fachkräfte und SozialpädagogInnen) – vorrangig unbefristet und lediglich in begründeten Ausnahmefällen befristet – einzustellen, wie vom Einstellungserlass vorgegeben,</li><li>Vertretungssituationen über die mobile Vertretungsreserve zu regeln,</li><li>allen Beschäftigten, die bereits mehr als 4 Jahre &nbsp;mit befristeten Verträgen beim Land Hessen beschäftigt sind, ein qualifikationsadäquates unbefristetes wohnortnahes Einstellungsangebot auf der Basis erworbener Ansprüche beim Land Hessen zu machen,</li><li>in allen Fällen, in denen es jetzt aufgrund von Entfristung von Stellen zu Einstellungen von Beschäftigten in den Schuldienst kommt, die nicht dem Einstellungserlass entsprechend qualifiziert sind, den Betroffenen eine Qualifizierungsmaßnahmen unter sinngemäßer Anwendung der ‚Verordnung über das besondere berufsbegleitende Verfahren zum Erwerb einer einem Lehramt gleichgestellten Qualifikation‘ anzubieten.</li></ol></div><div><p class="bodytext">Darüber hinaus beauftragt der Landesvorstand die bereits beschlossene GEW Arbeitsgruppe zur Erarbeitung von Änderungsvorschlägen für den Einstellungserlass damit, das aktuell geltende Bonussystem für Lehrberufserfahrung im Arbeitnehmerverhältnis dahingehend zu überarbeiten, dass nach mehr als vier Jahren Tätigkeit mit befristeten Verträgen beim Land Hessen (siehe oben Punkt 3) genügend Bonuspunkte erworben werden, um auch mit durchschnittlichen Abschlüssen der beiden LehrerInnen-Staatsexamina gute Chancen auf eine reguläre Einstellung über das Ranglistenverfahren zu haben.</p></div><div></div>]]></content:encoded>
			<category>Startseite</category>
			
			
			<pubDate>Mon, 27 May 2013 14:12:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Kettenverträge im Schulbereich- Verträge bis Ende Mai überprüfen lassen</title>
			<link>http://www.gew-hessen.de/index.php?id=296&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=5168&#38;cHash=3be256624e0aaa45a43a01895cfa10d2</link>
			<description>Aufgrund der aktuellen Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts vom 18. Juli 2012 kann ein...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Die Feststellung, ob das befristete Arbeitsverhältnis als ein unbefristetes Arbeitsverhältnis gelten kann, muss ein Arbeitsgericht treffen. Relevant ist diese Fragestellung für Lehrkräfte im Schuldienst, die sich in sogenannten Kettenverträgen befinden. Dies sind Arbeitsverträge, die in einer langen Folge hintereinander abgeschlossen werden. Für den Fall, dass Lehrkräfte schon <b>deutlich über&nbsp;</b><span style="font-size: 12px;"><b>2 Jahre</b> beim Land Hessen beschäftigt sind, gibt es mit zunehmender Dauer der Beschäftigung steigende Erfolgsaussichten bei der Entfristung dieser Arbeitsverhältnisse durch die Arbeitsgerichte.</span></p>
<p class="bodytext"><b>Für Prüfung benötigen wir folgende Angaben:</b></p><ul><li><span style="font-size: 12px;">Gesamtdauer der bisherigen Beschäftigung</span></li><li><span style="font-size: 12px;">Anzahl der Arbeitsverträge mit dem Land Hessen (bezogen auf die Beschäftigung als Lehrkraft)</span></li><li><span style="font-size: 12px;">Anzahl der Änderungsverträge mit dem Land Hessen (bezogen auf die Beschäftigung als Lehrkraft)</span></li><li><span style="font-size: 12px;">jeweilige Zeiträume der Verträge</span></li><li><span style="font-size: 12px;">Datum der Erstbeschäftigung als Lehrkraft beim Land Hessen</span></li><li><span style="font-size: 12px;">Ende des aktuellen Beschäftigungsverhältnisses</span></li><li><span style="font-size: 12px;">Einsatzorte (Schulen)</span></li><li><span style="font-size: 12px;">Berufsqualifiaktion und Nachweis der Lehramtsbefähigung (zum Beispiel: Lehramt für Grundschule)</span></li></ul><p class="bodytext">Befristet beschäftigte Lehrkräfte in Kettenverträgen sollten sich bis Ende Mai bei der GEW-Landesrechtsstelle gemeldet haben, wenn sie eine Überprüfung ihres Arbeitsverhältnisses auf einen Rechtsmissbrauch möchten.&nbsp;</p>]]></content:encoded>
			<category>Aktuelles aus der Landesrechtsstelle</category>
			
			
			<pubDate>Mon, 27 May 2013 13:34:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="http://www.gew-hessen.de/uploads/media/ar_kettenvertraege_im_schulbereich_17-05-11.pdf" length ="60466" type="application/pdf" />
			<enclosure url="http://www.gew-hessen.de/uploads/media/ar_grundlagen_befristungsrecht_schulen_13-03-11_k.pdf" length ="59262" type="application/pdf" />
		</item>
		
		<item>
			<title>94,1 Prozent stimmen für Tarifergebnis | GEW Hessen fordert Übertragung des Ergebnisses auf die Beamtin­nen und Beamten sowie die Versorgungs­emp­fän­ger­innen und -empfänger des Landes</title>
			<link>http://www.gew-hessen.de/index.php?id=296&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=5166&#38;cHash=a7452bc6bba4602ad0d7a97bc9636fe5</link>
			<description>Bis zum 7. Mai 2013 waren die betroffenen GEW-Mitglieder aufgerufen, ihr Votum zum...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<div><p class="bodytext">Eine sehr deutliche Mehrheit der sich an der Befragung beteiligenden Kolleginnen und Kollegen machte das Kreuz in der „Ja“-Spalte. Insgesamt stimmten 94,1 Prozent&nbsp;für das Tarifergebnis, das unter anderem folgende Regelungen umfasst: </p>
<p class="bodytext">Die Entgelte werden in zwei Schritten linear erhöht:</p></div><div><ul><li>um 2,8 Prozent zum 1. Juli 2013 und</li><li>um weitere 2,8 Prozent zum 1. April 2014.</li></ul><p class="bodytext">Für die Monate Januar bis Juni 2013 erhalten alle Beschäftigten im Juli eine Ausgleichszahlung in Höhe von 450 Euro, Teilzeitbeschäftigte anteilig. Für die Monate Januar bis März 2014 erfolgt im April 2014 eine Ausgleichszahlung in Höhe von 225 Euro.</p>
<p class="bodytext">Die Einkommenstabellen sind frühestens zum 31. Dezember 2014 kündbar.&nbsp;</p>
<p class="bodytext"><span style="font-size:10.5pt; font-family:Arial">Angesichts der Eindeutigkeit des Mitglieder­vo­tums darf allerdings nicht übersehen werden, &nbsp;dass weitere wichtige Ziele der Tarif- und Be­soldungsrunde 2013 bisher nicht erreicht wor­den sind. Die Gewerkschaften fordern die zeit- und wirkungsgleiche Übertragung des aktu­ellen &nbsp;Tarifergebnisses auf die&nbsp;</span><span style="font-family: Arial; font-size: 14px; ">Beamtin­nen und&nbsp;</span><span style="font-family: Arial; font-size: 10.5pt; ">Beamten </span><span style="font-family: Arial; font-size: 10.5pt; ">sowie die Versorgungs­emp­fän­ger­innen und -empfänger des Landes.&nbsp;</span></p>
<p class="bodytext">Im <b>Anhang</b> finden Sie die detaillierte&nbsp;Tarifinformation als PDF.&nbsp;</p></div>]]></content:encoded>
			<category>Startseite</category>
			
			
			<pubDate>Wed, 15 May 2013 11:55:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="http://www.gew-hessen.de/uploads/media/2013_05_15_tarifinfo_mai2013.pdf" length ="85375" type="application/pdf" />
		</item>
		
		<item>
			<title>GEW Hessen hinterfragt Vergleichsarbeiten. Verpflichtende Teilnahme aufheben | Pressemitteilung der GEW Hessen vom 6. Mai 2013</title>
			<link>http://www.gew-hessen.de/index.php?id=296&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=5162&#38;cHash=a7f59f0a581d88c19792b0539c2e92f7</link>
			<description>„Vergleichsarbeiten in der Grundschule geben Lehrkräften keine neuen Erkenntnisse darüber, wie das...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<div><p class="bodytext">Bereits zum zehnten Mal müssen sich in diesen Tagen alle hessischen Drittklässler einem Testmarathon unterziehen. VERA 3 werden die Vergleichsarbeiten in Deutsch und Mathematik genannt. Die Kinder müssen an vier Tagen jeweils einen rund einstündigen Stresstest durchleben. Mathematik wird am 7. und 8. Mai geschrieben, Deutsch am 14. und am 16. Mai.</p>
<p class="bodytext">Seit ihrer Einführung 2004 werden die Vergleichsarbeiten – eine Folge des so genannten Qualitätssicherungsprogramms der Kultusministerkonferenz (KMK) – von Lehrkräften, der GEW und von namhaften Wissenschaftlern kritisiert. Die Kritik hatte inzwischen die KMK erreicht und in ihrem Beschluss vom 8. März&nbsp;2012 empfiehlt sie den Bundesländern die Vergleichsarbeiten nur noch in einem Fach verpflichtend durchzuführen sowie: „In Ausnahmefällen kann es gute Gründe geben einzelne Schulen oder Schulgruppen befristet von der Teilnahme an VERA&nbsp;3 freizustellen.“ </p>
<p class="bodytext">Nach Überzeugung vieler Grundschullehrkräfte stehen die Tests im Widerspruch zu den Anforderungen an eine inklusive Bildung und stören das auf Unterstützung basierende Lernklima in den Klassen. „Grundschulunterricht muss der individuellen Persönlichkeits- und Lernentwicklung gerecht werden und am Lernstand des Kindes ansetzen, um Lernfreude, Motivation und Neugier zu erhalten. Persönlichkeitsentwicklung und soziales Lernen, Werte wie Solidarität und Kritikfähigkeit dürfen bei der Schul- und Unterrichtsentwicklung nicht aus dem Blickfeld geraten“, fasste Susanne Hoeth zusammen.</p></div><div><p class="bodytext">Ausgehend von einer Fachtagung der GEW Hessen wurde die KMK-Empfehlung deshalb zum Anlass genommen, an den Schulen die Vergleichsarbeiten auf Konferenzen mit Lehrkräften und Eltern zu diskutieren.</p></div><div><p class="bodytext">In der Folge haben viele Grundschulen in Hessen in den letzten Wochen einen Antrag an das Kultusministerium gestellt, in dem sie die Gründe für die Freistellung ihrer Schule von den Vergleichsarbeiten darlegten. Das Landesschulamt versendete daraufhin den Beschluss der KMK an die Leiterinnen und Leiter der Staatlichen Schulämter und bat „mit den Schulleiterinnen und Schulleitern derjenigen Schulen, die einen solchen Antrag gestellt haben, Kontakt aufzunehmen und die Thematik in geeigneter Weise zu besprechen. Da eine grundsätzliche Teilnahmeverpflichtung besteht, können Befreiungen nur im Ausnahmefall aufgrund einer auf den Einzelfall zugeschnittenen Begründung erfolgen.“</p>
<p class="bodytext">„In den uns bekannt gewordenen rund hundert Anträgen wurde die Freistellung überwiegend schul- oder gruppenbezogen begründet. Leider wurde die Thematik von der überwiegenden Zahl der Schulämter nicht besprochen und keine Freistellung im Ausnahmefall erteilt. Warum der Beschluss der KMK, deren Mitglied Hessen ist, nicht umgesetzt wird, ist unverständlich und nicht nachvollziehbar“, sagte Karola Stötzel, stellvertretende Vorsitzende der GEW Hessen.&nbsp;</p></div><div><p class="bodytext">Im Gegenteil wurden der GEW Einzelfälle bekannt, in denen Schulleitungen ins Schulamt einbestellt und zur Rücknahme ihres Freistellungsantrages aufgefordert wurden. „Druck wird die kritischen Diskussionen um die für den Unterricht nutzlosen und unsinnigen Tests nicht beenden. Wir fordern das Kultusministerium auf, die verpflichtende Teilnahme an VERA 3 aufzuheben und die Beschlüsse der KMK umzusetzen. Anderenfalls wird die GEW gemeinsam mit den Grundschulkolleginnen und -kollegen weitere Maßnahmen beraten“, so Karola Stötzel abschließend.&nbsp;</p></div><div></div>]]></content:encoded>
			<category>Pressemitteilungen</category>
			
			
			<pubDate>Mon, 06 May 2013 14:45:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Beamtenversorgung – Berechnung leicht(er) gemacht</title>
			<link>http://www.gew-hessen.de/index.php?id=296&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=5160&#38;cHash=359324b4a7912493969155de853bba85</link>
			<description>Für die meisten Beamtinnen und Beamten stellt sich früher oder später die Frage nach der Höhe ihrer...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<div><p class="bodytext">Seit dem 1. Januar&nbsp;2011 gibt es einen Anspruch auf eine Versorgungsauskunft. &nbsp;Diese Auskunft kann auf dem Dienstweg beantragt werden. Das Regierungspräsidium Kassel (RP Kassel) erstellt dann diese &nbsp;Versorgungsauskunft auf Grundlage der aktuellen Sach- und Rechtslage.</p>
<p class="bodytext">Des weiteren können sich Mitglieder der GEW an ihre Kreis- oder Bezirksverbände wenden, um sich diese Versorgungsauskunft erläutern zu lassen oder „Hochrechnungen“ zu erstellen.</p></div><div><p class="bodytext">Bei konkreten rechtlichen Fragen zum Versorgungsrecht steht selbstverständlich die Landesrechtsstelle zur Verfügung.</p>
<p class="bodytext">Mehr dazu im Anhang als PDF.</p></div>]]></content:encoded>
			
			
			<pubDate>Mon, 06 May 2013 12:31:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="http://www.gew-hessen.de/uploads/media/2013_05_03_beamtv_berechnung_leicht_gemacht.pdf" length ="118162" type="application/pdf" />
		</item>
		
		<item>
			<title> HLZ 5/2013 Kommentar | Möglichkeiten nutzen!</title>
			<link>http://www.gew-hessen.de/index.php?id=296&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=5159&#38;cHash=32bd0a8981504348d934e3941b957abf</link>
			<description>„Bildung und Demokratie“, so das Titelthema dieser Ausgabe der HLZ, gilt vielen als Widerspruch:...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<div><p class="bodytext">Die Autorinnen und Autoren beleuchten in dieser HLZ aus Schüler-, Eltern- und Lehrersicht unterschiedliche Facetten schulischer Hierarchie, dokumentieren den Abbau von Mitbestimmung und Meinungsfreiheit und warnen vor den Auswirkungen einer betriebswirtschaftlichen Steuerung von Bildungseinrichtungen. Und sie tun dies, ohne in den Fehler zu verfallen, die Vergangenheit zu glorifizieren und die Jahrhunderte der Schwarzen Pädagogik zu vergessen, die den realen Schulalltag auch zu Zeiten Humboldts und anderer Bildungsreformer beherrschte.</p></div><div><p class="bodytext">Demokratie in der Schule wird jedoch nicht nur durch Gesetze zum Abbau von Mitbestimmung, durch hierarchisch denkende und handelnde Vorgesetzte oder durch Einflüsse &nbsp;ökonomischer Prinzipien und Interessengruppen untergraben, sondern auch durch Untätigkeit, Resignation und Desinteresse der an Schule Beteiligten. </p>
<p class="bodytext">Wir dürfen nicht nur von den Mitbestimmungsrechten sprechen, die uns genommen werden, sondern müssen auch über die Mitbestimmungsrechte sprechen, die wir als Schülerinnen und Schüler, Eltern, vor allem aber auch als Lehrerinnen und Lehrer nicht nutzen – weil es zu anstrengend und zeitintensiv sein könnte, weil man sich nicht unbeliebt machen möchte oder weil man sich in den Hierarchien eingerichtet hat. </p>
<p class="bodytext">Die Rechte der Schulkonferenz und der Gesamtkonferenz, die Rechte der Personalräte wurden gerade in den letzten 13 Jahren der CDU-Herrschaft in Hessen immer wieder beschnitten, aber es gibt sie noch – und nicht zu wenig. Noch immer entscheidet die Gesamtkonferenz über „Grundsätze der Unterrichts- und Erziehungsarbeit an der Schule“, über die Bildung besonderer Lerngruppen oder über die „Grundsätze der Unterrichtsverteilung und für die Stunden-, Aufsichts- und Vertretungspläne“. Und auf Antrag tut sie dies auch in geheimer Abstimmung.&nbsp;In welchem Betrieb gibt es solche Strukturen? </p>
<p class="bodytext">Noch immer entscheidet die Schulkonferenz über den Schulhaushalt, über die Umwandlung in eine selbstständige Schule oder über die Schulordnung. </p>
<p class="bodytext">Noch immer gibt es ein qualifiziertes Mitbestimmungsrecht der Schulpersonalräte bei allen Einstellungen unabhängig vom Beschäftigungsverhältnis, bei „Maßnahmen zur Hebung der Arbeitsleistung“ oder bei „Regelungen des Verhaltens der Beschäftigten in der Dienststelle“.</p></div><div><p class="bodytext">Schulleiterinnen und Schulleiter sind auf Lebenszeit ernannt und haben gegenüber der Schulaufsicht eine starke Position, insbesondere im Schulterschluss mit Kollegien, Eltern und Schülerschaft. </p>
<p class="bodytext">Wer Kolleginnen und Kollegen als Personalrat oder als Rechtsberaterin oder Rechtsberater der GEW auf diese Rechte anspricht, erlebt oft überraschtes Staunen. Zu oft lassen wir uns unsere Rechte abschwätzen, verzichten auch Lehrerinnen und Lehrer aus Gründen der Bequemlichkeit, der Überlastung, aus Angst oder zermürbt von den &nbsp;Auseinandersetzungen an zu vielen Fronten. Sicher, dazu braucht man Kraft, Courage und vor allem Kolleginnen und Kollegen, die sich zusammentun. Ganz besondere Unterstützung brauchen die Kolleginnen und Kollegen in einem prekären Abhängigkeitsverhältnis, in einem befristeten Arbeitsverhältnis, vor der Verbeamtung auf Lebenszeit, die oft genug auch auf individuelle Rechtsansprüche verzichten, auf die Bezahlung von Mehrarbeit, auf Einhaltung der Klassenobergrenzen, sogar auf das Grundrecht auf Meinungsfreiheit. </p>
<p class="bodytext">Viele Ängste sind unbegründet, denn rechtsstaatliche Grundsätze und die Grundrechte enden eben nicht am Schultor. Es sei denn, wir geben sie selbst an der Eingangstür ab. Machen wir es denen, die sich dies wünschen, nicht zu leicht.</p>
<p class="bodytext"><b>Harald Freiling</b>, HLZ-Redakteur</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p></div>]]></content:encoded>
			<category>HLZ</category>
			
			
			<pubDate>Mon, 06 May 2013 12:07:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>HLZ 5/2013 Titelthema | Selbstständige Schule. Auf dem Weg zur Entdemokratisierung?</title>
			<link>http://www.gew-hessen.de/index.php?id=296&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=5158&#38;cHash=42cec027337d3edf45c51ab193d9acb7</link>
			<description>Eigentlich müssten alle an besserer Bildung interessierten, für      Autonomie und Selbstbestimmung...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<div><p class="bodytext"><b>Etiketten-Marketing</b></p>
<p class="bodytext">Tatsächlich haben sich Kollegien, Schüler- und Elternvertretungen von neuen Begriffen oder besser (Werbe-)Slogans jedoch nicht so leicht blenden lassen, zumal diese inflationär benutzt wurden. </p>
<p class="bodytext">Allein das „Plus“-Etikett wurde im Bereich hessischer Schulen in den letzten zehn Jahren dreimal benutzt. Und nicht zum Vorteil der Schulen oder besserer Bildung:</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p><ul><li>„Unterrichtsgarantie-plus“ von Kultusministerin Karin Wolff (CDU) hieß: Unterrichten war vertretungsweise nicht mehr an eine Ausbildung gebunden.</li><li>„50-plus“ hieß eine Aktion des CDU-geführten hessischen Sozialministeriums, mit der über 50-jährige Arbeitslose mit verschiedenen Aufgaben an Schulen betraut werden sollten, ein Projekt, das sang- und klanglos und schnell wieder beerdigt wurde.</li><li>„Selbstverantwortung-plus“ hieß das „Modellprojekt“, mit dem die „Selbstständige Schule“ aufs Gleis gesetzt wurde.</li></ul><p class="bodytext">Insbesondere die GEW hat immer wieder nachgewiesen, dass hinter den neuen Begrifflichkeiten eine ideologisch geprägte reale Transformationsabsicht steht (1). Die Ideologie heißt: Private Leistungserbringung geht staatlicher vor. Die dann nur noch subsidiäre staatliche Leistungserbringung muss sich außerdem Rationalisierungszwängen unterwerfen. Ziel dieses Programms ist es zum einen, den öffentlichrechtlichen Charakter von Schulen aufzubrechen und diese an die betriebswirtschaftlichen Ziele und Organisationsformen von Privatschulen heranzuführen. Zum andern sollen durch Verantwortungsverlagerung an die Schulen Kosten im Bildungssektor gesenkt werden.</p>
<p class="bodytext">§ 127e des Hessischen Schulgesetzes von 2011 mit seinem Modell der „rechtlich selbstständigen beruflichen Schule“ als „rechtsfähiger Anstalt des öffentlichen Rechts“ gibt den &nbsp;beruflichen Schulen in Hessen inzwischen die Möglichkeit, auch rechtlich selbstständig zu operieren. Die entscheidenden Organe sind dann nicht mehr Schulleitung und Gesamt- bzw. Schulkonferenz, sondern Verwaltungsrat und Geschäftsführung. Schulen sind aber keine betriebswirtschaftlich ausgerichteten Unternehmen: Sie mussten bisher weder ihre „Erträge“ maximieren noch ihre Kosten minimieren, sondern es wurde in gesellschaftlichen Auseinandersetzungen – von Aktionen an einzelnen Schulen bis hin zu Landtagswahlen – um die Bedingungen gerungen, unter denen Bildungsprozesse organisiert und durchgeführt werden. Unter diesen arbeiten dann die Lehrkräfte, indem sie sich sehr oft selbstausbeuten, um fehlende Ressourcen auszugleichen, weil pädagogische Arbeit schwer eingrenzbar ist.</p></div><div><p class="bodytext">Andererseits gibt es aber auch einen relativ hohen Grad an Autonomie bei der Arbeit, der sogar im Schulgesetz verankert ist (2). Die Kooperation an den Schulen ist ausgeprägt. Die Hierarchien sind flach, Abteilungs- und Schulleiterinnen und Schulleiter sind vielfach primi inter pares, vom Rollenverständnis also eher Pädagogen als Verwalter oder Betriebswirte. Die Arbeitsvorgaben des Kultusministeriums werden von den Fach-, Gesamt- und Schulkonferenzen nach demokratischen Regeln gemäß den Verhältnissen an der Einzelschule umgesetzt. Die Entscheidungsprozesse sind in der Regel transparent. Insbesondere wird - bis auf Arbeitsgruppen, welche die Konferenzen vorbereiten und manchmal präjudizieren - auf das Delegationsprinzip verzichtet. Für die Lehrkräfte kann von einer ausgeprägten Mitbestimmungskultur gesprochen werden, in der die Konferenzrechte &nbsp;ebenso bedeutsam sind wie die Rechte nach dem Hessischen Personalvertretungsgesetz (HPVG), die sich gegenseitig gut ergänzen. Dies dürfte die konstitutive Praxis für die meisten staatlichen Schulen sein, Abweichungen eher die Ausnahme.</p></div><div><p class="bodytext"><b>Die neue Hierarchisierung</b></p></div><div><p class="bodytext">Der weitestgehende Angriff auf die demokratische Gestaltung von Schule ging bisher vom „Handlungsfeld ‚Organisationsstruktur‘“ des Modellprojekts „Selbstverantwortung-Plus“ aus, das sich mit der Frage befasste, „wie Organisations- und Steuerungsstrukturen im Kontext weitgehender schulischer Selbstverantwortung angepasst bzw. neu gestaltet werden müssen“ (Projektkonzeption von 2004). Zwar versuchten die Autoren abzuwiegeln. So sollte „eine Ausweitung der Rechte der Schulleiterin/des Schulleiters als Dienstvorgesetzte/r (…) der Forderung nach mehr Partizipation und Delegation von Verantwortung nicht entgegenwirken“.</p></div><div><p class="bodytext">Die – glücklicherweise nur von wenigen Projektschulen unterstützte – Praxis der Übertragung der Rechte der Schul- oder Gesamtkonferenz auf einen Schulvorstand war aber eine andere. Die Gesamtkonferenz wurde in diesen Schulen zu einem Plenum degradiert, das bis auf wenige Ausnahmen praktisch nur noch Informationsrechte hat. Das zeigt sich besonders krass an einer Hanauer beruflichen Schule, an der das Kollegium mehrheitlich diesen Weg wieder rückgängig machen wollte. Dafür zuständig war aber nach ihrer&nbsp;geänderten Schulverfassung nun der Schulvorstand, der dies nicht wollte. Also war die einmal vorgenommene Selbstentmachtung nicht mehr so leicht rückgängig zu machen.</p></div><div><p class="bodytext">Obwohl die Schulleitung, die im Schulvorstand vollständig vertreten ist, dort nach dem Schulgesetz keine Mehrheit hat, dürfte es für diese dennoch kein Problem sein, ihre Vorstellungen durchzusetzen. Allein ihr Informationsvorsprung, ihre Absprache- und Freistellungsmöglichkeiten gegenüber den vom Kollegium delegierten Vertreterinnen und Vertretern, die Reduzierung der SV-Vertretung auf zwei Personen und der Elternvertretung auf eine Person sorgen für ungleiche Verhältnisse in diesem doch relativ häufig tagenden Entscheidungsorgan.</p></div><div><p class="bodytext"><b>„Führen und Gestalten“</b></p></div><div><p class="bodytext">Ein zentraler Bestandteil der „Selbstständigen Schule“ ist die veränderte Rolle der Schulleiterin und des Schulleiters. Dazu wurden eigens ein neues „Leitbild“ entwickelt und eine „Führungsakademie“ eingerichtet. Über eine neue Dienstordnung wurden die Rechte von Schulleiterinnen und Schulleitern verstärkt, jene der Kolleginnen und Kollegen geschwächt. Die Schulleiterinnen und Schulleiter bekamen zusätzliche Kontroll- und Verwaltungsaufgaben und wurden – vor allem in größeren Schulen – zunehmend vom Unterricht freigestellt.</p></div><div><p class="bodytext">Schon der Untertitel des neuen Leitbildes „Vom Leiten und Verwalten zum Führen und Gestalten“ weist deutlich auf die veränderte Rolle der Schulleitung – vom primus inter pares zur betriebswirtschaftlichen Führung – hin. Mit diesem Führungsanspruch verändert sich strukturell die gesamte, auf Kollegialität sowie gleichen Informations-, Beratungs- und Entscheidungsrechten aller Lehrkräfte beruhende Schulverfassung. Bisher leiten Schulleiterinnen und Schulleiter Schul- und Gesamtkonferenz, setzen deren demokratisch gefasste Beschlüsse um und verwalten die Schule unter Partizipation aller zur Schulgemeinde gehörenden Menschen nach festgelegten demokratischen Regeln. In „Selbstständigen Schulen“ dagegen sollen Schulleiterinnen und Schulleiter die Lehrkräfte über Zielvereinbarungen steuern. Die von der Landesregierung vorgegebenen und ständig erweiterten Ziele werden immer weiter „heruntergebrochen“, wie es im offiziellen Jargon heißt. Für die Umsetzung und die „Erfolgsgarantie“ ohne entsprechende Ressourcenausstattung wird dann die Lehrkraft verantwortlich gemacht. Die Freiheit besteht darin, dass es der Schule überlassen bleibt, wie sie die Ziele erreicht.</p></div><div><p class="bodytext"><b>Schule als Großbetrieb</b></p></div><div><p class="bodytext">Das nennt das Kultusministerium „Führen und Gestalten“, was durchaus ernst gemeint ist, weil die Aufgabe der „Binnenoptimierung“, also der Kostenminimierung, ja zunehmend auf die Schulleiterinnen und Schulleiter verlagert wird. Dass es zu deren neuen Aufgaben gehört, „Widerstände auf(zu)greifen und (zu) überwinden“ (so der Titel eines Fortbildungsangebots) sowie Controllingsysteme aufzubauen, ist dabei nur logisch. Es ist aber sicher nicht das, was sich Pädagoginnen und Pädagogen, auch als Schulleiterinnen und Schulleiter, dringend wünschen. Leider wird sich, sobald die Budgetrechte für die Einzelschule erweitert worden sind und der Kostendruck angestiegen ist, auch der Druck auf die Schulleiterinnen und Schulleiter verstärken, billigeres, befristetes Lehrpersonal einzukaufen.</p></div><div><p class="bodytext">Auch dies wird die Demokratie in der Schule sicher nicht begünstigen. Die Verlagerung von weiteren organisatorischen und Verwaltungsaufgaben auf die „Selbstständigen Schulen“ begünstigt die Tendenz zu größeren Betriebseinheiten. Schleswig-Holstein ist dafür ein Beispiel. Dort bestehen Schulen aus bis zu 200 Lehrkräften und umfassen mehrere Standorte. Solche Großsysteme widersprechen einer demokratischen Verfassung zwar nicht grundsätzlich, erschweren sie aber, weil es zumindest schwieriger wird, auf das Delegationsprinzip zu verzichten, sodass bei der einzelnen Lehrkraft der Informationsstand sinkt und die aktive Teilnahme am Entscheidungsprozess bei vielen entfällt.</p></div><div><p class="bodytext">Vor allem aber wird es für die Personalräte solcher Schulen fast unmöglich, die Mitbestimmung zu gewährleisten, wenn man nicht, wie es kaum geschieht, die Freistellungsmöglichkeiten zugleich enorm verbessert. Studien aus Niedersachsen belegen, dass die Personalräte solcher Mammutschulen über einen immensen Mehraufwand an Arbeit und Belastung klagen und gegenüber den Schulleiterinnen und Schulleitern bzw. Geschäftsführerinnen und Geschäftsführern, wie sie bei den rechtlich selbstständigen Schulen heißen, schnell ins Hintertreffen geraten.</p></div><div><p class="bodytext">Der einigermaßen demokratische Aufbau von Schule wird so zunehmend aufgegeben. An seine Stelle tritt eine Vorstellung von Menschenführung, die in Widerspruch zum &nbsp;Bildungsziel einer demokratischen Schule steht, Schülerinnen und Schüler zu mündigen Bürgerinnen und Bürgern zu erziehen.</p></div><div><p class="bodytext"><b>Herbert Storn</b>, GEW Frankfurt</p>
<p class="bodytext">(1) Als Belege können genutzt werden: die Regierungsprogramme der CDU-geführten hessischen Landesregierungen, die Zielsetzungen der 1998 in Hessen in der Landesverwaltung eingeführten „Neuen Verwaltungssteuerung“ – sowie als Hintergrund die Zielsetzungen von GATS und OECD.</p>
<p class="bodytext">(2) „Die für die Unterrichts- und Erziehungsarbeit der Lehrerin oder des Lehrers erforderliche pädagogische Freiheit darf durch Rechts-&nbsp;und Verwaltungsvorschriften und Konferenzbeschlüsse nicht unnötig oder unzumutbar eingeengt werden“, heißt es in § 86 (2) HSchG&nbsp;</p></div>]]></content:encoded>
			<category>HLZ</category>
			
			
			<pubDate>Mon, 06 May 2013 11:40:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title> HLZ 5/2013 Titelthema | Aus Elternsicht. Erziehungspartnerschaft auf Augenhöhe</title>
			<link>http://www.gew-hessen.de/index.php?id=296&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=5157&#38;cHash=71382e2e0bc8ec4a1a07827e371f2cc4</link>
			<description>Sich in Schule zurechtzufinden, ist nicht leicht. Schule ist oftmals ein kompliziertes Geflecht,...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Sie müssen sich informieren, mitdenken, mitentscheiden – für ihr eigenes Kind und für die gesamte Schulgemeinde. Eltern dürfen sich einmischen, Althergebrachtes anzweifeln und Neues ausprobieren. Schließlich geht es um die Ausbildung und die Zukunft ihrer Kinder. Eltern haben das Recht auf umfassende Informationen und auf Beratung durch die Schulen und Schulämter. Es ist wichtig und notwendig, dass Eltern sich gemeinsam mit den Lehrkräften für eine kindgerechte, demokratische und zukunftsfähige Schulkultur einsetzen. Zukunftsfähig bedeutet dabei vor allem längeres gemeinsames Lernen in Ganztagsschulen, die alle Schülerinnen und Schüler mitnehmen, in der Kinder mit- und voneinander lernen und ihre individuellen Fähigkeiten entwickeln und stärken können.</p>
<p class="bodytext"><b>Spannungsfeld Erziehungsauftrag</b></p>
<p class="bodytext">Das Grundgesetz spricht von einem gemeinsamen Erziehungsauftrag von Elternhaus und Schule: „Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuförderst ihnen obliegende Pflicht. Über ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft.“ (Artikel 6 Absatz 2) </p>
<p class="bodytext">Im nachfolgenden Artikel 7, Absatz 1 heißt es dann: „Das gesamte Schulwesen steht unter der Aufsicht des Staates.“ Da Kinder mit sechs Jahren schulpflichtig werden, entwickelt sich hier also ein Spannungsverhältnis zwischen Elternhaus und Staat. Auch das Bundesverfassungsgericht hat sich mit diesem Widerspruch zwischen dem elterlichen und dem staatlichen Erziehungsrecht beschäftigt und in seinem „Förderstufenurteil“ vom 6. Dezember 1972 folgende Feststellung getroffen: „Der staatliche Erziehungsauftrag in der Schule, von dem Art.7 Abs.1 GG ausgeht, ist in seinem Bereich dem elterlichen Erziehungsrecht nicht nach-, sondern gleichgestellt. Diese gemeinsame Erziehungsaufgabe von Eltern und Schule, welche die Bildung der einen Persönlichkeit des Kindes zum Ziel hat, lässt sich nicht in einzelne Kompetenzen zerlegen. Sie ist in einem sinnvoll aufeinander bezogenen Zusammenwirken zu erfüllen.“</p>
<p class="bodytext">Das Urteil bestätigt die Notwendigkeit der Kooperation von Eltern und Schule. Wichtig dabei sind die demokratische Gestaltung der Zusammenarbeit und ein wertschätzender Umgang miteinander. Alle Eltern haben das Recht, über die schulische Entwicklung ihres Kindes informiert zu werden. Schule hat die Aufgabe, Eltern in allen schulischen Fragen zu beraten. Dies setzt jedoch auch gute Kommunikation, gegenseitiges Vertrauen und Verständnis voraus. Viele Lehrkräfte sind allerdings der Meinung, dass Eltern sich zu wenig um die Erziehung ihrer Kinder kümmern – und auch das Vertrauen der Eltern in Lehrkräfte nimmt immer mehr ab (vgl. 13. Repräsentativbefragung des IFS Dortmund 2004).</p>
<p class="bodytext">Aber es geht nicht nur allein darum, den gemeinsamen Erziehungsauftrag zu erfüllen. Ebenso sehr geht es um den Weg, die Schulgemeinde zu stärken bzw. zu etablieren und die Weiterentwicklung und die Demokratisierung von Schule voranzutreiben. Insbesondere eine Ganztagsschule, die ihren Schülerinnen und Schülern viel Lebensraum bietet, braucht dabei ein gutes Schulklima, muss sich noch intensiver als die „Halbtagsschule“ um Erziehung kümmern und eng mit dem Elternhaus zusammenarbeiten.</p>
<p class="bodytext">Schulleben kann und sollte aber nicht bis ins kleinste Detail durch Gesetze und Verordnungen geregelt werden. Der Umgang zwischen Elternhaus und Schule ist Teil der &nbsp;Schulkultur. Nehmen Schule und Eltern den gemeinsamen Erziehungsauftrag ernst oder machen sie sich gegenseitig das Leben schwer? Jede Schule muss eine eigene Kommunikationskultur entwickeln und kann diese in einem gemeinsam erarbeiteten Schulprogramm festschreiben.</p>
<p class="bodytext">Hessen ist eines der wenigen Bundesländer, in denen die Elternmitbestimmung im Schulgesetz festgeschrieben ist. In § 101 des Hessischen Schulgesetzes heißt es: „Um Schule, Elternhaus und Berufsausbildungsstätten bei der Erziehung und Bildung der Kinder und Jugendlichen zu unterstützen und das Mitbestimmungsrecht der Eltern nach Art. 56 Abs. 6 der Verfassung des Landes Hessen zu gewährleisten, werden für die öffentlichen Schulen nach Maßgabe des achten Teils dieses Gesetzes Elternbeiräte gebildet.“</p>
<p class="bodytext">Um die gesetzlichen Grundlagen der Elternarbeit wie bspw. die Aufgaben von Klassen- und Schulelternbeiräten oder die Rechte und Pflichten sowie die Zusammensetzung der Mitglieder einer Schulkonferenz zu kennen, wurde das Projekt Eltern schuLen Aktive ElterN (ELAN) ins Leben gerufen. Ziel von Elternmitwirkung und -mitarbeit in der Schule muss sein, den Interessen, Wünschen und Bedürfnissen aller Eltern Raum und Gehör zu verschaffen. Auch hierbei gilt das Gebot der Erziehungspartnerschaft: Schule und Elternhaus müssen im Interesse der Kinder kooperieren. Daher muss die Schule ihrerseits Konzepte und pädagogische Vorgehensweisen transparent machen.</p>
<p class="bodytext">Die Schulkonferenz ist das höchste Mitbestimmungsgremium an Hessens Schulen und ein wichtiger Schritt zur Demokratisierung. Die Schulkonferenz berät über alle wichtigen Angelegenheiten der Schule und bietet Eltern die Möglichkeit, entscheidend auf die Entwicklung der Schule Einfluss zu nehmen. Es ist wichtig, Eltern in dieses Gremium zu wählen, die ihre Aufgabe mit Sachkenntnis, Ernsthaftigkeit und Verantwortungsbewusstsein wahrnehmen. Auch sind neue Wege in der Kommunikation zwischen Schule und Elternhaus erforderlich, da die üblichen Wege wie Elternbriefe und Elternabende oftmals nicht die gewünschte Wirkung erzielen. Elternabende sind oft schlecht besucht und Informationen werden nicht zur Kenntnis genommen.</p>
<p class="bodytext">Erschwerend kommt hinzu, dass Lehrer und Eltern teilweise aus verschiedenen Schichten oder Kulturen kommen und dies manchmal die Kommunikation weiter erschwert. Um Eltern zur aktiven Mitarbeit zu animieren, haben sich Kulturveranstaltungen und Elternforen zu Erziehungsfragen als neue Form der Zusammenarbeit etabliert. In Hessen ermöglicht zudem die Hospitation und Mitwirkung im Unterricht den Eltern eine neue Sichtweise. Feste wöchentliche oder monatliche Gesprächstermine der Schulleitung mit den Elternvertretern halten diese auf dem neuesten Entwicklungsstand.</p>
<p class="bodytext">Dass Eltern und Lehrkräfte dabei ganz eng zusammenarbeiten sollten, sollte selbstverständlich sein. Selbstverständlich ist auch, dass diese Zusammenarbeit nicht immer konfliktfrei sein kann. Partnerschaftliche Zusammenarbeit von so vielen unterschiedlichen Personen ist nicht immer einfach. In vielen Fragen sind Eltern und Lehrkräfte unterschiedlicher Meinung. Auch innerhalb der Elternschaft und innerhalb der Lehrerschaft haben wir es in der Regel nicht mit homogenen Gruppen zu tun. Es gibt unterschiedliche Auffassungen über „gute Schule“, über Erziehungsvorstellungen und Erziehungsstile und unterschiedliche Wertvorstellungen. Deshalb ist der regelmäßige offene Informationsaustausch zwischen Eltern und Lehrerschaft die Grundlage zur Erfüllung des gemeinsamen Erziehungsauftrags.</p>
<p class="bodytext">Wichtig ist, dass Eltern und Lehrkräfte sich als gleichberechtigte Partner verstehen. Eltern sollten die Professionalität der Lehrerinnen und Lehrer als Experten für Schule und Unterricht respektieren. Und Lehrerinnen und Lehrer sollten die Kompetenz der Eltern anerkennen. Diese kennen den Entwicklungsgang ihrer Kinder, erleben, wie Schule auf diese wirkt und sind sich deren Stärken und Schwächen am besten bewusst. Das Wissen und die Erfahrungen von Eltern und Lehrkräften können sich daher gut ergänzen. Dabei wird wahrscheinlich sehr schnell klar, dass es unmöglich sein wird, allen Erwartungen und Vorstellungen gerecht zu werden. Eltern sehen zunächst einmal nur ein Kind, das eigene. &nbsp;Lehrerinnen und Lehrer haben hingegen 25 oder 30 Kinder in der Klasse, denen sie gerecht werden müssen.</p>
<p class="bodytext">In Gesprächen kann geklärt werden, welche Erwartungen Eltern an Schule haben und inwiefern Schule und Lehrkräfte diese Erwartungen überhaupt erfüllen können. Vielleicht sind die Erwartungen der Eltern viel zu hoch? Vielleicht sind die Vorstellungen der Eltern gar nicht einheitlich? Vielleicht können Wünsche erfüllt werden, wenn Eltern und Schule die Sache gemeinsam angehen? Sobald Eltern und Lehrkräfte sich darüber verständigt haben, was eine „gute Schule“ ist, ist dieser Begriff keine Leerformel mehr, sondern ein Zukunftsmodell, das gemeinsam auch verwirklicht werden kann.</p>
<p class="bodytext">Die gemeinsame Erziehungspartnerschaft kann ein wertvolles Mittel sein, um Eltern, Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte in einem gemeinsamen Prozess zu vereinen, um Schule weiter zu entwickeln und sich einvernehmlich auf Verhaltensweisen und Ziele festzulegen und dann zusammen die Umsetzung dieser Vereinbarungen zu gestalten. Dies bringt eine ganz neue „Qualität“ an Schulen. Solche Erziehungsvereinbarungen müssen dabei in einem demokratischen Prozess gemeinsam erarbeitet und dürfen nicht von oben verordnet werden. Denn vor allem der Prozess des gegenseitigen Kennenlernens, die gemeinsame Diskussion über Wünsche und Erwartungen, das gemeinsame Erarbeiten von Regeln und Absprachen sind Garanten für den Erfolg solcher Vereinbarungen. Diese gemeinsam entwickelten und verabschiedeten Grundlagen für das Zusammenleben in der Schule werden dann im Schulprogramm festgeschrieben.</p>
<p class="bodytext">Alle, Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer sowie Eltern, müssen sich selbst zu bestimmten Verhaltensregeln verpflichten. Diese dürfen dabei nicht nur einseitig eine der Gruppen in die Pflicht nehmen, sondern müssen für alle gleichermaßen gelten. Erziehungsvereinbarungen sind eine gute Möglichkeit, Schule demokratisch zu gestalten. Damit erfüllt Schule auch die wichtige Aufgabe, Schülerinnen und Schüler zu demokratischen Bürgerinnen und Bürgern zu erziehen. Dies ist eine Schlüsselqualifikation für die aktive Teilnahme an der Gesellschaft und für die Übernahme der Rechte und Pflichten in einer Demokratie. Sie brauchen das Rüstzeug, sich einzumischen, aktive Mitglieder der Gesellschaft zu werden, die eigenen Rechte und Pflichten wahrzunehmen und die Fähigkeit, eigene Meinungen, Urteile und Entscheidungen zu finden bzw. zu fällen. Gerade in unserer sich verändernden Gesellschaft brauchen wir junge Menschen, die die komplexen Zusammenhänge und Spielregeln der heutigen Zeit zu verstehen und hinterfragen in der Lage sind.</p>
<p class="bodytext"><b>Hella Lopez</b>, Vorsitzende des elternbund hessen e.V.</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>]]></content:encoded>
			<category>HLZ</category>
			
			
			<pubDate>Mon, 06 May 2013 11:25:00 +0200</pubDate>
			
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			<title> HLZ 5/2013 Titelthema | Demokratie sieht anders aus. Für ein politisches Mandat der Schülervertretungen</title>
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			<description>„Es findet keinerlei Zensur mehr statt, nur wenn der Staat es nötig hat. Auch Kunst und...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<div><p class="bodytext">Das Faktum, dass die Schule als Bildungsort in der Verfassung unserer Demokratie genannt wird, legt irrtümlich im Rückschluss nahe, dass unsere Schulen ebenfalls demokratisch seien. Dr. Hildegard-Hamm-Brücher, die Grande Dame der deutschen Politik, sagte dazu während ihrer Zeit als Staatssekretärin im Hessischen Kultusministerium von 1967 bis 1969: „Wenn Sie in eine deutsche Schule kommen, können Sie gar nicht meinen, dass wir in einer Demokratie leben.“</p></div><div><p class="bodytext">Dieses Zitat ist leider heute noch ähnlich zutreffend. Die Worte Hamm-Brüchers fallen genau in den Zeitraum des gesellschaftlichen Aufbruchs, der Forderung nach Mitbestimmung in allen Gesellschaftsbereichen sowie der Befreiung von künstlich produzierten Hierarchien, auch in den Schulen. Der entsprechende Widerstand mündete damals in der gesetzlichen Verankerung der Landessschülervertretung Hessen und vieler weiterer Landesschülervertretungen in der BRD.</p></div><div><p class="bodytext">Die bayerische Schülerschaft kämpfte übrigens bis zum Jahr 2008 um die gesetzliche Verankerung. Ausgehend von dieser damals neu geschaffenen Gesetzesgrundlage muss auch die heutige Situation von Schuldemokratie beurteilt werden.</p>
<p class="bodytext"><b>Die Theorie</b></p>
<p class="bodytext">Laut Hessischem Schulgesetz wirkt die Schülervertretung bei der „Verwirklichung der Bildungs- und Erziehungsziele der Schule eigenverantwortlich mit“. Im Schulgesetz und der so genannten SV-Verordnung wird weiterführend beschrieben, dass die SV an allen Konferenzen mit Ausnahme der Noten und Zeugniskonferenzen beratend teilnehmen kann. Auch an der Gesamtkonferenz der Lehrerinnen und Lehrer dürfen ausgewählte SV-Vertreter teilnehmen. Weiterhin werden die SVen auf allen Ebenen (Schul-, Stadt- und Kreisebene) von Verbindungslehrern unterstützt, die für ihre Tätigkeit „Entlastungsstunden“ erhalten. Angesichts dieser rechtlichen Bestandteile ist in Hessen zumindest theoretisch eine grundsätzliche Struktur von SVen an den Schulen garantiert. Schließlich sei auf die Schulkonferenz verwiesen, die als offiziell wichtigstes Gremium der Schule mit Vertretern der Schüler-, Eltern- und Lehrerschaft besetzt ist.</p>
<p class="bodytext"><b>Die Praxis</b>&nbsp;</p>
<p class="bodytext">So weit, so theoretisch. Die benannten Aspekte mögen für einige Leserinnen und Leser im ersten Moment nach einer modernen und lebhaften Demokratiekultur an Schule klingen. Schülerinnen und Schüler dürfen mitsprechen, bekommen die Themen und Inhalte mitgeteilt und sitzen sogar in einem Entscheidungsgremium. Dass die Schülerinnen und Schüler praktisch so gut wie nie bei Themen wirklich mitentscheiden und meist systematisch stumm gehalten werden, mag für den einen oder anderen der letzte Schutz vor vollständiger „Schul-Anarchie“ sein, bei der die Schülerinnen und Schüler bestimmen. Bevor wir Willy Brandts „Mehr Demokratie wagen“ auch in der Schule ernst nehmen, fühlt sich der eine oder andere Pädagoge, Schulleiter oder Bildungspolitiker scheinbar doch eher bei Erich Weinert wohl. Frei nach dem Motto: „Mitbestimmung ja, aber nur solange uns die Meinung passt“. In diesem Verständnis steckt immer noch der Kern des Problems: SV-Arbeit wird ihren Alibi-Charakter nicht los und die Schülerinnen und Schüler bleiben Zuschauer. Welche Demokratiedefizite existieren? Ich möchte mich auf drei Aspekte beschränken:</p>
<p class="bodytext"><b>Das Selbstverständnis</b></p>
<p class="bodytext">„Schülermilchverwaltungen“: So wurden vor mehr als 40 Jahren die SVen angesichts ihrer mangelnden Rechte bezeichnet. Damals begann bundesweit der Kampf um das &nbsp; &nbsp; &nbsp;allgemeinpolitische Mandat, also die Chance, sich als SV in alle gesellschaftlichen Themen einzumischen. Um SVen stumm zu halten, wird auch heute auf diese Argumentationskeule zurückgegriffen: „Du darfst dich nicht allgemeinpolitisch, sondern nur bildungspolitisch äußern.“ Dies ist der konstruierte Versuch, Schule und Gesellschaft zu trennen. Die LSV Hessen hat für sich das allgemeinpolitische Mandat in Anspruch genommen und beschäftigt sich damit mit allen Gesellschaftsbereichen, die junge Menschen berühren. Wir begreifen Bildungspolitik als Gesellschaftspolitik. Damit ist beides untrennbar.</p>
<p class="bodytext">Vielen Schülervertretungen an den Schulen selbst ist jedoch der Mut verloren gegangen, sich für diese Meinungsfreiheit einzusetzen. Schülervertretungen scheinen heute unter dem Druck einer zwanghaft harmonischen Schulkultur ihr Selbstverständnis zu vergessen. Kämpferische Interessenvertretung weicht oftmals reinem Eventmanagement durch die Organisation von Feten oder einem Kuchenverkauf. Im Schülerrat, im Parlament jeder SV, finden oftmals keine schulkritischen Diskussionen mehr statt, sondern wird beispielsweise überlegt, wie auf Wunsch des Schulleiters der SV-Stand am Tag der offenen Tür aussehen soll. Prestige, versteht sich - denn mit SVen schmückt sich jede Schule gern. Sobald eine SV allerdings rebelliert, wird sie damit gebrandmarkt, dass sie doch nicht die Schulharmonie gefährden solle. So oder so ähnlich lassen sich viele Schülervertretungen in ihrer Meinungsmacht unterdrücken, oftmals unwissentlich. Das Dilemma des Selbstverständnisses der SVen besteht also im Kampf einerseits um das politische Mandat und andererseits um den Mut, der verschwunden scheint, diesen Kampf überhaupt zu führen.</p>
<p class="bodytext"><b>Die Schulkultur</b></p>
<p class="bodytext">Machthierarchien und Abhängigkeiten durch Noten unterbinden systematisch demokratisches Aufbegehren. Schülerinnen und Schüler sagen nicht mehr, was sie denken, um eine mögliche Reduktion ihres schulischen Erfolgs zu umgehen. Darüber hinaus krankt die Schulkultur an ständiger Auslese, Selektion und immer stärker zunehmendem Leistungs-&nbsp;und Zeitdruck. Eine Schulkultur, bei der es nicht um die Leistung im Sinne selbst formulierter Ziele und deren Erreichen, sondern um das blanke Übertrumpfen anderer geht, unterbindet jede Form eines kritischen und kontroversen Lernens.</p>
<p class="bodytext">Die künstliche Trennung in verschiedene Schulformen produziert dabei eine radikale Anerkennungsverweigerung, durch die Schülerinnen und Schüler in ihrer freien Entfaltung eingeschränkt und in der sozialen Hierarchie abgestuft werden. Damit wird die Schuldemokratie nicht nur gefährdet, sondern massiv beschädigt. Die Strukturen Schülerinnen und Schüler stellen die Mehrheit in der Schule und bleiben strukturell doch ohne Entscheidungsrechte. Forderungen nach paritätischer Besetzung von Schulkonferenzen und einer Direktwahl des Schulleiters (Konzept Schulparlament der LSV Hessen), nach einem Vetorecht in Schul- und Klassenkonferenzen, damit keine Beschlüsse durch Lehrer- bzw. Elternmehrheiten gegen den Willen der Schülerinnen und Schüler gefasst werden können, und nach der Übertragung der Befugnisse der Gesamtkonferenz an die Schulkonferenz als wirklichem Parlament der Schule sind heute noch immer weit von ihrer Realisierung entfernt.</p>
<p class="bodytext">Bei einer Schulkonferenz, bei der Lehrkräfte gemeinsam mit dem Schulleiter sowohl Schülerinnen und Schüler als auch Eltern überstimmen, sowie einer Gesamtkonferenz, bei der ohne Mitentscheidung der Schüler die Hausordnung, meist zu Lasten ihrer Freiheitsrechte, beschlossen wird, kann wahrlich nicht von einer Demokratiestruktur die Rede sein. Gelebte Demokratie sieht anders aus.</p>
<p class="bodytext"><b>Was bleibt?</b></p>
<p class="bodytext">In einer mutigen und kontroversen gesellschaftlichen Auseinandersetzung wollen wir als Landesschülervertretung zeigen, dass das gegenwärtige Bildungssystem an seinen Widersprüchlichkeiten scheitern wird, weil ein demokratiedefizitäres Schulsystem nicht im gleichen Zuge zu demokratischen und selbstbestimmten Akteuren beitragen kann: Erziehung zum demokratischen Ungehorsam kann nicht bei gleichzeitiger autoritärer Sanktion, kritische Urteilsfähigkeit nicht bei existierendem Leistungswahn, querdenkende &nbsp;Persönlichkeiten können nicht unter permanentem Zeitdruck und ständiger Überforderung (z. B. G 8) und individuelle Entwicklung kann nicht bei undifferenziertem Unterricht entstehen.</p>
<p class="bodytext">Mehr als 40 Jahre nach der gesetzlichen Verankerung der Landesschülervertretung Hessen brauchen wir eine erneute Politisierung des gesamten Bildungssystems. Schülervertretungen müssen sich als kritische Interessenvertreter verstehen, ihren Mut neu entdecken und für ein politisches Mandat kämpfen. Diesen Weg müssen alle gehen, die Demokratie in der Schule nicht als fremd bestimmtes Top-Down-Projekt, sondern als revolutionäre Kulturveränderung begreifen.</p>
<p class="bodytext"><b>Laurien Simon Wüst</b>, Landesschulsprecher Hessen</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p></div>]]></content:encoded>
			<category>HLZ</category>
			
			
			<pubDate>Mon, 06 May 2013 11:11:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>HLZ 5/2013 Titelthema | Weniger Demokratie wagen. Was die Krise mit Demokratie und Bildung zu tun hat</title>
			<link>http://www.gew-hessen.de/index.php?id=296&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=5155&#38;cHash=e5c5a7dfc2d019a633fb10bc3a40ecb7</link>
			<description>Daniel A. Bell nimmt kein Blatt vor den Mund. „Ich glaube nicht länger daran, dass Demokratie in...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Bell, ein Kanadier, spricht &nbsp;gerade auf einem Wirtschaftskongress in Hongkong, zu dem prominente Ökonomen, Politikwissenschaftler, Soziologen und Historiker angereist sind – „die Elite der westlichen Welt in Sachen Wirtschafts- und Sozialwissenschaften“, wie Spiegel Online sie nennt. Protestiert jemand gegen Bells antidemokratisches Bekenntnis? Nein! Die Ablehnung der Demokratie habe den Professor im Westen „zum intellektuellen Popstar gemacht“, fährt Spiegel Online fort und bietet seinen Thesen breiten Raum – fast verschämt einschränkend: „Seine Rolle als bekennender Anti-Demokrat würde Bell in Deutschland vermutlich eine Passage im Jahresbericht des Verfassungsschutzes bescheren.“</p>
<p class="bodytext">Antidemokratische Programme finden Beifall bei den westlichen Eliten, nur in Deutschland leisten aufrechte Germanen und ihr Inlandsgeheimdienst heroischen Widerstand? Davon kann leider keine Rede sein. Der Wille, die deutsche Exportindustrie immer weiter zu stärken, da sie den Reichtum einiger weniger fleißig mehrt, ist ungebrochen. Dass es dazu hilfreich sein könnte, im Sinne der Wirtschaft noch härter durchzuregieren als bisher und den demokratischen Apparat deutlich in seine Schranken zu weisen, das wird seit Jahren auch im deutschen Establishment regelmäßig ventiliert.</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">„Manager und Industrielle“ äußerten immer wieder, sie könnten mit ihren Anliegen „schneller zum Zuge“ kommen, wenn es nur gelänge, politische Entscheidungen zu entparlamentarisieren und sie dem „sachorientierten, entpolitisierten Verwaltungshandeln“ der Behörden zu übertragen, berichtete der Berliner Politikprofessor und Regierungsberater Herfried Münkler im Frühjahr 2010. Zuweilen werde in diesen Kreisen auch ganz offen der „Wunsch nach ‚ein klein wenig Diktatur‘“ geäußert. Es gebe allerdings derzeit „kein Verfassungsorgan“, das sich zum Beispiel „auf das Risiko der Einsetzung eines kommissarischen Diktators einlassen will“. Münkler veröffentlichte dies in der hochrenommierten Eliten-Zeitschrift Internationale Politik. Ein Jahr später trieb ein Mitglied des Rotary Clubs Bad Vilbel die Debatte weiter voran. „Weniger Demokratie wagen“ hieß der Titel des Buches, das der dpa-Journalist Laszlo Trankovits 2011 beim F.A.Z.-Institut publizierte. Deutschland brauche, um in der Welt voranzukommen, in Zukunft mehr „Entschlussfreudigkeit und Führungskraft“. Das Funktionieren in Gesellschaft, Staat und Wirtschaft sei bedroht, wenn „alle überall mitbestimmen“ könnten. „Weniger Wahlen. Längere Legislaturperioden“, forderte Trankovits daher, „mehr Zentralisierung“ und „mehr Machtkonzentration“. „Mehr Transparenz“ dürfe den Abbau demokratischer Partizipation hingegen nicht begleiten: Sie sei „für die Effizienz jeglicher Regierungsarbeit (...) oft kontraproduktiv und lähmend“.</p>
<p class="bodytext">Auf europäischer Ebene wird derlei Entdemokratisierung inzwischen offen praktiziert. So gelten in den Staaten der Eurozone Spardiktate, auf die die demokratisch legitimierten Parlamente keinen Einfluss haben. Die Haushaltssouveränität, „das vornehmste aller parlamentarischen Rechte“, sei damit „ausgehöhlt“, schrieb der Berliner Politikwissenschaftler Wolfgang Merkel Anfang April auf Cicero Online: Faktisch würden die Budgets etwa von Griechenland und Spanien nicht mehr von gewählten Abgeordneten, sondern „auf viele Jahre hinaus von internationalen Finanzinstitutionen und – leider auch – von Deutschland bestimmt“.</p>
<p class="bodytext">Die „demütigende Entmündigung demokratischer Selbstbestimmung“ wiege umso schwerer, da die oktroyierten Austeritätsprogramme durchweg zur Verelendung führten. „Formale Institutionen der Demokratie“ verkämen „in den Schuldnerländern zu bloßen Fassaden“, bilanzierte Merkel. Wie weit gerade die deutsche Regierung die Entdemokratisierung vorantreibt, beschrieb im Februar die FAZ. Mit Blick auf die Berliner Einmischung in den italienischen Wahlkampf, die helfen sollte, sparwilligen Kräften eine Mehrheit zu verschaffen, fragte das Blatt: „‘Dürfen‘ die Wähler (...) nur noch die Parteien und die Politiker wählen, die ein ‚vernünftiges‘, ein ‚richtiges‘ Programm haben und einen ‚proeuropäischen Kurs‘ zu steuern versprechen?“</p>
<p class="bodytext">Redakteur Klaus-Dieter Frankenberger antwortete prompt selbst: „Irgendwie schon.“ Es habe sich schließlich „als notwendig herausgestellt“, einen „bestimmten Politikkorridor einzuhalten, dessen Maximen lauten: konsolidieren, reformieren, wettbewerbsfähig werden“, sonst folge „die ‚Strafe‘ auf dem Fuß“, etwa „in Gestalt höherer Zinsen für Staatsanleihen“ oder in Form blanken Drucks fremder Regierungen.</p>
<p class="bodytext">Viele fragten sich, räumte Frankenberger ein, „was eigentlich von ihrer jeweiligen Demokratie“ noch übrig bliebe, wenn die gewählten Parlamente nur noch als „Vollzugsorgane“ fungierten, um wirtschaftsfreundliche Austeritätsprogramme in Kraft zu setzen. Die Antwort hierauf liegt auf der Hand. &nbsp;Die Entdemokratisierung durch die Krise nimmt auch das Bildungssystem nicht aus. Wie dies vonstatten geht, beschrieb die Athener Professorin Alexandra Ioannidou im März 2013 in einem im Internet publizierten Text. Seit Beginn der Krise sei mit drastischen Haushaltskürzungen das&nbsp;gesamte Bildungswesen Griechenlands „fast vollständig ruiniert worden“. Nun stehe „der öffentliche und unentgeltliche Charakter“ nicht nur „der universitären Bildung“, sondern der Bildung überhaupt in Frage.</p>
<p class="bodytext">„Ein ruiniertes öffentliches Bildungswesen“, schreibt Ioannidou, „bildet (dabei) die ideale Grundlage für den beschleunigten Einzug der privaten Schul- und Universitätsbildung trotz und jenseits bestehenden Rechts“: Bislang habe nämlich einem derartigen Umbau des Bildungssystems die griechische Verfassung im Wege gestanden. Mit der Privatisierung schwinden jedoch nicht nur die demokratische Kontrolle über das Bildungssystem, sondern auch der für alle gleiche, also demokratische Zugang zu ihm – und damit auch jener zum gesellschaftlichen Reichtum, den Bildung gewährt.</p>
<p class="bodytext"><b>Jörg Kronauer</b>, Redakteur bei german-foreign-policy.com</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>]]></content:encoded>
			<category>HLZ</category>
			
			
			<pubDate>Mon, 06 May 2013 10:49:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title> HLZ 5/2013 Titelthema | Der Klassenrat. Ein hessisches Erfolgsmodell macht Schule</title>
			<link>http://www.gew-hessen.de/index.php?id=296&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=5154&#38;cHash=49e5681fe3248cc66ff560cb6d13b9c0</link>
			<description>„Demokraten werden nicht geboren, Demokratie wird nicht vererbt, sondern muss gelebt und gelernt...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<div><p class="bodytext">Die Klasse als kleinste soziale Einheit ist der Ort, an dem Partizipation, Verantwortung und Beteiligung im sozialen Miteinander von Anfang an gelernt und Selbstwirksamkeit erfahren werden kann. Der Klassenrat ist ein basisdemokratischer Ansatz, der davon ausgeht, dass Kinder und Jugendliche in allen Bereichen, die das Miteinander in der Klasse und Schule bestimmen, beteiligt sind und Verantwortung übernehmen.</p></div><div><p class="bodytext">Das bezieht sich auf Vorhaben und Projekte, Regeln und Konflikte im Zusammenleben und -arbeiten ebenso wie auf unterrichtliche Inhalte. Er ist ein konkreter Schritt, die Kinderrechte umzusetzen. Diese wurden historisch errungen und Erwachsene sind verpflichtet, Kindern und Jugendlichen Gelegenheiten zu geben, diese Rechte kennenzulernen, zu erleben und wahrzunehmen. Die Ursprünge des Klassenrats liegen in der Freinet-Pädagogik sowie der Individualpsychologie Alfred Adlers.</p>
<p class="bodytext"><b>Wie Klassenrat gelingt</b></p>
<p class="bodytext">Der Klassenrat braucht eine feste Struktur. Er findet daher einmal wöchentlich im Sitzkreis statt und wird von den Schülerinnen und Schülern eigenverantwortlich geleitet und durchgeführt. Die Themen werden im Laufe einer Woche in geeigneter Form gesammelt und können sich auf die Gestaltung und Organisation des Lernens und des &nbsp;Zusammenlebens in der Klasse oder der Schule beziehen, gemeinsame Aktivitäten und Vorhaben ansprechen, ebenso aber auch aktuelle Probleme und Konflikte zum Thema machen. Auch die Lehrkraft kann gleichberechtigt Themen einbringen.</p>
<p class="bodytext">Im Klassenrat gibt es feste Ämter. Die Leitung, die Verantwortung für die Zeitstruktur, das Protokoll, die Rednerliste, die Einhaltung der Regeln werden von einzelnen Schülerinnen und Schülern übernommen. Der Klassenrat ist in erster Linie ein Forum der Schülerinnen und Schüler für ihre Anliegen und Wünsche, Probleme, Lösungen sowie für Lob und den Austausch positiver Erfahrungen. Er ist kein Ort zur Klärung von Konflikten zwischen zwei Kontrahenten und auch kein Ort, an dem Strafen ausgesprochen werden! Schülerinnen und Schüler finden in einem demokratischen Aushandlungsprozess gemeinsam Lösungen, die allen gerecht werden und für alle Beteiligten fair und tragbar sind. Beschlüsse &nbsp;werden in einem Protokoll festgehalten. Für die Lehrkraft bedeutet dies eine veränderte bzw. erweiterte Rolle, sie muss Verantwortung für Entscheidungen abgeben und sich auf Dialog und Aushandlungsprozesse einlassen, sie bleibt jedoch verantwortlich für die Gestaltung des Lern- und Erfahrungsraums und in besonderem Maße für das Recht auf Schutz des Einzelnen. Grundsätzlich hat die Lehrkraft eine Unterstützungs- und Vorbildfunktion und schult die für den Klassenrat wichtigen Kompetenzen.</p>
<p class="bodytext">Das Projekt Gewaltprävention und Demokratielernen (GuD) unterstützt seit Ende des Schuljahres 2008/2009 Lehrkräfte in Hessen bei der Einführung und Implementierung des Klassenrats durch Fortbildung und Beratung. Drei Fortbildungseinheiten begleiten und beraten die Lehrkräfte im Abstand von zwei bis drei Monaten bei der Einführung und Durchführung des Klassenrats.</p>
<p class="bodytext">Die Fortbildung wird acht Teilnehmerinnen und Teilnehmern schulintern angeboten. Bis heute haben daran 1.400 Lehrkräfte von 115 Schulen in Hessen teilgenommen. Alle Beteiligten erhalten eine Materialienmappe zum Klassenrat, der Schule werden zusätzlich Filme zur Verfügung gestellt, die in drei verschiedenen Schulformen gedreht wurden und authentische, lebendige Bilder über den Klassenrat vermitteln.</p>
<p class="bodytext">Ansichtsexemplare der Materialien können bei GuD (siehe Kasten) bestellt werden. Das IQ Hessen hat die Fortbildungsreihe zum Klassenrat zweifach evaluiert. Zunächst wurde die Einschätzung der Fortbildungsteilnehmerinnen und -teilnehmer zur Relevanz und zum Nutzen der Fortbildung erhoben. Die Ergebnisse zeigen, dass die Fortbildungsreihe als sehr hilfreich für die eigene Qualifizierung eingeschätzt wird. Der vollständige Bericht kann unter www.gud.bildung.hessen.de eingesehen werden.</p>
<p class="bodytext">Eine zweite Befragung im Dezember 2012 stand unter anderem unter folgenden Fragestellungen: Inwieweit wurden Fortbildungsinhalte in den Unterricht übernommen? Sind positive Auswirkungen erkennbar? Wie schätzen Schülerinnen und Schüler die Einrichtung des Klassenrats ein? Wie sehen das deren Lehrkräfte? Befragt wurden 109 Lehrkräfte sowie 2.290 Schülerinnen und Schüler. Erste Ergebnisse zeigen, dass von nahezu allen Lehrkräften positive Auswirkungen auf das Gesprächsverhalten und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, konstatiert werden. Sowohl die Schülerinnen und Schüler wie auch die Lehrkräfte beschreiben die Einrichtung, die Ergebnisse und den Kompetenzerwerb dabei als sehr positiv, es gibt in allen Bereichen hohe Zustimmungswerte. Das detaillierte Evaluationsergebnis wird Ende April vorliegen und auf der Homepage von GuD einsehbar sein.</p>
<p class="bodytext"><b>Marion Altenburg-van Dieken</b></p>
<p class="bodytext">Die Autorin ist Lehrerin und Landeskoordinatorin Hessen Süd im Projekt „Gewaltprävention und Demokratielernen“ (GuD) und Ausbildungsbeauftragte im Studienseminar für Grund-,&nbsp;Haupt-, Real- und Förderschulen Offenbach.</p>
<p class="bodytext"><b>Materialien zum Thema Klassenrat</b></p>
<p class="bodytext">Materialien zum Thema „Klassenrat“ bekommt man beim Projektbüro „Gewaltprävention und Demkratielernen“ in Frankfurt (Kontaktadressen in dieser HLZ auf Seite 10). Zahlreiche praktische Tipps und Anregungen findet man vor allem auch auf der Internet-Seite www.derklassenrat.de mit Möglichkeiten, das „Mitmach-Set“ mit Kopiervorlagen, Plakaten, „Ämterkarten“ und Filmen zu bestellen.</p></div>]]></content:encoded>
			<category>HLZ</category>
			
			
			<pubDate>Mon, 06 May 2013 10:30:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>HLZ 5/2013 Titelthema | Demokratie muss gelernt werden. Projekte zur Verwirklichung von Kinderrechten</title>
			<link>http://www.gew-hessen.de/index.php?id=296&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=5153&#38;cHash=0598a12a0ea7dc7670b49dd859b53001</link>
			<description>„Demokratie ist eine historische Errungenschaft. Sie ist kein Naturgesetz oder Zufall, sondern...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<div><p class="bodytext">Diese Passage aus dem Magdeburger Manifest vom Februar 2005 &nbsp;unterstreicht die Notwendigkeit von verstärktem Demokratielernen in der Schule und deren besondere Bedeutung. Demokratielernen ist noch nicht sehr lange im öffentlichpädagogischen Diskurs präsent. Eine entsprechende Aufmerksamkeit hat es erst durch das Bund-Länder-Kommissionsprogramm (BLK) „Demokratie lernen und leben“, das von 2002 bis 2007 in Hessen und zwölf weiteren Bundesländern realisiert wurde, bekommen.</p>
<p class="bodytext">Ausgangspunkt des BLK-Programms war es, Gefährdungen durch Gewalt, Fremdenfeindlichkeit, Rechtsextremismus und Antisemitismus, aber auch Politikverdrossenheit entgegenzuwirken. Demokratie ist ein schützenswertes Gut, das es immer wieder zu verteidigen, aber auch weiter zu entwickeln gilt. Die Schule ist der Ort, an dem sie von Anfang an gelernt werden kann. Aus&nbsp;der rechtlichen Perspektive lässt sich ferner konstatieren:</p></div><div><p class="bodytext">„Demokratie ist einerseits Verfassungsgebot und andererseits Erziehungsziel in allen Schulgesetzen der Republik. Das ergibt sich aus den&nbsp;&nbsp;Menschenrechtsbestimmungen des Grundgesetzes (Artikel 1-19): &nbsp; Demokratie, Menschenwürde, Freiheit, Gleichheit, Inklusion (= Sozialstaatsgebot). Die Kinderrechtekonvention der Vereinten Nationen, das Inklusionsgebot sind mittlerweile einklagbares Recht, das die Schulen verpflichtet. Die europäischen Länder haben einen Pakt zur Demokratieerziehung geschlossen, der sie zu education for citizenship und human rights education verpflichtet.“ (1)</p></div><div><p class="bodytext"><b>Vier Ebenen des Demokratielernens</b></p>
<p class="bodytext">Wenn wir von Demokratielernen in der Schule sprechen, ist ein Rückgriff auf eine Definition von Gerhard Himmelmann hilfreich, der von Demokratie als Regierungs-, Gesellschafts-&nbsp;und Lebensform spricht. Während Demokratie als Regierungsform in der Schule meist im Politikunterricht vermittelt wird, kann Demokratie als Gesellschaftsform im unmittelbaren Nahbereich der Schule &nbsp;durch die Mitarbeit in sozialen und zivilen Projekten erlebt werden.</p>
<p class="bodytext">Die Demokratie als Lebensform spielt sich ganz unmittelbar im Klassenzimmer ab. Hier können „grundlegende Rechte (also Menschenrechte und Kinderrechte), (...) Teilhabe, Engagement, Mitwirkung, Diskurs, Kooperation, Mitbestimmung, Verantwortung“ unmittelbar umgesetzt werden, wie Wolfgang Edelstein meint.</p>
<p class="bodytext">Ein ganz praktisches Beispiel hierfür ist der Klassenrat (HLZ S.15), in dem all die genannten Aspekte realisiert werden können. Demokratielernen kann sich auf vier Ebenen beziehen: auf den Unterricht, auf das Lernen in Projekten, auf die demokratische Gestaltung der Schule und auf die Schule in der Demokratie. Was ist damit gemeint?</p><ul><li>Der Unterricht ist ein sehr gutes Feld, um demokratische Teilhabe von &nbsp;Schülerinnen und Schülern zu gewährleisten; sei es durch deren Beteiligung an der (methodischen) Gestaltung des Unterrichts, durch die Berücksichtigung ihres Vorwissens und ihre inhaltlichen Fragen oder durch die Einführung einer Feedback-Kultur.</li><li>Projekte bieten einen guten Rahmen, um demokratische Erfahrungen machen zu können. Dies kann in Form von Geschichts-, Kultur- oder Ökologieprojekten erfolgen, bei denen Schülerinnen und Schüler erleben, wie sie beispielsweise durch die Erstellung einer regionalen Ausstellung über die NS-Zeit Geschichte realitätsnah verstehen und anderen vermitteln können.</li><li>Die Entwicklung einer demokratischen Schulkultur zeigt sich an einer größtmöglichen Partizipation aller an Schule Beteiligten (Lehrkräfte, Eltern, Schüler), das heißt auch am guten Funktionieren einer Schülervertretung und an der Weiterentwicklung zu einem Stufen- oder Schülerparlament.</li><li>Die Schule in der Demokratie ist die Mitwirkung der Schule in der Gemeinde oder dem Stadtteil zum Beispiel durch Teilnahme an Planungsprozessen oder an lokalen Aktionen gegen Rassismus und Rechtsextremismus.</li></ul><p class="bodytext"><b>Demokratielernen in Hessen</b></p>
<p class="bodytext">Im Anschluss an das BLK-Programm wurde im Sommer 2007 auf der Grundlage eines fraktionsübergreifenden Landtagsbeschlusses gegen Verrohung und Gewalt das Projekt &quot;Gewaltprävention und Demokratielernen&quot;&nbsp;(GuD) im Rahmen des Hessischen Kultusministeriums gegründet. &nbsp;GuD arbeitet mit drei Schwerpunkten: Fortbildung, Beratung, Vernetzung. Es gibt ein umfangreiches Fortbildungsangebot von Mediation bis hin zum Klassenrat und sieben regionale Projektentwicklungsgruppen, an denen jeweils zwei Vertreterinnen und Vertreter der beteiligten Schulen teilnehmen.</p>
<p class="bodytext">Einmal im Jahr wird mit Projektpartnern ein landesweiter Demokratietag durchgeführt, der nächste findet am 22. November 2013 am Goethegymnasium in Bensheim statt (2). 1989 wurde die UN-Kinderrechtskonvention verabschiedet und 1992 von Deutschland ratifiziert. Im Kern umfassen die Kinderrechte drei zentrale Bereiche: Schutz (zum Beispiel körperliche Unversehrtheit), Förderung und Entwicklung (zum Beispiel Recht auf Bildung) sowie Beteiligung und Mitbestimmung (zum Beispiel Mitsprache). Unter demokratiepädagogischen Aspekten kommt dem Beteiligungsrecht eine besondere Bedeutung zu, denn damit haben Kinder und Jugendliche das Recht, angehört und in allen sie betreffenden Fragen beteiligt zu werden. Wenn das ernst genommen wird, dann ergeben sich daraus verschiedene Aufgaben und Schritte für Schule und Jugendbildung.</p>
<p class="bodytext">Ein wichtiger Schritt zur Umsetzung der Kinderrechtskonvention&nbsp;ist zunächst, möglichst alle Kinder und Jugendlichen über ihre Rechte aufzuklären. Bereits in der Grundschule sollte daher die Behandlung der Kinderrechte zum Pflichtprogramm gehören. Anregungen, wie das Thema im Unterricht behandelt werden kann, finden sich in zwei Broschüren „Kinderrechte machen Schule“. Ebenso bedeutsam ist es, die Kinderrechte aktiv in der Schule umzusetzen. Ein Ansatzpunkt dazu ist der Klassenrat.</p>
<p class="bodytext">Die Verwirklichung der Kinderrechte bedeutet allerdings auch die Verwirklichung des Rechts auf Bildung für Flüchtlingskinder und Kinder, die sich, allein oder mit ihren Familien, illegal in Deutschland aufhalten. Die Kinderrechtskonvention enthält wesentliche Aspekte wie die Nicht-Diskriminierung, die physische und psychische Gewaltfreiheit, also auch das Recht, nicht herabgesetzt und beschämt zu werden. Partizipation der Schülerinnen und Schüler in Unterricht und Schule ist insofern kein kinderfreundlicher Zusatz, sondern essentielles Recht. Die Kinderrechte sind mittlerweile auch im Hessischen Referenzrahmen Schulqualität (HRS) verankert. Hier heißt es im Qualitätsbereich Schulkultur: „Kinderrechte werden in der Schule thematisiert und beachtet.“ </p>
<p class="bodytext"><b>Modellschul-Netzwerk für Kinderrechte</b></p>
<p class="bodytext">Um den Gedanken der Kinderrechte in den hessischen Schulen möglichst weit zu verbreiten, wurde zum Sommer 2010 vom Verein Makista mit Unterstützung der Ann-Kathrin Linsenhoff- und der Flughafen-Stiftung ein Modellschul-Netzwerk für Kinderrechte gegründet. An diesem Netzwerk nahmen zehn Schulen (acht Grundschulen und zwei Sekundarschulen) aus dem Rhein-Main-Gebiet teil. In Form eines Pilotprojekts entwickelten diese zehn Schulen verschiedene Aktivitäten, um die Kinderrechte lebendig und für möglichst alle sichtbar werden zu lassen. So wurden in den Klassen dieser Schulen Klassenräte eingerichtet, symbolische und ästhetische Aktionen zu den Kinderrechten durchgeführt und Schülervertretungen neu aufgebaut bzw. reaktiviert. Aktuell bietet das Netzwerk Fortbildungen an, die von den beteiligten Schulen ausgerichtet werden. Unter anderem geht es um ein Kinderrechte-Fachcurriculum, um gemeinsame Aktivitäten von Schule und Stadtteil für Kinderrechte, um Partizipation und Verantwortungsübernahme sowie eine kinderfreundliche Kommune (3).</p>
<p class="bodytext"><b>Kinderrechte und Schulentwicklung</b></p>
<p class="bodytext">Demokratielernen und die Umsetzung der Kinderrechte erfolgen in der Schule nicht automatisch. Es bedarf immer wieder großer Anstrengungen, um das Thema lebendig zu erhalten und den selbst formulierten Anspruch auch zu leben. Um dies zu erreichen, ist ein entsprechender Schulentwicklungsprozess erforderlich. Exemplarisch lässt sich das am Beispiel der Albert-Schweitzer-Grundschule in Langen aufzeigen. Diese Schule beteiligte sich am BLK-Programm „Demokratie lernen und leben“ und gewährt allen an Schule Beteiligten ein Höchstmaß an Partizipation. Unter anderem wurden von 2002 bis 2006 Rechten- und Pflichtenhefte für Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrkräfte erstellt, wobei jede dieser Gruppen diesen Prozess eigenständig durchführte und die Kinder von Erwachsenen unterstützt wurden. Die Schülervertretung ist ein Schülerparlament und erhält besondere Aufmerksamkeit dadurch, dass sich die Schulleitung wöchentlich mit ihm trifft, um alle Anliegen einvernehmlich zu besprechen und zu regeln.</p>
<p class="bodytext">Jede Klasse hat einen Klassenrat, in dem wöchentlich alle wesentlichen Anliegen besprochen und geklärt werden. Zu BLK-Zeiten erhielt die Albert-Schweitzer-Schule externe Unterstützung durch eine Schulentwicklungsberaterin, um die Prozesse mit Hilfe ihres externen Blicks zu optimieren. Seit 2010 ist die Schule am Modellschul-Netzwerk für Kinderrechte beteiligt, um auch hier von externer Begleitung zu profitieren. An diesem Beispiel wird deutlich, dass ein demokratischer Schulentwicklungsprozess externer Unterstützung bedarf, um erfolgreich zum Ziel zu führen. Schulentwicklung in diesem Sinne ist ein immerwährender partizipativer Prozess von interner und externer Evaluation und Weiterentwicklung zum Wohle der Kinder und Jugendlichen und aller an Schule Tätigen.</p>
<p class="bodytext"><b>Helmolt Rademacher</b></p>
<p class="bodytext">Helmolt Rademacher ist Lehrer und Lehrerausbilder am Studienseminar für Grund-, Haupt-, Real- und Förderschulen Offenbach, Leiter des HKM-Projekts „Gewaltprävention und Demokratielernen“ und Mitglied im Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Demokratiepädagogik.</p>
<p class="bodytext">(1) Wolfgang Edelstein, Zur Bedeutung von Demokratiepädagogik heute: Warum Demokratie lernen, wozu Demokratie lernen, wie Demokratie lernen? Vortrag am 5.10.12, Evangelische Akademie Arnoldshain, S.1</p>
<p class="bodytext">(2) Eine Dokumentation der hessischen Demokratietage findet man im Internet unter www.hessischer-demokratietag.de</p>
<p class="bodytext">(3) Nähere Informationen unter www.kinderrechteschulen.de</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p></div>]]></content:encoded>
			<category>HLZ</category>
			
			
			<pubDate>Mon, 06 May 2013 09:56:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>HLZ 5/2013 Titelthema | Ohnmacht des Wissens? Von der Französischen Revolution zur Postdemokratie</title>
			<link>http://www.gew-hessen.de/index.php?id=296&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=5152&#38;cHash=9f3b606825c0bcaacffb7ea0eaac0b96</link>
			<description>Wer sich mit dem Verhältnis von Bildung und Demokratie beschäftigt, darf nicht vergessen, dass...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<div></div><div><p class="bodytext">Ein Bildungsbegriff, der sich gegen reinen Utilitarismus zur Wehr setzt und dem so ein Moment der Freiheit innewohnt, speist sich daher auch aus der Erinnerung an diesen ursprünglichen Inhalt persönlicher Gestaltungsräume. Bei seiner unreflektierten Idealisierung wird er aber auch leicht zur ideologischen Beute konservativer Kulturkritik.&nbsp;</p>
<p class="bodytext"><b>Bildungspolitik und Demokratiegeschichte</b></p>
<p class="bodytext">„Je besser der Staat eingerichtet ist, desto matter die Menschheit.“ (1) So lautete die Kurzform des von Friedrich Nietzsche ins Philosophische &nbsp;gewendeten Schlachtrufs gegen die Forderung nach Égalité, dem am meisten gehassten Ideal der Französischen Revolution. Die „Masse“ der Ungebildeten müsse das ausbeutbare Fundament der Gesellschaft bleiben, an deren Spitze eine Aristokratie des Geistes das ihr innewohnende Genie zu leben bestimmt sei, eine gar nicht exotische, sondern im 18. und 19. Jahrhundert verbreitete Vorstellung, der die Teilung der Gesellschaft in eine privilegierte, „kulturtragende“</p>
<p class="bodytext">Klasse und eine in sklavereiähnlichen Umständen lebende Klasse als „von der Natur eingerichtet“ erschien – ein Konzept, das im Übrigen auch gut mit dem Freiheitsbegriff des frühen Liberalismus konform ging, der angesichts von Plantagensklaverei und aufkommender Lohnsklaverei in der &nbsp;frühkapitalistischen Fabrik wenig Skrupel verspürte. Die Französische Revolution von 1789 stellte aus dieser Sicht das Ärgernis des antidemokratischen Konservativismus dar, als „Aufstand des Pöbels“, der führungslos doch nur zu Anarchie und Terror fähig sei. Der elitäre Bildungsbegriff, der dieser Sichtweise entsprach, witterte darum auch in den demokratischen Forderungen nach einer Verallgemeinerung der Bildung für breite Volksschichten das Streben nach einer „Emanzipation der Massen von der Herrschaft der großen Einzelnen“ (2).</p>
<p class="bodytext">Bernard Mandeville, ein liberaler Denker, sorgte sich schon 1714 um die Aufrechterhaltung der „Ordnung“: „Glück und Gedeihen eines jeden Staates und Reiches erfordern daher, dass die Kenntnisse der arbeitenden ärmeren Klasse auf das Gebiet ihrer Beschäftigungen beschränkt und niemals – soweit es sich um materielle Dinge handelt – über ihren Beruf hinaus ausgedehnt werden. Je mehr ein Schäfer, ein Feldarbeiter oder anderer Landmann von der Welt und den seiner Arbeit und Tätigkeit fremden Dingen weiß, desto weniger geeignet wird er sein, deren Mühen und Strapazen in heiterer Zufriedenheit zu ertragen.“(3)</p>
<p class="bodytext">Für jeden einzelnen die Voraussetzungen zu schaffen, „unter den Bürgern eine tatsächliche Gleichheit herzustellen und die durch das Gesetz zuerkannte politische Gleichheit zu einer wirklichen zu machen, das muss“, so Marie Jean Antoine de Condorcet 1792, „das erste Ziel eines nationalen Unterrichtswesens sein“ (4). Bildung als entscheidendes Moment einer vertikalen sozialen Mobilität, um die bestehenden Klassenunterschiede auszugleichen, war eine frühbürgerliche Utopie. Dieser weit reichende Anspruch des Gleichheitsgedankens konnte 1792 von einem dezidierten Liberalen vertreten werden, der den universellen Anspruch der Demokratie noch ernst nahm: ohne Einführung umfassender öffentlicher Schulbildung keine tatsächliche Verwirklichung der Demokratie und ihrer Ziele!</p>
<p class="bodytext">Weit davon entfernt, sich mit der legislativen Installation einer formalen Gleichheit vor dem Gesetz zufrieden zu geben, nehmen schon die ersten bildungspolitischen Programme der beginnenden Neuzeit die sozialen Gegensätze als Hindernis auf dem Weg zur Entfaltung einer wirklichen Demokratie zur Kenntnis und in Angriff, so Michel Lepeletier, der andere große Bildungsreformer neben Condorcet: „Eine weit größere Ungleichheit entsteht aber infolge des verschiedenen Vermögens der Eltern, und hier haben die Wohlhabenden, das heißt der kleinste Teil der Nation, den ganzen Vorteil. Diese bedürfen nicht der Arbeit des Kindes, um es zu ernähren, und können es also leicht alle Tage und mehrere Stunden am Tage in die Schule schicken. Aber können die Armen das?“ (5) Welch weit reichende Einsicht in die Tragweite demokratischer Ideale, wenn man bedenkt, dass es beispielsweise in den USA als „Musterland“ des Liberalismus erst 1938 gelang, Kinderarbeit per Gesetz zu verbieten!</p>
<p class="bodytext"><b>Armut als Bedrohung der Demokratie</b></p>
<p class="bodytext">Armut von breiten Teilen der Bevölkerung als Bedrohung einer Demokratie, &nbsp;die man sie in ihren revolutionären Ursprüngen noch zu denken wagte: Diese Einsicht ist eine visionäre Sicht auf die Ursache künftiger Gebrechen der Gesellschaft, die sich aus der gewaltsamen Zurückdrängung der Demokratie nach 1800 ergab. Die Massenarmut, deren politische Folgen nach der großen Depression in Europa in den Faschismus mit seinen verheerenden Folgen mündeten, ist eines der Schreckensbeispiele für diese Gesetzmäßigkeit – ein Anstoß, um über die zerstörerischen Wirkungen der permanenten Krise des Kapitalismus in der Jetztzeit nachzudenken, sind doch viele Forderungen der Revolutionäre von 1789 höchst modern, was sich nicht nur ihren visionären Qualitäten verdankt, sondern auch der Tatsache, wie zurückgeblieben die sozialen Umstände der Gegenwart einmal mehr (wieder) sind. Michel Lepeletier lobte in seinem „Plan einer Nationalerziehung“ 1793 „eine beständige Lebensweise, eine gesunde und der Kindheit entsprechende Nahrung, graduelle und gemäßigte Arbeiten“ als Mittel, „dem Körper die ganze Entwicklung zu geben, deren er fähig ist, und alle Fähigkeiten zu verleihen, zu denen er geschickt ist“. Das seien Aspekte einer „Nationalerziehung“, die „gemeinschaftlich“, „auf Kosten der Republik“ allen Kindern, unabhängig von ihrer Herkunft „dieselbe Sorgfalt“ zu kommen lassen soll und – für die Bildungspolitiker schon damals selbstverständlich – eine sozial gerechte Art der Finanzierung verlangt: „Was die Art und Weise betrifft, [...] die Last dieser Einrichtung zu verteilen, so wird sie fast ganz auf den Reichen fallen, für den Armen soll die Taxe kaum fühlbar sein.“ (6) </p>
<p class="bodytext">Inklusion 1792! Schon mit den Bildungskonzepten der Französischen Revolution sind also die Konfliktlinien gezogen, die bis heute jede &nbsp;diesbezügliche politische Diskussion bestimmen: Zugang zu höherer Bildung für möglichst breite Schichten der Bevölkerung als Voraussetzung von vertikaler sozialer Mobilität, die Forderung nach öffentlicher Bildungsfinanzierung unter angemessener Beteiligung derjenigen Schichten, die von den Ergebnissen der Produktivkraft Bildung am meisten profitieren und damit Abbau bestehender Benachteiligungen und vieles mehr.</p>
<p class="bodytext">Dass Bildung - über das rein utilitaristische Ziel der Vermittlung von beruflich ausbeutbaren Kenntnissen hinaus - imstande ist, einen unverzichtbaren Beitrag zur menschlichen Emanzipation zu leisten, lässt sich schon an den Legion gewordenen diesbezüglichen Misstrauensbekundungen ablesen, die von Parteigängern jeglicher Privilegienwirtschaft bekannt sind – wie unter anderen die evangelischen Missionsgesellschaften in der deutschen Kolonie Togo, von der Sorge bedrückt, durch die allgemeine Vermittlung des Deutschen wachse ein „eingebildetes, anspruchsvolles und leicht auch unzufriedenes Geschlecht heran“, „denn die Eingeborenen hören von den Europäern vieles, was schädlich wirkt, und fühlen sich im Besitz der Sprache der Europäer versucht, sich ihnen gleich zu stellen“ (7).</p>
<p class="bodytext">Zu „dem Schädlichen“, vor dem die „Eingeborenen“ bewahrt werden sollten, gehörte auch der sozialdemokratische „Vorwärts“: Daher erschien der Kolonialverwaltung der Deutsch lesende Afrikaner auch als eine besondere Gefahr. Der Überschuss an Kenntnissen und Fähigkeiten über das reinem Nutzdenken Unterworfene hinaus, den Bildung erzeugen muss, um als solche gelten zu können, ist es, was sie letztlich zur Gefahr für jegliche undemokratischen Kräfte und Strukturen werden lässt. Alle Versuche, schulische und universitäre Bildung einem hermetisch geschlossenen Effizienzdenken unterzuordnen, sind daher mit Misstrauen zu betrachten, zielen sie doch darauf ab, im Namen rein ökonomischer &nbsp;Nützlichkeitserwägungen das im Bildungssystem unverzichtbare Moment an geistiger und materieller Freiheit zu verhindern. Dabei geht es auch um den Widerstreit zweier gegensätzlicher Konzepte von „Zeit“. Denn ob auch im Bildungswesen „Time ist money“ (Benjamin Franklin) gelten soll oder ob Bildungs-Zeit nicht auch die Freiräume für bewusstseinsbildende Muße mit Gelegenheit zu streitbarem politischen und sozialen Engagement enthalten muss, ist eine der wesentlichen Fragen der Gegenwart, die an die Arbeits-, Studien- und Lernbedingungen der betroffenen Menschen rührt. Dazu passt, dass „unnötig zeitaufwändige“ Beteiligungs- und Entscheidungsprozeduren in der rechtsstaatlich-parlamentarischen Demokratie mittlerweile als &nbsp;Standortnachteil“ gehandelt werden, wo es doch eine der grundlegenden geschichtlichen Lektionen sein sollte, dass die „Opportunitätskosten“ von Einschränkungen der Demokratie schnell unkalkulierbare Höhen erreichen!</p>
<p class="bodytext"><b>Ernst Olbrich</b></p>
<p class="bodytext">(1) Friedrich Nietzsche, Wir Philologen, in: ders., Unzeitgemäße Betrachtungen. Stuttgart 1964, S. 599</p>
<p class="bodytext">(2) Friedrich Nietzsche, Über die Zukunft unserer Bildungsanstalten, a.a.O., S. 418</p>
<p class="bodytext">(3) Bernard Mandeville, Die Bienenfabel, zitiert nach: Domenico Losurdo, Nietzsche, der aristokratische Rebell. Berlin 2009, S. 389</p>
<p class="bodytext">(4) Marie Jean Antoine de Condorcet, Bericht über die allgemeine Organisation des Unterrichtswesens, in: Erziehungsprogramme der französischen Revolution, Berlin/Leipzig 1949, S. 63</p>
<p class="bodytext">(5) Michel Lepeletier, Plan einer Nationalerziehung, in: Erziehungsprogramme, a.a.O., S. 123 ff</p>
<p class="bodytext">(6) ebd., S. 123 ff </p>
<p class="bodytext">(7) zitiert nach: Informationszentrum Dritte Welt, April/Mai 2005, S. 41</p></div>]]></content:encoded>
			<category>HLZ</category>
			
			
			<pubDate>Mon, 06 May 2013 09:34:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>&quot;Vergleichsarbeiten VERA in der Kritik&quot; | Freistellung von den Tests beantragen</title>
			<link>http://www.gew-hessen.de/index.php?id=296&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=5149&#38;cHash=275eb5d40f01db147da89e2484a6c8e1</link>
			<description>Im Februar 2013 verabredeten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Fachtagung der GEW-Hessen ...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Die Fachtagung beschloss, in den Schulen eine breitere Diskussion über diese Ausstiegsmöglichkeit anzuregen und über Anträge auf Befreiung von der Teilnahme an VERA an das Hessische Kultusministerium heranzutreten, um die Landesregierung zu einer Korrektur ihrer bisherigen Position „verpflichtende Durchführung von VERA in zwei Fächern an vier Tagen in der dritten Klasse“ zu bewegen.</p>
<p class="bodytext">Auf das kurzfristige Bekanntwerden des KMK-Beschlusses hin haben sich an die hundert Schulen, die der GEW bekannt geworden sind, mit der Thematik befasst, Konferenzbeschlüsse herbeigeführt&nbsp; und dem Kultusministerium ihr Anliegen, von VERA freigestellt zu werden, zum größten Teil schulbezogen begründet. Diese Anträge erzeugten verschiedene Reaktionen einzelner Schulämter, die durch ein Schreiben des Landesschulamtes vom 10. April 2013 eine Klarstellung erfahren sollten. Das vollständige Schreiben des Landesschulamtes findet ihr/finden Sie zum Download im Anhang. </p>
<p class="bodytext">Das Landesschulamt verweist in seinem Schreiben vom 10. April 2013 darauf, da eine grundsätzliche Teilnahmeverpflichtung bestünde, könnten Befreiungen nur im Ausnahmefall aufgrund einer auf den Einzelfall zugeschnittenen Begründung erfolgen und weiter: „Ein für alle Grundschulen in Hessen gültiges Formular mit vorformulierten Gründen kann dabei nicht zur Feststellung eines Ausnahmefalls dienen.“&nbsp; </p>
<p class="bodytext">Dazu stellt die GEW Hessen fest, dass die überwiegende Mehrheit &nbsp;der ihr bekannt gewordenen Anträge schul- oder gruppenspezifische und eine auf den Einzelfall zugeschnittene Begründung anführen, um die Ausnahme zu begründen. </p>
<p class="bodytext">Das Landesschulamt weist die Schulämter an, mit Schulleitungen Kontakt aufzunehmen und die Thematik geeigneter Weise zu besprechen. In der Kürze der Zeit wird kaum Raum für angemessene Gespräche sein. Leider geht das Landesschulamt in seiner ablehnenden Stellungnahme nicht auf diese schulbezogenen Einzelfallbegründungen ein. </p>
<p class="bodytext">Die GEW Hessen bedankt sich bei allen Kolleginnen und Kollegen, die das Thema aufgegriffen, in die Schulen getragen und den Aufwand,&nbsp; einen Antrag zu schreiben, auf sich genommen haben. Die GEW Hessen wird diese Initiativen aufnehmen, um das Gespräch mit Kultusministerin Beer zu suchen. </p>
<p class="bodytext">Wie uns ebenfalls bekannt geworden ist, wurden auch Eltern von den Kollegien über die Entscheidung, einen Freistellungsantrag zu stellen, informiert. Daher haben wir dem Schulversand eine Elterninformation beigelegt. Der Elternflyer kann in weiteren Exemplaren bei der GEW Hessen bestellt werden. </p>
<p class="bodytext">Um Eltern eine Möglichkeit zu geben, ihrer Unterstützung des Protest gegen VERA Ausdruck zu verleihen, findet Ihr/finden Sie eine Unterschriftensammlung (im Anhang)&nbsp;ebenfalls zum Herunterladen,<a name="_GoBack"></a> die dabei helfen kann, über den Mai hinaus die Diskussion zu verbreitern und weiter in den hessischen Wahlkampf zu tragen.&nbsp;</p>
<p class="bodytext">Soweit einzelne Schulen darauf hingewiesen wurden, dass die Erlasslage die Durchführung von Vergleichsarbeiten in der Grundschule vorschreibt, ist dies für die Schulen bindend. <i>Vereinzelt</i> ist die GEW gefragt worden, was geschieht, wenn eine Schule die Durchführung der Tests verweigert. Es kann leider nicht mit Sicherheit vorausgesagt werden, zu welcher Sanktion es bei einer Verweigerung kommen wird. Das Dienstrecht bzw. Disziplinarrecht enthalten keine eindeutigen &quot;Tatbestandsbeschreibungen&quot; mit eindeutig geregelten&nbsp;Rechtsfolgen. Mit rechtlichen Mitteln werden diese nicht zu verhindern sein. </p>
<p class="bodytext">Für diejenigen, die den Schritt in die Verweigerung der VERA-Durchführung machen wollen und für den Fall, dass es zu Sanktionen kommt, wird die Landesrechtsstelle die notwendigen Empfehlungen und Hinweise geben, wie jede(r) einzelne auf die Sanktionen des Dienstherrn reagieren kann. Darüber hinaus wird die GEW den gewerkschaftlichen Rechtsschutz für ihre Mitglieder dort einsetzen, wo Einzelne durch unverhältnismäßige Sanktionen exemplarisch bestraft werden sollen. </p>
<p class="bodytext">In den kommenden Tagen werdet Ihr/werden Sie auch eine vorbereitete Pressemitteilung erhalten, in der Sie/in der Ihr Eurem Protest gegen die angewiesene Durchführung von VERA&nbsp; zusammen mit den Kreisverbänden der GEW Ausdruck verleihen könnt.</p>
<p class="bodytext">Karola Stötzel, Stellv. Landesvorsitzende&nbsp; GEW Hessen</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>]]></content:encoded>
			<category>Grundschul-Themen</category>
			
			
			<pubDate>Tue, 30 Apr 2013 17:10:00 +0200</pubDate>
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		</item>
		
		<item>
			<title>Eingungen im Tarifstreit mit der Goethe-Universität Frankfurt und der TU Darmstadt erzielt</title>
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			<description>Nachdem sich am 16. April 2013 die Gewerkschaften und das Land Hessen auf eine Einigung in der...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<div><p class="bodytext">Sie verhandelten&nbsp;an den tarifrechtlich selbständigen Universitäten über die Tarifentwicklung 2013. </p>
<p class="bodytext">Mit beiden Hochschueln konnten sich die Gewerkschaften auf Eingungspapiere verständigen, die&nbsp;weitgehend der Vereinbarung mit dem Land entsprechen.</p></div>]]></content:encoded>
			<category>Startseite</category>
			
			
			<pubDate>Tue, 30 Apr 2013 11:02:00 +0200</pubDate>
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		</item>
		
		<item>
			<title>Endlich ein Tarifvertrag! 400 Beschäftigte der ASB-Lehrerkooperative erhalten ab 1. Januar 2013 durchschnittlich 5 Prozent mehr Gehalt</title>
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			<description>Nach drei Jahren Tarifauseinandersetzungen beim freien Träger für Kindertagesstätten,...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<div><p class="bodytext">Die Einkommenserhöhung und die Überführung der bisherigen „Betriebsvereinbarung Gehalt“ in einen Entgelttarifvertrag sowie die Vereinbarung, einen Manteltarifvertrag für die Einrichtung zu verhandeln, der am 1. Januar&nbsp;2015 in Kraft treten soll, werten GEW und ver.di angesichts der jüngeren Geschichte der Lehrerkooperative als beachtlichen Erfolg. Die Regelungen zum Einkommen sind erstmals zum 31. Dezember&nbsp;2014 kündbar.</p></div><div><p class="bodytext">„Auch wenn unsere Forderung nach der Übernahme des für die kommunalen Arbeitgeber geltenden Tarifvertrages TVöD noch nicht realisiert werden konnte, haben wir mit einer im Durchschnitt fünfprozentigen Gehaltserhöhung ab 1. Januar&nbsp;2013 doch einen guten Schritt gemacht“, &nbsp;kommentierte der verantwortliche Verhandlungsführer der GEW, Rüdiger Bröhling.</p></div><div><p class="bodytext">„Sozial gerecht ist, was den Abstand zum TVöD verringert“, war das Leitbild mit dem die Verhandlungskommission in die Entgeltverhandlungen 2013 entsandt wurde. So wurde das Volumen der Entgelterhöhung nicht auf alle gleich verteilt, sondern liegt für diejenigen Gruppen, deren Bezahlung am weitesten vom Niveau des TVöD entfernt ist, prozentual deutlich höher. </p>
<p class="bodytext">Erzieherinnen und Erzieher erhalten demnach 6,2 Prozent mehr Entgelt. Dasselbe gilt auch zum Beispiel für die Küchenhelferinnen und -helfer. Die Einkommen anderer Beschäftigtengruppen, die im vergangen Jahr eine 10-prozentige Gehaltserhöhung bereits erhalten hatten, steigen um 2 Prozent. Zudem wird die Zulage für Kitaleitungen auf 450 Euro erhöht. &nbsp;</p></div><div><p class="bodytext">In der Tarifeinigung verständigten sich die Vertragsparteien auch darauf, dass die Arbeitgeberseite und die Gewerkschaften GEW und ver.di &nbsp;gemeinsam auf die Stadt Frankfurt einwirken, die Finanzierungsbedingungen der ASB Lehrerkooperative so auszugestalten, dass der Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes (TVöD) umgesetzt werden kann.&nbsp;</p></div><div><p class="bodytext">Die Geschichte des Kampfes um einen Tarifvertrag für die bei der Lehrerkooperative Frankfurt Beschäftigten reicht weit zurück bis in die Mitte der 1990er Jahre. Damals gründeten einige Kolleginnen und Kollegen der ehemals „selbstverwalteten Betriebes Lehrerkooperative e.V.“ mit Unterstützung der GEW einen zunächst heiß umstrittenen Betriebsrat. Bald &nbsp;danach begannen sie, ihre Kolleginnen und Kollegen in die GEW und auch in ver.di zu organisieren. Ende der 90er Jahre gab es eine erste Initiative der Beschäftigten der Lehrerkooperative, tarifvertragliche Regelungen zu vereinbaren. Dies scheiterte aber am hartnäckigen Widerstand der Geschäftsleitung. `The Times They Are a-Changin.’</p></div><div></div><div></div>]]></content:encoded>
			<category>Startseite</category>
			
			
			<pubDate>Fri, 26 Apr 2013 13:47:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="http://www.gew-hessen.de/uploads/media/2013_04_tarifinfo_asb_lehrerkooperative.pdf" length ="180331" type="application/pdf" />
		</item>
		
		<item>
			<title>Marburger Bildungsaufruf: Demokratisierung statt Ökonomisierung! </title>
			<link>http://www.gew-hessen.de/index.php?id=296&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=5140&#38;cHash=a4f4822a0433e39ac28f708316317fd8</link>
			<description>Wir brauchen eine neue Entwicklungsrichtung für unser Bildungswesen. Seit Jahren greift die...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Im Gesundheits- und Sozialwesen ist dies bereits sehr deutlich geworden. Auch in der&nbsp;Bildung geht es bei den aktuellen Schulreformen vorrangig um betriebswirtschaftliche Effizienz,&nbsp;Konkurrenz und Verwertbarkeit. Den Preis zahlen unsere Kinder und Jugendlichen, ihre Eltern,&nbsp;unsere Lehrkräfte und Schulen. Den Preis zahlen wir alle.</p>
<p class="bodytext"><b>1. Unsere Kinder und Jugendlichen </b>brauchen Zeit für ihre persönliche Entwicklung, anstatt durch die&nbsp;Schule gehetzt zu werden. Sie brauchen Zeit für spielerisches Erproben und kreatives Gestalten, für&nbsp;gründliches Nachdenken und kritisches Prüfen sowie für die Entwicklung von Urteilsfähigkeit.&nbsp;„Zeitraub“ (Oskar Negt) durch Schulzeitverkürzung und eine von „Testeritis“ beherrschte&nbsp;Lernatmosphäre behindern Bildung.</p><ul><li><strong>Gegen G8 und schulischen Dauerstress!</strong></li><li><strong>Für Entschleunigung beim Lernen und ausreichende Entwicklungszeit für alle!</strong></li></ul><p class="bodytext"><b>2. Unsere Lehrkräfte </b>haben laut Verfassung des Landes Hessen (Art. 56,4) einen Bildungs- und&nbsp;Erziehungsauftrag wahrzunehmen, demzufolge Bildung mehr darstellt als die Summe messbarer&nbsp;Lernergebnisse. Bildung darf nicht reduziert werden auf ein effizienzorientiertes „Fitmachen“ für den&nbsp;Markt. Die derzeitige Schulpolitik verengt Bildung auf die Vermittlung instrumenteller Fertigkeiten&nbsp;(„Kompetenzen“). Wenn jedoch Unterricht so ausgerichtet und immer stärker durch ein „Teaching-to-&nbsp;the-test“ bestimmt wird, bleibt Bildung in ihrer &nbsp;ethischen und emanzipatorischen Funktion auf der&nbsp;Strecke. Lehrkräften kommt im Bildungsprozess eine zentrale Rolle zu. Sie brauchen pädagogische&nbsp;Freiheit und mehr Mitbestimmungsrechte.</p><ul><li><strong>Gegen „Bildungsstandards“ und „Kompetenzorientierung“!</strong></li><li><strong>Für eine umfassende Bildung für alle!</strong></li></ul><p class="bodytext"><b>3. Unsere Schulen </b>müssen für gelingenden Unterricht menschenfreundliche Lernbedingungen bieten&nbsp;können. Dazu gehören u.a. eine umfassende Versorgung mit professionellem Personal (Lehrkräfte,&nbsp;Sozialarbeiter, Mediatoren, Psychologen), eine angemessene räumliche und materielle Ausstattung&nbsp;und Planungssicherheit. All dies muss „Sache des Staates“ bleiben (Verfassung des Landes Hessen,&nbsp;Art. 56,1). Wenn die Regeln der Ökonomie die pädagogischen Prozesse bestimmen, werden Schulen&nbsp;zu Dienstleistungsunternehmen degradiert, die – z.B. als „Selbständige Schulen“ – um „Kunden“&nbsp;(Eltern und Schüler) wetteifern, anstatt junge Menschen zu gemeinsamer Selbsterziehung und&nbsp;selbständigem Denken und Handeln zu befähigen. Wo es um Bildung und Persönlichkeitsentwicklung&nbsp;geht, darf nicht ökonomische Zweckrationalität bestimmend sein.</p><ul><li><strong>Gegen Standortkonkurrenz und Privatisierung!</strong></li><li><strong>Für die Stärkung demokratischer Rechte in den Schulen für alle!</strong></li></ul><p class="bodytext"><b>4. Unsere Gesellschaft </b>braucht statt angepasster „Selbstoptimierer“ Persönlichkeiten, die beurteilen&nbsp;können, worauf es wirklich ankommt. Wir brauchen Menschen mit Zivilcourage und Empathie, mit&nbsp;Fähigkeit zu Solidarität und mit Verantwortungsbewusstsein für das Allgemeinwohl.</p><ul><li><strong>Schule ist kein Wirtschaftsunternehmen! Kinder und Jugendliche sind kein „Humankapital“!</strong></li><li><strong>Wir fordern deshalb eine Bildung, die nicht dem Markt, sondern der Demokratie verpflichtet ist!</strong></li></ul><h3><strong>Eine bessere Schule ist möglich!</strong></h3>
<p class="bodytext"><b>Erstunterzeichner: </b>Manfred Bock (Lehrer, Marburg), Dr. Matthias Burchardt (Akademischer Rat, Köln), Axel Damtsheuser&nbsp;(Lehrer, Marburg), Birgit Eggers (ehem. hessisches Landeselternbeiratsmitglied), Janis Ehling (Student/AStA, Marburg), Bernd&nbsp;Georgy (Lehrer, Marburg), Andrea Gergen (Lehrerin, Kirchhain), Renate Görg (Lehrerin, Marburg), Dr. Sigrid Hartong (Wiss.&nbsp;Assistentin, Bamberg), Jutta von Hadeln (Lehrerin, Marburg), Prof. Dr. Joachim Hösler (Marburg), Prof. Dr. Anton Hügli (Basel), Dr. Reinhold Hünlich (Pensionär, Marburg), Prof. Dr. Thomas Jahnke (Potsdam), Erwin Junker (Lehrer, Marburg), Prof. Dr.&nbsp;Hans Peter Klein (Frankfurt/M.), Wilfried Müller-Radtke (Lehrer, Marburg), Jochen Nagel (GEW-Landesvorsitzender Hessen),&nbsp;Prof. Dr. Oskar Negt (Hannover), Angelika Voss (Lehrerin, Marburg), Prof. Hans Peter Voss (Karlsruhe), Laurien Simon Wüst&nbsp;(hessischer Landesschulsprecher)</p>
<p class="bodytext">Die UNterschriftenaktion läuft jetzt:&nbsp;Den Aufruf als PDF sowie&nbsp;die Unterschriftenliste finden Sie im Anhang.</p>]]></content:encoded>
			<category>Marburger Bildungsaufruf</category>
			
			
			<pubDate>Fri, 26 Apr 2013 10:13:00 +0200</pubDate>
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